Landkreis Elbe-Elster

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Elbe-Elster Deutschlandkarte, Position des Landkreises Elbe-Elster hervorgehoben51.692513.235555555556Koordinaten: 51° 42′ N, 13° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Herzberg (Elster)
Fläche: 1.889,34 km²
Einwohner: 107.649 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Kreisschlüssel: 12 0 62
Kreisgliederung: 33 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Ludwig-Jahn-Straße 2
04916 Herzberg (Elster)
Webpräsenz: www.lkee.de
Landrat: Christian Heinrich-Jaschinski (CDU)
Lage des Landkreises Elbe-Elster in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Elbe-Elster ist ein Landkreis im Süden des Landes Brandenburg. Er markiert das Elbe-Elster-Land und einen Teil der Niederlausitz. Die nördlichen Kreisteile, hier insbesondere die Stadt Schönewalde, haben noch Anteile am Fläming.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis kann geografisch in drei Teile gegliedert werden:

Das Elbe-Elster-Land wird von den beiden namensgebenden Flüssen, mit all Ihren Fließen und Nebenflüssen, relativ scharf als ausgeprägtes Tiefland vom restlichen Landkreis abgegrenzt. Südöstlich von Schlieben beginnt mit den Kreisteilen Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde der westliche Teil der Niederlausitz. Die Orte nördlich des Schweinitzer Fließ werden noch direkt zum Fläming gezählt, während die südlicheren Auszüge noch weiter ins Land hinein reichen und die Dörfer kulturhistorisch prägen. Genannt sind hier insbesondere die Gebiete der Stadt Schönewalde und die nördlichen Gemeinden im Amt Schlieben.

Lage[Bearbeiten]

Der Kreis liegt im Süden Brandenburgs. Neben dem Landkreis Prignitz ist er der einzige brandenburgische Kreis, der (mit der Stadt Mühlberg) an der Elbe liegt. Die beiden anderen namensgebenden Flüsse sind Schwarze Elster, die durch den Süden und Westen des Landkreises fließt, und die Kleine Elster, die den Landkreis von Nordost nach Südwest mittig durchquert.

Nachbarkreise sind im Nordwesten der sachsen-anhaltische Landkreis Wittenberg, im Norden die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald, im Osten der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, im Süden der sächsische Landkreis Meißen und im Westen der Landkreis Nordsachsen.

Die Gesamtfläche des Kreisgebietes beträgt 1889 km², davon werden 972 km² landwirtschaftlich, 673 km² waldwirtschaftlich, und 66 km² als Gebäude- und Freifläche genutzt (mit Stand vom 31. Dezember 2005). Die geografische Mitte des Landkreises liegt nördlich von Tröbitz, wurde 2011 bestimmt und mit einer Säule nahe der Mitte bei 51°36'51,0" N – 13°25'32,6" O markiert.[2]

Städte und Gemeinden des Landkreises[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Elbe-Elster

Nach der Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis noch 33 Gemeinden, darunter elf Städte. In Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2012[3]

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Bad Liebenwerda (9626)
  2. Doberlug-Kirchhain (8875)
  3. Elsterwerda (8384)
  4. Falkenberg/Elster (6650)
  5. Finsterwalde (16.677)
  6. Herzberg (Elster) (9345)
  7. Mühlberg/Elbe (4051)
  8. Schlieben ¹ (2588)
  9. Schönewalde (3187)
  10. Sonnewalde (3385)
  11. Uebigau-Wahrenbrück (5717)

Amtsfreie Gemeinde

  1. Röderland (4169)
Bad Liebenwerda Crinitz Doberlug-Kirchhain Elsterwerda Falkenberg Fichtwald Finsterwalde Gorden-Staupitz Großthiemig Gröden Heideland Herzberg Hirschfeld Hohenbucko Hohenleipisch Kremitzaue Lebusa Lichterfeld-Schacksdorf Massen-Niederlausitz Merzdorf Mühlberg/Elbe Plessa Röderland Rückersdorf Sallgast Schilda Schlieben Schönborn Schönewalde Schraden Sonnewalde Tröbitz Uebigau-Wahrenbrück BrandenburgMunicipalities in EE.png
Über dieses Bild

Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

1. Elsterland (4852)

  1. Heideland (554)
  2. Rückersdorf (1476)
  3. Schilda (498)
  4. Schönborn * (1579)
  5. Tröbitz (745)

2. Kleine Elster (Niederlausitz) (5824)

  1. Crinitz (1236)
  2. Lichterfeld-Schacksdorf (1021)
  3. Massen-Niederlausitz * (2044)
  4. Sallgast (1523)

3. Plessa (6531)

  1. Gorden-Staupitz (1016)
  2. Hohenleipisch (2148)
  3. Plessa * (2825)
  4. Schraden (542)

4. Schlieben (5609)

  1. Fichtwald (683)
  2. Hohenbucko (674)
  3. Kremitzaue (865)
  4. Lebusa (799)
  5. Schlieben, Stadt * (2588)

5. Schradenland (4767)

  1. Gröden * (1450)
  2. Großthiemig (1103)
  3. Hirschfeld (1351)
  4. Merzdorf (863)

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Siehe Liste der Naturdenkmale im Landkreis Elbe-Elster

Geschichte[Bearbeiten]

Kreisgeschichte[Bearbeiten]

→ Siehe auch: Elbe-Elster-Land

Der Landkreis Elbe-Elster entstand am 6. Dezember 1993 im Zuge der Kreisreform in Brandenburg aus den ehemaligen (Land)-Kreisen Finsterwalde, Bad Liebenwerda und Herzberg, ohne die Gemeinde Schöna-Kolpien des Amtes Dahme/Mark.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Bevölkerungsentwicklung des Landkreises Elbe-Elster (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993).[5]

Jahr Einwohner
1990 142.679
1991 139.850
1992 139.065
1993 139.058
1994 137.947
1995 136.889
1996 136.286
1997 135.624
1998 134.684
1999 132.873
Jahr Einwohner
2000 131.161
2001 129.066
2002 127.159
2003 125.526
2004 124.041
2005 122.031
2006 119.773
2007 117.522
2008 115.560
2009 113.586
Jahr Einwohner
2010 111.975
2011 109.087
2012 107.649
2013

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die negative Bevölkerungsentwicklung wirkt sich auch auf die Immobilienpreise aus; ein Einfamilienhaus ist hier für durchschnittlich 48.000 Euro zu erwerben.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2008
Wahlbeteiligung: 53,36 % (2003: 48,82 %)
 %
30
20
10
0
27,44 %
20,82 %
20,78 %
10,50 %
6,11 %
5,11 %
3,19 %
2,88 %
3,19 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-9,30 %p
+1,00 %p
+4,25 %p
-0,45 %p
+1,95 %p
+1,43 %p
+3,19 %p
-0,44 %p
-1,61 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2003: PDS

Landräte[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Die 50 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl vom 28. September 2008 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Partei/Gruppierung
Sitze
CDU
14
SPD
10
Die Linke
10
Landwirtschaft, Umwelt, Natur (LUN)
5
FDP
3
DVU
3
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / 50Plus (BVB/50Plus)
2
UWG
1
Bündnis 90/Grüne
1
Bürger für Finsterwalde
1

Im Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (14 Mitglieder), SPD/Grüne/Bü90 (11 Mitglieder), Die Linke (10 Mitglieder), WG LUN/BVB/50Plus (7 Mitglieder), FDP/UWG E-E/BfF (5 Mitglieder). Es gibt drei Fraktionslose der DVU.

Die Fraktionen von CDU, SPD/Grüne/Bü90 und FDP/UWG E-E/BfF bilden eine Koalition. Diese umfasst 30 der 50 Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen des Landkreises Elbe-Elster

Dem Landkreis Elbe-Elster ist am 24. April 1995 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung: „Im gevierteilten Schild oben vorn neunmal von Gold und Schwarz geteilt, hinten in Silber ein goldbewehrter rückschauender roter Stier; unten vorn in Gold ein rotbewehrter und rotgezungter, aufgerichteter schwarzer Löwe, hinten neunmal von Rot und Silber geteilt.“[7]

Bei dem goldbewehrten rückschauenden roten Stier handelt es sich um den niederlausitzischen Stier (auch Luckauer Stier). Beim rotbewehrten und rotgezungten, aufgerichteten schwarzen Löwen um den meißnischen Löwen. Beide gehen gemeinsam in dieselbe Richtung, wachsam nach allen Seiten. Die schwarzen und goldenen Streifen gehen zurück auf das Herzogtum Sachsen-Wittenberg des späten 12. Jahrhunderts. Die roten und silbernen Streifen stehen für das brandenburgische Wappen, da 1815 die sächsischen Ämter Doberlug und Finsterwalde, sowie die Standesherrschaft Sonnewalde, welche unter sächsischer Lehnshoheit stand, 1815 der Provinz Brandenburg in den Kreis Luckau zur Niederlausitz, der sie bis in das 15. Jahrhundert bereits angehörten, zugegliedert wurden.

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Elbe-Elster.

Dienstsiegel[Bearbeiten]

„Das Dienstsiegel enthält das Wappen des Landkreises Elbe-Elster und führt oberhalb des Wappens in Großbuchstaben die Umschrift: LANDKREIS Elbe-Elster.“
(§ 2 Abs. 1 der Hauptsatzung)[8]

Flagge[Bearbeiten]

„Der Landkreis führt eine von Schwarz und Gold geteilte Flagge. Die Farben der Flagge sind aus den sächsischen des Wappens abgeleitet. Die Flagge ist sowohl bei senkrechter wie waagerechter Aufhängung senkrecht geteilt und trägt das Wappen so, dass die Spaltlinie des Schildes auf die Farbtrennungslinie zu liegen kommt.“
(§ 2 Abs. 3 der Hauptsatzung)[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

Freilichtbühne vor dem Rothsteiner Felsen während des Felsenfestes

Museen[Bearbeiten]

Besucherbergwerk Abraumförderbrücke F60

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Gräberfeld neben dem ehemaligen Lager Mühlberg

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen EE zugewiesen und seitdem ausgegeben. Seit dem 2. April 2013 ist zudem das Unterscheidungszeichen FI (Finsterwalde), seit dem 29. Mai 2013 auch LIB (Bad Liebenwerda) erhältlich.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Landkreis Elbe-Elster treffen die brandenburgischen Mundarten auf die obersächsischen Mundarten aus den angrenzenden Bundesländern. In den Dörfern des nördlichen Kreisgebietes trifft man gelegentlich noch auf Flämisch Platt, einer niederdeutschen Mundart, während im Süden bereits ein ausgeprägtes Obersächsisch vorherrscht.

Die besondere Situation kann gegebenenfalls zu Verwechslungen über die Herkunft des Sprechers, besonders im übrigen Brandenburg, führen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Autorenkollektiv des MUG Brandenburg e. V.: Heimatbuch Landkreis Elbe-Elster. Herzberg 1996.
  •  Denkmale in Brandenburg, Landkreis Elbe-Elster. 7.1, Werner, Worms, ISBN 3-88462-152-1.
  •  Renate Völker, Anja Schmidke, Druck- und Verlagshaus Delitzsch (Hrsg.): Entdeckungen im Landkreis Elbe-Elster. Delitzsch 1995, OCLC 75737052.
  •  Manfred Woitzik, Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster (Hrsg.): „Wer zuerst kommt – mahlt zuerst“ eine Kulturgeschichte der Mühlen im Landkreis Elbe-Elster. Herzberg 1997, OCLC 255728482.
  • Andreas Pöschl (Hrsg.): Kohle, Wind und Wasser. Ein energiehistorischer Streifzug durch das Elbe-Elsterland. Hrsg. v. Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster. Herzberg/Elster 2001, ISBN 3-00-008956-X.
  •  Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster, Kreismuseum Bad Liebenwerda, Sparkasse Elbe-Elster (Hrsg.): Orgellandschaft Elbe-Elster. Herzberg/Elster 2005.
  •  Sven Gückel, KDI Euroverlag (Hrsg.): Im Elbe-Elster Land – In Elbe-Elster Country. Cottbus 2005, ISBN 3-938634-09-X. (deutsch/ englisch)
  • Baudenkmale des Landkreises Elbe-Elster. (Blattsammlung denkmalgeschützter Bauten des Landkreises Elbe-Elster)
  •  Juliane Stückrad: Ich schimpfe nicht, ich sage nur die Wahrheit – Eine Ethnographie des Unmuts am Beispiel der Bewohner des Elbe-Elster-Kreises (Brandenburg). Ludwig, 2011, ISBN 978-3-86935-046-2.

Periodika[Bearbeiten]

  • Heimatkalender für den Kreis Bad Liebenwerda. (für den Altkreis Bad Liebenwerda, das Mückenberger Ländchen, Ortrand am Schraden und Uebigau-Falkenberg, jährliche Erscheinungsweise)
  • Die Schwarze Elster. (heimatkundliche Schriftenreihe für den Altkreis Bad Liebenwerda)
  • Heimatkalender Herzberg (Region Herzberg, jährliche Erscheinungsweise)
  • Finsterwalder Heimatkalender (jährliche Erscheinungsweise)
  • Der Bomätscher (Heimatkundliche Schrift der Stadt Mühlberg/Elbe, quartalsweise Erscheinungsweise)
  • Der Speicher (Jahresschrift des Kreismuseums Finsterwalde)
  • EE-Grafik (Kunstmappe mit Grafiken ansässiger Künstler, jährliche Erscheinungsweise)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Elbe-Elster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Elbe-Elster balanciert auf einer Einwegspritze. Lausitzer Rundschau, abgerufen am 5. September 2011.
  3. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  4. Landkreis Elbe-Elster auf „Orte der Vielfalt“
  5. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg
  6. Michael Psotta: Die Kehrseite des deutschen Immobilienbooms. faz.net, 10. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2014
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  8. a b Hauptsatzung für den Landkreis Elbe-Elster vom 7. Februar 2006.