Landkreis Fulda

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Fulda Deutschlandkarte, Position des Landkreises Fulda hervorgehoben50.5601388888899.6861111111111Koordinaten: 50° 34′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Verwaltungssitz: Fulda
Fläche: 1.380,4 km²
Einwohner: 216.314 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: FD
Kreisschlüssel: 06 6 31
Kreisgliederung: 23 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wörthstraße 15
36037 Fulda
Webpräsenz: www.landkreis-fulda.de
Landrat: Bernd Woide (CDU)
Lage des Landkreises Fulda in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Fulda liegt im Regierungsbezirk Kassel in Osthessen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Kerngebiet des Landkreises Fulda umfasst das sogenannte Fuldaer Becken. Östlich davon liegt das Mittelgebirge der Hohen Rhön mit Hessens höchstem Berg, der Wasserkuppe. Im Westen des Kreisgebiets befinden sich noch Ausläufer des Vogelsbergs. Namensgebend für den Kreis sind der Fluss Fulda und die Kreisstadt Fulda.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Hersfeld-Rotenburg (in Hessen), Wartburgkreis und Landkreis Schmalkalden-Meiningen (beide in Thüringen), Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen (beide in Bayern) sowie Main-Kinzig-Kreis und Vogelsbergkreis (beide wiederum in Hessen).

Geschichte[Bearbeiten]

Kreis Fulda, 1905

Der Kreis Fulda wurde 1821 geschaffen, nachdem das Herzogtum Fulda 1816 zum Kurfürstentum Hessen gekommen war und in vier Kreise aufgeteilt wurde. Als 1866 das Kurfürstentum Hessen und Teile Unterfrankens von Preußen annektiert wurden, wurde das Gebiet des Kurfürstentums zum neuen Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Das heutige Kreisgebiet wurde in die Kreise Fulda, Gersfeld und Hünfeld eingeteilt, wobei der Kreis Gersfeld aus dem vormals bayerischen Bezirksamt Gersfeld gebildet worden war.

1927 schied die Stadt Fulda aus dem Kreis Fulda aus und wurde kreisfrei. 1932 wurde der Kreis Fulda mit dem Kreis Gersfeld vereinigt. Im Rahmen der Hessischen Kommunalreform wurden am 31. Dezember 1971, am 1. April und am 1. August 1972 die zahlreichen kleineren Gemeinden im Kreisgebiet zu insgesamt 23 Großgemeinden vereinigt. Am 1. August 1972 wurden auch etliche Gemeinden des Landkreises Hünfeld in den Landkreis Fulda eingegliedert. Die Gemeinde Haunetal kam jedoch zum Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Am 1. Juli 1974 verlor die Stadt Fulda ihren Status als kreisfreie Stadt und wurde in den Landkreis Fulda eingegliedert, so dass dieser damit seine heutige Ausdehnung erreichte.[2]

Politik[Bearbeiten]

Der Landkreis Fulda ist eine traditionelle Hochburg der CDU. Dieser Status spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des aktuellen Kreistags wider.

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Fulda besteht aus 81 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung bei 41,1 Prozent Wahlbeteiligung[3] (Zahlen im Vergleich zur Kommunalwahl vom 26. März 2006):

Kreistagswahl im Landkreis Fulda 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,0 %
19,1 %
14,4 %
6,3 %
3,7 %
1,9 %
1,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,8 %p
-1,5 %p
+9,1 %p
+1,0 %p
-0,3 %p
+0,3 %p
-0,5 %p
-3,3 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 53,0 43 57,8 47
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,1 15 20,6 17
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 14,4 12 5,3 4
CWE Christliche Wähler-Einheit e. V. 6,3 5 5,3 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,7 3 4,0 3
Linke Die LINKE.Offene Liste 1,9 2 1,6 1
REP Die Republikaner 1,7 1 2,2 2
FWG Freie Wählergemeinschaften des Landkreises Fulda 3,3 3
Gesamt 100,0 81 100,0 81
Wahlbeteiligung 51,2 % 47,7 %
Sitzverteilung im Kreistag 2011
2
15
12
3
5
43
1
15 12 43 
Von 81 Sitzen entfallen auf:

Landräte des Altlandkreises Fulda (1821–1972)[4][Bearbeiten]

Name von bis
Friedrich Fondy 1821 1841
Karl von Benning 1841 1844
Heinrich Karl Joachim von Loßberg 1844 1847
Jakob Hippolyt Braun 1847 1851
Karl Theodor Giller 1851 1854
Heinrich Wilhelm Emil Schmidt 1854 1866
August Wagner 1866 1868
Friedrich August Wilhelm Cornelius [5] 1868 1883
Friedrich Wilhelm Ludwig von Trott zu Solz 1883 1891
Max Friedrich Martin Georg Fliedner 1891 1894
Kurt Gustav Steffens 1895 1904
Karl Gustav Friedrich Springorum 1904 1912
Karl Albert Freiherr von Dörnberg 1912 1921
Heinrich Rudolf Erich Kurt Franz Konstanz Freiherr von Gagern 1921 1933
Hans Burkhardt (NSDAP) 1933 1940
Johann Otto Jakob Feuerborn (NSDAP) 1940 1945
Franz Xaver Danzebrink 1945 1945
Johannes Kramer 1945 1945
Georg Stieler (CDU) 1945 1953
Eduard Stieler (CDU) 1953 1972

Landräte des Landkreises Fulda seit der Gebietsreform[6] 1972[Bearbeiten]

Name von bis
Eduard Stieler (CDU) 1972 1973
Fritz Kramer (CDU) 1973 2006
Bernd Woide (CDU) 2006 heute

Seit dem 1. Februar 2006 ist Bernd Woide (CDU) Landrat des Landkreises Fulda. Seine letzte Wiederwahl erfolgte am 4. September 2011 mit einem Stimmenanteil von 72,1 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 30,5 Prozent.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Landkreis Fulda
Blasonierung:

„Von Silber und Blau gespalten; vorne das schwarze durchgehende fuldische Kreuz, hinten der hessische Löwe“

Beschreibung:

Das Wappen bringt somit die alte Zugehörigkeit des heutigen Kreisgebiets zum Stift Fulda und die spätere Zugehörigkeit zum Kurfürstentum bzw. Land Hessen zum Ausdruck. Das Wappen wurde erstmals 1936 und erneut am 9. Juli 1973 verliehen.

Patenschaften[Bearbeiten]

1962 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Friedland übernommen. 1965 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Kreis Leitmeritz übernommen.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Fulda ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und dient unter anderem als Halt auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg. Durch das Kreisgebiet führen die Bahnstrecken Fulda–Frankfurt, Fulda–Bebra, Fulda–Gersfeld und Fulda–Gießen. Die Bundesautobahn 7 (Kassel–Würzburg) und Bundesautobahn 66 (Frankfurt–Fulda; noch nicht durchgängig befahrbar) erschließen den Landkreis für den Autobahnverkehr. Zum Netz der Bundesstraßen, Landesstraßen und Kreisstraßen im Kreisgebiet zählen namentlich die Bundesstraßen B 27, B 40, B 84, B 254, B 279 und B 458.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[7])

Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisMunicipalities in FD.svg
Über dieses Bild

Städte

  1. Fulda, Stadt mit Sonderstatus (65.036)
  2. Gersfeld (Rhön) (5512)
  3. Hünfeld (15.861)
  4. Tann (Rhön) (4446)

Marktgemeinden

  1. Burghaun (6465)
  2. Eiterfeld (7147)

Gemeinden

  1. Bad Salzschlirf (3044)
  2. Dipperz (3319)
  3. Ebersburg [Sitz: Schmalnau] (4475)
  4. Ehrenberg (Rhön) [Sitz: Wüstensachsen] (2532)
  5. Eichenzell (11.045)
  6. Flieden (8724)
  7. Großenlüder (8481)
  8. Hilders (4604)
  9. Hofbieber (5955)
  10. Hosenfeld (4655)
  11. Kalbach [Sitz: Mittelkalbach] (6270)
  12. Künzell (15.953)
  13. Neuhof (10.696)
  14. Nüsttal [Sitz: Hofaschenbach] (2815)
  15. Petersberg (15.095)
  16. Poppenhausen (Wasserkuppe) (2561)
  17. Rasdorf (1623)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen FD zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 395f.
  3. Kommunalwahlergebnisse 2011
  4. Fuldaer Zeitung vom 15. August 2011
  5. Angehöriger des Corps Teutonia Marburg
  6. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda vom 11. Juli 1972, GVBl. I S. 220; GVBl. II Nr. 330-14
  7. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Mott: Denkmäler im Landkreis Fulda und im alten Hochstift : Rhön-Verlag Hohmann, Hünfeld, Rindt-Druck, Fulda, 1996, ISBN 3-931796-13-2
  • Michael Mott: Ein Kreis mit Kultur: „wechselvoll – die Geschichte des Fuldaer Landes“ Einst Heimat für Steinzeitjäger, Heilige, Regenten und gottesfürchtige Untertanen, in: „Landkreis Fulda“, Buchreihe „Deutsche Landkreise im Portrait“: Fachverlag Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg, vierte Ausgabe 2009, ISBN 978-3-88363-301-5; fünfte völlig neue Ausgabe 2014, ISBN 978-3-88363-356-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Fulda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien