Landkreis Garmisch-Partenkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Garmisch-Partenkirchen hervorgehoben47.5611.13Koordinaten: 47° 34′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Garmisch-Partenkirchen
Fläche: 1.012,28 km²
Einwohner: 84.710 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: GAP
Kreisschlüssel: 09 1 80
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Olympiastraße 10
82467 Garmisch-Partenkirchen
Webpräsenz: www.lra-gap.de
Landrat: Harald Kühn (CSU)
Lage des Landkreises Garmisch-Partenkirchen in Bayern
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Über dieses Bild
Wettersteingebirge von Osten
Staffelsee

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt im Südwesten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern. Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Weilheim-Schongau, im Osten der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, im Süden das österreichische Bundesland Tirol mit den Bezirken Innsbruck-Land, Imst und Reutte, sowie im Westen der schwäbische Landkreis Ostallgäu.

Geographie[Bearbeiten]

Der südliche Teil des Landkreises, das Werdenfelser Land, ist teilweise hochalpin mit den Felsmassiven des Karwendel- und des Wettersteingebirges (Zugspitze mit 2962 m als höchster Berg Deutschlands) und liegt an der Grenze zu Tirol in Österreich. Nach Norden senkt sich das Gebirge bis hin zur voralpinen Hügellandschaft des Pfaffenwinkels mit Seen und ausgedehnten Mooren.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1000 n. Chr. war das Gebiet Besitz der Welfen, die auch die Burg Werdenfels erbauten. 1249 erwarb das Hochstift Freising den welfischen Besitz sowie 1294 die Grafschaften Mittenwald und Partenkirchen und bildeten die reichsunmittelbare Grafschaft Werdenfels, die erst 1803 in der Säkularisation aufgelöst wurde. Das Gebiet kam zu Bayern, das 1803 das Landgericht Werdenfels errichtete, welches zunächst zum Innkreis und ab 1814 zum Isarkreis (der seit 1838 Oberbayern heißt) gehörte. 1862 entstand daraus das gleichnamige Bezirksamt, das 1879 in „Bezirksamt Garmisch“ umbenannt wurde.

Nach der Vereinigung der Orte Garmisch und Partenkirchen 1935 erhielt auch das Bezirksamt und ab 1939 das Landratsamt bzw. der zugehörige Landkreis den Doppelnamen Garmisch-Partenkirchen. Im Rahmen der Gebietsreform 1972 wurden dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen einige Gemeinden der Nachbarlandkreise Weilheim in Oberbayern und Schongau eingegliedert. Damit erhielt er seine heutige Ausdehnung.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gewann zwischen 1988 und 2008 knapp 7.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 9%.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2008 2012
Anzahl der Einwohner[2] 14.994 15.989 20.518 31.953 50.689 71.503 70.522 75.424 78.782 86.577 87.351 86.478 84.710

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft im Landkreis ist eher mittelständisch geprägt. Der Landwirtschaft kommt eine erhebliche Bedeutung für die Wirtschaftsstruktur des Landkreises zu. Insgesamt sind ca. 15 % der Landkreisfläche landwirtschaftlich genutzt.

Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 272 Euro (Bundesdurchschnitt 216 Euro). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 7,67 Euro (Bundesdurchschnitt 8,52 Euro). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei 3,3 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.[3]

Die Region um Garmisch-Partenkirchen ist ein klassisches Fremdenverkehrsgebiet und auch ein bekannter olympia- (1936) und weltmeisterschaftserprobter (1978) Wintersportort. Er konnte sich erfolgreich um die Ausrichtung der alpinen Ski-WM 2011 bewerben, nachdem die vorherige Bewerbung für die Ski-WM 2009 gegen das französische Val-d’Isère verloren ging. Einziger Gegenkandidat war Schladming (Österreich).

Verkehr[Bearbeiten]

Die Staatsbahnlinie von München erreichte im Jahre 1879 Murnau. Nachdem die 1889 durch die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München (LAG) eröffnete Weiterführung bis Garmisch an die Bayerische Staatsbahn übergegangen war, verlängerte diese die Bahn 1912 über Mittenwald bis zur österreichischen Grenze, so dass die Verbindung mit Innsbruck hergestellt war.

Ebenso wurde der Tiroler Bezirk Reutte 1913 von Garmisch her durch die Außerfernbahn erschlossen.

Die Lokalbahn Murnau – Oberammergau wurde im Jahre 1900 von der AG E-Werke vorm O. L. Kummer & Co. erbaut und 1905 durch die LAG elektrifiziert.

Rein touristischen Zwecken dient die Strecke der Bayerischen Zugspitzbahn, die 1929/30 von Garmisch zum Schneefernerhaus eröffnet worden ist und seit 1992 auch zum Zugspitzplatt führt.

Alle Bahnlinien sind bis heute in Betrieb.

Das Straßennetz umfasst eine Bundesautobahn (A 95), drei Bundesstraßen (B 2, B 11 und B 23) sowie ein relativ dichtes Netz von Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahlen[Bearbeiten]

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

Partei / Liste 2002 2008 2014
CSU 32 25 22
Freie Wählergemeinschaft der Landkreisgemeinden 11 10 11
Christlich Soziales Bündnis-Bürger für GAP/ Freie Landkreisbürger n.a. 7 6
SPD 8 6 7
ödp 4 4 4
Freie Wählergemeinschaft GAP/Oberes Loisachtal 4 3 2
GRÜNE n.a. 3 4
BP n.a. 1 3
FDP 1 1 1
Gesamt 60 60 60

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Über gekürzter und eingeschweifter Spitze, darin die bayerischen Rauten, gespalten von Silber und Gold; vorne ein links gewendeter roter Greifenlöwe; hinten ein rot gekrönter Mohrenkopf mit rotem Ohrring, als Hinweis auf die Zugehörigkeit der Grafschaft Werdenfels zum Hochstift Freising.

Märkte und Gemeinden[Bearbeiten]

Ettaler Forst Wallgau Unterammergau Uffing am Staffelsee Spatzenhausen Seehausen am Staffelsee Saulgrub Riegsee (Gemeinde) Oberau Oberammergau Murnau am Staffelsee Mittenwald Krün Großweil Grainau Garmisch-Partenkirchen Farchant Ettal Bad Bayersoien Bad Kohlgrub Ohlstadt Eschenlohe Schwaigen Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Weilheim-Schongau Österreich
Lage der Gemeinde 350px im Landkreis Garmisch-Partenkirchen (anklickbare Karte)

(Einwohner am 31. Dezember 2012[4])

Märkte

  1. Garmisch-Partenkirchen (25.901)
  2. Mittenwald (7287)
  3. Murnau am Staffelsee (11.453)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Ettaler Forst (83,46 km²)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Ohlstadt
    (Gemeinden Eschenlohe, Großweil, Ohlstadt und Schwaigen)
  2. Saulgrub
    (Gemeinden Bad Bayersoien und Saulgrub)
  3. Seehausen am Staffelsee
    (Gemeinden Riegsee, Seehausen am Staffelsee und Spatzenhausen)
  4. Unterammergau
    (Gemeinden Ettal und Unterammergau)

Gemeinden

  1. Bad Bayersoien (1097)
  2. Bad Kohlgrub (2405)
  3. Eschenlohe (1540)
  4. Ettal (794)
  5. Farchant (3638)
  6. Grainau (3431)
  7. Großweil (1442)
  8. Krün (1905)
  9. Oberammergau (5103)
  10. Oberau (3076)
  11. Ohlstadt (3203)
  12. Riegsee (1196)
  13. Saulgrub (1622)
  14. Schwaigen (592)
  15. Seehausen am Staffelsee (2382)
  16. Spatzenhausen (723)
  17. Uffing am Staffelsee (2977)
  18. Unterammergau (1539)
  19. Wallgau (1404)

Märkte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78[Bearbeiten]

Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Garmisch-Partenkirchen 16 Gemeinden (siehe Liste unten).

Im Süden und Südwesten grenzte der Landkreis an das österreichische Bundesland Tirol. Im Westen grenzte der Landkreis an den Landkreis Füssen, im Nordwesten an den Landkreis Schongau im Norden an den Landkreis Weilheim i.OB. und im Osten grenzte er an den Landkreis Bad Tölz.

Die Gemeinden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen vor der Gemeindereform 1971/78 [5][6]. (Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)

Lage in Bayern
frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Eschenlohe Eschenlohe Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettal Ettal
Farchant Farchant
Garmisch-Partenkirchen (Markt) 1 Garmisch-Partenkirchen
Grainau 2 Grainau
Bad Kohlgrub Bad Kohlgrub
Krün Krün
Mittenwald (Markt) Mittenwald
Oberammergau Oberammergau
Oberau Oberau
Ohlstadt Ohlstadt
Saulgrub Saulgrub
Schwaigen Schwaigen
Unterammergau Unterammergau
Wallgau Wallgau
Wamberg Garmisch-Partenkirchen

1: 1935 entstanden aus den Gemeinden Garmisch (Markt) und Partenkirchen
2: 1937 entstanden aus den Gemeinden Obergrainau und Untergrainau

Geotope[Bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich 44 (Stand September 2013) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope. Siehe hierzu die Liste der Geotope im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistik für den Landkreis, abgerufen am 7. Januar 2011
  3. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Bayern-Nav.html
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  5. Seite über den Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf verwaltungsgeschichte.de (abgerufen am 26. Juli 2010)
  6. BayernViewer der Bayerischen Vermessungsverwaltung (abgerufen am 26. Juli 2010)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien