Landkreis Germersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Germersheim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Germersheim hervorgehoben49.128.25Koordinaten: 49° 7′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Germersheim
Fläche: 463,26 km²
Einwohner: 124.889 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: GER
Kreisschlüssel: 07 3 34
Kreisgliederung: 31 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Luitpoldplatz 1
76726 Germersheim
Webpräsenz: www.kreis-germersheim.de
Landrat: Fritz Brechtel (CDU)
Lage des Landkreises Germersheim in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Germersheim ist ein Landkreis im Südosten von Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Rhein (Oberrhein) bildet bis auf eine kleine Ausnahme im Stadtgebiet Germersheims die östliche Kreisgrenze und gleichzeitig die Landesgrenze zu Baden-Württemberg. Die Lauter ist größtenteils die südliche Grenze, welche gleichzeitig auch die Staatsgrenze zu Frankreich ist. Der Landkreis liegt vollständig im Rheingraben und gehört zur grenzüberschreitenden Region Pamina.

Nachbarkreise und -städte[Bearbeiten]

Angrenzende Kreise und kreisfreie Städte sind:

Rhein-Pfalz-Kreis
Landkreis Südliche Weinstraße Nachbargemeinden Land- und Stadtkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg)
Arrondissement Wissembourg (Département Bas-Rhin/Frankreich) Landkreis Rastatt (Baden-Württemberg) Landkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg)

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012)[1]

Lage vom Landkreis Germersheim in der Metropolregion Rhein-Neckar
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz
Die Gemeinden im Landkreis

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

*) Sitz der Verbandsgemeinde

  1. Bellheim* (8373)
  2. Knittelsheim (1023)
  3. Ottersheim bei Landau (1833)
  4. Zeiskam (2198)
  1. Berg (Pfalz) (2026)
  2. Hagenbach, Stadt* (5312)
  3. Neuburg am Rhein (2555)
  4. Scheibenhardt (644)
  1. Hatzenbühl (2975)
  2. Jockgrim* (7160)
  3. Neupotz (1858)
  4. Rheinzabern (4873)
  1. Erlenbach bei Kandel (754)
  2. Freckenfeld (1561)
  3. Kandel, Stadt* (8659)
  4. Minfeld (1528)
  5. Steinweiler (1924)
  6. Vollmersweiler (205)
  7. Winden (1086)
  1. Freisbach (1081)
  2. Lingenfeld* (5593)
  3. Lustadt (3264)
  4. Schwegenheim (2923)
  5. Weingarten (Pfalz) (1668)
  6. Westheim (Pfalz) (1767)
  1. Hördt (2435)
  2. Kuhardt (1886)
  3. Leimersheim (2566)
  4. Rülzheim* (7762)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Germersheim geht auf das am 1. April 1818 vom bayerischen König Maximilian I. gebildete Landkommissariat Germersheim zurück, das 1862 zum Bezirksamt und 1939 in den Landkreis Germersheim überführt wurde. Der Verwaltungsbezirk wurde im Laufe seiner Geschichte kaum verändert. Einzige Grenzkorrektur im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform um 1970 war die Eingemeindung von Hayna nach Herxheim am 16. März 1974, das dadurch den Landkreis verließ und Bestandteil des Landkreises Landau-Bad Bergzabern (heute: Südliche Weinstraße) wurde.[2] Ab Ende der 60er-Jahre verringerte sich die Gemeindeanzahl geringfügig: Ober- und Niederlustadt wurden zur Gemeinde Lustadt zusammengelegt (1969), Sondernheim nach Germersheim eingemeindet (1972) und Büchelberg, Maximiliansau und Schaidt schlossen sich auf freiwilliger Basis der Stadt Wörth am Rhein an (1979).

Bezirksamtmänner[Bearbeiten]

Ab 1919 lautete die Amtsbezeichnung Bezirksoberamtmann.[3]

Quelle: Schriftenreihe zur Geschichte des Landkreises Germersheim, Band 1.[5]

Landräte[Bearbeiten]

Quelle: Schriftenreihe zur Geschichte des Landkreises Germersheim, Band 1.[5]

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Seit 2001 ist Fritz Brechtel (CDU) Landrat des Landkreises Germersheim.

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 56,3 % (2009: 57,1 %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,5 %
26,7 %
10,9 %
8,0 %
6,0 %
3,5 %
2,6 %
1,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,5 %p
-1,6 %p
-1,5 %p
+0,2 %p
+6,0 %p
-4,4 %p
+2,6 %p
-2,7 %p

Der Kreistag des Landkreises Germersheim hat 46 Sitze. Die Kreistagswahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften % Sitze
CDU 40,5 18
SPD 26,7 12
FWG 10,9 5
GRÜNE 8,0 4
AfD 6,0 3
FDP 3,5 2
LINKE 2,6 1
REP 1,8 1

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung:

Von Schwarz und Blau durch einen silbernen Wellenbalken geteilt; oben ein wachsender, rot gekrönter und bewehrter goldener Löwe, unten ein durchgehendes silbernes Kreuz; im blauen Herzschild ein rot bezungter und bewehrter goldener Adler.

Geschichte:

Der Löwe steht für die Pfalz und das Kreuz für das Hochstift Speyer. Beide Herrschaften hatten Anteil am heutigen Kreisgebiet. Der Herzschild ist das Wappen der Stadt Germersheim, die einst reichsunmittelbar war und daher den Reichsadler führt. Das Wappen wurde am 16. Februar 1976 genehmigt.

Partnerschaft[Bearbeiten]

Zum polnischen Landkreis Krotoszyn besteht eine Partnerschaft.[7]

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Hier eröffnete die Pfälzische Maximiliansbahn-Gesellschaft im Jahre 1855 die Strecke von Neustadt über Landau–Winden bis ins elsässische Weißenburg. Von ihr zweigt in Winden seit 1864/65 die Strecke nach Karlsruhe ab, die von Maximiliansau durch die Stadt Karlsruhe erbaut worden war.

Die Kreisstadt Germersheim erhielt 1864 ihre erste Bahnverbindung durch die Pfälzische Ludwigsbahn von Schifferstadt über Speyer her. Sie wurde erst 1876 bis Wörth weitergeführt und zwar durch die Pfälzische Maximiliansbahn, die auch die weiteren Bahnen im Kreis errichtete:

  • 1870 von Winden nach Bad Bergzabern
  • 1872 von Germersheim nach Landau
  • 1876 von Wörth nach Lauterburg im Elsass
  • 1877 von Germersheim über den Rhein nach Bruchsal (Bruhrainbahn) und
  • 1905 von Speyer nach Neustadt

Damit hatte das Schienennetz eine Ausdehnung von 92 km erreicht. Davon wurden für den Personenverkehr dauerhaft die folgenden Strecken stillgelegt:

  • 1956: Speyer – Schwegenheim – Neustadt (8 km; Meterspur)
  • 1984: Landau – Zeiskam – Germersheim (11 km)

Zeitweise waren allerdings noch drei weitere Linien (19 km) betroffen, die jedoch inzwischen wieder reaktiviert wurden.

Das im Jahr 2003 eingerichtete S-Bahn-System RheinNeckar umfasst mehrere Linien und Haltestellen im Landkreis. Im gesamten Landkreis gelten die Tarife des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und des Karlsruher Verkehrsverbunds. Wichtige Eisenbahnknotenpunkte im Kreisgebiet sind Germersheim, Wörth (Rhein) und Winden (Pfalz)

Autobahn und Bundesstraßen[Bearbeiten]

Durch das südliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 65 Karlsruhe-Ludwigshafen. Mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen durchziehen das Kreisgebiet, darunter die mehrspurig ausgebaute Bundesstraße 9 Karlsruhe-Speyer und die Bundesstraße 272.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GER zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Landkreis Germersheim (Hrsg.): Beiträge zur Heimatgeschichte. Schriftenreihe des Landkreises Germersheim. Bd. 1, 1980, ISSN 0175-5331 (nur dieser Band erschienen)
  • Landkreis Germersheim (Hrsg.): Schriftenreihe zur Geschichte des Landkreises Germersheim. Bd. 1ff., 2010ff. ISSN 2192-4066

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Germersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 162 (PDF)
  3. Bayerische Landesgeschichte. Hanns-Seidel-Stiftung/Reinhard Heydenreuter, Birgit Strobl, 2009, abgerufen am 31. August 2013 (PDF; 4,37 MB).
  4. Müller, Karl. Bayerische Landesbibliothek Online, 11. September 2012, abgerufen am 31. August 2013.
  5. a b  Ludwig Hans: Von Landkommissären, Bezirksamtmännern und Landräten. In: Schriftenreihe zur Geschichte des Landkreises Germersheim. Band 1, 2010, S. 323–330.
  6. Kreistagswahl Landkreis Germersheim 2014 – Endergebnis. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, 28. Mai 2014, abgerufen am 6. August 2014.
  7. Aus Kreis und Region: Partnerkreis Krotoszyn feiert 15. Jahrestag der Landkreisbildung - Delegation zu Festakt eingeladen, Germersheimer Stadtanzeiger #47/2013, 22. November 2013, S. 30