Landkreis Gießen
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hessen |
| Regierungsbezirk: | Gießen |
| Verwaltungssitz: | Gießen |
| Fläche: | 854,64 km² |
| Einwohner: |
252.587 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 296 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | GI |
| Kreisschlüssel: | 06 5 31 |
| NUTS: | DE721 |
| Kreisgliederung: | 18 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Riversplatz 1–9 35994 Gießen |
| Webpräsenz: | |
| Landrätin: | Anita Schneider (SPD) |
| Lage des Landkreises Gießen in Hessen | |
Der Landkreis Gießen liegt im Regierungsbezirk Gießen in Hessen. Benachbarte Landkreise sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Lahn-Dill-Kreis, der Vogelsbergkreis und der Wetteraukreis.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Der Landkreis Gießen erstreckt sich in seinen Hauptorten vom Gießener Becken bis zur nördlichen Wetterau im Süden. Den flächenmäßig größten Anteil nimmt dem gegenüber jedoch der Vordere Vogelsberg in der Osthälfte ein, ganz im Osten liegen Teile des Vogelsberges. Nordwestlich des Gießener Beckens reichen überdies Teile des Gladenbacher Berglandes in Form des Krofdorf-Königsberger-Forstes mit dem weithin sichtbaren Dünsberg ins Kreisgebiet. Südwestlich reichen Teile des Landkreises in den östlichen Hintertaunus hinein.
Die Lahn betritt im Norden bei Odenhausen das Kreisgebiet, fließt dann nach Süden durch die Stadt Gießen. Hier wendet sie sich nach Westen, um nur wenige Kilometer westlich den Landkreis wieder zu verlassen.
Geschichte[Bearbeiten]
Das heutige Kreisgebiet war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete aufgeteilt, wovon die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und verschiedene Solmsische Grafschaften den größten Anteil hatten. Kleinere Teile gehörten zum Herzogtum Nassau. Mit der Mediatisierung 1806 kamen die solmsischen Gebiete an das neu gegründete Großherzogtum Hessen, die nassauischen Gebiete 1815 durch den Wiener Kongress an den preußischen Kreis Wetzlar. 1821 entstand der Landratsbezirk Gießen innerhalb der Provinz Oberhessen. Seit 1832 heißt dieser Landratsbezirk „Kreis Gießen“, dessen Gebiet im Laufe der Geschichte mehrfach verändert wurde. 1866 fielen die Gebiete westlich der Lahn nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg fast völlig an Preußen.
1939 schied die Stadt Gießen aus dem Kreis aus und wurde kreisfrei. Am 1. Januar 1977 wurde die kreisfreie Stadt Gießen mit der Stadt Wetzlar und 14 umliegenden Gemeinden zur Großstadt Lahn vereinigt, die den Status einer kreisfreien Stadt erhielt. Gleichzeitig wurde der Kreis Gießen mit dem Dillkreis (Sitz in Dillenburg) und dem Kreis Wetzlar zum neuen Lahn-Dill-Kreis vereinigt. Verwaltungssitz des neuen Kreises wurde die neu gebildete kreisfreie Stadt Lahn. Wegen heftiger Proteste seitens der Bevölkerung wurde die Gebietsreform teilweise wieder rückgängig gemacht. Mit Wirkung vom 1. August 1979 wurde die Stadt Lahn wieder aufgelöst und der Kreis Gießen wieder neu gebildet. Gießen wurde eine Sonderstatusstadt innerhalb des Landkreises Gießen. Der Lahn-Dill-Kreis wurde verkleinert weiter geführt und die ebenfalls wieder gebildete Stadt Wetzlar dessen Kreisstadt. Seither umfasst der Landkreis Gießen insgesamt 18 Städte und Gemeinden.
2009 zog das Landratsamt von der Gießener Innenstadt (Ostanlage 33–45) an den Stadtrand. Angemietete Gebäude der ehemaligen Waldkaserne und späteren Rivers Barracks der US Army in der sogenannten Automeile an der Licher Straße dienen nun der Unterbringung der Kreisverwaltung.[2]
Politik[Bearbeiten]
Kreistag[Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 33,5 | 27 | 35,6 | 29 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 29,2 | 24 | 34,6 | 28 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 16,7 | 13 | 9,0 | 7 |
| FW | Freie Wähler | 11,1 | 9 | 11,7 | 10 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 3,5 | 3 | 5,3 | 4 |
| Die Linke | Die Linke | 2,5 | 2 | 3,8 | 3 |
| PIRATEN | Piratenpartei Deutschland | 2,0 | 2 | – | – |
| Linkes Bündnis | Linkes Bündnis | 0,9 | 1 | – | – |
| WIR | WIR küssen die Behörden wach! | 0,6 | 0 | – | – |
| ABG | Akademie & Bürger Gießen | – | – | 0,0 | 0 |
| Gesamt | 100,0 | 81 | 100,0 | 81 | |
| Wahlbeteiligung in % | 48,0 | 44,8 | |||
Kreistagsvorsitzender ist Karl-Heinz Funck (SPD)
Landrätin des Landkreises Gießen ist Anita Schneider (SPD). Ihr Vorgänger, Willi Marx (SPD), hatte das Amt seit 1997 bekleidet. Hauptamtlicher Erster Beigeordneter ist seit Juni 2009 Dirk Oßwald (Freie Wähler). Hauptamtliche Kreisbeigeordnete ist seit Juni 2011 Christiane Schmahl (Grüne).
In der Direktwahl am 7. Juni 2009 trat Siegfried Fricke (CDU) damaliger hauptamtlicher Kreisbeigeordneter als Landrats-Kandidat gegen Anita Schneider (SPD) an, die die Wahl im ersten Wahlgang für sich entscheiden konnte: Von 80.232 gültigen Stimmen entfielen 44.002 (54,8 %) auf Schneider und 36.230 (45,2 %) auf Fricke. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 42 Prozent. Am 21. Januar 2010 trat Anita Schneider ihr Amt an.[3]
Landräte[Bearbeiten]
Seit der Gründung im Jahr 1821 (von 1977 bis 1979 als großer Lahn-Dill-Kreis) waren folgende Personen Landräte, Kreisräte oder Kreisdirektoren[4]:
- Justus Joseph Ludwig von Zangen (1821–1826)
- Christian Knorr (1826–1827)
- Ludwig Ouvrier (1827–1832)
- Carl Knorr (1832–1842)
- Johann Christian Prinz (1842–1848)
- Friedrich August Küchler (1848–1866)
- Theodor Goldmann (1866–1870)
- Philipp Gustav August Julius Rinck von Stark (1870–1871)
- Franz Ludwig Emil Roeder von Diersburg (1871–1877)
- Carl Ernst Böckmann (1877–1888)
- Maximilian Ludwig von Gagern (1888–1889)
- Hermann Georg Friedrich Karl Theodor von Bechthold (1898–1902)
- Andreas Wilhelm Martin August Breidert (1902–1910)
- Karl Usinger (1910–1922)
- Ludwig Matthias (1922–1924)
- Heinrich Graef (1924–1934)
- Jakob Alfred Klostermann (1934–1935)
- Hugo Ernst Karl Lotz (1936–1944)
- Wilhelm Reeb (1944–1945)
- Theodor Weber (1945)
- Heinrich Joseph Wagenbach (CDU) 1. Juni 1945 – 30. Juni 1946
- Karl Benner (SPD) 2. Juli 1946 – 30. Juni 1948
- Johannes Nowara alias „Neumann“ (CDU) – mit gefälschter Identität 16. Juni 1948 – 27. August 1948
- Alfred Dingeldey (CDU) 27. August 1948 – 15. Januar 1949
- Hans Bone von Schwerin (CDU) 7. April 1949 – 6. April 1961
- Georg Maraun (SPD) 7. April 1961 – 4. Mai 1967
- Ernst Türk (SPD) 5. Mai 1967 – 16. Juni 1977
- Karl Rehrmann (CDU) 17. Juni 1977 – 31. Juli 1979
- Ernst Klingelhöfer (FWG) 1. August 1979 – 20. Januar 1986
- Rüdiger Veit (SPD) 21. Januar 1986 – 20. Januar 1998
- Willi Marx (SPD) 21. Januar 1998 – 20. Januar 2010
- Anita Schneider (SPD) seit 21. Januar 2010
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: „Geteilt: oben in Silber ein rotes Balkendreieck; unten in Blau ein silbernes Antoniterkreuz“ (Wappen-Genehmigung 1952 und erneut am 14. Januar 1980)
Das Balkendreieck steht für die im Kreis Gießen typischen Fachwerkhäuser. Es symbolisiert aber auch das Zusammenspiel von Landkreis und aufstrebenden Gemeinden auf dem Fundament der kommunalen Selbstverwaltung. In Grünberg befand sich ein Antoniterkloster, mit dessen Einkünften die 1607 gegründete Universität Gießen dotiert wurde. Daher führt der Kreis Gießen das Antoniuskreuz im Wappen.
Patenschaft[Bearbeiten]
1962 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Deutschböhmen aus dem Kreis Bärn übernommen.
Verkehr[Bearbeiten]
Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Frankfurt–Kassel), 480 (Reiskirchener Dreieck–Wetzlar; noch nicht durchgängig befahrbar) und die 485 (Gießen–Langgöns). Die A 45 Hanau–Gießen–Dortmund quert das Kreisgebiet im Südwesten. Mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen erschließen das Kreisgebiet, darunter die B 3 (Gießen–Marburg), die B 49, B 429 und die B 457.
Per Eisenbahn ist der Landkreis Gießen zunächst an die den Kreis in Nord-Süd-Richtung durchquerende Hauptachse der Main-Weser-Bahn von Frankfurt nach Kassel angebunden. Der IC hält alle zwei Std. in Gießen. Im Bahnhof zweigen davon insgesamt vier weitere das Kreisgebiet erschließende Strecken ab. Von Gießen in Richtung Osten führt die Vogelsbergbahn über Buseck, Reiskirchen, Grünberg nach Fulda. Von Gießen nach Südosten zweigt die Lahn-Kinzig-Bahn über Pohlheim, Lich und Hungen nach Gelnhausen ab. Nach Nordwesten verkehren Regionalexpresszüge über Wetzlar, Herborn, Dillenburg bis nach Aachen. Auf gleicher Trasse bis Wetzlar fahren weitere Züge des Regionalverkehres ins untere Lahntal über Weilburg, Limburg an der Lahn Richtung Koblenz. Die Verkehrsleistungen erbringen verschiedene Verkehrsunternehmen, die im Auftrag des Rhein-Main-Verkehrsverbundes fahren.
Gegenwärtige Gütertarifpunkte der Eisenbahnen sind: Buseck (Holz und Gase); Gießen/Europaviertel (Mineralölprodukte); Gießen/Gbf./und Privatgleisanschluss (Stammholz) sowie Staufenberg-Mainzlar an der Lumdatalbahn (Schüttgut). Der Privatanschluss im Bahnhof Lollar über Gleis 13 wird erhalten, aber ggw. nicht bedient.
Städte und Gemeinden[Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[5])
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Gemeinden im Kreis |
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ no: Landkreis-Adresse jetzt offiziell »Riversplatz 1- 9«. In: Gießener Allgemeine Zeitung, 21. Juli 2009
- ↑ Es bleibt dabei: Anita Schneider wird Landrätin. In: Gießener Allgemeine, 12. Juni 2009
- ↑ Landkreis Gießen: Landräte 1821–1945 (5 MB; PDF) und Ahnengalerie der Landräte ab 1945, abgerufen am 19. Dezember 2011
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
Weblinks[Bearbeiten]
- Links zum Thema Landkreis Gießen im Open Directory Project
- Offizielle Website des Landkreises Gießen
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