Landkreis Goldberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kreis Goldberg-Haynau, 1905

Der preußische Landkreis Goldberg (1817 bis 1932 Goldberg-Haynau) in Schlesien bestand in der Zeit zwischen 1816 und 1945. Das Gebiet deckt sich großteils mit dem heutigen polnischen Powiat Złotoryjski, während der Nordteil des früheren Kreises mit der Stadt Chojnów (Haynau) zum Powiat Legnicki gehört. Der Landkreis Goldberg umfasste am 1. Januar 1945 drei Städte und 71 Gemeinden.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte mit der Neugliederung der Regierungsbezirke zum 1. Mai 1816 der Kreis Goldberg in der preußischen Provinz Schlesien weiterhin zum Regierungsbezirk Liegnitz. Das Landratsamt war in Goldberg. Am 1. Januar 1817 wurden die Dörfer Peiswitz und Riemberg aus dem Kreis Jauer in den Kreis Goldberg eingegliedert.

Im März 1817 wurde das Landratsamt von Goldberg nach Haynau verlegt. Der Kreisname änderte sich jetzt in Goldberg-Haynau. Der Kreis Goldberg-Haynau wurde am 1. Januar 1820 endgültig wie folgt abgegrenzt:

  • Umgliederung der Dörfer Brockendorf, Grüßiggrund, Merzdorf, Perschkendorf, Scheidewigsdorf und Woitsdorf aus dem Kreis Bunzlau in den Kreis Goldberg-Haynau
  • Umgliederung der Dörfer Buchwald und Fuchsmühl aus dem Kreis Goldberg-Haynau in den Kreis Lüben
  • Umgliederung des Dorfes Siegendorf aus dem Kreis Liegnitz in den Kreis Goldberg-Haynau
  • Umgliederung des Dorfes Wültsch aus dem Kreis Goldberg-Haynau in den Kreis Liegnitz.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 1. Februar 1874 wurde der Amtsbezirk Altenlohm Nr. 12 im Kreis Goldberg-Haynau aus den Landgemeinden Altenlohm (polnisch Stary Łom pl.wikipedia.org), Bischdorf, Gnadendorf und Pohlswinkel und den Gutsbezirken Altenlohm und Haynau, Stadtforst (sechs Gemeinden/Gutsbezirke) gebildet. Er wurde zunächst vom Amtsvorsteher in Altenlohm verwaltet.[1] Aus Gnadendorf stammte der Fleischergeselle Johann Carl Gottlob Gurlt, der am 21. Juni 1839 wegen Raubmordes auf dem Gartenplatz in Wedding (heute zu Berlin) hingerichtet wurde. Es war die letzte öffentliche Hinrichtung in Berlin.[2]

Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus den Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz wurde die neue Provinz Niederschlesien gebildet. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Goldberg-Haynau entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Zum 1. Oktober 1932 trat der größte Teil des aufgelösten Kreises Schönau zum Kreis Goldberg-Haynau, der gleichzeitig in Kreis Goldberg umbenannt wurde. Daneben wurden die folgenden Grenzänderungen vorgenommen:

  • Umgliederung der Landgemeinden Haasel, Hänchen, Laasnig und Prausnitz aus dem Landkreis Liegnitz in den Kreis Goldberg
  • Umgliederung der Landgemeinde Siegendorf aus dem Kreis Goldberg in den Landkreis Liegnitz.

Am 1. April 1938 wurden die preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien zur neuen Provinz Schlesien zusammengeschlossen. Seit dem 1. Januar 1939 führte der Kreis Goldberg entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis. Zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien erneut aufgelöst. Aus den bisherigen Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz wurde die neue Provinz Niederschlesien gebildet. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und trat danach unter polnische Verwaltung.

Landräte[Bearbeiten]

1814–1821: von Johnston
1821–1841: Müller
1841–1848: von Elsner
1848–1851: Guido von Skal
1851–1892: Ernst Theodor Freiherr von Rothkirch und Trach (1820–1892)
1892–1922: Maximilian Graf von Rothkirch und Trach
1922–1932: Alfons Gauglitz
1932–9999: Koch (vertretungsweise)
1932–1934: Edmund Strutz (1892–1964)
1934–1941: Erich Daluege (* 1889)
1941–1945: Hans von Studnitz

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Der Kreis Goldberg-Haynau gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Goldberg, Haynau und Schönau a./Katzbach führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Abgesehen von der Abänderung der Bezeichnungen

  • Kopatsch: Schneebach,
  • Tscheschendorf: Georgenruh

im Jahr 1936 verblieb es bis 1945 bei den eingeführten deutschen Ortsnamen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • George Heinrich Sigismund von Festenberg und Packisch (1680–1751), zunächst Hofrichter und Landesältester im Krs. Goldberg-Haynau, dann, 1742–1751, daselbst preußischer Landrat [3]
  • Carl Kühne (1871–1956), deutscher Ingenieur, in Neuwiese geboren
  • Hans-Ulrich Rudel (1916–1982), Schlachtflieger und Offizier der Wehrmacht

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Sturm: Beschreibung des Kreises Goldberg-Haynau für Schule und Haus. Selbstverl., 1889
  • Ludwig Sturm: Der Gröditzberg und seine nächste Umgebung: Geschichte der Burg und der umliegenden Dörfer. 5. vervollst. Aufl., C. O. Raupbach Nachf.: Haynau i. Schl. 1928

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Goldberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.territorial.de.
  2. Ausführlich: Blazek, Matthias: „Die Hinrichtung von Johann Carl Gottlob Gurlt im Jahre 1839 – Zuschauertribüne brach unter der Last zusammen“, in: Journal der juristischen Zeitgeschichte, Heft 3/2012, hg. v. Thomas Vormbaum, De Gruyter, Hagen 2010, S. 122–126 ISSN 1863-9984.
  3. Straubel, Rolf: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15, Einzelveröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Bd. 85, K G Saur, München 2009, S. 262.

51.13333333333315.916666666667Koordinaten: 51° 8′ 0″ N, 15° 55′ 0″ O