Landkreis Greifswald

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Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, war ein Landkreis, der in Schwedisch-Vorpommern, Preußen und der SBZ bzw. DDR von 1806 bis 1952 bestand.

Der Landkreis Greifswald umfasste am 1. Januar 1945:

  • die 3 Städte Gützkow, Lassan und Wolgast
  • sowie 13 weitere Gemeinden (Hanshagen, Katzow, Kröslin, Kuntzow, Landhagen, Lentschow, Oie, Quilow, Rubkow, Ruden, Weitenhagen, Wusterhusen und Züssow - das waren die 1935 per Gesetz gebildeten Großgemeinden - sie sind also nicht identisch mit den hier verlinkten Gemeinden). Diese Verwaltungsstruktur wurde aber sofort nach 1945 aufgehoben, die Gemeinden nach der Struktur von vor 1935 verwalteten sich ohne gültige Gemeindeordnung selbst. Die Verwaltungen einschließlich der Bürgermeister wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht eingesetzt. Erst 1946 gab es die ersten und in der SBZ bzw. DDR einzigen demokratischen und freien Wahlen.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Zum Ende des 15. Jahrhunderts endete auch die Geschichte der Burgbezirke. Es wurden die herzoglichen Vogteien gebildet, oft wurden nach der Reformation die Klostergebäude als Amtssitze genutzt. Sie bestanden bis 1648 und wurden abgelöst durch die schwedischen Ämter. Für den bezeichneten Bereich war das Amt Wolgast mit einem Amtshauptmann zuständig. 1806 führten die Schweden eine Gebietsreform durch. Die Ämter wurden aufgelöst, es entstanden die Kreise, gleichzeitig wurde der Amtssitz und der Name nach Greifswald verlegt. Wegen der französischen Invasion (1807-1813) war diese Reform kaum wahrgenommen worden.

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Die Kreisgebietsreform in Pommern von 1816 bis 1823 wurde für den Regierungsbezirk Stralsund nicht gültig, da hier die Reform bereits 1806 durch die Schweden erfolgt war. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress bestand 1818 der Kreis Greifswald im Regierungsbezirk Stralsund in der Provinz Pommern. Dieser umfasste meist ländliche Gebiete um die Stadt Greifswald. Das Landratsamt (Kreishaus) war in Greifswald, zuerst in der Steinbecker Straße.

Norddeutscher Bund / Deutsches Reich[Bearbeiten]

Wappen Landkreis Greifswald

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Schrittweise wurde danach die Ständeeinteilung der Land- und Kreistage dezimiert und dann abgeschafft. Noch vor 1900 wurde die allgemeine Wahl zu den Kreistagen eingeführt.

Ab ca. 1880 befand sich das Landratsamt (Kreishaus) in der Bahnhofstraße 46/47 (späteres Kunstinstitut) und ab 1912 am Markt 10 und Markt 11.

Am 1. April 1913 schied die Stadtgemeinde Greifswald aus dem Kreis Greifswald aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Damit erhielt der bisherige Kreis Greifswald gleichzeitig die Bezeichnung Landkreis Greifswald.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Greifswald entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Oktober 1932 wurde der Regierungsbezirks Stralsund aufgelöst. Der Kreis Greifswald gehörte nun zum Regierungsbezirk Stettin.

1935 mit der Gemeindeordnung wurde eine weitere Gebietsreform durchgeführt, wonach alle Gemeinden – außer den drei Städten – zu 13 Großgemeinden zusammengefasst wurden.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Greifswald entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Am 1. April 1939 wurden die Gemeinden Eldena und Wieck aus dem Landkreis Greifswald in den Stadtkreis Greifswald eingegliedert.

Ab 30. April 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Sowjetische Besatzungszone / Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten]

Seit 1945 gehörte der Landkreis Greifswald zum vergrößerten Land Mecklenburg-Vorpommern (Namensteil Vorpommern 1947 auf Befehl der Sowjetarmee gestrichen), ab 1947 Land Mecklenburg.

1952 wurden die Länder in der DDR aufgelöst, der bisherige Landkreis Greifswald kam in Form des neu geschaffenen Kreises Greifswald zum neugebildeten Bezirk Rostock. Die zum Landtag 1946 gewählten Abgeordneten gingen ohne Neuwahlen in die neuen Bezirke über. Der östliche Teil des bisherigen Kreises (das Westufer des Peenestromes inklusive Hinterland) bildete fortan zusammen mit der Insel Usedom den neugebildeten Kreis Wolgast. Die Verwaltungsebenen in der SBZ und DDR waren die Räte, d.h. Rat des Bezirkes, Rat des Kreises und Rat der Stadt. Der Rat des Kreises Greifswald, ab 1990 Landratsamt befand sich bis 12. Juni 1994 in der Kaserne am Nexö-Platz.

Kommunalverfassung bis 1945[Bearbeiten]

Die Landkreis Greifswald gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung 1928/29 – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Gützkow, Lassan und Wolgast führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die 13 so gebildeten Großgemeinden hatten in etwa die Funktion der heutigen Ämter.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten]

von bis Landrat
1818 Fischer
1820 1838 Liedin
1841 von Mühlenfels
1843 Rudolph, inter.
1844 1865 Leopold von Seeckt
1868 1880 Hasso Friedrich Leopold von Wedell
1881 1918 Carl Friedrich Felix Graf von Behr
1921 1931 Werner Kogge (1887–1973), (initiierte die Pommerschen Fischerteppiche)
1932 1933 Becker, Dr.
1934 1936 Ebhardt, Dr.
1936 1943 Walther von Corswant
1944 1945 Wilderich Graf von Merveldt

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Teils II. Band: Greifswalder Kreis. Anklam 1868, online.
  • Walther Hubatsch, Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, Band 3: Pommern, Marburg 1975, S. 93

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Greifswald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien