Landkreis Heidenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Heidenheim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Heidenheim hervorgehoben48.68194444444410.149444444444Koordinaten: 48° 41′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Region: Ostwürttemberg
Verwaltungssitz: Heidenheim an der Brenz
Fläche: 627,12 km²
Einwohner: 127.947 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HDH
Kreisschlüssel: 08 1 35
Kreisgliederung: 11 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Felsenstraße 36
89518 Heidenheim an der Brenz
Webpräsenz: www.landkreis-heidenheim.de
Landrat: Thomas Reinhardt (CDU)
Lage des Landkreises Heidenheim in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Heidenheim ist einer der kleinsten Landkreise in Baden-Württemberg und dessen östlichster Kreis. Er bildet zusammen mit dem Ostalbkreis die Region Ostwürttemberg im Regierungsbezirk Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis Heidenheim hat hauptsächlich Anteil an der östlichen Hochfläche der Schwäbischen Alb, im Süden reicht er noch in die Donauniederung (Donauried). Durch den Kreis fließt von Nord nach Süd die Brenz, ein linker Nebenfluss der Donau, die bei Bächingen die Landesgrenze überschreitet und bei Lauingen in die Donau mündet. Das Kreisgebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 435 m ü. NN im Brenztal bei Sontheim bis 718 m ü. NN im Gewann Bernswang nördlich von Steinheim-Gnannenweiler.

Orte[Bearbeiten]

Die Liste der Orte im Landkreis Heidenheim enthält die ungefähr 115 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Landkreises Heidenheim im geographischen Sinne.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis Heidenheim grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Ostalbkreis (in Baden-Württemberg), an die bayerisch-schwäbischen Landkreise Donau-Ries, Dillingen an der Donau und Günzburg (alle in Bayern) sowie an den Alb-Donau-Kreis und an den Landkreis Göppingen (beide wiederum in Baden-Württemberg).

Natur[Bearbeiten]

Im Landkreis Heidenheim gibt es folgende Naturschutzgebiete:

  1. Brünneleswiesen: 63,8 ha, Gemarkungen Heidenheim-Aufhausen und Königsbronn-Itzelberg
  2. Buchhalde-Neresheimer Tal: 7,1 ha; Gemarkung Großkuchen
  3. Eselsburger Tal: 318 ha; Gemarkungen Herbrechtingen, Bolheim und Dettingen am Albuch
  4. Fliegenberg-Kahlhof: 28,0 ha; Gemarkung Frickingen
  5. Griesbuckellandschaft Demmingen: 25,2 ha; Gemarkung Demmingen
  6. Hülbe am Märtelesberg: 0,2 ha; Gemarkung Steinheim am Albuch
  7. Kürnberg: 12,4 ha; Gemarkung Giengen an der Brenz
  8. Ravensburg: 6,1 ha; Gemarkung Sontheim an der Brenz
  9. Steinbruch Steinweiler: 7,3 ha; Gemarkung Auernheim
  10. Steinbruchterrassen im Egautal: 10,7 ha; Gemarkungen Dischingen und Neresheim
  11. Wental mit Seitentälern und Feldinsel Klösterle: 288,7 ha, Gemarkungen Steinheim am Albuch und Essingen (Ostalbkreis)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Heidenheim geht zurück auf das gleichnamige württembergische Oberamt Heidenheim, das schon zu Zeiten des Herzogtums Württemberg eingerichtet und 1808 um das nur kurz bestehende Oberamt Giengen erweitert wurde. Ab 1810 gehörte das Oberamt Heidenheim zur Landvogtei am Kocher und ab 1818 zum Jagstkreis, der 1924 aufgelöst wurde. 1934 wurde es in Kreis Heidenheim umbenannt und 1938 wurden dem Landkreis Heidenheim einige Gemeinden des aufgelösten Kreises Neresheim sowie einige Orte aus dem Kreis Ulm eingegliedert. 1945 kam der Landkreis Heidenheim zum neugebildeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Von da an gehörte er zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg, der den württembergischen Teil Württemberg-Badens umfasste.

Die Kreisreform vom 1. Januar 1973 überdauerte der Landkreis unverändert. Am 1. Juli 1974 kam der Ort Sontbergen vom Alb-Donau-Kreis hinzu und wurde in die Gemeinde Gerstetten eingegliedert.[2]

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Heidenheim noch elf Gemeinden, darunter vier Städte und hiervon wiederum zwei Große Kreisstädte (Giengen an der Brenz und Heidenheim an der Brenz). Der Landkreis Heidenheim ist damit der Landkreis mit den wenigsten Gemeinden in Baden-Württemberg. Größte Stadt ist Heidenheim an der Brenz, kleinste Gemeinde ist Hermaringen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 126.999
31. Dezember 1975 125.375
31. Dezember 1980 124.296
31. Dezember 1985 123.500
27. Mai 1987 ¹ 125.340
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 131.058
31. Dezember 1995 137.315
31. Dezember 2000 136.976
31. Dezember 2005 135.174
31. Dezember 2010 131.116

Politik[Bearbeiten]

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse, hat aber kein Stimmrecht in den Gremien. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Landräte[Bearbeiten]

Die Landräte des Landkreises Heidenheim ab 1938:

Die Oberamtmänner des früheren Oberamtes Heidenheim von 1803 bis 1938 sind im Artikel Oberamt Heidenheim verzeichnet.

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[4]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben.

Sitzverteilung im Kreistag
1
11
7
1
10
1
15
1
11 10 15 
Von 47 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
[5]
Sitze
2014
%
2009
[6]
Sitze
2009
%
2004
[7]
Sitze
2004
[8]
%
1999
Sitze
1999
%
1994
Sitze
1994
%
1989
Sitze
1989
Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 43,8 %
 %
40
30
20
10
0
31,7 %
24,1 %
19,4 %
16,0 %
3,8 %
2,3 %
1,3 %
1,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,5 %p
-1,0 %p
+1,6 %p
+1,6 %p
± 0,0 %p
+2,3 %p
-2,6 %p
-1,5 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,7 15 32,2 15 34,6 16 - - - - - -
GEM Gemeinsamer Wahlvorschlag - - - - 15,6 6 47,6 23 53,5 29 48,9 23
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,1 11 25,1 12 26,4 11 29,5 14 29,8 16 30,6 15
FW Freie Wähler 19,4 10 17,8 9 - - - - - - - -
WG Wählervereinigungen - - - - 21,1 10 15,4 8 6,0 2 6,6 1
GRÜNE GRÜNE und Unabhängige 16,0 7 14,4 5 - - - - - - - -
LINKE Die Linke 3,8 1 3,8 1 - - - - - - - -
AfD Alternative für Deutschland 2,3 1 - - - - - - - -
FDP Freie Demokratische Partei 1,3 1 3,9 1 2,3 - 0,7 - 1,0 - - -
ÖDP/PB Ökologisch-Demokratische Partei/Parteifreie Bürger 1,3 1 2,8 1 - - - - - - - -
REP Die Republikaner - - - - - - 4,3 1 7,1 3 11,8 4
Sonst. Sonstige - - - - - - 2,5 - 2,5 - 2,1 -
gesamt 100,0 47 100,0 44 100,0 43 100,0 46 100,0 50 100,0 43
Wahlbeteiligung 43,8 % 46,9 % 48,7 % 51,2 % 66,1 % 63,1 %
  • GEM: Gemeinsamer Wahlvorschlag verschiedener Parteien, unter anderem der CDU von 1989 bis 1999, ohne die CDU bei der Wahl 2004. Welche einzelnen Parteien den Gemeinsamen Wahlvorschlag in diesem Zeitraum stellten, ist nicht mehr nachvollziehbar.
  • WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Landkreises Heidenheim zeigt in gespaltenem Schild vorne in Gold einen roten Balken, hinten in Schwarz einen goldenen Zinnenturm mit schwarzem Tor und zwei schwarzen Fenstern nebeneinander. Das Wappen wurde am 12. September 1955 verliehen.

Der rote Balken symbolisiert die Herren von Hellenstein, die bis in das 15. Jahrhundert im Kreisgebiet herrschten, der Zinnenturm versinnbildlicht die zahlreichen Burgen und Schlösser der anderen Herrschaften im Kreisgebiet, die Anfang des 19. Jahrhunderts ebenfalls an Württemberg kamen.

Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Heidenheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Landkreis Heidenheim ist traditionell industriell geprägt. Vorherrschend sind vor allem Unternehmen in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik sowie Textilindustrie. Die bedeutendsten Arbeitgeber im Kreis sind Voith, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte, die Paul Hartmann AG, Röhm GmbH, Osram, Steiff und Epcos. Laut offizieller Statistik der Bundesagentur für Arbeit liegt die Arbeitslosenquote des Landkreises im August 2013 bei 5,4 %.[9]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Heidenheimer Tarifverbund bietet für alle Nahverkehrsleistungen einen einheitlichen Tarif an. Der Landkreis Heidenheim wird im Brenztal von der Bahnlinie Aalen – Ulm durchzogen, die von der Württembergischen Staatsbahn 1864 bis Heidenheim und 1875/76 vollständig eröffnet worden ist. Eine Querverbindung von der Brenzbahn ins bayerische Donautal stellte die Linie Sontheim-Brenz – Gundelfingen ab 1911 her.

Die Albhochfläche selbst wurde durch Privatbahnen erschlossen: Die Badische Lokal-Eisenbahnen AG führte 1901 die schmalspurige Härtsfeldbahn von Aalen über Neresheim nach Ballmertshofen und 1906 weiter nach Dillingen an der Donau.

Im westlichen Teil des Kreises erhielt Gerstetten im Jahre 1906 durch die Lokalbahn Amstetten–Gerstetten der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft eine normalspurige Verbindung nach Amstetten an der Hauptbahn Stuttgart–Ulm. Beide Nebenbahnen verloren ihren Personenverkehr; die Härtsfeldbahn schon im Jahre 1972, die andere erst 1997. Hier wird allerdings noch eine Museumsbahn betrieben. Bereits 1956 war laut Kursbuch der Personenverkehr von Sontheim-Brenz nach Gundelfingen eingestellt worden, förmlich aber erst 1959.

Durch das östliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 7 UlmWürzburg. Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Landkreis, darunter die B 19 Ulm–Schwäbisch Hall.

Kreiseinrichtungen[Bearbeiten]

Der Landkreis Heidenheim ist Schulträger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbliche Schule Heidenheim, Kaufmännische Schule Heidenheim und Maria-von-Linden-Schule (Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule) Heidenheim, ferner folgender Sonderschulen: Pistorius-Schule (Schule für Geistig- und Körperbehinderte mit Schulkindergarten) Herbrechtingen und Arthur-Hartmann-Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergärten in Heidenheim.

Der Landkreis Heidenheim ist Träger des Klinikums Heidenheim, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm und der Geriatrischen Rehabilitationsklinik Giengen an der Brenz. Beide Kliniken werden seit 1994 als Eigenbetrieb des Landkreises geführt.

Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den Kosten für Sanierung und Ausbau des Klinikums Heidenheim mit knapp 25,6 Millionen Euro. Neben einem neuen Labor sind Maßnahmen im Bereich der Patientenaufnahme mit Notfallbehandlungsstation, einer Station für Intensivpflege und ein Hubschrauberlandeplatz geplant. Mit den Arbeiten wurde Anfang März 2009 begonnen.[10]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[1])

Städte

  1. Giengen an der Brenz, Große Kreisstadt (19.018)
  2. Heidenheim an der Brenz, Große Kreisstadt (46.419)
  3. Herbrechtingen (12.869)
  4. Niederstotzingen (4.527)

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften bzw. Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Giengen an der Brenz mit der Gemeinde Hermaringen
  2. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Heidenheim an der Brenz mit der Gemeinde Nattheim
  3. Gemeindeverwaltungsverband Sontheim-Niederstotzingen mit Sitz in Sontheim an der Brenz; Mitgliedsgemeinden: Stadt Niederstotzingen und Gemeinde Sontheim an der Brenz

Gemeinden

  1. Dischingen (4.386)
  2. Gerstetten (11.579)
  3. Hermaringen (2.165)
  4. Königsbronn (7.017)
  5. Nattheim (6.104)
  6. Sontheim an der Brenz (5.354)
  7. Steinheim am Albuch (8.509)
Alb-Donau-Kreis Ostalbkreis Landkreis Göppingen Niederstotzingen Sontheim an der Brenz Hermaringen Giengen an der Brenz Dischingen Nattheim Heidenheim an der Brenz Steinheim am Albuch Königsbronn Herbrechtingen Herbrechtingen Gerstetten BayernMunicipalities in HDH.svg
Über dieses Bild

→ Siehe auch: Liste der Gemeinden im Landkreis Heidenheim

Städte und Gemeinden vor der Kreisreform[Bearbeiten]

Vor der Kreisreform 1973 und der Gemeindereform gehörten zum Landkreis Heidenheim seit 1938 insgesamt 40 Gemeinden, darunter 3 Städte. Bereits 1937 war die Gemeinde Mergelstetten in die Stadt Heidenheim an der Brenz eingegliedert worden.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Heidenheim machten am 1. Januar 1971 gleich mehrere Gemeinden. Die Gemeinde Oggenhausen wurde in die Stadt Heidenheim an der Brenz, die Gemeinde Itzelberg in die Gemeinde Königsbronn und die Gemeinde Söhnstetten in die Gemeinde Steinheim am Albuch eingegliedert. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Alle verbliebenen Gemeinden des Landkreises Heidenheim wurden am 1. Januar 1973 in den neuen Landkreis Heidenheim übernommen, doch reduzierte sich auch in der Folgezeit die Zahl der Gemeinden weiter. Am 1. Juli 1974 wurde das zur Gemeinde Bräunisheim gehörende Sontbergen in die Gemeinde Gerstetten eingegliedert, dadurch mussten sowohl die Gemeinde- als auch die Kreis- und Regierungsbezirksgrenzen verschoben werden.

Die größte Gemeinde des Landkreises Heidenheim vor der Kreisreform war die Kreisstadt Heidenheim an der Brenz, die seit dem 1. April 1956 Große Kreisstadt ist. Die kleinste Gemeinde war Hausen ob Lontal.

Der Landkreis Heidenheim umfasste vor der Kreisreform eine Fläche von 624 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 127.108 Einwohner. Nach der Kreisreform wurde noch Herbrechtingen (1974) zur Stadt erhoben, unmittelbar nachdem Bolheim, die größte im Landkreis bestehende Gemeinde, die im Zuge der letzten Reform ihre Eigenständigkeit verlor, ins Stadtgebiet eingegliedert wurde.

In der Tabelle wird die Einwohnerentwicklung des Landkreises Heidenheim bis 1970 angegeben. Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Datum Einwohner
17. Mai 1939 62.482
13. September 1950 91.847
Datum Einwohner
6. Juni 1961 113.453
27. Mai 1970 127.108

In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Heidenheim vor der Gemeinde- bzw. Kreisreform.[2]

Landkreis Heidenheim vor der Kreisreform (bis heute nahezu unverändert)
frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Auernheim Nattheim 594
Ballmertshofen Dischingen 431
Bergenweiler Sontheim an der Brenz 275
Bissingen ob Lontal Herbrechtingen 465
Bolheim Herbrechtingen 2.896
Brenz Sontheim an der Brenz 1.174
Burgberg Giengen an der Brenz 1.805
Demmingen Dischingen 501
Dettingen am Albuch Gerstetten 1.411
Dischingen Dischingen 1.423
Dunstelkingen Dischingen 431
Eglingen Dischingen 635
Fleinheim Nattheim 374
Frickingen Dischingen 479
Gerstetten Gerstetten 4.655
Giengen an der Brenz, Stadt Giengen an der Brenz 10.825
Großkuchen Heidenheim an der Brenz 961
Gussenstadt Gerstetten 1.173
Hausen ob Lontal Herbrechtingen 165
Heidenheim an der Brenz, Große Kreisstadt Heidenheim an der Brenz 48.792
Heldenfingen Gerstetten 970
Herbrechtingen Herbrechtingen 6.454
Hermaringen Hermaringen 1.940
Heuchlingen Gerstetten 759
Hohenmemmingen Giengen an der Brenz 1.209
Hürben Giengen an der Brenz 907
Itzelberg Königsbronn 606
Königsbronn Königsbronn 4.258
Nattheim Nattheim 2.346
Niederstotzingen, Stadt Niederstotzingen 2.138
Oberstotzingen Niederstotzingen 842
Ochsenberg Königsbronn 451
Oggenhausen Heidenheim an der Brenz 918
Sachsenhausen Giengen an der Brenz 232
Söhnstetten Steinheim am Albuch 1.369
Sontheim an der Brenz Sontheim an der Brenz 2.964
Steinheim am Albuch Steinheim am Albuch 4.358
Stetten ob Lontal Niederstotzingen 427
Trugenhofen Dischingen 320
Zang Königsbronn 520

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen HDH zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart – Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1.
  • Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Hrsg. von Reinhard Wolf. Jan Thorbecke Verlag, Stuttgart 2002. ISBN 3-7995-5173-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Heidenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 449f und 470.
  3. Landkreis Heidenheim, 14. November 2011: Thomas Reinhardt ist der künftige Landrat.
  4. Ergebnis der Kreistagswahl 2014 - Landkreis Heidenheim: http://wahlen11.rz-kiru.de/08135000W/kw2014-2.html
  5. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  6. [2] Ergebnis der Kreistagswahl 2009
  7. [3] Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989-2009
  8. [4] Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989-2009
  9. Regionale Statistik-Informationen. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 27. September 2013.
  10. Staatsanzeiger Nr. 8 vom 6. März 2009, Seite 12.