Landkreis Jerichower Land

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Jerichower Land Deutschlandkarte, Position des Landkreises Jerichower Land hervorgehoben52.2612.03Koordinaten: 52° 16′ N, 12° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Burg
Fläche: 1.576,77 km²
Einwohner: 91.721 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: JL, BRG, GNT
Kreisschlüssel: 15 0 86
Kreisgliederung: 8 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bahnhofstraße 9
39288 Burg
Webpräsenz: www.lkjl.de
Landrat: Steffen Burchhardt (SPD)
Lage des Landkreises Jerichower Land in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Jerichower Land ist ein Landkreis im Nordosten des Landes Sachsen-Anhalt. Nachbarkreise sind im Nordwesten und Norden der Landkreis Stendal, im Nordosten der brandenburgische Landkreis Havelland, im Osten der ebenfalls brandenburgische Landkreis Potsdam-Mittelmark, im Süden der Landkreis Anhalt-Bitterfeld, im Südwesten der Salzlandkreis und die kreisfreie Stadt Magdeburg sowie im Westen der Landkreis Börde.

Geographie[Bearbeiten]

Die wichtigsten Gewässer im Landkreis Jerichower Land sind – neben der Elbe – der Elbe-Havel-Kanal, der Mittellandkanal, die Ehle, die Nuthe, die Ihle und der Tucheim-Parchener Bach. Der Landkreis hat Anteile an den eiszeitlich gebildeten Hochflächen Fläming und Karower Platte.

Im äußersten Osten liegen fünf zum brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark gehörende Enklaven im Gebiet der Stadt Möckern. Daneben gibt es eine Exklave des Landkreises Jerichower Land in der Stadt Ziesar in Potsdam-Mittelmark.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis entstand zuerst 1994 durch Vereinigung der Kreise Burg und Genthin sowie der Gemeinde Mangelsdorf des Kreises Havelberg. Er führte die Tradition der alten preußischen Landkreise Jerichow I und Jerichow II fort.

Bei der Kreisreform Sachsen-Anhalt 2007 wurde dieser Landkreis aufgelöst und ein neuer, größerer Landkreis mit gleichem Namen gebildet. Der Süden des neuen Landkreises besteht aus Gemeinden, die zuvor dem Landkreis Anhalt-Zerbst angehört hatten.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 48,1 % (2007: 36,3% ; 2004: 43,0 %)
 %
40
30
20
10
0
34,1 %
21,2 %
17,5 %
5,5 %
4,9 %
4,6 %
4,0 %
2,5 %
5,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2007
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+4,3 %p
-4,3 %p
+1,7 %p
+2,6 %p
+1,3 %p
-1,9 %p
+4,0 %p
-0,1 %p
-7,6 %p
Sitzverteilung im Kreistag
7
9
2
2
6
2
14
14 
Von 42 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014)

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Sitze
2004
Prozent
1999
Sitze
1999
Prozent
1994
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,1 14 29,8 14 37,0 16 38,2 18 29,8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,2 9 25,5 12 22,7 10 27,0 13 35,7
Linke Die Linke 17,5 7 15,8 8 18,8 8 16,1 8 16,0
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 5,5 2 2,9 2 3,0 1 2,3 1 4,9
FW/Endert Freie Wählergemeinschaft/ Endert JL 4,9 2 3,6 2 - - - - -
FDP Freie Demokratische Partei 4,6 2 6,5 3 8,4 3 7,9 4 7,3
FWG J Freie Wählergemeinschaft Jerichow 4,4 2 2,5 1 1,7 1 - - -
FW FREIE WÄHLER 4,0 2 - - - - - - -
LWG Ländliche Wählergemeinschaft JL 2,5 1 2,6 1 4,2 2 4,0 2 3,9
WG Fläming Wählergemeinschaft Fläming 1,3 1 - - - - - - -
Aktiv JL Aktiv für das Jerichower Land - - 4,6 2 - - - - -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands - - 2,3 1 - - - - -
FWG Freie Wählergemeinschaft Burg - - 1,6 1 2,9 1 1,5 1 -
Bildung Initiative Schulbildung mit Zukunft JL - - 1,6 1 - - - - -
WASG Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit - - 0,6 - - - - - -
FORUM Neues Forum - - - - - - 1,7 1 2,1
WG AWV Allgemeiner Wählerverein Genthin e.V. - - - - - - 0,8 - -
Ezb. Einzelbewerber - - - - 1,1 - 0,5 - -
Sonst. Sonstige - - - - - - - - 0,3
Gesamt 100 42 100 48 100 42 100 48 100
Wahlbeteiligung in Prozent 48,1 36,3 42,8 49,5 67,4

[3] [4] [5] [6]

  • Die Linke ist bis 2004 als PDS angetreten.
  • Ezb.: Einzelbewerber 2004: Frank Endert; 1999: Roland Richter (0,2 %), Wolfgang Schulze (0,3 %).
  • Die Ergebnisse der Wahlen 1994 bis 2004 beziehen sich auf den Gebietsstand vor 2007.
  • Für die Wahl 1994 liegt keine Sitzverteilung vor.

Die Sitzverteilung der Fraktionen im Kreistag nach der Wahl am 25. Mai 2014:

  • CDU: 14 Mitglieder
  • SPD: 9 Mitglieder
  • LINKE: 7 Mitglieder
  • FDP/WG Jerichower Land: 8 Mitglieder
  • Grüne/Endert JL: 4 Mitglieder

Vorsitzender des Kreistages ist Matthias Fickel (CDU), erster Stellvertreter ist Helmut Halupka (SPD) und zweiter Stellvertreter Michael Bremer (Die Linke).

Landrat ist der SPD-Politiker Steffen Burchhardt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde dem gleichnamigen Altlandkreis am 12. September 1995 durch das Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt genehmigt. Da der Landkreis zum 1. Juli 2007 formell aufgelöst und neu gegründet wurde, musste das Wappen erneut genehmigt werden, dies geschah am 5. Februar 2008.

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Silber, vorn ein silberner Pfahl, hinten ein schwarzer silbern konturierter und rotbewehrter Kranich.“[7]

Farben des Landkreises sind Weiß und Blau.

Der silberne Pfahl symbolisiert den Elbe-Havel-Kanal als wichtige Wasserstraße des Jerichower Landes und deutet gleichzeitig auf die Elbe als westliche Kreisgrenze hin. Der im Kreisgebiet beheimatete Kranich besiedelt jährlich die Elbauen und stellt somit ein Sinnbild für Landschaft und Natur dar.

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Jerichower Land.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 3. April 2008 durch das Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt genehmigt.

Die Flagge ist weiß-blau (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Jerichower Land ist heute neben dem Saalekreis und dem Landkreis Börde einer der wirtschaftlich stärksten Landkreise von Sachsen-Anhalt. Zum einen profitiert der Landkreis durch seine Nähe zu Magdeburg. Zum anderen hat sich besonders im Raum Burg eine stetig wachsende Wirtschaft entwickelt.

Als Schwerpunkte sind zu nennen:

Verkehr[Bearbeiten]

Die Kreisstadt Burg wurde – ebenso wie Genthin – schon 1846 mit Bau der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg durch die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn-Gesellschaft an das Fernbahnnetz angeschlossen. Dieses Unternehmen eröffnete 1874 auch die Bahnstrecke Biederitz–Trebnitz, die sich in Biederitz mit der älteren vereinigte.

Die erste Nebenstrecke wurde von der Preußischen Staatsbahn 1892 erbaut und verlief von Biederitz über Möckern nach Loburg. Dort fand sie Anschluss an das ausgedehnte Schmalspurnetz der Kleinbahnen des Kreises Jerichow I, das 1896 von der Kreisstadt Burg ausgehend auf zwei parallelen Trassen, die sich in Magdeburgerforth vereinigten, nach Ziesar führte. Die Verbindung Groß Lübars–Loburg–Gommern folgte im Jahre 1903. Wegen des Truppenübungsplatzes in Altengrabow wurde die Trasse zur Staatsbahn nach Loburg als Dreischienengleis ausgebaut.

In Ziesar – jetzt zum Land Brandenburg gehörig – schloss sich an die Schmalspurbahnen das normalspurige Kleinbahnnetz der Genthiner Eisenbahn AG an, das aus mehreren selbständigen Betrieben zusammengewachsen ist. Den Kreis Jerichower Land betreffen folgende Teilstrecken (mit Eröffnungsjahr):

  • 1899 Genthin–Jerichow–Schönhausen und Genthin–Milow
  • 1912 Rogäsen–Karow
  • 1917 Güsen–Ziesar
  • 1924 Güsen–Jerichow

Damit waren Eisenbahnstrecken in einer Länge von rund 260 Kilometer im heutigen Kreisgebiet vorhanden; davon sind inzwischen über 160 Kilometer für den Personenverkehr stillgelegt worden:

Jahr
Strecke
Spurweite
Länge
1951
Rogäsen–Karow
1435 mm
2 km
1960
Loburg–Kressow–Gommern
750 mm
7 km
Burg Klb–Magdeburgerforth–Ziesar Ost
750 mm
34 km
1965
Burg Zerbster Tor–Großlübars
750 mm
28 km
Altengrabow–Magdeburgerforth Bf
750 mm
6 km
1967
Genthin–Kuxwinkel–Milow
1435 mm
16 km
Loburg–Lübars–Altengrabow
1435 mm
7 km
1999
Güsen–Jerichow
1435 mm
21 km
1999
Güsen–Paplitz–Ziesar
1435 mm
23 km
Genthin Klb–Jerichow–Schönhausen–Sandau
1435 mm
20 km

Die Kleinbahn und Kraftwerk Pretzien GmbH war eine Schmalspurbahn, die nur dem Güterverkehr diente.

Durch das Jerichower Land verlaufen außerdem die BAB 2 sowie die Bundesstraße 1, Bundesstraße 107, Bundesstraße 246a.

Der Landkreis Jerichower Land hat das Kraftfahrzeugkennzeichen JL.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2013[8])

  1. Biederitz (8451)
  2. Burg, Stadt (22.828)
  3. Elbe-Parey (6861)
  4. Genthin, Stadt (14.553)
  5. Gommern, Stadt (10.612)
  6. Jerichow, Stadt (7158)
  7. Möckern, Stadt (13.243)
  8. Möser (8015)

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Seit 1995 fanden im Landkreis Jerichower Land viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich zehn Verwaltungsgemeinschaften besteht keine mehr. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden auf acht.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Änderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

Gemeindeneugründungen[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

  • Auflösung der Gemeinde Friedensau, Stegelitz und Wörmlitz – Eingemeindung nach Möckern (1. Januar 2002)
  • Auflösung der Gemeinde Ihleburg – Eingemeindung nach Burg (25. Mai 2002)
  • Auflösung der Gemeinde Lübars – Eingemeindung nach Möckern (1. Juli 2002)
  • Auflösung der Gemeinde Mangelsdorf – Eingemeindung nach Jerichow (6. August 2002)
  • Auflösung der Gemeinden Büden und Ziepel – Eingemeindung nach Möckern (1. Januar 2003)
  • Auflösung der Gemeinde Hohenziatz – Eingemeindung nach Möckern (1. Januar 2004)
  • Auflösung der Gemeinde Mützel – Eingemeindung nach Genthin (1. März 2004)
  • Auflösung der Gemeinde Reesen – Eingemeindung nach Burg (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Magdeburgerforth und Reesdorf – Eingemeindung nach Möckern (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Drewitz, Grabow, Krüssau, Rietzel und Wüstenjerichow – Eingemeindung nach Möckern (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Stresow – Eingemeindung nach Möckern (1. September 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Schopsdorf – Eingemeindung nach Genthin (1. Juli 2012)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen JL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Teilkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Teilkreis Burg A bis N 1 bis 999
AA bis NZ 1 bis 99
Teilkreis Genthin P bis Z 1 bis 999
PA bis ZZ 1 bis 99

Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen BRG (Burg) und GNT (Genthin) erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw14/fms/fms215li.html
  3. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  4. [2] Ergebnis der Kreistagswahl 2007
  5. [3] Ergebnis der Kreistagswahl 2004
  6. [4] Ergebnisse der Kreistagswahlen 1994 und 1999
  7. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 8/2008 Seite 136/137 (PDF; 241 kB)
  8. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Jerichower Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien