Landkreis Kaiserslautern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Kaiserslautern Deutschlandkarte, Position des Landkreises Kaiserslautern hervorgehoben49.457.68Koordinaten: 49° 27′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Kaiserslautern
Fläche: 639,85 km²
Einwohner: 104.117 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KL
Kreisschlüssel: 07 3 35
Kreisgliederung: 50 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Lauterstraße 8
67657 Kaiserslautern
Webpräsenz: www.kaiserslautern-kreis.de
Landrat: Paul Junker (CDU)
Lage des Landkreises Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Kaiserslautern ist ein Landkreis im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis Kaiserslautern liegt mit rund einem Drittel seiner Fläche im Naturpark Pfälzerwald. Der westliche Teil umfasst die sogenannte Sickinger Höhe. Im Norden hat der Landkreis Anteil am Nordpfälzer Bergland. Die Kaiserslauterer Senke schiebt sich als schmale Niederung in einer Breite von 3 bis 7 Kilometern von Osten nach Westen zwischen das südliche Schichtstufenland und das Nordpfälzer Bergland.

Der Landkreis Kaiserslautern liegt in der Mitte der Westpfalz. Seine geografischen Koordinaten sind 7° 24' und 8° östl. Länge von Greenwich sowie 49° 18' und 49° 36' nördl. Breite.

Der Landkreis erstreckt sich von West nach Osten 43 Kilometer, von Norden nach Süden 32 Kilometer. Die höchste Erhebung befindet sich 2 Kilometer südlich von Johanniskreuz beim Steinberg mit 528 Meter Höhe ü. NN. Die tiefste Stelle des Landkreises liegt bei Olsbrücken, wo die Lauter in 205 Meter Höhe ü. NN den Landkreis verlässt.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Kusel, Donnersbergkreis, Bad Dürkheim und Südwestpfalz. Ein kleines Stück des Landkreises in der Ortsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau grenzt auch direkt an den Saarpfalz-Kreis im Saarland. Die kreisfreie Stadt Kaiserslautern wird fast komplett vom Landkreis umschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer des Landkreises Kaiserslautern war das 1818 eingerichtete königlich bayerische Landkommissariat Kaiserslautern. Einer der bekanntesten damaligen Landkommissäre (Landräte) war von 1840–1848 Maximilian Joseph von Lamotte (1809–1887), welcher gleichzeitig als Direktor der Pfälzischen Ludwigsbahn fungierte und später zum Vize-Regierungspräsidenten der Rheinpfalz in Speyer avancierte.

1862 wurde das Landkommissariat Kaiserslautern in das Bezirksamt Kaiserslautern überführt und 1939 entstand hieraus der Landkreis Kaiserslautern unter Einbeziehung des aufgelösten Bezirksamtes Landstuhl. Bei der Kreisreform, die am 7. Juni 1969 wirksam wurde, gab es einen Gebietsaustausch mit dem Landkreis Kusel. Die Gemeinde Neuhemsbach, die dem aufgelösten Landkreis Rockenhausen angehörte, kam hinzu. Sieben Gemeinden wurden an die kreisfreie Stadt Kaiserslautern abgegeben. Am 22. April 1972 wurden drei Gemeinden des aufgelösten Landkreises Zweibrücken, die Gemeinde Sembach des Donnersbergkreises, die Gemeinde Miesau des Landkreises Kusel und die Gemeinde Schopp des Landkreises Pirmasens aufgenommen. Hingegen wurde Obernheim-Kirchenarnbach an den vergrößerten Landkreis Pirmasens (heute Landkreis Südwestpfalz) abgetreten.[2]

Seit 1962 hat der Kreis eine Partnerschaft mit dem Lancaster County, Pennsylvania. Als Teil der Partnerschaft von Rheinland-Pfalz mit Ruanda, hat der Kreis seit 1983 eine Partnerschaft mit dem Kreis Musasa. 2002 begann eine Partnerschaft mit dem polnischen Kreis Olesno. Seit 2003 besteht auch eine Partnerschaft zu Rapla in Estland.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

In der Jungsteinzeit war das Kreisgebiet vermutlich zum ersten Mal dauerhaft besiedelt, wobei sich die Besiedelung auf die Sickinger Höhe konzentrierte. Die übrigen Teile des Kreises wurden von Süden nach Norden mit abnehmender Intensität besiedelt. In der Römerzeit konnte das gesamte Kreisgebiet besiedelt werden mit einer Siedlungskonzentration in der Kaiserslauterer Senke und dem Landstuhler Bruch. Nach einer Siedlungsleere im 5. und 6. Jahrhundert wurden im Zuge der fränkischen Landnahme zunächst nur die besten Böden besiedelt. Von 221 bekannten Weilern in der Pfalz gingen 85 wieder ein, was auf Gründungen an ungeeigneter Stelle hindeutet.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009
 %
40
30
20
10
0
37,8 %
33,3 %
13,6 %
5,7 %
4,8 %
4,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,1 %p
+1,2 %p
-2,5 %p
+1,8 %p
-0,2 %p
+4,8 %p

Bei den Wahlen zum Kreistag am 7. Juni 2009 ergab sich folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2009
Sitze
2009
 %
2004
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
CDU 37,8 16 42,9 18 44,4 19
SPD 33,3 14 32,1 13 39,1 17
FWG 13,6 6 16,1 7 10,8 5
FDP 5,7 2 3,9 2 2,3 0
GRÜNE 4,8 2 5,0 2 3,4 1
LINKE 4,8 2
gesamt 100,0 42 100,0 42 100,0 42
Wahlbeteiligung in % 61,1 64,3 70,4

Landräte[Bearbeiten]

  • 1945–1950: Otto Schellhaas
  • 1950–1959: Werner Spieß
  • 1959–1975: Friedrich-Ludwig Wagner
  • 1975–1991: Rudolf Erich Tartter (CDU)
  • 1991–2009: Rolf Künne (SPD)
  • seit 2009: Paul Junker (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung

Unter goldenem Schildhaupt, darin ein wachsender, rot bewehrter schwarzer Adler, in Schwarz durch einen rot bordierten, silbernen, mit einem blauen Fisch belegten Pfahl gespalten: vorne ein rot bewehrter und gekrönter goldener Löwe, hinten fünf silberne Kugeln. (Wappen-Genehmigung 14. Dezember 1959)

Bedeutung

Der Adler betont das Reichsland und den Reichswald um den Königshof und die Königspfalz Lautern, der Löwe steht für die Pfalz, welche 1357 die Herrschaft über Kaiserslautern erhielt. Die Kugeln symbolisieren die Herren von Sickingen, die Gebietsteile im Kreis besaßen und der Fisch ist dem Wappen Kaiserslautern entnommen. Er ist das Wappen der Herren von Lautern.

Religion[Bearbeiten]

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Die Gemeinden des Landkreises gehören zu insgesamt sieben Kirchenbezirken (= Dekanaten) der Evangelischen Kirche der Pfalz, von denen das Dekanat Otterbach als einziges völlig im Gebiet des Landkreises liegt. Die sechs Kirchenbezirke sind:

Dekanat Homburg
Dekanat Winnweiler
Dekanat Kaiserslautern
Dekanat Otterbach
Dekanat Kusel
Dekanat Pirmasens
Dekanat Neustadt an der Weinstraße

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Der Landkreis Kaiserslautern gehört zum Bistum Speyer.

Kultur[Bearbeiten]

Fast alle bedeutenden Kultureinrichtungen befinden sich in der Stadt Kaiserslautern, während der Landkreis nur wenige zentrale Einrichtungen dieser Art besitzt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Kaiserslauterer Senke ist seit dem Altertum eine Hauptverkehrslandschaft, über die der lothringische Raum mit dem nördlichen Oberrheingebiet verbunden ist. Durch sie verlief eine Römerstraße, die Kaiserstraße, heute Eisenbahn und Autobahn.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 6 (Saarbrücken–Ludwigshafen), 63 (Kaiserslautern–Mainz) und 62 (Pirmasens–Kusel). Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 39, B 48 und B 270.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Aufbau des Schienennetzes im Raum Kaiserslautern begann 1845 mit dem Bau der Ludwigsbahn nach Bexbach. Diese Linie erhielt bald nach ihrer Fertigstellung Anschluss an die linksrheinische Nord-Südtrasse und über Saarbrücken an das französische Netz. Von der Ludwigsbahn aus wurden Nebenbahnen und Verbindungsstrecken zu anderen Hauptlinien angelegt. Diese verlaufen meist in nord-südlicher Richtung und führen der Ost-West-Trasse weiteren Verkehr zu. Bedeutende Eisenbahnknotenpunkte im Kreisgebiet waren und sind Enkenbach, Hochspeyer, Lampertsmühle-Otterbach und Landstuhl.

Im 20. Jahrhundert wurden nur noch wenige Bahnen gebaut. Die Bahn verlor auch ihre dominierende Rolle im Personen- und Güterverkehr. Die Lage an der Bahnlinie ist heute für eine Gemeinde nicht mehr so ausschlaggebend wie im 19. Jahrhundert als sich oft schon Gewerbebetriebe an den projektierten Bahnhofsplätzen ansiedelteten, bevor noch mit dem Bahnbau begonnen wurde. Nach und nach werden unrentable Nebenstrecken stillgelegt oder zumindest die Personenbeförderung eingestellt.

Wichtigste Strecke durch das Kreisgebiet ist die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken, die aus der Ludwigsbahn hervorging. Weitere noch bediente Strecken sind die Alsenztalbahn über Enkenbach nach Bad Münster, die Bahnstrecke Kaiserslautern–Enkenbach, die Biebermühlbahn über Schopp nach Pirmasens, die Lautertalbahn über Otterbach und Olsbrücken nach Lauterecken-Grumbach sowie die über Ramstein-Miesenbach, Steinwenden und Niedermohr verlaufende Bahnstrecke Landstuhl–Kusel. Inzwischen eingestellt wurden die Glantalbahn von Homburg nach Bad Münster, die Bahnstrecke Lampertsmühle-Otterbach–Otterberg, die Bachbahn nach Reichenbach sowie die Eistalbahn zwischen Eiswoog und Enkenbach.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand im Gebiet des Landstuhler Bruches bei Ramstein der US-amerikanische Flugstützpunkt Ramstein Air Base, einer der wichtigsten Flugbasen der NATO. Die Mehrzahl der Gemeinden des Kreises liegen unter der Einflugschneise.

Wasserwege[Bearbeiten]

Der Landkreis ist zwar Quellgebiet zahlreicher starker Bäche, hat jedoch keinen schiffbaren Wasserweg. Das Projekt eines Saarpfalz-Rheinkanals aus den späten 1930er Jahren[3], mit dem die Saar und der Industrieraum an Rhein und Neckar verbunden werden sollte, wurde nicht verwirklicht.

Pipelines[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet durchziehen mehrere Pipelines für Erdgas der Saar Ferngas Transport GmbH sowie die NATO-Pipeline ZweibrückenFürfeld mit Anschluss an der Ramstein Air Base.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[4])

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

Verbandsgemeinden in KL.svg

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

  1. Bruchmühlbach-Miesau * (7611)
  2. Gerhardsbrunn (174)
  3. Lambsborn (705)
  4. Langwieden (272)
  5. Martinshöhe (1573)
  1. Enkenbach-Alsenborn * (6852)
  2. Fischbach (770)
  3. Frankenstein (965)
  4. Hochspeyer (4611)
  5. Mehlingen (3735)
  6. Neuhemsbach (805)
  7. Sembach (1129)
  8. Waldleiningen (414)
  1. Krickenbach (1151)
  2. Linden (1136)
  3. Queidersbach (2781)
  4. Schopp (1389)
  5. Stelzenberg (1152)
  6. Trippstadt (3028)
  1. Bann (2176)
  2. Hauptstuhl (1169)
  3. Kindsbach (2388)
  4. Landstuhl, Sickingenstadt * (8294)
  5. Mittelbrunn (671)
  6. Oberarnbach (435)
  1. Frankelbach (306)
  2. Heiligenmoschel (633)
  3. Hirschhorn/Pfalz (776)
  4. Katzweiler (1752)
  5. Mehlbach (1090)
  6. Niederkirchen (1942)
  7. Olsbrücken (1038)
  8. Otterbach (3936)
  9. Otterberg, Stadt * (5259)
  10. Schallodenbach (867)
  11. Schneckenhausen (608)
  12. Sulzbachtal (443)
  1. Hütschenhausen (3860)
  2. Kottweiler-Schwanden (1229)
  3. Niedermohr (1414)
  4. Ramstein-Miesenbach, Stadt * (7473)
  5. Steinwenden (2466)
  1. Erzenhausen (757)
  2. Eulenbis (473)
  3. Kollweiler (482)
  4. Mackenbach (1948)
  5. Reichenbach-Steegen (1377)
  6. Rodenbach (3100)
  7. Schwedelbach (1000)
  8. Weilerbach * (4502)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KL zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Kaiserslautern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 162 (PDF)
  3. Friedrich Müller: Eine Großschiffahrtsstraße in Rohrbach? In: Rohrbacher Heimatbuch. Band 2. Rohrbacher Heimatfreunde e. V., St. Ingbert 1992.
  4. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)