Landkreis Karlsruhe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Karlsruhe Deutschlandkarte, Position des Landkreises Karlsruhe hervorgehoben49.0058.4005555555556Koordinaten: 49° 0′ N, 8° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Region: Mittlerer Oberrhein
Verwaltungssitz: Karlsruhe
Fläche: 1.084,98 km²
Einwohner: 429.186 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 396 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KA
Kreisschlüssel: 08 2 15
Kreisgliederung: 32 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Beiertheimer Allee 2
76137 Karlsruhe
Webpräsenz: www.landkreis-karlsruhe.de
Landrat: Christoph Schnaudigel (CDU)
Lage des Landkreises Karlsruhe in Baden-Württemberg
Frankreich Schweiz Österreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis Göppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis Lörrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schwäbisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis Tübingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Karlsruhe ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Mittlerer Oberrhein im Regierungsbezirk Karlsruhe und zur grenzübergreifenden Regio Pamina.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis Karlsruhe hat Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene, am Kraichgau und an den Ausläufern des Nordschwarzwaldes. Das Kreisgebiet liegt zum Großteil im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis Karlsruhe grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rhein-Neckar-Kreis, Heilbronn, Enzkreis, Calw und Rastatt (alle in Baden-Württemberg). Im Westen bildet der Rhein bis auf eine kleine Ausnahme die natürliche Grenze zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Dort grenzt der Landkreis Karlsruhe an den Landkreis Germersheim, an den Rhein-Pfalz-Kreis sowie an die kreisfreie Stadt Speyer. Der Stadtkreis Karlsruhe schiebt sich wie ein Keil in das Kreisgebiet und teilt es fast vollständig in einen größeren nördlichen Teil um die Städte Bruchsal und Bretten sowie einen kleineren Südteil um die Stadt Ettlingen, die nur durch die etwa 60 Meter lange Grenze (48° 57′ 13″ N, 8° 32′ 17″ O48.9536918.537953) zwischen den Gemeinden Pfinztal und Karlsbad verbunden sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Karlsruhe geht zurück auf das alte Oberamt Karlsruhe, das schon bald nach Gründung der Stadt Karlsruhe 1717 errichtet wurde, jedoch erst später für einige Gemeinden außer Karlsruhe zuständig war. 1809 wurde das Oberamt Karlsruhe in ein Landamt Karlsruhe und ein Stadtamt Karlsruhe geteilt, 1865 jedoch wieder zum Bezirksamt Karlsruhe vereinigt. 1938 wurde das Bezirksamt Karlsruhe in den Landkreis Karlsruhe überführt und gleichzeitig der Stadtkreis Karlsruhe geschaffen. Seither gehört Karlsruhe nicht mehr zum Kreisgebiet, blieb jedoch stets Sitz der Kreisverwaltung.

Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Karlsruhe am 1. Januar 1973 um den kompletten Landkreis Bruchsal sowie um drei Gemeinden des Landkreises Sinsheim und die Gemeinde Oberderdingen des Landkreises Vaihingen auf seinen heutigen Umfang vergrößert.[2] Gleichzeitig gab der Landkreis ab 1972 insgesamt sieben Orte an den Stadtkreis Karlsruhe ab.

Zuvor wurde am 1. September 1971 die Gemeinde Ittersbach aus dem Landkreis Pforzheim eingegliedert. Am 1. Januar 1972 gingen die Gemeinden Hohenwettersbach und Stupferich an den Stadtkreis Karlsruhe verloren. Am selben Tag wurde die Gemeinde Neudorf aus dem Landkreis Bruchsal aufgenommen. Aus demselben Landkreis folgte Neibsheim am 1. März 1972. Es wurde in die Stadt Bretten eingegliedert. Am 1. April 1972 nahm der Landkreis Karlsruhe die aus dem Landkreis Rastatt stammende Gemeinde Waldprechtsweier auf, die am selben Tag in die Gemeinde Malsch eingegliedert wurde.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis noch 32 Gemeinden, darunter 9 Städte und hiervon wiederum 5 Große Kreisstädte (Bretten, Bruchsal, Ettlingen, Rheinstetten und Stutensee). Größte Stadt ist Bruchsal, kleinste Gemeinde ist Zaisenhausen. In Bruchsal befindet sich eine Außenstelle des Landratsamts.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 351.172
31. Dezember 1975 349.856
31. Dezember 1980 359.053
31. Dezember 1985 362.057
27. Mai 1987 ¹ 366.141
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 380.713
31. Dezember 1995 405.795
31. Dezember 2000 419.555
31. Dezember 2005 429.603
31. Dezember 2010 432.271

Politik[Bearbeiten]

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Landrat[Bearbeiten]

Landratsamt mit Karlsruher Linie von Robert Schad

Der Landrat ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Landamts/Bezirksamtes/Landkreises Karlsruhe seit 1810:

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
[3]
Sitze
2014
%
2009
[4]
Sitze
2009
%
2004
[5]
Sitze
2004
[6]
%
1999
Sitze
1999
%
1994
Sitze
1994
%
1989
Sitze
1989
Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 51,54 %
 %
40
30
20
10
0
38,83 %
20,75 %
19,43 %
10,71 %
4,25 %
2,15 %
1,01 %
0,86 %
2,01 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,57 %p
-0,25 %p
-1,47 %p
+1,11 %p
-3,15 %p
+2,15 %p
-0,69 %p
+0,86 %p
+2,01 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,83 35 39,4 38 40,1 38 42,7 38 38,7 41 41,6 44
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,75 19 21,0 20 20,8 19 24,7 22 26,6 25 28,3 31
FW Freie Wähler 19,43 17 20,9 18 - - - - - - - -
WG Wählervereinigungen - - - - 21,4 19 20,2 16 17,9 16 14,3 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,71 11 9,6 8 8,9 8 6,3 5 9,5 9 7,9 8
FDP Freie Demokratische Partei 4,25 4 7,4 6 6,5 5 5,0 4 4,1 3 5,5 5
U/FE Unabhängige/für Ettlingen-FE e.V. 2,15 2 - - - - - - - -
REP Die Republikaner 1,01 1 1,7 1 2,3 2 1,1 1 2,9 2 2,3 2
UL Unabhängige Liste 0,91 1 - - - - - - - -
LINKE Die Linke 0,86 1 - - - - - - - -
AfD Alternative für Deutschland 0,63 - - - - - - - - -
aktive die aktiven 0,47 - - - - - - - - -
Sonst. Sonstige - - - - - - 0,2 - - -
gesamt 100,0 91 100,0 91 100,0 91 100,0 86 100,0 96 100,0 105
Wahlbeteiligung 51,05 % 52,2 % 59,4 % 53,0 % 68,1 % 65,7 %
  • WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
Sitzverteilung im Kreistag
1
19
11
2
1
17
4
35
1
19 11 17 35 
Von 91 Sitzen entfallen auf:

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Landkreises Karlsruhe zeigt in geviertem Schild: 1 in Gold ein roter Schrägbalken, 2 in Blau ein durchgehendes, geschliffenes silbernes Kreuz, 3 schräggerautet von Silber und Blau, 4 in Gold drei schräglinks liegende schwarze Hirschstangen übereinander (Wappen-Verleihung 31. August 1973)

Die vier Teile symbolisieren die Wappensymbole der vier früheren Herrschaften, die sich das Kreisgebiet bis 1803 teilten: die Markgrafen von Baden (Schrägbalken), das Fürstbistum Speyer (Kreuz), die Kurpfalz (Rauten) und das Herzogtum Württemberg (Hirschstangen).

Früheres Wappen des Landkreises Karlsruhe

Vor der Kreisreform hatte der frühere Landkreis Karlsruhe ein anderes Wappen. Es zeigte in gespaltenem Schild vorn in Gelb einen roten Schrägbalken, hinten in Blau über einem gesenkten silbernen Wellenbalken ein silbernes Atomsymbol. Das Wappen wurde dem Landkreis Karlsruhe am 25. Januar 1961 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Der rote Schrägbalken ist das frühere badische Landeswappen und zeigt damit an, dass das Gebiet zum Kernland Badens gehört. Der Wellenbalken symbolisiert den Rhein, die westliche Grenze des Landkreises und das Atomsymbol sollte auf das in der Gemeinde Leopoldshafen bestehende Kernforschungszentrum Karlsruhe hinweisen. Die Farben Blau und Silber (Weiß) wurden dem kurpfälzischen Wappen der Wittelsbacher entnommen, da einige Gemeinden des Kreises früher zur Kurpfalz gehörten.

Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Karlsruhe

Partnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnstreckennetz

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 5 (BaselFrankfurt) sowie die Bundesautobahn 8 (SaarbrückenStuttgart), mehrere Bundesstraßen, darunter die B 3 (Basel–Heidelberg), die B 292 (ab Bad Schönborn-Langenbrücken), die B 35 (Germersheim-Illingen) und die B 36 (Lahr-Mannheim) und Landstraßen. Ein wichtiger Bahnknotenpunkt ist Bruchsal. Das Kreisgebiet ist gut erschlossen durch das Netz der Stadtbahn Karlsruhe, sowie die S-Bahn Rhein-Neckar. Mehrere Linien führen von Karlsruhe in nahezu alle Richtungen bis nach Heilbronn, Baden-Baden, Bad Herrenalb oder Kraichtal. Das Netz wird weiter ausgebaut. Der ÖPNV wird durch den Karlsruher Verkehrsverbund gewährleistet.

Kreiseinrichtungen[Bearbeiten]

Der Landkreis Karlsruhe ist Schulträger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbeschule, Hauswirtschaftsschule und Handelslehranstalt Bretten, Balthasar-Neumann-Schule I (Gewerbliche Schule) Bruchsal und Balthasar-Neumann-Schule II (Gewerbliche Schule) Bruchsal, Handelslehranstalt Bruchsal (Kaufmännische Schule), Käthe-Kollwitz-Schule (Hauswirtschaftlich-sozialpädagogische Schule) Bruchsal, Albert-Einstein-Schule (Gewerbliche Schule) Ettlingen, Bertha-von-Suttner-Schule (Hauswirtschaftlich-sozialpädagogische, landwirtschaftliche und biotechnologische Schule) Ettlingen und Wilhelm-Röpke-Schule (Kaufmännische Schule) Ettlingen ferner folgender Sonderschulen: Eduard-Spranger-Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten Bretten, Karl-Berberich-Schule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten Bruchsal, Gartenschule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten Ettlingen, Hardtwaldschule für Geistigbehinderte Karlsruhe-Neureut, Ludwig Guttmann Schule für Körperbehinderte Karlsbad-Langensteinbach und Astrid-Lindgren-Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergarten Forst.

Der Landkreis Karlsruhe ist auch Träger der beiden Krankenhäuser Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal und Rechbergklinik Bretten sowie eines Abfallwirtschaftsbetriebes.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn Dettenheim
Städte und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe (anklickbare Karte)

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[1]

Städte

  1. Bretten, Große Kreisstadt (28.589)
  2. Bruchsal, Große Kreisstadt (42.871)
  3. Ettlingen, Große Kreisstadt (38.819)
  4. Kraichtal (14.413)
  5. Östringen (12.564)
  6. Philippsburg (12.534)
  7. Rheinstetten, Große Kreisstadt (20.074)
  8. Stutensee, Große Kreisstadt (23.646)
  9. Waghäusel, Große Kreisstadt (20.195)

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Bad Schönborn mit der Gemeinde Kronau
  2. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bretten mit der Gemeinde Gondelsheim
  3. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bruchsal mit den Gemeinden Forst, Hambrücken und Karlsdorf-Neuthard
  4. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Graben-Neudorf mit der Gemeinde Dettenheim
  5. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Oberderdingen mit der Gemeinde Kürnbach
  6. Gemeindeverwaltungsverband Philippsburg mit Sitz in Philippsburg; Mitgliedsgemeinden: Stadt Philippsburg und Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen
  7. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Sulzfeld mit der Gemeinde Zaisenhausen

Gemeinden

  1. Bad Schönborn (12.489)
  2. Dettenheim (6468)
  3. Eggenstein-Leopoldshafen (15.896)
  4. Forst (7830)
  5. Gondelsheim (3581)
  6. Graben-Neudorf (11.582)
  7. Hambrücken (5491)
  8. Karlsbad (15.585)
  9. Karlsdorf-Neuthard (10.022)
  10. Kronau (5526)
  11. Kürnbach (2241)
  12. Linkenheim-Hochstetten (11.577)
  13. Malsch (13.956)
  14. Marxzell (5032)
  15. Oberderdingen (10.431)
  16. Oberhausen-Rheinhausen (9427)
  17. Pfinztal (17.588)
  18. Sulzfeld (4652)
  19. Ubstadt-Weiher (12.831)
  20. Waldbronn (12.156)
  21. Walzbachtal (9374)
  22. Weingarten (Baden) (10.071)
  23. Zaisenhausen (1675)

Städte und Gemeinden vor der Kreisreform[Bearbeiten]

Vor der Kreisreform am 1. Januar 1973 und der Gemeindereform gehörten zum (alten) Landkreis Karlsruhe seit 1938 insgesamt 58 Gemeinden, darunter die beiden Städte Bretten und Ettlingen, wobei Ettlingen seit 1966 Große Kreisstadt war.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im alten Landkreis Karlsruhe machten gleich mehrere Gemeinden am 1. Januar 1971. Zu diesem Zeitpunkt vereinigten sich Rinklingen mit Bretten, Sulzbach mit Malsch sowie Jöhlingen und Wössingen zur Gemeinde Walzbachtal. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Am 1. Januar 1973 ging der alte Landkreis Karlsruhe im neuen vergrößerten Landkreis Karlsruhe auf.

Die größte Gemeinde des alten Landkreises Karlsruhe war die Große Kreisstadt Ettlingen. Die kleinste Gemeinde war Sprantal.

Der alte Landkreis Karlsruhe umfasste zuletzt eine Fläche von 582 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 201.629 Einwohner.

In der Tabelle wird die Einwohnerentwicklung des alten Landkreises Karlsruhe bis 1970 angegeben. Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Datum Einwohner
17. Mai 1939 109.372
13. September 1950 141.654
Datum Einwohner
6. Juni 1961 166.468
27. Mai 1970 201.629

In der Tabelle stehen die Gemeinden des alten Landkreises Karlsruhe vor der Gemeindereform. Bis auf die in den Stadtkreis Karlsruhe eingegliederten Gemeinden gehören alle Gemeinden auch heute noch zum Landkreis Karlsruhe.[2]

Landkreis Karlsruhe vor der Kreisreform
frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Auerbach Karlsbad 759
Bauerbach Bretten 1.043
Berghausen Pfinztal 4.647
Blankenloch Stutensee 4.237
Bretten, Stadt Bretten 9.978
Bruchhausen Ettlingen 1.638
Büchig bei Bretten Bretten 786
Burbach Marxzell 790
Busenbach Waldbronn 2.739
Diedelsheim Bretten 1.696
Dürrenbüchig Bretten 361
Eggenstein Eggenstein-Leopoldshafen 4.047
Ettlingen, Große Kreisstadt Ettlingen 19.390
Ettlingenweier Ettlingen 1.692
Etzenrot Waldbronn 1.036
Flehingen Oberderdingen 2.561
Forchheim (Baden) Rheinstetten 5.857
Friedrichstal Stutensee 2.339
Gölshausen Bretten 1.018
Graben Graben-Neudorf 3.553
Grötzingen Karlsruhe 5.463
Grünwettersbach Karlsruhe 2.199
Hochstetten Linkenheim-Hochstetten 1.737
Hohenwettersbach Karlsruhe 1.014
Jöhlingen Walzbachtal 3.506
Kleinsteinbach Pfinztal 1.816
Langensteinbach Karlsbad 3.710
Leopoldshafen Eggenstein-Leopoldshafen 1.843
Liedolsheim Dettenheim 2.940
Linkenheim Linkenheim-Hochstetten 3.829
Malsch Malsch 7.775
Mörsch Rheinstetten 5.785
Mutschelbach Karlsbad 1.236
Neuburgweier Rheinstetten 1.646
Neureut (Baden) Karlsruhe 10.908
Oberweier Ettlingen 701
Palmbach Karlsruhe 555
Pfaffenrot Marxzell 1.526
Reichenbach Waldbronn 2.477
Rinklingen Bretten 1.188
Ruit Bretten 874
Rußheim Dettenheim 1.738
Schielberg Marxzell 882
Schluttenbach Ettlingen 374
Schöllbronn Ettlingen 1.592
Söllingen Pfinztal 4.266
Spessart Ettlingen 1.512
Spielberg Karlsbad 1.410
Spöck Stutensee 3.138
Sprantal Bretten 255
Staffort Stutensee 912
Stupferich Karlsruhe 1.580
Sulzbach Malsch 638
Völkersbach Malsch 1.094
Weingarten (Baden) Weingarten (Baden) 7.715
Wolfartsweier Karlsruhe 1.429
Wöschbach Pfinztal 1.849
Wössingen Walzbachtal 3.189

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KA zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Landkreis Karlsruhe hat die meisten Gemeinden mit einem Doppelnamen in Baden-Württemberg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Land Baden-Württemberg – Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden (in acht Bänden); Hrsg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg; Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe; Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2
  • Flora des Land- und Stadtkreises Karlsruhe – Internet-Datenbank mit über 5000 Bildern von 1750 Arten; Michael Hassler; http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~db111/flora/KA/index.php
  • Michael Hassler, Gerhard Sand: Naturkundliche Bibliographie des Landkreises Karlsruhe. 2003, online verfügbar unter http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~db111/flora/KA/KALIT.pdf
  • Clemens Kieser: Hoch hinaus, der alten Stadt entgegen. Der Verwaltungsbau des Badenwerks in Karlsruhe. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 42. Jg. 2013, Heft 2, S. 121 f. (PDF) – heute Landratsamt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Karlsruhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 476 und 481ff.
  3. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  4. [2] Ergebnis der Kreistagswahl 2009
  5. [3] Stimmenverteilung der Kreistagswahlen 1989-2009
  6. [4] Sitzverteilung der Kreistagswahlen 1989-2009