Landkreis Kelheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Kelheim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Kelheim hervorgehoben48.8211.86Koordinaten: 48° 49′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Verwaltungssitz: Kelheim
Fläche: 1.066,89 km²
Einwohner: 115.232 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Kreisschlüssel: 09 2 73
Kreisgliederung: 24 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Schlossweg 3
93309 Kelheim
Webpräsenz: www.landkreis-kelheim.de
Landrat: Hubert Faltermeier (FW)
Lage des Landkreises Kelheim in Bayern
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Über dieses Bild
Riedenburg an der Altmühl

Der Landkreis Kelheim ist der westlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet Kelheim wird von Südwesten nach Nordosten von der Donau durchflossen. Sie teilt es in zwei unterschiedlich große Teile. Der kleinere nördliche Teil, links der Donau, wird als Altmühlalb bezeichnet, benannt nach der Altmühl, die im Nordwesten das Kreisgebiet erreicht und dann in südöstlicher Richtung fließt, um bei Kelheim in die Donau zu münden. Die Altmühl ist im gesamten Kreisgebiet kanalisiert und damit Teil des Main-Donau-Kanals, über den die Schiffe bei Kelheim in die Donau einfahren können. Der südliche Teil des Kreisgebiets, rechts der Donau, ist die Hügellandschaft der Hallertau, das vor allem landwirtschaftlich genutzt wird.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Nachbarlandkreise sind im Norden und Osten der Landkreis Regensburg, im Südosten der Landkreis Landshut, im Süden der Landkreis Freising, im Westen die Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm und Eichstätt und im Nordwesten der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Geschichte[Bearbeiten]

Landgerichte[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Kelheim wurden 1803 die Landgerichte Abensberg, Kelheim und Riedenburg gebildet. Die beiden ersten gehörten zum Regenkreis, das Landgericht Riedenburg zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 ebenfalls zum Regenkreis. 1838 kamen die Landgerichte Abensberg und Kelheim zu Niederbayern, das bis dahin Unterdonaukreis hieß. Riedenburg verblieb beim Regenkreis, der dann als Oberpfalz bezeichnet wurde. 1854 gab das Landgericht Kelheim einige Gemeinden an die Gerichte Stadtamhof und Regensburg (beide Oberpfalz) ab. 1857 wurde aus 17 Gemeinden des Landgerichts Abensberg sowie einigen Gemeinden der benachbarten Landgerichte Moosburg und Pfaffenhofen ein eigenes Landgericht Mainburg gebildet.

Bezirksämter[Bearbeiten]

Dieses Landgericht Mainburg bildete 1862 mit dem 1838 eingerichteten Landgericht Rottenburg an der Laaber das Bezirksamt Rottenburg an der Laaber. Das Landgericht Riedenburg kam zum Bezirk Hemau. Die beiden Landgerichte Abensberg und Kelheim bildeten fortan das Bezirksamt Kelheim.[2] 1879 wurde das Gebiet um Riedenburg dem Bezirksamt Beilngries zugeteilt. 1901 wurde das Gebiet um Mainburg aus dem Bezirksamt Rottenburg an der Laaber herausgelöst und ein eigenes Bezirksamt Mainburg errichtet. 1908 wurde schließlich auch in Riedenburg ein eigenes Bezirksamt gebildet.

Am 1. April 1927 wurde das Bezirksamt Rottenburg an der Laaber um Gemeinden des Bezirksamtes Kelheim vergrößert.

Landkreise[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Kelheim, Mainburg, Riedenburg und Rottenburg an der Laaber.

Landkreis Kelheim[Bearbeiten]

Im Rahmen der bayerischen Landkreisreform wurde am 1. Juli 1972 der heutige Landkreis Kelheim gebildet. Dem bisherigen Landkreis Kelheim wurden der Großteil des Landkreises Mainburg und der nördliche Teil des Landkreis Rottenburg an der Laaber sowie einige Gemeinden des Landkreises Riedenburg zugeordnet. Einige wenige Gemeinden des Landkreises Mainburg wurde auf die Landkreise Landshut, Freising und Pfaffenhofen verteilt. Der südliche Teil des Landkreises Rottenburg an der Laaber kam zum vergrößerten Landkreis Landshut, zwei kamen zum Landkreis Regensburg. Der nördliche Teil des Landkreises Riedenburg kam zu den Landkreisen Eichstätt und Neumarkt in der Oberpfalz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Der Landkreis Kelheim gewann zwischen 1988 und 2008 knapp 22.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 24 %. Er profitierte von der Nähe zu den Wachstumsregionen Ingolstadt und Regensburg.

Die Einwohnerzahlen ab 1840 beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Anzahl der Einwohner[4] 40.961 48.563 53.522 58.474 61.456 87.187 79.373 85.370 90.040 104.063 109.510 113.237 113.130 113.996

Wappen[Bearbeiten]

Unter einem Schildhaupt mit den bayerischen Rauten gespalten; vorne geteilt von Silber und Blau mit drei, zwei zu eins gestellten heraldischen Rosen in verwechselten Farben; hinten schräggeteilt von Silber und Schwarz. Die Elemente stammen aus den Familienwappen der Wittelsbacher, der Herren von Sittling, von Stein und Wöhr, von Riedenburg und von Abensberg.[5]

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1. Januar 1939–1945: Friedrich Abert
  • 14. Mai 1945–1946: Franz Klenner
  • 6. Juni 1946–1958: Ludwig Berger (CSU)
  • 1. Mai 1958–1966: Josef Bauer (CWG)
  • 8. März 1967–1978: Rudolf Faltermeier (SPD)
  • 1. Mai 1978–1986: Ludwig Kreitmeyr (CSU)
  • 17. Dezember 1986–1992: Manfred Kreitczick (CSU)
  • seit 1. November 1992: Hubert Faltermeier (FW)

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern mit folgender Sitzverteilung (Stand März 2014):

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führt von Südwesten nach Nordosten die A 93 (München-Regensburg). Bei Saalhaupt zweigt außerdem mit der B 15n eine autobahnähnliche Bundesstraße ab, die im Endausbau über Landshut bis Rosenheim führen soll. Folgende Bundesstraßen durchqueren den Landkreis: B 16 in Südwest-Nordost-Richtung und nahezu parallel zur A 93, B 299 in Nordwest-Südost-Richtung und B 301 von Süden kommend.

Der Flughafen München ist 25 km Luftlinie von der Kreisgrenze entfernt. In Kelheim befindet sich der Binnenhafen Kelheim/Saal.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die Bayerische Staatsbahn eröffnete 1874 die dem Donautal folgende Strecke Regensburg – Ingolstadt, von der 1875 in Saal eine Stichbahn nach der Kreisstadt Kelheim abzweigte.

Aus der Nachbarschaft führten noch folgende Lokalbahnstrecken ins Kreisgebiet herein:

  • 1895: Wolnzach Bf.–Enzelhausen–Mainburg
  • 1903: Eggmühl–Langquaid
  • 1904: Ingolstadt Nord–Riedenburg.

Alle diese Lokalbahnen und die Stichbahn nach Kelheim wurden für den Personenverkehr stillgelegt, sodass von den ursprünglich 79 Schienenkilometern nur noch 40 km mit Personenzügen befahren werden. Einige der Nebenstrecken werden jedoch auch heute (2006) noch für den Güterverkehr verwendet.

  • 1968: Eggmühl–Niederleierndorf–Langquaid (6 km), nur noch Güterverkehr
  • 1969: Wolnzach Bf.–Puttenhausen–Mainburg (23 km), Güterverkehr auf einer Teilstrecke
  • 1972: Ingolstadt Nord–Schambach–Riedenburg (4 km), abgebaut
  • 1988: Saal–Kelheim (6 km)

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf die Streckenlänge im Kreisgebiet.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[6])

Städte

  1. Abensberg (13.034)
  2. Kelheim (15.750)
  3. Mainburg (14.405)
  4. Neustadt a.d.Donau (13.070)
  5. Riedenburg (5572)

Märkte

  1. Bad Abbach (11.742)
  2. Essing (979)
  3. Langquaid (5303)
  4. Painten (2199)
  5. Rohr i.NB (3244)
  6. Siegenburg (3537)

Gemeinden

  1. Aiglsbach (1699)
  2. Attenhofen (1306)
  3. Biburg (1180)
  4. Elsendorf (2050)
  5. Hausen (2057)
  6. Herrngiersdorf (1216)
  7. Ihrlerstein (4198)
  8. Kirchdorf (902)
  9. Saal a.d.Donau (5289)
  10. Teugn (1638)
  11. Train (1825)
  12. Volkenschwand (1674)
  13. Wildenberg (1363)

Gemeindefreie Gebiete (79,24 km²)

  1. Dürnbucher Forst (45,30 km²)
  2. Frauenforst (19,84 km²)
  3. Hacklberg (0,57 km²)
  4. Hienheimer Forst (23,54 km²)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Ihrlerstein (Markt Essing und Gemeinde Ihrlerstein)
  2. Langquaid (Markt Langquaid und Gemeinden Hausen und Herrngiersdorf)
  3. Mainburg (Gemeinden Aiglsbach, Attenhofen, Elsendorf und Volkenschwand)
  4. Saal a.d.Donau (Gemeinden Saal a.d.Donau und Teugn)
  5. Siegenburg (Markt Siegenburg und Gemeinden Biburg, Kirchdorf, Train und Wildenberg)


Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergMunicipalities in KEH.svg
Über dieses Bild

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Im Landkreis Kelheim gibt es 13 Naturschutzgebiete. Zusammen nehmen sie eine Fläche von 1482 Hektar ein. Das größte Naturschutzgebiet ist das 1970 eingerichtete Naturschutzgebiet Weltenburger Enge.[7]

Geotope[Bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich 46 (Stand September 2013) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KEH zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen MAI (Mainburg), PAR (Parsberg), RID (Riedenburg) und ROL (Rottenburg an der Laaber) erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 493.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. Statistik für den Landkreis, abgerufen am 7. Januar 2011
  5. Homepage des Hauses der Bayerischen Geschichte: Landkreis Kelheim [1]
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  7. Grüne Liste, Naturschutzgebiete, abgerufen am 28. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Kelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien