Landkreis Kusel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Kusel Deutschlandkarte, Position des Landkreises Kusel hervorgehoben49.557.47Koordinaten: 49° 33′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Kusel
Fläche: 573,42 km²
Einwohner: 71.098 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KUS
Kreisschlüssel: 07 3 36
Kreisgliederung: 98 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Trierer Straße 49–51
66869 Kusel
Webpräsenz: www.landkreis-kusel.de
Landrat: Winfried Hirschberger (SPD)
Lage des Landkreises Kusel in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Kusel ist ein Kreis im Südwesten von Rheinland-Pfalz, Deutschland. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Dörfern mit weniger als 1000 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis Kusel liegt im Nordpfälzer Bergland. Höchste Erhebungen sind der Königsberg (568 m), der Potzberg (562 m) und der Selberg (546 m). Größte Flüsse sind die Lauter und der Glan. Im Süden hat der Kreis Anteil an der Kaiserslauterer Senke.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Birkenfeld, Bad Kreuznach, Donnersbergkreis und Kaiserslautern (alle in Rheinland-Pfalz) sowie Saarpfalz-Kreis, Neunkirchen und St. Wendel (alle im Saarland).

Geschichte[Bearbeiten]

Der heutige Kreis Kusel entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Landkommissariat Kusel, nachdem die Pfalz an Bayern gefallen war, 1862 wurde daraus das Bezirksamt, 1939 der Landkreis Kusel. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1920 das Gebiet um Waldmohr, das bis dahin zum Bezirksamt Homburg gehört hatte, dem Bezirksamt Kusel angeschlossen und von einer Bezirksamtaußenstelle in Waldmohr betreut. Grund war die Abtrennung des Hauptteiles des Bezirksamts Homburg an das Saargebiet. 1947 verließen die Ostertaler Orte Osterbrücken, Hoof, Marth, Saal, Niederkirchen und Bubach (heute Stadtteile der Kreisstadt St. Wendel) nach einer Volksabstimmung den Kreis. Hauptanliegen der Ostertaler Bevölkerung war die Arbeitsplatzsicherheit für die meist im Saarland arbeitenden Menschen. Die Ängste schienen begründet, da 1929 Pfälzer die ersten waren, die von Entlassungen im damals französisch verwalteten Saargebiet betroffen waren.

Anlässlich der Kreisreform gab es am 7. Juni 1969 einen Gebietsaustausch mit den Landkreisen Bad Kreuznach und Kaiserslautern. Am selben Tag wurden etliche Gemeinden aus dem Landkreis Birkenfeld übernommen, wobei es sich um die meisten nördlich des Glan liegenden Orte im heutigen Kreisgebiet handelt. Am 22. April 1972 wurde die Gemeinde Miesau in den Landkreis Kaiserslautern umgegliedert. Am 16. März 1974 kamen drei Gemeinden zum Donnersbergkreis.[2] 1994 wurden durch das rheinland-pfälzische „Landesgesetz über die Auflösung des Gutsbezirks Baumholder und seine kommunale Neugliederung“ vom 2. Nov. 1993 (GVBl. S. 518) Teile des Truppenübungsplatzes Baumholder, darunter die ehemaligen Gemarkungen Ilgesheim und Oberjeckenbach, in den Landkreis Kusel umgegliedert.[3]

Die alten Grenzen zeigen sich heute noch in den Gliederungen der evangelischen und der katholischen Kirche. Teile der Verbandsgemeinden Kusel und Lauterecken gehören zum Kirchenkreis St. Wendel, welcher zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehört. Die restlichen Gemeinden im Kreis gehören der Evangelischen Kirche der Pfalz an. Ebenso verläuft die Grenze zwischen den Bistümern Trier und Speyer.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1946-1948: Theodor Henrich
  • 1948-1956: Erwin Simon
  • 1956-1985: Gustav Adolf Held (SPD)
  • seit 1985: Winfried Hirschberger (SPD)

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Kusel besteht aus 38 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Kreistag:[4]

Wahl SPD CDU Grüne FDP Linke REP FWG WGR Gesamt
2014 15 11 3 1 2 6 38 Sitze
2009 15 10 3 2 2 4 2 38 Sitze
2004 15 13 2 2 6 38 Sitze
1999 22 12 2 1 2 3 42 Sitze
  • FWG = Kreisverband Freier Wählergruppen des Landkreises Kusel e.V.

Aufgrund sinkender Einwohnerzahlen in den letzten Jahren ist die Zahl der Sitze im Kreistag von 42 auf 38 verringert worden.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung:

Gespalten: Vorne in Schwarz ein linksgewendeter, rot bewehrter goldener Löwe, hinten in Silber ein rot bewehrter, blauer Löwe. (Wappen-Genehmigung 13. Dezember 1965)

Bedeutung:

Die beiden Löwen stehen für die beiden Herrschaften, die sich das überwiegende Kreisgebiet früher teilten, der goldene Löwe der Herrschaft Pfalz-Zweibrücken und der blaue Löwe der Grafschaft Veldenz.

Verkehr[Bearbeiten]

Im Landkreis Kusel erbaute die Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen das Eisenbahnnetz. Schon 1868 wurde die Kreisstadt Kusel mit Landstuhl verbunden. Fünfzehn Jahre später – 1883 – entstand die Linie Kaiserslautern–Lauterecken. Von hier ging es 1896 weiter talabwärts in Richtung Nahetal nach Odernheim. In der Gegenrichtung konnte man ab 1904 bis Altenglan und unter Benutzung der Kuseler Bahn weiter von Glan-Münchweiler nach Homburg fahren.

Aus militärischen Gründen führte die Deutsche Reichsbahn 1936 die Kuseler Strecke weiter nach Schwarzerden und besaß nun ein Netz von 81 km Länge im heutigen Kreisgebiet. Davon wurde über die Hälfte stillgelegt:

  • 1951: Kusel – Pfeffelbach (– Schwarzerden), 9 km
  • 1981: Homburg – Jägersburg –  Waldmohr (– Homburg), 12 km
  • 1985: Altenglan – Lauterecken-Grumbach, 20 km
  • 1986: Lauterecken-Grumbach – Odenbach (– Staudernheim), 8 km

Wichtige Bahnhöfe im Kreis gebiet sind Altenglan, Glan-Münchweiler, Kusel, Lauterecken-Grumbach und Wolfstein.

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 62 PirmasensKuselBirkenfeld. Durch den Süden des Kreises führt außerdem ein kleines Stück der Bundesautobahn 6. Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 420 und B 423.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[5])

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

Waldmohr Dunzweiler Breitenbach (Pfalz) Schönenberg-Kübelberg Gries (Pfalz) Brücken (Pfalz) Dittweiler Altenkirchen (Pfalz) Ohmbach Frohnhofen Nanzdietschweiler Börsborn Steinbach am Glan Krottelbach Langenbach (Pfalz) Herschweiler-Pettersheim Wahnwegen Henschtal Hüffler Quirnbach/Pfalz Rehweiler Glan-Münchweiler Matzenbach Selchenbach Herchweiler Albessen Konken Ehweiler Schellweiler Etschberg Theisbergstegen Haschbach am Remigiusberg Kusel Blaubach Oberalben Dennweiler-Frohnbach Körborn Thallichtenberg Ruthweiler Reichweiler Pfeffelbach Rathsweiler Niederalben Ulmet Erdesbach Bedesbach Rammelsbach Altenglan Welchweiler Elzweiler Horschbach Bosenbach Rutsweiler am Glan Föckelberg Niederstaufenbach Oberstaufenbach Neunkirchen am Potzberg Jettenbach (Pfalz) Rothselberg Kreimbach-Kaulbach Wolfstein Rutsweiler an der Lauter Eßweiler Oberweiler im Tal Aschbach (Westpfalz) Hinzweiler Oberweiler-Tiefenbach Relsberg Hefersweiler Einöllen Reipoltskirchen Nußbach (Pfalz) Hoppstädten Kappeln (bei Lauterecken) Medard (Glan) Odenbach Adenbach Ginsweiler Cronenberg (bei Lauterecken) Hohenöllen Heinzenhausen Lohnweiler Lauterecken Unterjeckenbach Langweiler (bei Lauterecken) Merzweiler Homberg (bei Lauterecken) Herren-Sulzbach Grumbach (Glan) Kirrweiler (bei Lauterecken) Sankt Julian Hausweiler Wiesweiler Deimberg Buborn Glanbrücken Offenbach-Hundheim Nerzweiler Saarland Landkreis Birkenfeld Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz Landkreis Kaiserslautern ZweibrückenVerbandsgemeinden in KUS.svg
Über dieses Bild

(Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung *)

  1. Altenglan * (2726)
  2. Bedesbach (783)
  3. Bosenbach (727)
  4. Elzweiler (102)
  5. Erdesbach (601)
  6. Föckelberg (377)
  7. Horschbach (265)
  8. Neunkirchen am Potzberg (410)
  9. Niederalben (290)
  10. Niederstaufenbach (261)
  11. Oberstaufenbach (242)
  12. Rammelsbach (1567)
  13. Rathsweiler (153)
  14. Rutsweiler am Glan (308)
  15. Ulmet (707)
  16. Welchweiler (198)
  1. Börsborn (415)
  2. Glan-Münchweiler * (1233)
  3. Henschtal (342)
  4. Herschweiler-Pettersheim (1324)
  5. Hüffler (560)
  6. Krottelbach (700)
  7. Langenbach (455)
  8. Matzenbach (627)
  9. Nanzdietschweiler (1188)
  10. Quirnbach/Pfalz (454)
  11. Rehweiler (444)
  12. Steinbach am Glan (864)
  13. Wahnwegen (697)
  1. Albessen (137)
  2. Blaubach (382)
  3. Dennweiler-Frohnbach (275)
  4. Ehweiler (160)
  5. Etschberg (681)
  6. Haschbach am Remigiusberg (712)
  7. Herchweiler (513)
  8. Konken (758)
  9. Körborn (356)
  10. Kusel, Stadt * (4984)
  11. Oberalben (233)
  12. Pfeffelbach (927)
  13. Reichweiler (540)
  14. Ruthweiler (444)
  15. Schellweiler (486)
  16. Selchenbach (329)
  17. Thallichtenberg (567)
  18. Theisbergstegen (677)
  1. Adenbach (150)
  2. Aschbach (328)
  3. Buborn (154)
  4. Cronenberg (144)
  5. Deimberg (89)
  6. Einöllen (428)
  7. Eßweiler (404)
  8. Ginsweiler (321)
  9. Glanbrücken (489)
  10. Grumbach (458)
  11. Hausweiler (55)
  12. Hefersweiler (539)
  13. Heinzenhausen (272)
  14. Herren-Sulzbach (155)
  15. Hinzweiler (371)
  16. Hohenöllen (348)
  17. Homberg (211)
  18. Hoppstädten (284)
  19. Jettenbach (837)
  20. Kappeln (194)
  21. Kirrweiler (177)
  22. Kreimbach-Kaulbach (765)
  23. Langweiler (247)
  24. Lauterecken, Stadt * (2172)
  25. Lohnweiler (395)
  26. Medard (488)
  27. Merzweiler (173)
  28. Nerzweiler (126)
  29. Nußbach (604)
  30. Oberweiler im Tal (151)
  31. Oberweiler-Tiefenbach (291)
  32. Odenbach (844)
  33. Offenbach-Hundheim (1147)
  34. Reipoltskirchen (365)
  35. Relsberg (186)
  36. Rothselberg (675)
  37. Rutsweiler an der Lauter (373)
  38. Sankt Julian (1097)
  39. Unterjeckenbach (65)
  40. Wiesweiler (407)
  41. Wolfstein, Stadt (1930)
  1. Altenkirchen (Pfalz) (1311)
  2. Brücken (Pfalz) (2128)
  3. Dittweiler (829)
  4. Frohnhofen (535)
  5. Gries (998)
  6. Ohmbach (815)
  7. Schönenberg-Kübelberg * (5492)
  1. Breitenbach (1860)
  2. Dunzweiler (902)
  3. Waldmohr * (5138)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KUS zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Kusel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 162f (PDF)
  3. zum Kartenvergleich: alte Gemeindegrenzenkarte: Walther Hubatsch (Hg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Band 7, Marburg/Lahn, 1978, Karten-Anlage 8; neue Gemeindegrenzenkarte: Landesvermessungsamt Rheinland-Pfalz, Rheinland-Pfalz (Hg.): Übersichtskarte mit Gemeindegrenzen Ausgabe B, ISBN 3-89637-316-1
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  5. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)