Landkreis Ludwigslust

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Ludwigslust Deutschlandkarte, Position des Landkreises Ludwigslust hervorgehoben53.3811.23Koordinaten: 53° 23′ N, 11° 14′ O
Basisdaten (Stand 2011)
Bestandszeitraum: 1994–2011
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Verwaltungssitz: Ludwigslust
Fläche: 2.517 km²
Einwohner: 122.564 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: LWL
Kreisgliederung: 89 Gemeinden
Lage des Landkreises Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern
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Über dieses Bild

Der Landkreis Ludwigslust war ein Landkreis, der im Zuge der Kreisgebietsreform 2011 mit dem Landkreis Parchim zum neuen Landkreis Ludwigslust-Parchim zusammengelegt wurde.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis Ludwigslust war von 1994 bis 2011 nach Fläche und Einwohnerzahl der größte Landkreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern und lag in dessen Südwesten. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Nordwestmecklenburg und die kreisfreie Stadt Schwerin, im Osten der Landkreis Parchim, im Südosten der brandenburgische Landkreis Prignitz, im Süden der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg, im Südwesten der ebenfalls niedersächsische Landkreis Lüneburg und im Westen der schleswig-holsteinische Kreis Herzogtum Lauenburg. Von 1939 bis 1952 existierte bereits ein Landkreis gleichen Namens mit einer etwas anderen flächenmäßigen Ausdehnung.

Das ehemalige Kreisgebiet von Ludwigslust erreicht bei Boizenburg/Elbe und Dömitz die Elbe sowie im Norden die Landeshauptstadt Schwerin. Der Landkreis war ein typischer Sektoralkreis.

Geschichte[Bearbeiten]

1925 wurde in Mecklenburg-Schwerin aus den alten Ämtern Grabow und Ludwigslust das Amt Ludwigslust gebildet. 1933 wurde aus dem Amt Ludwigslust der Kreis Ludwigslust . Nachdem Mecklenburg-Schwerin mit Mecklenburg-Strelitz 1934 zu einem Land Mecklenburg vereinigt worden war, wurde 1939 die Bezeichnung des Kreises in Landkreis Ludwigslust geändert. Zum Landkreis gehörten 1939 99 Gemeinden mit 51.263 Einwohnern.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Landkreis zum Land Mecklenburg-Vorpommern in der Sowjetischen Besatzungszone. Der Name des Landes wurde 1947 in Mecklenburg geändert. Seit 1949 gehörte es zur DDR. Bei der Gebietsreform von 1952 wurde das Land Mecklenburg aufgelöst und der Landkreis Ludwigslust auf die neuen Kreise Ludwigslust und Parchim aufgeteilt, die beide dem Bezirk Schwerin zugeordnet wurden.

Der bis 2011 bestehende Landkreis Ludwigslust erhielt seine Gestalt 1994, als der Kreis Hagenow sowie die Ämter Rastow und Stralendorf des Kreises Schwerin-Land mit dem Kreis Ludwigslust vereinigt wurden.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Politischen Planungen nach sollte der Landkreis Ludwigslust in einem neu zu gründenden „Landkreis Westmecklenburg“ mit der Kreisstadt Schwerin, dem Landkreis Parchim und dem Landkreis Nordwestmecklenburg aufgehen. Nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 konnte das erste Reformgesetz als mit der Verfassung des Landes unvereinbar nicht umgesetzt werden. [2]

Im Zuge einer Kreisgebietsreform im Jahr 2011 ist der Landkreis Ludwigslust Teil des neuen Landkreises Ludwigslust-Parchim mit dem Kreissitz Parchim geworden. [3]

Religion[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden im ehemaligen Landkreis Ludwigslust gehören dem Kirchenkreis Parchim der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs an. Die katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Ludwigslust des Erzbistums Hamburg. Im Landkreis gibt es vier Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, sie gehören zum Teil zum Bezirk Schwerin und zum Teil zum Bezirk Elbe-Prignitz in der Gebietskirche Mecklenburg-Vorpommern, die dem Apostelbezirk Norddeutschland untersteht.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das ehemalige Kreisgebiet verlaufen die Bundesautobahnen 14 und 24 sowie die Eisenbahnhauptstrecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Schwerin und einige Nebenbahnen.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Ludwigslust bestand aus 53 Abgeordneten. Nach der letzten Kreistagswahl vom 7. Juni 2009 setzt er sich wie folgt zusammen:

Partei Sitze Kreistag LWL 2009.svg
CDU 17
SPD 14
LINKE 9
FDP 5
Bündnis Bauern und Ländlicher Raum (BBLR) 3
GRÜNE 2
NPD 2
Bürger für Ludwigslust (BfL) 1

Der Landkreis (Wahlkreisnummer 54) bestand aus 200 Wahlbezirken mit 106.524 Wahlberechtigten. Zur Wahl gingen 54.803 Bürger, die 4778 ungültige und 156.002 gültige Stimmen abgaben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 51,4 % (alle Daten aus 2009).[4]

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. Februar 1997 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 121 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt durch einen Wellenschnitt von Rot und Silber; oben ein schreitendes goldenes Pferd; unten drei fächerförmig zusammengewachsene grüne Eichenblätter.“

Das Wappen wurde von dem Glaisiner Manfred Sturzenbecher gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge des Landkreises Ludwigslust ist gleichmäßig längsgestreift von Gold (Gelb) und Grün. In der Mitte des Flaggentuchs liegt - auf jeweils fünf Neuntel der Höhe des goldenen (gelben) und des grünen Streifens übergreifend - das Wappen des Landkreises. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Am 3. September 2011 existieren die nachfolgend aufgeführten Städte und Gemeinden im Kreisgebiet (Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2010[5]).

Amtsfreie Gemeinden

  1. Boizenburg/Elbe, Stadt * (10.691)
  2. Hagenow, Stadt * (11.745)
  3. Lübtheen, Stadt (4542)
  4. Ludwigslust, Stadt * (12.319)

Ämter mit amtsangehörigen Städten und Gemeinden

Sitz der Amtsverwaltung *

  1. Bengerstorf (609)
  2. Besitz (460)
  3. Brahlstorf (716)
  4. Dersenow (456)
  5. Gresse (639)
  6. Greven (824)
  7. Neu Gülze (795)
  8. Nostorf (730)
  9. Schwanheide (730)
  10. Teldau (919)
  11. Tessin b. Boizenburg (412)
  1. Dömitz, Stadt * (3177)
  2. Grebs-Niendorf (674)
  3. Karenz (288)
  4. Malk Göhren (482)
  5. Malliß (1307)
  6. Neu Kaliß (1965)
  7. Vielank (1397)
  1. Balow (336)
  2. Brunow (351)
  3. Dambeck (280)
  4. Eldena (1256)
  5. Gorlosen (515)
  6. Grabow, Stadt * (5859)
  7. Karstädt (572)
  8. Kremmin (240)
  9. Milow (423)
  10. Möllenbeck (217)
  11. Muchow (347)
  12. Prislich (756)
  13. Steesow (196)
  14. Zierzow (422)
  1. Alt Zachun (369)
  2. Bandenitz (487)
  3. Belsch (241)
  4. Bobzin (288)
  5. Bresegard bei Picher (322)
  6. Gammelin (484)
  7. Groß Krams (195)
  8. Hoort (577)
  9. Hülseburg (168)
  10. Kirch Jesar (651)
  11. Kuhstorf (786)
  12. Moraas (480)
  13. Pätow-Steegen (392)
  14. Picher (688)
  15. Pritzier (484)
  16. Redefin (549)
  17. Setzin (517)
  18. Strohkirchen (312)
  19. Toddin (490)
  20. Warlitz (455)
  1. Alt Krenzlin (792)
  2. Bresegard bei Eldena (230)
  3. Göhlen (348)
  4. Groß Laasch (1010)
  5. Leussow (268)
  6. Lübesse (755)
  7. Lüblow (616)
  8. Rastow (1941)
  9. Sülstorf (895)
  10. Uelitz (427)
  11. Warlow (539)
  12. Wöbbelin (908)
  1. Blievenstorf (447)
  2. Brenz (531)
  3. Neustadt-Glewe, Stadt * (6547)
  1. Dümmer (1377)
  2. Holthusen (852)
  3. Klein Rogahn (1287)
  4. Pampow (2837)
  5. Schossin (266)
  6. Stralendorf * (1341)
  7. Warsow (656)
  8. Wittenförden (2658)
  9. Zülow (147)
  1. Körchow (822)
  2. Lehsen (346)
  3. Wittenburg, Stadt * (4834)
  4. Wittendörp (2973)
  1. Gallin (508)
  2. Kogel (606)
  3. Lüttow-Valluhn (815)
  4. Vellahn (2748)
  5. Zarrentin am Schaalsee, Stadt * (4655)

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

In den Jahren seit 1994 fanden im Gebiet des Landkreises Ludwigslust wie im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern umfangreiche Gebietsänderungen statt.

Aus den ursprünglich 13 Ämtern wurden nach Abschluss der Gebietsreform am 1. Januar 2005 neun Ämter. Die Städte Wittenburg und Grabow verloren ihre Amtsfreiheit, die Stadt Lübtheen wurde amtsfrei. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 123 auf 89.

Ämterauflösungen, Ämterfusionen[Bearbeiten]

Eingemeindungen, Gemeindeneubildungen[Bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten]

  • von Gemeinde Bresegard (in der Nähe von Eldena) zu Gemeinde Bresegard bei Eldena (7. Dezember 1995)
  • von Gemeinde Bresegard (in der Nähe von Picher) zu Gemeinde Bresegard bei Picher (7. Dezember 1995)
  • von Rüterberg („Dorfrepublik“ 1961 – 1989) zu Rüterberg („Dorfrepublik“ 1967 – 1989) (1. Juli 2001)
  • von Rüterberg („Dorfrepublik“ 1967 – 1989) zu Rüterberg (21. Oktober 2002)
  • von Zarrentin zu Zarrentin am Schaalsee (13. Juni 2004)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  2. Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 (PDF; 269 kB)
  3. http://www.mv-regierung.de/im/verwaltungsreform/redaktion/download.php?id=43&type=file
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.kreis-lwl.deWahlbekanntmachung des Kreiswahlleiters für die Kommunalwahlen - www.kreis-lwl.de
  5. Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 KB)