Landkreis Mühldorf am Inn
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern |
| Verwaltungssitz: | Mühldorf am Inn |
| Fläche: | 805,32 km² |
| Einwohner: |
106.803 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 133 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | MÜ |
| Kreisschlüssel: | 09 1 83 |
| NUTS: | DE21G |
| Kreisgliederung: | 31 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Töginger Str. 18 84453 Mühldorf a.Inn |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Georg Huber (CSU) |
| Lage des Landkreises Mühldorf am Inn in Bayern | |
Der Landkreis Mühldorf am Inn (amtlich: Landkreis Mühldorf a.Inn) ist ein Landkreis im Osten des Regierungsbezirks Oberbayern. Nachbarkreise sind im Norden die niederbayerischen Landkreise Landshut und Rottal-Inn, im Osten der Landkreis Altötting, im Süden der Landkreis Traunstein und der Landkreis Rosenheim, im Südwesten der Landkreis Ebersberg und im Westen der Landkreis Erding.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie[Bearbeiten]
Die Landschaft des Landkreises Mühldorf ist durch drei Räume geprägt, die sich recht deutlich unterscheiden. Nördlich der Linie Inn/Isen erstreckt sich das tertiäre Isar-Hügelland, das um 100 bis 150 m die Talsohlen von Inn und Isen überragt. An dieses Hügelland schließen sich im Süden und Südosten das breite Becken des unteren Inntals sowie die Niederterrassenfelder und die Deckenschotter-Ebenen zwischen Isen und Inn an. Diese Niederungslandschaft erstreckt sich von Ampfing bis zur Landkreisgrenze. Südlich der Isen und westlich von Ampfing, aber auch südlich von Kraiburg und Mühldorf erhebt sich die Hügellandschaft der eiszeitlichen Moränen des Alpenvorlandes.
Geschichte[Bearbeiten]
1802 wurde die Stadt Mühldorf, die seit 798 als Enklave zum Hochstift Salzburg gehörte, auf Grund der Pariser Mediationsakte Bayern einverleibt. 1803 wurde das Landgericht Mühldorf errichtet, das ab 1810 zum Isarkreis gehörte, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Im gleichen Jahr wurde das Landgericht Neumarkt an der Rott (seit dem 1. April 1934 Neumarkt-Sankt Veit) errichtet. Beide Landgerichte wurden 1862 zum Bezirksamt Mühldorf vereinigt, welches 1939 in Landratsamt Mühldorf umbenannt wurde.
Zum 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform die Gemeinden Haag, Gars, Kirchdorf, Reichertsheim, Rechtmehring und Maitenbeth (mit einer Gesamtfläche von 170,155 km²) vom ehemaligen Landkreis Wasserburg am Inn in den Landkreis Mühldorf eingegliedert, der somit seine heutige Ausdehnung erreichte.
Politik[Bearbeiten]
Kreistag[Bearbeiten]
Kreistagswahlen[Bearbeiten]
Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:
| 2002 | 2008 | |
|---|---|---|
| CSU | 32 | 29 |
| SPD | 12 | 9 |
| Unabhängige Wählergemeinschaft | 8 | 9 |
| Wählergemeinschaft Landkreis Mühldorf-West | 4 | 5 |
| GRÜNE | 3 | 4 |
| FDP | 1 | 2 |
| ödp | n.a | 2 |
| Gesamt | 60 | 60 |
Wappen[Bearbeiten]
Die amtliche Beschreibung des Landkreiswappens lautet: „Gespalten von Schwarz und Gold; vorne ein linksgewendeter rotgekrönter und bewehrter goldener Löwe, hinten ein rotbewehrter schwarzer Löwe.“
Das Wappen geht auf die geschichtliche Entwicklung, insbesondere die Gebiets- und Gerichtstreitigkeiten um Mühldorf zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Fürsterzbistum Salzburg, ein. Der goldene Löwe, das kurbayerische Symbol, wird mit dem schwarzen Löwen, dem salzburgischen Erzstiftswappen, verbunden[2].
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Im Landkreis ist eine sehr ausgeglichene Struktur vorhanden. Wichtige Standorte der Industrie sind die Stadt Waldkraiburg, wo ein Großteil der Industrie angesiedelt ist, sowie die „Allgäuer Alpenmilch“ München (bis 2003 zur Nestlé-Gruppe gehörend, seither eine Tochter der Hochwald Nahrungsmittel-Werke) mit ihrem Zweigwerk in Weiding bei Mühldorf am Inn.
Verkehr[Bearbeiten]
Drei Bundesstraßen durchqueren den Landkreis, die B 12 München – Mühldorf – Passau, die B 15 Regensburg – Haag – Rosenheim und die B 299 Vilsbiburg – Neumarkt-Sankt Veit – Altötting – Traunstein. Dem Durchgangsverkehr im Landkreis dienen 13 Staatsstraßen und 53 Kreisstraßen.
Entlastung insbesondere der überlasteten B 12 soll der Weiterbau der Bundesautobahn 94 von München zur Bundesautobahn 3 bei Passau bringen, die den Landkreis durchqueren wird. Diese ist bisher nur auf Teilabschnitten zwischen Marktl über Töging und weiter bis Heldenstein gebaut (Verkehrsfreigabe 4. Dezember 2012). Die Streckenführung der Verbindung von Heldenstein an das bereits gebaute Stück bei Pastetten war lange Jahre umstritten und bis in letzte Instanzen juristisch umkämpft. Obwohl mittlerweile Baurecht besteht und erste Brückenbaumaßnahmen erfolgten, bleibt eine zügige Autobahnanbindung Mühldorfs an München aufgrund weiteren Finanzierungsproblemen bis auf weiteres aus.
Ein weiterer geplanter autobahnähnlicher Neubau ist der Bau der Bundesstraße 15neu, welche von Rosenheim über Landshut nach Regensburg führen soll.
Unter der Bezeichnung Südostbayernbahn verkehren Züge der Deutschen Bahn AG vom Bahnhof der Kreisstadt, der erst 1871 eröffnet worden ist, in acht verschiedene Richtungen:
Von Anfang an war die Strecke München – Mühldorf – Simbach der Bayerischen Staatsbahn in Betrieb. Ihr folgte 1875 die Linie der AG der Bayerischen Ostbahnen nach Landau – Plattling über Neumarkt-St. Veit, wo 1879 die Staatsbahnverbindungen nach Passau und 1883 nach Landshut abzweigten.
Innaufwärts kam 1876 die Strecke nach Wasserburg–Rosenheim hinzu. Seit Mai 1994 ist sie nach einigen Jahren vorübergehender Stilllegung wieder in Betrieb.
Vom Jahre 1908 an fuhren auch Züge auf der Bahn in Richtung Freilassing, von der in der Folge auch Trassen nach Burghausen und Traunstein abzweigten.
Der Markt Haag in Oberbayern war von 1900 bis 1968 durch Personenzüge der Lokalbahn Thann-Matzbach–Haag mit der Hauptstrecke München – Mühldorf verbunden.
Das seit 1900 rund 96 km umfassende Eisenbahnnetz im Kreis wurde im Personenverkehr in den Jahren 1968/70 nur um 12 km reduziert, so dass ein relativ dichtes Angebot an Bahnstationen vorhanden ist.
Ein zum Teil zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke München – Mühldorf – Burghausen sind geplant und im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf vermerkt.
Der Güterverkehr wird überwiegend durch Railion und einige privaten Eisenbahnunternehmen betrieben.
Städte und Gemeinden[Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[3])
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Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Christian Dirninger: Wirtschaft und Leben in der Region Mühldorf a. Inn. Kreissparkasse Mühldorf, Altötting 2002
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website
- Literatur von Landkreis Mühldorf am Inn im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Landkreis Mühldorf am Inn: Wappengeschichte vom HdBG
- Landkreis Mühldorf am Inn: Amtliche Statistik des LStDV
- Website über den Landkreis Mühldorf am Inn
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