Landkreis Mühldorf am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Mühldorf am Inn Deutschlandkarte, Position des Landkreises Mühldorf am Inn hervorgehoben48.24107412.383252Koordinaten: 48° 14′ N, 12° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Mühldorf am Inn
Fläche: 805,32 km²
Einwohner: 107.363 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen:
Kreisschlüssel: 09 1 83
Kreisgliederung: 31 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Töginger Str. 18
84453 Mühldorf a.Inn
Webpräsenz: www.landkreis-muehldorf.de
Landrat: Georg Huber (CSU)
Lage des Landkreises Mühldorf am Inn in Bayern
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Der Landkreis Mühldorf am Inn (amtlich: Landkreis Mühldorf a.Inn) ist ein Landkreis im Osten des Regierungsbezirks Oberbayern.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Landschaft des Landkreises Mühldorf ist durch drei Räume geprägt, die sich recht deutlich unterscheiden. Nördlich der Linie Inn/Isen erstreckt sich das tertiäre Isar-Hügelland, das um 100 bis 150 m die Talsohlen von Inn und Isen überragt. An dieses Hügelland schließen sich im Süden und Südosten das breite Becken des unteren Inntals sowie die Niederterrassenfelder und die Deckenschotter-Ebenen zwischen Isen und Inn an. Diese Niederungslandschaft erstreckt sich von Ampfing bis zur Landkreisgrenze. Südlich der Isen und westlich von Ampfing, aber auch südlich von Kraiburg und Mühldorf erhebt sich die Hügellandschaft der eiszeitlichen Moränen des Alpenvorlandes.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Landshut, Rottal-Inn, Altötting, Traunstein, Rosenheim, Ebersberg und Erding.

Geschichte[Bearbeiten]

Landgerichte[Bearbeiten]

1802 wurde die Stadt Mühldorf, die seit 798 als Enklave zum Hochstift Salzburg gehörte, auf Grund der Pariser Mediationsakte Bayern einverleibt. 1803 wurde das Landgericht Mühldorf errichtet, das ab 1810 zum Isarkreis gehörte, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Im gleichen Jahr wurde das Landgericht Neumarkt an der Rott (seit dem 1. April 1934 Neumarkt-Sankt Veit) errichtet.

Bezirksamt[Bearbeiten]

Das Bezirksamt Mühldorf wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Mühldorf und Neumarkt an der Rott neu gebildet.[2]

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Mühldorf am Inn am 1. Januar 1880 Gemeinden des Bezirksamtes Wasserburg am Inn.

Landkreis[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Mühldorf am Inn.

Am 1. Oktober 1970 wurde die Gemeinde Mörmoosen des Landkreises Mühldorf am Inn in den Landkreis Altötting um- und in die Gemeinde Tüßling eingegliedert.

Zum 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform die Gemeinden Haag, Gars, Kirchdorf, Reichertsheim, Rechtmehring und Maitenbeth (mit einer Gesamtfläche von 170,155 km²) vom ehemaligen Landkreis Wasserburg am Inn in den Landkreis Mühldorf am Inn eingegliedert, der somit seine heutige Ausdehnung erreichte. Dafür verlor er einige Gemeinden an den Landkreis Erding.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2008 gewann der Landkreis Mühldorf am Inn knapp 16.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 17 %. Seit 2005 ist die Einwohnerentwicklung leicht rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Einwohner 35.238 46.085 53.553 77.512 73.060 83.915 92.882 105.793 108.480 110.930 110.248 107.363

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahlen[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

2002 2008 2014
CSU 32 29 28
Unabhängige Wählergemeinschaft 8 9 10
SPD 12 9 8
GRÜNE 3 4 6
Wählergemeinschaft Landkreis Mühldorf-West 4 5 5
ödp n.a 2 2
FDP 1 2 1
Gesamt 60 60 60

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Landkreis Muehldorf am Inn.png

Die amtliche Beschreibung des Landkreiswappens lautet: „Gespalten von Schwarz und Gold; vorne ein linksgewendeter rotgekrönter und bewehrter goldener Löwe, hinten ein rotbewehrter schwarzer Löwe.“

Das Wappen geht auf die geschichtliche Entwicklung, insbesondere die Gebiets- und Gerichtstreitigkeiten um Mühldorf zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Fürsterzbistum Salzburg, ein. Der goldene Löwe, das kurbayerische Symbol, wird mit dem schwarzen Löwen, dem salzburgischen Erzstiftswappen, verbunden[4].


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Landkreis ist eine sehr ausgeglichene Struktur vorhanden. Wichtige Standorte der Industrie sind die Stadt Waldkraiburg, wo ein Großteil der Industrie angesiedelt ist, sowie die „Allgäuer Alpenmilch“ München (bis 2003 zur Nestlé-Gruppe gehörend, seither eine Tochter der Hochwald Nahrungsmittel-Werke) mit ihrem Zweigwerk in Weiding bei Mühldorf am Inn.

Stadt Mühldorf am Inn

Verkehr[Bearbeiten]

Drei Bundesstraßen durchqueren den Landkreis, die B 12 MünchenMühldorfPassau, die B 15 RegensburgHaagRosenheim und die B 299 VilsbiburgNeumarkt-Sankt VeitAltöttingTraunstein. Dem Durchgangsverkehr im Landkreis dienen 13 Staatsstraßen und 53 Kreisstraßen.
Entlastung insbesondere der überlasteten B 12 soll der Weiterbau der Bundesautobahn 94 von München zur Bundesautobahn 3 bei Passau bringen, die den Landkreis durchqueren wird. Diese ist bisher nur auf Teilabschnitten zwischen Marktl über Töging und weiter bis Heldenstein gebaut (Verkehrsfreigabe 4. Dezember 2012). Die Streckenführung der Verbindung von Heldenstein an das bereits gebaute Stück bei Pastetten war lange Jahre umstritten und bis in letzte Instanzen juristisch umkämpft. Obwohl mittlerweile Baurecht besteht und erste Brückenbaumaßnahmen erfolgten, bleibt eine zügige Autobahnanbindung Mühldorfs an München aufgrund weiteren Finanzierungsproblemen bis auf weiteres aus.

Ein weiterer geplanter autobahnähnlicher Neubau ist der Bau der Bundesstraße 15neu, welche von Rosenheim über Landshut nach Regensburg führen soll.

Unter der Bezeichnung Südostbayernbahn verkehren Züge der Deutschen Bahn AG vom Bahnhof der Kreisstadt, der erst 1871 eröffnet worden ist, in acht verschiedene Richtungen:

Von Anfang an war die Strecke München – Mühldorf – Simbach der Bayerischen Staatsbahn in Betrieb. Ihr folgte 1875 die Linie der AG der Bayerischen Ostbahnen nach Landau – Plattling über Neumarkt-St. Veit, wo 1879 die Staatsbahnverbindungen nach Passau und 1883 nach Landshut abzweigten.

Innaufwärts kam 1876 die Strecke nach Wasserburg–Rosenheim hinzu. Seit Mai 1994 ist sie nach einigen Jahren vorübergehender Stilllegung wieder in Betrieb.

Vom Jahre 1908 an fuhren auch Züge auf der Bahn in Richtung Freilassing, von der in der Folge auch Trassen nach Burghausen und Traunstein abzweigten.

Der Markt Haag in Oberbayern war von 1900 bis 1968 durch Personenzüge der Lokalbahn Thann-Matzbach–Haag mit der Hauptstrecke München – Mühldorf verbunden.

Das seit 1900 rund 96 km umfassende Eisenbahnnetz im Kreis wurde im Personenverkehr in den Jahren 1968/70 nur um 12 km reduziert, so dass ein relativ dichtes Angebot an Bahnstationen vorhanden ist.

Ein zum Teil zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke München – Mühldorf – Burghausen sind geplant und im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf vermerkt.

Der Güterverkehr wird überwiegend durch Railion und einige privaten Eisenbahnunternehmen betrieben.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012[5])

Städte

  1. Mühldorf am Inn (17.296)
  2. Neumarkt-Sankt Veit (6036)
  3. Waldkraiburg (21.663)

Märkte

  1. Buchbach (3046)
  2. Gars am Inn (3741)
  3. Haag in Oberbayern (6226)
  4. Kraiburg am Inn (3928)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Mühldorfer Hart

Gemeinden

  1. Ampfing (6129)
  2. Aschau am Inn (3089)
  3. Egglkofen (1202)
  4. Erharting (904)
  5. Heldenstein (2433)
  6. Jettenbach (701)
  7. Kirchdorf (1341)
  8. Lohkirchen (693)
  9. Maitenbeth (1916)
  10. Mettenheim (3378)
  11. Niederbergkirchen (1203)
  12. Niedertaufkirchen (1289)
  13. Oberbergkirchen (1616)
  14. Oberneukirchen (848)
  15. Obertaufkirchen (2410)
  16. Polling (3288)
  17. Rattenkirchen (952)
  18. Rechtmehring (1833)
  19. Reichertsheim (1630)
  20. Schönberg (972)
  21. Schwindegg (3455)
  22. Taufkirchen (1352)
  23. Unterreit (1692)
  24. Zangberg (1101)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Gars am Inn
    (Markt Gars am Inn und Gemeinde Unterreit)
  2. Heldenstein
    (Gemeinden Heldenstein und Rattenkirchen)
  3. Kraiburg am Inn
    (Markt Kraiburg am Inn und Gemeinden Jettenbach und Taufkirchen)
  4. Maitenbeth
    (Gemeinden Maitenbeth und Rechtmehring)
  5. Neumarkt-Sankt Veit
    (Stadt Neumarkt-Sankt Veit und Gemeinde Egglkofen)
  6. Oberbergkirchen
    (Gemeinden Lohkirchen, Oberbergkirchen, Schönberg und Zangberg)
  7. Polling
    (Gemeinden Oberneukirchen und Polling)
  8. Reichertsheim
    (Gemeinden Kirchdorf und Reichertsheim)
  9. Rohrbach
    (Gemeinden Erharting, Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen)
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinMunicipalities in MÜ.svg
Über dieses Bild

Geotope[Bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich 14 (Stand September 2013) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 524.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. Christian Dirninger: Wirtschaft und Leben in der Region Mühldorf a. Inn. Kreissparkasse Mühldorf, Altötting 2002
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Mühldorf am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien