Landkreis Mansfelder Land

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Wappen Karte
Wappen des Landkreises Mansfelder Land Lage des Landkreises Mansfelder Land in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Eisleben, Lutherstadt
Fläche: 758,71 km²
Einwohner: 98.538 (31. Dezember 2006)
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Kreisschlüssel: 15 2 60
Kfz-Kennzeichen: ML
Kreisgliederung: 59 Gemeinden
Letzter Landrat: Hans-Peter Sommer (CDU)
Karte
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Über dieses Bild
Kreistagswahl 2004[1]
Wahlbeteiligung: 43,0 % (1999: 52,8 %)
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1999
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
i 2004: Offensive D (0,4 %)

Der Landkreis Mansfelder Land war ein Landkreis im Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt mit dem Landkreis Sangerhausen zum neuen Landkreis Mansfeld-Südharz fusioniert. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Aschersleben-Staßfurt und der Landkreis Bernburg, im Osten der Saalkreis, im Süden die Landkreise Merseburg-Querfurt und Sangerhausen und im Westen der Landkreis Quedlinburg.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gebiet des Landkreises Mansfelder Land befand sich im östlichen Harzvorland. Der Landkreis umfasste auch Gebiete, die über das historische Mansfelder Land hinausgehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Mansfelder Land war geprägt vom Jahrhunderte andauernden Kupferabbau. Um 1200 entdeckten die beiden Goslarer Bergleute Nappian und Neucke in der Nähe von Hettstedt Vorkommen von Kupfererz. Daraufhin setzte eine große bergbauliche Entwicklung ein, die das Gesicht der Region nachhaltig prägte.

1989 wurden mit den Bernhard-Koenen-Schächten I und II in Niederröblingen und Nienstedt und dem Thomas-Müntzer-Schacht bei Sangerhausen die letzten Kupferbergbauschächte in der Region stillgelegt, nachdem sich der Kupferbergbau schon zwischen 1960 und 1970 aus der sogenannten Mansfelder Mulde (Landkreis Mansfelder Land) in die Sangerhäuser Mulde (Landkreis Sangerhausen) verlagert hatte. Große Abraumhalden mit teilweise mehr als 100 Metern Höhe werden auch in Zukunft von der einst wichtigen Bedeutung des Kupfers für diese Region künden.

Der Landkreis Mansfelder Land entstand im Zuge der Kreisreform in Sachsen-Anhalt aus den beiden ehemaligen Landkreisen Hettstedt und Eisleben, die wiederum nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Vorgängerkreisen „Mansfelder Gebirgskreis“ und „Mansfelder Seekreis“ gebildet wurden.

Historisch leitete sich die Bezeichnung aus dem Namen der vormaligen Grafschaft Mansfeld ab.

Die Entstehung der Grafschaft Mansfeld lässt sich bis in die Zeit von Karl dem Großen zurückverfolgen. Nach der Sage wollte sich der Kaiser gegenüber einem Lehnsmann erkenntlich zeigen und ihm für seinen Dienst ein Stück Land von der Größe überlassen, die dieser mit einem Sacke Korn bestellen kann. Der Lehnsmann schnitt ein winziges Loch in den Sack und ritt mit seinem Pferd auf dem Kamm der Mansfelder Mulde rings um das Gebiet der künftigen Grafschaft, eine dünne Spur Kornsamen hinterlassend. Als der Lehnsmann mit dem leeren Sacke wieder vor den Kaiser trat, soll dieser lachend gesagt haben: Es sei dieses Mannes Feld.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Landkreis wurde von den Eisenbahnstrecken MagdeburgSangerhausenErfurt, Halle (Saale)Kassel sowie Halle (Saale)Halberstadt durchquert.

Des Weiteren lag im damaligen Kreisgebiet das Streckennetz der Mansfelder Bergwerksbahn, die zwischen Benndorf und Hettstedt als älteste betriebsfähige Schmalspurbahn Deutschlands im Museumsbetrieb verkehrt.

Durch den Landkreis Mansfelder Land führten die Bundesstraßen 180, 80, 86 und 242.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Einheitsgemeinden

  1. Mansfeld, Stadt (8.841)

Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Verwaltungsgemeinschaft

  1. Augsdorf (589)
  2. Burgsdorf (204)
  3. Freist (353)
  4. Friedeburg (Saale) (499)
  5. Friedeburgerhütte (256)
  6. Gerbstedt, Stadt * (2.993)
  7. Heiligenthal (826)
  8. Hübitz (377)
  9. Ihlewitz (343)
  10. Klostermansfeld (2.740)
  11. Rottelsdorf (346)
  12. Siersleben (1.554)
  13. Welfesholz (210)
  14. Zabenstedt (222)
  1. Hettstedt, Stadt * (15.379)
  2. Ritterode (344)
  3. Walbeck (906)
  1. Bischofrode (715)
  2. Hedersleben (990)
  3. Lutherstadt Eisleben * (23.789)
  4. Osterhausen (1.052)
  5. Schmalzerode (287)
  1. Ahlsdorf (1.860)
  2. Benndorf (2.447)
  3. Bornstedt (945)
  4. Helbra * (4.572)
  5. Hergisdorf (1.829)
  6. Wimmelburg (1.337)
  1. Amsdorf (531)
  2. Aseleben (523)
  3. Dederstedt (446)
  4. Erdeborn (1.089)
  5. Hornburg (384)
  6. Lüttchendorf (639)
  7. Neehausen (275)
  8. Röblingen am See * (3.059)
  9. Seeburg (590)
  10. Stedten (1.062)
  11. Wansleben am See (1.815)
  1. Abberode (374)
  2. Alterode (528)
  3. Arnstedt (590)
  4. Braunschwende (584)
  5. Bräunrode (477)
  6. Friesdorf (368)
  7. Greifenhagen (271)
  8. Harkerode (337)
  9. Hermerode (127)
  10. Molmerswende (256)
  11. Quenstedt * (846)
  12. Ritzgerode (87)
  13. Sandersleben, Stadt (1.988)
  14. Stangerode (365)
  15. Sylda (522)
  16. Ulzigerode (200)
  17. Welbsleben (743)
  18. Wiederstedt (1.105)
  19. Wippra (1.552)

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Seit 1995 fanden im Landkreis Mansfelder Land viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich 12 Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch 6 Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 72 auf 59.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Änderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

  • Auflösung der Gemeinde Volkstedt - Eingemeindung nach Eisleben (1. Januar 2004)
  • Auflösung der Gemeinden Rothenschirmbach und Wolferode - Eingemeindung nach Eisleben (1. Januar 2005)
  • Auflösung der Gemeinden Polleben und Unterrißdorf - Eingemeindung nach Eisleben (1. Januar 2006)

Namensänderungen[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen ML zugewiesen. Es wurde im Landkreis Mansfeld-Südharz bis zum 30. September 2007 ausgegeben. Dort ist es seit dem 27. November 2012 wieder erhältlich.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Teilkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Teilkreis Hettstedt A bis N 1 bis 999
AA bis NZ 1 bis 99
Teilkreis eisleben P bis Z 1 bis 999
PA bis ZZ 1 bis 99

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw04/erg/kreis/kw.15260.ergtab.frame.html

Weblinks[Bearbeiten]