Landkreis Mecklenburg-Strelitz

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Landkreis Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern; zum mecklenburgischen Teilherzogtum, Teilgroßherzogtum und den Freistaat Mecklenburg-Strelitz siehe Mecklenburg-Strelitz; zur gleichnamigen Linie des mecklenburgischen Fürstenhauses siehe Haus Mecklenburg-Strelitz.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Mecklenburg-Strelitz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Mecklenburg-Strelitz hervorgehoben53.4413.29Koordinaten: 53° 26′ N, 13° 17′ O
Basisdaten (Stand 2011)
Bestandszeitraum: 1994–2011
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Verwaltungssitz: Neustrelitz
Fläche: 2.090 km²
Einwohner: 77.509 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: MST
Kreisschlüssel: 13 0 55
Kreisgliederung: 53 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Woldegker Chaussee 35
17235 Neustrelitz
Landrat: Heiko Kärger (CDU)
Lage des Landkreises Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis Müritz Polen Königreich Dänemark Schleswig-Holstein Niedersachsen Brandenburg Sachsen-Anhalt Greifswald Neubrandenburg Rostock Schwerin Stralsund Wismar Landkreis Bad Doberan Landkreis Demmin Landkreis Güstrow Landkreis Ludwigslust Landkreis Mecklenburg-Strelitz Landkreis Rügen Landkreis Nordvorpommern Landkreis Ostvorpommern Landkreis Uecker-Randow Landkreis Parchim Landkreis NordwestmecklenburgKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz war ein Landkreis, der seit 1994 existierte und im Zuge der Kreisgebietsreform 2011 im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte aufgegangen ist.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Demmin und der Landkreis Ostvorpommern, im Nordosten der Landkreis Uecker-Randow, im Osten und Südosten der brandenburgische Landkreis Uckermark, im Süden die ebenfalls brandenburgischen Landkreise Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin und im Westen der Landkreis Müritz. Die kreisfreie Stadt Neubrandenburg schneidet im Norden einen schmalen Streifen aus dem Kreisgebiet.

Das Gebiet des Landkreises bildet den südöstlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Neben dem Naturpark Feldberger Seenlandschaft, der vollständig im Kreisgebiet liegt, hat der Landkreis Anteile am Müritz-Nationalpark.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz wurde 1994 im Zuge einer Gebietsreform des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern durch Zusammenlegung der Landkreise Neubrandenburg (NB), Neustrelitz (NZ) sowie des größten Teils des Landkreises Strasburg (SBG) gebildet. Er führt seither den Namen und benutzte zunächst auch das Wappen des historischen Territoriums Mecklenburg-Strelitz, welches von 1701 bis 1918 als (Teil-) Herzogtum des mecklenburgischen Staates, 1919 bis 1933 als Freistaat existierte. Er steht aber nicht in dessen Rechtsnachfolge.[1]

Der Landkreis Mecklenburg-Strelitz umfasste ca. 71 % der Fläche des früheren Freistaates, inbegriffen den größten Gebietsteil (ca. 82 %) der ehemaligen Herrschaft Stargard, jedoch nicht das bis 1933 zu Mecklenburg-Strelitz gehörige Fürstentum Ratzeburg.

Politischen Planungen zufolge sollte der Landkreis Mecklenburg-Strelitz in einem neu zu gründenden „Kreis Mecklenburgische Seenplatte“ mit der Kreisstadt Neubrandenburg und weiteren Teilen Vorpommerns und des Landkreises Müritz aufgehen. Nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 konnte das Reformgesetz als mit der Verfassung des Landes unvereinbar nicht umgesetzt werden.[2]

Im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 ging der Landkreis Mecklenburg-Strelitz im gegenüber der ursprünglichen Planung leicht veränderten neuen Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auf.

Religion[Bearbeiten]

18,4 % der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern bekennen sich zur evangelisch-lutherischen Kirche und 3,4 % zur katholischen Kirche. Der überwiegende Teil der Bevölkerung (rund 78,2 %) ist konfessionslos. (laut Statistik der EKD, Stand 2004).[3]

Im Landkreis Mecklenburg-Strelitz gibt es 36 evangelisch-lutherische Kirchgemeinden mit über 160 Kirchgebäuden. Diese gehören zum Kirchenkreis Stargard der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Die katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Neubrandenburg des Erzbistums Hamburg. Im Landkreis gibt es fünf Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, sie gehören zum Bezirk Neubrandenburg in der Gebietskirche Mecklenburg-Vorpommern, die dem Apostelbezirk Norddeutschland untersteht.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009
Wahlbeteiligung: 51,1 %
 %
40
30
20
10
0
36,5 %
24,8 %
22,1 %
10,8 %
4,3 %
1,5 %
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,2 %p
+2,6 %p
+1,5 %p
+3,3 %p
+1,2 %p
-0,8 %p
-0,7 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 2004: PDS
f Zusammengefasstes Ergebnis aller angetretenen Einzelbewerber

Der letzte Kreistag des Landkreises Mecklenburg-Strelitz bestand aus 47 Abgeordneten. Seit der Wahl vom 7. Juni 2009 setzte er sich wie folgt zusammen:

Partei Sitze
CDU 17
LINKE 12
SPD 11
FDP 5
GRÜNE 2

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Landräte[Bearbeiten]

  • 1994–2001: Bernd-Michael Kautz (SPD)
  • 2001–2002: Elmar Schaubs (CDU)
  • 2002–2009: Kathrin Dollinger-Knuth (CDU)
  • 2009–2011: Heiko Kärger (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Februar 1996 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 98 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten und halbgeteilt; vorn in Blau eine gezinnte silberne Mauer mit einem spitzbedachten Zinnenturm; hinten oben in Gold ein hersehender schwarzer Stierkopf mit geöffnetem Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, silbernen Hörnern und abgerissenem Halsfell, dessen Randung bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt; hinten unten in Rot ein silbernes Malteserkreuz.“

Das Wappen wurde von der Teschendorferin Margret Lüdtke gestaltet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Eine wichtige Einkommensquelle in der Region ist der Fremdenverkehr.

Im Landkreis Mecklenburg-Strelitz befindet sich seit dem 13. Februar 2004 das Weinbaugebiet Stargarder Land, das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands. Gemäß der Weinverordnung gilt für die Standorte Schloss Rattey und Burg Stargard die Bezeichnung Mecklenburger Landwein.

Mecklenburg-Strelitz gehört laut der Rangliste des Wirtschaftsmagazins Focus Money zu den wirtschaftsschwächsten Landkreisen in Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet verlaufen die Lloydbahn (NeustrelitzRostock), die Berliner Nordbahn (Berlin–Neustrelitz–NeubrandenburgStralsund) und die Bahnstrecke Mirow–Neustrelitz. Viele kleinere Bahnhöfe wurden seit der Wende aufgegeben.

Auf der Bahnstrecke Neustrelitz–Feldberg findet seit Mai 2000 kein regelmäßiger Personenverkehr mehr statt. Auf der Fortsetzung der Bahnstrecke Neustrelitz–Mirow in Richtung Wittstock/Dosse wurde der Verkehr im Mai 1998 abbestellt und der Abschnitt im Jahr 2000 stillgelegt.

Busverbindungen[Bearbeiten]

Aufgrund der dünnen Besiedelung des Landkreises besteht nur ein relativ geringes Busangebot. Abseits der Hauptlinien verkehren die Busse meist nur an Schultagen bzw. in den Schulferien nur an bestimmten Tagen, an den Wochenenden meist gar nicht.

Das für diesen Landkreis gut geeignete TaxiBus-System ist wenig verbreitet, nur auf einzelnen Linien wird an machen Tagen ein sogenannter Taxibus/Rufbus eingesetzt, welcher auf telefonische Voranmeldung verkehrt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch den Landkreis verlaufen mehrere Bundesstraßen, im Nordosten berührt die Bundesautobahn 20 den Landkreis Mecklenburg-Strelitz.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Auf den Seen der Mecklenburgischen Seenplatte findet Ausflugsschifffahrt statt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2010[4])

Amtsfreie Gemeinden

  1. Feldberger Seenlandschaft (Sitz: Feldberg) (4651)
  2. Neustrelitz, Stadt * (21.207)

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden/Städten * Sitz der Amtsverwaltung

  1. Datzetal (904)
  2. Eichhorst (507)
  3. Friedland, Stadt * (6544)
  4. Galenbeck (1243)
  5. Genzkow (142)
  6. Glienke (162)
  1. Mirow, Stadt * (3423)
  2. Priepert (331)
  3. Roggentin (683)
  4. Wesenberg, Stadt (3051)
  5. Wustrow (734)
  1. Blankensee (1760)
  2. Blumenholz (821)
  3. Carpin (922)
  4. Godendorf (236)
  5. Grünow (316)
  6. Hohenzieritz (485)
  7. Klein Vielen (718)
  8. Kratzeburg (562)
  9. Möllenbeck (729)
  10. Userin (681)
  11. Wokuhl-Dabelow (571)
  1. Beseritz (145)
  2. Blankenhof (687)
  3. Brunn (1115)
  4. Neddemin (338)
  5. Neuenkirchen (1148)
  6. Neverin * (1094)
  7. Sponholz (756)
  8. Staven (453)
  9. Trollenhagen (945)
  10. Woggersin (562)
  11. Wulkenzin (1504)
  12. Zirzow (332)
  1. Burg Stargard, Stadt * (5002)
  2. Cammin (313)
  3. Cölpin (814)
  4. Groß Nemerow (1205)
  5. Holldorf (790)
  6. Lindetal (1244)
  7. Pragsdorf (499)
  1. Groß Miltzow (1160)
  2. Helpt (359)
  3. Kublank (163)
  4. Mildenitz (512)
  5. Neetzka (264)
  6. Petersdorf (166)
  7. Schönbeck (419)
  8. Schönhausen (263)
  9. Voigtsdorf (110)
  10. Woldegk, Stadt * (3764)

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

In den Jahren seit 1994 fanden im Gebiet des Landkreises Mecklenburg-Strelitz wie im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern umfangreiche Gebietsänderungen statt.

Aus den ursprünglich 8 Ämtern wurden nach Abschluss der Gebietsreform am 1. Januar 2005 6 Ämter. Die Städte Burg Stargard und Friedland verloren ihre Amtsfreiheit. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 81 auf 55.

Ämterauflösungen, Ämterfusionen[Bearbeiten]

Eingemeindungen, Gemeindeneubildungen[Bearbeiten]

Namensänderung[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 12. Juni 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen MST zugewiesen. Es wird im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit Ausnahme der Stadt Neubrandenburg durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Mecklenburg-Strelitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ab 1934 bestand auf seinem Gebiet der Landkreis Stargard, welcher durch seinen Namen an die mittelalterliche Herrschaft Stargard anknüpfte.
  2. Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 (PDF; 269 kB)
  3. Evangelische Kirche in Deutschland: Kirchenmitgliederzahlen am 31. Dezember 2004. EKD, 2005, (PDF; 0,4 MB)
  4. Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 KB)