Landkreis Neunkirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Neunkirchen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Neunkirchen hervorgehoben49.387.12Koordinaten: 49° 23′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Ottweiler
Fläche: 249,21 km²
Einwohner: 133.222 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 535 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NK
Kreisschlüssel: 10 0 43
Kreisgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wilhelm-Heinrich-Straße 36
66564 Ottweiler
Webpräsenz: www.landkreis-neunkirchen.de
Landrätin: Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD)
Lage des Landkreises Neunkirchen im Saarland
Landkreis Saarlouis Saarpfalz-Kreis Landkreis St. Wendel Landkreis Neunkirchen Regionalverband Saarbrücken Landkreis Merzig-Wadern Rheinland-Pfalz Luxemburg FrankreichKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Neunkirchen ist ein Landkreis im Saarland. Der Landkreis ist seit 1985 Deutschlands erster und einziger Rosenkreis mit über 20.000 Rosenstöcken in neun Rosengärten.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Landschaft des Landkreises Neunkirchen gehört hauptsächlich zum Saar-Nahe-Bergland. Der größte See des Landkreises liegt im Naherholungsgebiet Itzenplitz Heiligenwald.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Kusel (in Rheinland-Pfalz), Saarpfalz-Kreis, Regionalverband Saarbrücken,Saarlouis und St. Wendel (alle im Saarland).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Grundstein für den heutigen Landkreis Neunkirchen wurde gelegt, als im Jahre 1545 die Grafschaft Saarbrücken unter den Söhnen des Grafen Johann Ludwig aufgeteilt wurde. Unter wechselnden Namen wie Herrschaft Ottweiler (1544 bis 1611), Amt Ottweiler bzw. Oberamt Ottweiler (1611 bis 1798) und unter napoleonischer Herrschaft Kanton Ottweiler (1798 bis 1800) existierte die Gebietseinheit bis 1814.

Mit Datum vom 30. Juni 1814 entstand im Rahmen einer Neugliederung der Landkreis Ottweiler. Er wurde von einem Kreisdirektor geleitet und erstreckte sich über eine Fläche von 1186 km2 mit 63.517 Einwohnern. Bereits zwei Jahre später, am 1. Juli 1816, wurde die umfangreiche Fläche auf Beschluss des Wiener Kongresses verändert. Es entstand der neue Kreis Ottweiler und es wurde gemäß preußischer Verwaltungsordnung an seine Spitze ein Landrat gestellt. Sitz der Kreisverwaltung war Ottweiler, wo auch der Wohnsitz des Landrates war.

Nach dem Ersten Weltkrieg (Versailler Vertrag) wurde das Saargebiet und mit ihm der Landkreis Ottweiler vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920 unter Völkerbundmandat gestellt. 1946 wurde das Kreisgebiet verändert. Anlässlich der Gebiets- und Kreisreform des Saarlandes wurde der Landkreis am 1. Januar 1974 in Landkreis Neunkirchen umbenannt. Am selben Tag kam es zu einem Gebietsaustausch mit dem Landkreis St. Wendel. Der Landkreis gewann Ortsteile von Gemeinden des Landkreises Homburg hinzu und trat vier Gemeinden an den Landkreis Saarlouis ab.[3] Die Kreisverwaltung verblieb in Ottweiler. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Neunkirchen noch sieben Gemeinden, darunter zwei Städte. Die größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Neunkirchen, zugleich zweitgrößte Stadt des Saarlandes, die kleinste Gemeinde ist Merchweiler.

Religion[Bearbeiten]

Da in der gesamten Grafschaft Saarbrücken 1575 die Reformation nach dem lutherischen Bekenntnis eingeführt wurde, war ab diesem Zeitpunkt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung evangelisch. Erst in der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts begann sich durch den großen Zuzug von Bergleuten und Hüttenarbeitern das konfessionelle Verhältnis zu verschieben. Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehört seit der Saarbrücker Union der ehemals lutherischen Landeskirche der Grafschaft mit den reformierten Gemeinden in Saarbrücken und Ludweiler im Jahre 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 nannte sie sich Evangelische Kirche der altpreußischen Union; APU), und dort zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. 1947 wandelte sich die Kirchenprovinz in eine selbständige Landeskirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, blieb danach aber Gliedkirche der APU, die 1953 bis 2003 unter dem vereinfachten Namen Evangelische Kirche der Union fortbestand.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 50,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,9 %
36,2 %
7,4 %
1,9 %
4,4 %
6,3 %
2,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,3 %p
+2,6 %p
-6,8 %p
-4,0 %p
-0,6 %p
+6,3 %p
+2,9 %p
Sitzverteilung im Kreistag
2
14
1
1
13
2
14 13 
Von 33 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
%
1994
%
1989
%
1984
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,9 14 41,2 14 43,0 16 50,2 51,5 50,7 50,7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,2 13 33,6 11 44,3 17 43,4 33,2 33,0 39,1
Die Linke Die Linke 7,4 2 14,2 5 3,6 0 - - -
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,4 1 5,0 1 5,0 0 3,9 6,3 5,3 5,6
FDP Freie Demokratische Partei 1,9 0 5,9 2 4,2 0 2,5 2,5 4,2 3,6
FWG Freie Wählergruppe - - - - - - - 2,3 - -
AfD Alternative für Deutschland 6,3 2 - - - - - - - -
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 2,9 - - - - - - - - -
REP Die Republikaner - - - - 3,8 5,2 -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands - - - - - - 0,9
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 100,0 100,0 100,0
Wahlbeteiligung in % 50,1 58,1 54,8 59,1 73,1 77,9 77,1

[4] [5]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1814-1815: Wilhelm (?) Karsch
  • 1815-1816: Philipp Siebenpfeifer
  • 1816-1825: Joseph Schönberger
  • 1825-1842: Carl von Rohr
  • 1842-1851: Richard Linz
  • 1851-1860: Otto Freiherr von Wittenhorst-Sonsfeld
  • 1860-1871: Eugen von Schlechtendal
  • 1871-1876: Ferdinand von Helldorff
  • 1876-1883: Hugo Freiherr von Richthofen
  • 1883-1885: Maximilian von Voss
  • 1885-1892: Woldemar Tenge-Rietberg
  • 1892-1895: Dietrich von Harlem
  • 1896-1909: Maximilian Freiherr Laur von Münchhofen
  • 1909-1916: Carl von Halfern
  • 1916-1916: Herbert Besser (vertretungsweise)
  • 1916-1919: Waldemar Moritz
  • 1919-1920: Friedrich Vogeler
  • 1920-1945: Maximilian Josef Eugen Rech
  • 05/1945 - 07/45: Franz-Heinrich Strauß
  • 08/1945 - 06/1946: N. Steines
  • 07/1946 - 09/1946: Franz-Heinrich Strauß
  • 1946-1947: N. Buschlinger
  • 1948-1951: Peter Scherer
  • 1951-1961: Johannes Dierkes
  • 1965-1966: Rudolf Hock
  • 1966-1985: Günter Schwehm (CDU)
  • 1985-2011: Rudolf Hinsberger (SPD)
  • 2011-heute: Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nach einem Sozialbericht der Kreisverwaltung sind ca. zehn Prozent der Bevölkerung des Landkreises von Armut bedroht. Mehr als acht Prozent bezogen Ende 2009 Arbeitslosengeld II. 2100 Menschen im Kreis sind trotz Erwerbstätigkeit auf staatliche Hilfe angewiesen.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 8 Pirmasens - Saarlouis berührt, ebenso bei Illingen und Eppelborn von der A 1 Saarbrücken - Koblenz. Ferner wird der Landkreis durch Bundes- und Landesstraßen erschlossen. Die wichtigste Bundesstraße ist die B 41 Neunkirchen - St. Wendel.

Bildung[Bearbeiten]

Der Landkreis ist Träger von 15 weiterführenden Schulen:

Gymnasien

Gesamtschulen

  • Biedersbergschule Neunkirchen
  • Gesamtschule Neunkirchen
  • Gesamtschule Schiffweiler

Erweiterte Realschulen

  • Erweiterte Realschule Illingen
  • Freiherr-vom-Stein-Schule (Neunkirchen)
  • Anton-Hansen-Schule (Ottweiler)
  • Maximilian-Kolbe-Schule (Neunkirchen)


  • Kerpenschule Uchtelfangen
  • Erweiterte Realschule Merchweiler
  • Erweiterte Realschule Eppelborn
  • Erweiterte Realschule Spiesen - Elversberg

In der Kreisstadt Neunkirchen ist ein Technisch-Gewerbliches, Sozialpflegerisches und Kaufmännisches Berufsbildungszentrum (BBZ) angesiedelt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Eppelborn Illingen (Saar) Merchweiler Schiffweiler Ottweiler Spiesen-Elversberg Neunkirchen (Saar) Rheinlan-Pfalz Landkreis St. Wendel Landkreis Saarlouis Regionalverband Saarbrücken Saarpfalz-KreisMunicipalities in NK.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2013[7])

Städte

  1. Neunkirchen, Kreisstadt (45.602)
  2. Ottweiler (14.680)

Gemeinden

  1. Eppelborn (17.337)
  2. Illingen (16.573)
  3. Merchweiler (10.093)
  4. Schiffweiler (15.754)
  5. Spiesen-Elversberg (13.183)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde dem neuen Landkreis das seit dem 1. Januar 1968 für die Mittelstadt Neunkirchen gültige Unterscheidungszeichen NK zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus der Stadt Neunkirchen Kennzeichen mit den Buchstaben A bis Z und den Zahlen von 1 bis 999 sowie mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99. Die Fahrzeuge aus dem übrigen Landkreis erhielten Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen 100 bis 999.

Das Unterscheidungszeichen OTW wurde bis zum 28. Februar 1974 ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Neunkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. Website „Rosenkreis Neunkirchen“ der Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 805.
  4. [1]
  5. [2]
  6. Gunther Thomas: Kreisverwaltung legt Sozialbericht vor, Saarbrücker Zeitung, 16. November 2011.
  7. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB)