Landkreis Osnabrück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Osnabrück Deutschlandkarte, Position des Landkreises Osnabrück hervorgehoben52.388.05Koordinaten: 52° 23′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Osnabrück
Fläche: 2.121,59 km²
Einwohner: 350.444 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OS
Kreisschlüssel: 03 4 59
Kreisgliederung: 34 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
Webpräsenz: www.landkreis-osnabrueck.de
Landrat: Michael Lübbersmann (CDU)
Lage des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
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Der Landkreis Osnabrück liegt im Südwesten des Landes Niedersachsen in Deutschland.

Mit 2.121 km² ist er nach dem benachbarten Landkreis Emsland und der Region Hannover der drittgrößte Kommunalverband in Niedersachsen. Er besteht aus 34 Gemeinden, unter ihnen acht Städte. Es bestehen 17 Einheitsgemeinden und vier Samtgemeinden mit 17 Mitgliedsgemeinden. Die Größe der Gemeinden liegt zwischen unter 7.000 und mehr als 45.000 Einwohnern. Der Landkreis bildet den Hauptteil des Osnabrücker Landes.

Die nicht zum Kreisgebiet gehörende kreisfreie Stadt Osnabrück liegt am Südwestrand des Landkreises. Sie ist der Sitz der Kreisverwaltung.

Geografie[Bearbeiten]

Die nördlichen zwei Drittel des Kreisgebiets gehören zur Norddeutschen Tiefebene mit einer Höhenlage unter 50 m NN. Die Höhenzüge von Teutoburger Wald und Wiehengebirge verlaufen von West nach Ost durch das südliche Drittel des Kreises. Das Gebiet wird von Süd nach Nord von der Hase durchflossen, im Osten verläuft die Hunte. Beide Flüsse haben ihre Quelle im Landkreis Osnabrück.

Der Landkreis bildet gemeinsam mit der kreisfreien Stadt Osnabrück die Region Osnabrücker Land. Diese unterteilt sich neben anderen in die Unterregionen Artland, Grönegau und Wittlager Land.

Das Tecklenburger Land im Westen ist landschaftlich die Fortsetzung des Osnabrücker Landes im benachbarten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Oftmals wird es dem Münsterland zugeschrieben, obwohl es dem Osnabrücker Land geschichtlich, landschaftlich und wirtschaftlich näher steht.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der südliche Teil des Kreises grenzt an Nordrhein-Westfalen, im Westen an den Kreis Steinfurt, im Süden an die Kreise Warendorf und Gütersloh sowie im Osten an die Kreise Herford und Minden-Lübbecke.

Der Nordkreis grenzt im Wesentlichen im Westen an den Landkreis Emsland, im Norden an den Landkreis Cloppenburg und im Osten an die Landkreise Vechta und Diepholz, an letzteren nur über einige Kilometer.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Im Landkreis Osnabrück gibt es 31 Naturschutzgebiete.[2][3] Das größte (Suddenmoor/Anten) hat eine Fläche von 635 ha,[4] das kleinste (Swatte Poele) eine Fläche von 4,3 ha.[5]

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete in Niedersachsen#Naturschutzgebiete im ehemaligen Bezirk Weser-Ems.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Der Landkreis Osnabrück gliedert sich in 34 Gemeinden, von denen acht Stadtrechte haben (In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2012[6].

Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Vechta Osnabrück Alfhausen Ankum Bad Essen Bad Iburg Bad Laer Bad Rothenfelde Badbergen Belm Berge (Niedersachsen) Bersenbrück Bippen Bissendorf Bohmte Bramsche Dissen am Teutoburger Wald Eggermühlen Fürstenau Gehrde Georgsmarienhütte Glandorf Hagen am Teutoburger Wald Hasbergen Hilter am Teutoburger Wald Melle Kettenkamp Menslage Merzen Neuenkirchen (Landkreis Osnabrück) Nortrup Ostercappeln Quakenbrück Rieste Voltlage WallenhorstMunicipalities in OS.svg
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Einheitsgemeinden

  1. Bad Essen (15.040)
  2. Stadt Bad Iburg (10.528)
  3. Bad Laer (9142)
  4. Bad Rothenfelde (7581)
  5. Belm (13.569)
  6. Bissendorf (14.355)
  7. Bohmte (12.665)
  8. Stadt Bramsche (30.098)
  9. Stadt Dissen am Teutoburger Wald (9374)
  1. Stadt Georgsmarienhütte, (31.765)
  2. Glandorf (6773)
  3. Hagen am Teutoburger Wald (13.532)
  4. Hasbergen (10.946)
  5. Hilter am Teutoburger Wald (10.172)
  6. Stadt Melle (46.035)
  7. Ostercappeln (9447)
  8. Wallenhorst (22.989)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Samtgemeindeverwaltung

  1. Badbergen (4481)
  2. Menslage (2481)
  3. Nortrup (2930)
  4. Stadt Quakenbrück * (12.746)
  1. Alfhausen (3812)
  2. Ankum (7153)
  3. Stadt Bersenbrück * (7894)
  4. Eggermühlen (1722)
  5. Gehrde (2500)
  6. Kettenkamp (1698)
  7. Rieste (3242)
  1. Berge (3591)
  2. Bippen (2901)
  3. Stadt Fürstenau * (9137)
  1. Merzen (3904)
  2. Neuenkirchen * (4489)
  3. Voltlage (1752)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis in nahezu seiner heutigen Form entstand am 1.Juli 1972 durch die Kreisreform, das so genannte „Osnabrück-Gesetz“. Der Kreis wurde aus den Landkreisen Bersenbrück, Melle, Wittlage und dem Großteil des alten Landkreises Osnabrück gebildet. Die Gemeinden Atter, Pye, Hellern, Nahne, Voxtrup, Darum, Gretesch und Lüstringen wurden 1972 der kreisfreien Stadt Osnabrück zugeschlagen. Der Stadtteil Sutthausen war bereits zum 1. Januar 1970 aus der ehemaligen Gemeinde Holzhausen nach Osnabrück eingemeindet worden. Die Gemeinden Hinnenkamp, Hörsten und Vörden aus dem früheren Landkreis Bersenbrück wurden am 1. März 1974 an den Landkreis Vechta abgetreten und dort mit der Gemeinde Neuenkirchen zur neuen Gemeinde Neuenkirchen-Vörden vereinigt.

Der ehemalige Landkreis Melle schloss sich 1972 zur Stadt Melle zusammen. Der ehemalige Landkreis Wittlage umfasste die heutigen Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln, der ehemalige Landkreis Bersenbrück die heutige Stadt Bramsche und die heutigen Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen. Der 1885 gegründete Landkreis Osnabrück war schon 1932 vergrößert worden, als der Kreis Iburg aufgelöst und in diesen Landkreis eingegliedert wurde.

Heute umfasst der Landkreis Osnabrück zusammen mit der kreisfreien Stadt Osnabrück in etwa das Gebiet des ehemaligen Hochstifts Osnabrück, das bis 1802 reichsunmittelbares Fürstbistum war. 1803 wurde das Gebiet durch den Reichsdeputationshauptschluss des Wiener Kongresses dem Königreich Hannover zugeordnet. Von 1807 bis 1813 war es unter französischer Herrschaft, um dann wieder bis 1866 zum Königreich Hannover zu gehören. In diesem Jahr annektierte Preußen infolge des Deutschen Krieges das Königreich Hannover, so dass auch das ehemalige Fürstbistum Osnabrück zu Preußen kam. Seit dem 1. November 1946 ist diese Region Teil des neu gegründeten Bundeslandes Niedersachsen.

Die Gebietsreform von 1972 führte neben der Veränderung von Grenzen auch dazu, dass sich die Anzahl der Kommunen durch eine Zusammenlegung zu größeren Einheiten erheblich verringerte. So gab es im Jahr 1961 in den damaligen Landkreisen noch insgesamt 261 selbständige Gemeinden (95 im Altkreis Bersenbrück, 56 im Altkreis Melle, 79 im Altkreis Osnabrück, 31 im Altkreis Wittlage). Sechs von diesen wurden 1972 in die Stadt Osnabrück eingemeindet. Die übrigen wurden zu den heute bestehenden 34 Einheitsgemeinden zusammengefasst. Dabei schlossen sich im Nordkreis 17 der Einheitsgemeinden zu vier Samtgemeinden zusammen.

Kreisangehörige Gemeinden im Altkreis[Bearbeiten]

Die Gemeinden des Landkreises Osnabrück 1910:

Astrup, Atter, Belm, Bissendorf, Darum, Ellerbeck, Gaste, Georgsmarienhütte, Grambergen, Gretesch, Haltern, Harderberg, Hasbergen, Haste, Hellern, Himbergen, Hollage, Holsten-Mündrup, Holte-Sünsbeck, Holzhausen, Hörne, Icker, Jeggen, Krevinghausen, Kronsundern, Lechtingen, Linne, Lüstringen, Malbergen, Nahne, Natbergen, Nemden, Ohrbeck, Powe, Pye, Rulle, Schelenburg, Schinkel, Schledehausen, Stockum, Bauerschaft Stockum, Gut Uphausen-Eistrup, Vehrte, Voxtrup, Wallenhorst, Wellingen, Wersche, Wissingen, Wulften.

Zu diesen 49 Gemeinden kamen 1932 die Gemeinden des damals aufgelösten Landkreises Iburg hinzu.

Die Gemeinden des Landkreises Osnabrück: (Einwohner am 6. Juni 1961)

  1. Allendorf (254)
  2. Altenhagen (1.325)
  3. Aschen (864)
  4. Aschendorf (843)
  5. Astrup (164)
  6. Atter (2.003)
  7. Averfehrden (846)
  8. Bad Rothenfelde (2.713)
  9. Belm (1.713)
  10. Bissendorf (1.278)
  11. Borgloh-Wellendorf (1.978)
  12. Darum (429)
  13. Dissen (4.355)
  14. Ebbendorf (976)
  15. Ellerbeck (428)
  16. Eppendorf (400)
  17. Erpen (1.547)
  18. Gaste (1.177)
  19. Gellenbeck (1.421)
  20. Georgsmarienhütte (6.638)
  21. Glandorf (2.097)
  22. Glane-Visbeck (1.361)
  23. Grambergen (292)
  24. Gretesch (1.580)
  25. Hagen am Teutoburger Wald (2.593)
  26. Haltern (680)
  27. Hankenberge (713)
  1. Hardensetten (660)
  2. Harderberg (1.744)
  3. Hasbergen (3.148)
  4. Hellern (3.636)
  5. Hilter am Teutoburger Wald (2.845)
  6. Himbergen (154)
  7. Hollage (3.280)
  8. Holsten-Mündrup (726)
  9. Holte-Sünsbeck (621)
  10. Holzhausen (5.643)
  11. Iburg (3.247)
  12. Icker (599)
  13. Jeggen (1.094)
  14. Kloster Oesede (4.045)
  15. Krevinghausen (268)
  16. Laer (1.631)
  17. Lechtingen (1.624)
  18. Linne (257)
  19. Lüstringen (2.803)
  20. Mentrup (1.651)
  21. Müschen (816)
  22. Nahne (2.170)
  23. Natbergen (996)
  24. Natrup-Hagen (1.589)
  25. Nemden (483)
  26. Nolle (622)
  27. Oesede (8.177)
  1. Ohrbeck (1.517)
  2. Ostenfelde (974)
  3. Powe (1.701)
  4. Pye (1.566)
  5. Remsede (749)
  6. Rulle (2.989)
  7. Schelenburg (148)
  8. Schierloh (272)
  9. Schledehausen (1.454)
  10. Schwege (808)
  11. Sentrup (487)
  12. Strang (845)
  13. Sudendorf (525)
  14. Sudenfeld (348)
  15. Uphausen-Eistrup (468)
  16. Uphöfen (277)
  17. Vehrte (1.660)
  18. Voxtrup (4.112)
  19. Wallenhorst (1.807)
  20. Wersche (383)
  21. Westendorf (296)
  22. Westerwiede (495)
  23. Winkelsetten (298)
  24. Wissingen (1.056)
  25. Wulften (353)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Landkreises Osnabrück zeigt in Gold, auf einem mit Silber unterlegten, sechsspeichigen, schwarzen Rad stehend, einen sechseckigen, roten Turm mit spitzem, blauen Dach.

Das Osnabrücker Rad ist das im Landkreis Osnabrück am häufigsten verwendete Wappenzeichen. Es wurde um das Jahr 1200 von den Bischöfen von Osnabrück eingeführt und steht für den „Wagen Gottes“, den Thronwagen, und damit für die christliche Kirche. Als Symbol für Evangelien und Kirche ist es nach mehrheitlicher Auffassung auf die Vision des Propheten Hesekiel im Alten Testament zurückzuführen. Das Rad des Bistums Osnabrück ist rot auf Silbergrund.

Der Turm ist der Bergfried der Iburg, die vom Osnabrücker Bischof Benno im 11. Jahrhundert zur Residenz ausgebaut wurde. Dieser Turm wird daher auch „Bennoturm“ genannt, was historisch indes nicht korrekt ist, da er erst unter Konrad IV. von Rietberg, Bischof von 1482 bis 1508, erbaut wurde. Das von den Bischöfen ursprünglich in Rot verwendete Rad erscheint auf dem Landkreiswappen wie bei der Stadt Osnabrück in Schwarz.

Der Landkreis führt das Wappen seit 1947. Der Kreistag nahm es zu einem Zeitpunkt an, als es noch keine staatliche Stelle gab, die ein Wappen verleihen oder genehmigen konnte. [7]

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Von 1948 bis 1964 war Walter Giesker Landrat im Landkreis Osnabrück. Ihm folgte Josef Tegeler von 1964 bis 1993.

1993 folgte Manfred Hugo. Vom 1. Juli 2002 bis zum 31. Oktober 2011 war er dann hauptamtlicher Landrat und damit sowohl politischer Repräsentant als auch Chef der Verwaltung.

Am 11. September 2011 wurde Michael Lübbersmann (CDU) mit 41,26 % der Stimmen von den Bürgern des Landkreises zum neuen Landrat gewählt. Die Nachfolge von Manfred Hugo trat er am 1. November 2011 an. Zuvor war er seit 2001 hauptamtlicher Bürgermeister der Samtgemeinde Bersenbrück.

Kreistag[Bearbeiten]

Kreiswahl 2011
Wahlbeteiligung: 54,90 % (2006: 57,27 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,71 %
33,16 %
13,97 %
3,31 %
3,24 %
2,10 %
0,51 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,79 %p
-1,64 %p
+6,39 %p
-2,72 %p
+2,36 %p
+2,10 %p
-0,71 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g 2011: Summe der Ergebnisse von FOB (0,46 %) und PBC (0,05 %)

Alle fünf Jahre wählen die Bürger des Landkreises Osnabrück ihre Vertreter in den Kreistag. Die nächste Wahl findet im Herbst 2016 statt. Seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011 gehören dem Kreistag 68 gewählte Abgeordnete und der Landrat an.

Der Kreistag ist das oberste Organ des Landkreises. Der Kreisausschuss bereitet die Beschlüsse des Kreistages vor und beschließt Angelegenheiten, die nicht der Kreistag entscheiden muss. Zum Kreisausschuss gehören elf stimmberechtigte und ein beratender Kreistagsabgeordneter, entsprechend ihrer Fraktionsstärke.

Zusammensetzung des Kreistages seit 2011:

Kreissitz[Bearbeiten]

Die Kreisverwaltung des Landkreises Osnabrück hat ihren Sitz in der vom Kreisgebiet weitgehend umschlossenen, aber kreisfreien Stadt Osnabrück und ist damit die einzige Kreisverwaltung in Niedersachsen, die ihren Sitz außerhalb des Kreisgebietes hat. Hintergrund ist, dass die Stadt Osnabrück das historische Zentrum ist (früher als Hauptstadt des Fürstbistums Osnabrück und heute als Oberzentrum).

Kreispartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1999 besteht eine Partnerschaft zum Kreis Olsztyn (Allenstein) im Nordosten Polens. Aus geschichtlicher Verbundenheit und im Hinblick auf den Beitritt Polens in die Europäische Union leistet der Landkreis Osnabrück seinen besonderen Beitrag zur Entwicklung der deutsch-polnischen Freundschaft. In den vergangenen Jahren entstanden enge kommunale Bindungen zu polnischen Kreisen. So unterzeichneten der Landkreis sowie die Gemeinde Bad Essen im Jahr 2007 eine Deklaration über die Zusammenarbeit mit dem Kreis Wałcz (Deutsch Krone); zum Kreis Gryfino (Greifenhagen) bestehen enge Kontakte.

Landschaftsverband[Bearbeiten]

Um kulturelle Belange kümmert sich der Landschaftsverband Osnabrücker Land, ein eingetragener Verein unter Trägerschaft des Landkreises und der kreisfreien Stadt Osnabrück.

Religion[Bearbeiten]

Das Gebiet des Landkreises Osnabrück ist seit der Reformation konfessionell gemischt. Mit dem Westfälischen Frieden wurden die Kirchspiele konfessionell aufgeteilt, ohne jedoch die Vermischung entscheidend zu verändern. Damals wurden im Fürstbistum Osnabrück, das sich weitgehend mit dem heutigen Landkreis deckt, 25 Kirchspiele als katholisch definiert, 17 Kirchspiele als lutherisch, 7 Kirchspiele als gemischtkonfessionell (katholisch und lutherisch). Die Lutheraner gehören heute zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, die Katholiken zum Bistum Osnabrück. Da das Osnabrücker Land an ehemals reformierte Territorien angrenzte, gibt es seit dem 19. Jahrhundert Reformierte im Landkreis. Die konfessionelle Verteilung hat sich trotz Zuzugs von Heimatvertriebenen nach 1945 nicht grundsätzlich verändert. Seit den 1950er Jahren kamen Angehörige anderer evangelischer Konfessionen, Orthodoxe und Muslime hinzu. Eine Änderung der konfessionellen Verhältnisse brachte erst die Aufnahme von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er Jahren, die etwa in Bersenbrück zu einer Umkehr der Konfessionsverhältnisse führte.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Bundesautobahnen:

Bundesstraßen:

Die Gemeinde Bohmte erlangte durch Umsetzung des Shared-Space-Konzeptes überregionale Bekanntheit als „erste deutsche Stadt ohne Verkehrszeichen“.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die Hannoversche Westbahn erreichte Osnabrück 1855 von Hannover her, ihre Verlängerung nach Rheine folgte 1856. Die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft verband Osnabrück 1871 mit Bremen und 1873 mit Münster. Damit war die Stadt ein bedeutender Bahnknotenpunkt geworden.

Eine weitere Verbindung nach Norden eröffnete die Oldenburgische Staatsbahn 1876 mit der Strecke nach Oldenburg, von der in Hesepe eine Strecke nach Delmenhorst über Vechta abzweigt. Die Stadt Fürstenau im Nordwesten des Kreises wurde 1879 von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft mit der Bahnstrecke Rheine–Quakenbrück an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Das Staatsbahnnetz wurde 1886 durch die Preußische Staatsbahn mit der Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld („Haller Willem“) vollendet. Bereits 1865–1870 entstand die Bahnstrecke Georgsmarienhütte–Hasbergen, die besonders für den Güterverkehr Bedeutung hatte.

Außerdem eröffnete die Wittlager Kreisbahn 1900 eine Nebenbahn Holzhausen-Heddinghausen–Bad Essen–Bohmte mit Anschluss an die Hauptbahn Osnabrück–Bremen. Ihr folgte 1914 eine Strecke von Bohmte nach Damme. Von Ibbenbüren nach Gütersloh über Bad Iburg und Bad Laer am Südrand des Teutoburger Waldes verkehrte seit 1900/01 die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE). Der Norden des Kreises wurde ab 1904 durch die Kleinbahn Lingen–Berge–Quakenbrück (Spurweite 750 mm) erschlossen. Durch die Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn erhielt die Gemeinde Ankum im Jahre 1915 eine Gleisverbindung zur Hauptbahn.

Die kreiseigene Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) betreibt heute den Güterverkehr auf der Strecke der ehemaligen Wittlager Kreisbahn. Ihr gehört außerdem der niedersächsischen Teil der Bahnstrecke „Haller Willem“. Die Bahnstrecke Georgsmarienhütte–Hasbergen dient ebenfalls nur noch dem Güterverkehr und wird von der Georgsmarienhütte Eisenbahn- und Transport GmbH betrieben.

Das Eisenbahnnetz erreichte einen maximalen Umfang von mehr als 300 km. Davon wurde der Personenverkehr auf 121 km stillgelegt:

  • 1952: Kleinbahn Lingen–Berge–Quakenbrück (29 km)
  • 1962: Wittlager Kreisbahn Damme–Hunteburg (6 km) und Ankum–Bersenbrücker Eisenbahn (5 km)
  • 1966: Wittlager Kreisbahn Hunteburg–Bohmte–Preußisch Oldendorf (24 km)
  • 1968: TWE Ibbenbüren–Gütersloh (15 km)
  • 1969: Bahnstrecke Quakenbrück–Rheine (34 km)
  • 1978: Hasbergen–Georgsmarienhütte–Oesede (8 km)
  • 1984: „Haller Willem“ Osnabrück–Dissen–Bad Rothenfelde (Reaktiviert 2005).

Heute werden im Personennahverkehr folgende Eisenbahnstrecken bedient:

Betreiber im Nahverkehr sind DB Regio Nord, NordWestBahn und Westfalenbahn.

Busverkehr[Bearbeiten]

Als Aufgabenträger für den ÖPNV im Landkreis fungiert die PlaNOs Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück. Diese ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Stadtwerke Osnabrück und des Landkreises. Sie erstellt die Nahverkehrspläne für den Landkreis.

Der Busverkehr im Landkreis wird von folgenden Unternehmen betrieben:

Es gilt der Gemeinschaftstarif der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flugjhafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück bei Greven. Es gibt folgende Flugplätze im Landkreis (meist nur für Sportflugzeuge):

Wasserverkehr[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. [1] Landkreis Osnabrück beim NLWKN
  3. [2] Neue Naturschutzgebiete ab 2009 beim NLWKN
  4. [3] Naturschutzgebiet "Suddenmoor/ Anten", Kennzeichen: NSG WE 214
  5. [4] Naturschutzgebiet "Swatte Poele", Kennzeichen: NSG WE 051
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012):
  7. „Was wir im Schilde führen“, Landkreis Osnabrück, 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Osnabrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien