Landkreis Osterode am Harz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Osterode am Harz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Osterode am Harz hervorgehoben51.6810.37Koordinaten: 51° 41′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Osterode am Harz
Fläche: 635,99 km²
Einwohner:

76.172 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OHA
Kreisschlüssel: 03 1 56
Kreisgliederung: 12 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Herzberger Straße 5
37520 Osterode am Harz
Webpräsenz: www.landkreis-osterode.de
Landrat: Erster Kreisrat Gero Geißlreiter (kommissarisch)
Lage des Landkreises Osterode am Harz in Niedersachsen
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Über dieses Bild

Der Landkreis Osterode am Harz ist ein Landkreis im Südosten von Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis Osterode am Harz grenzt im Westen an den Landkreis Northeim, im Norden und Nordosten an den Landkreis Goslar, im Südosten an den thüringischen Landkreis Nordhausen, im Süden an den thüringischen Landkreis Eichsfeld und im Südwesten an den Landkreis Göttingen.

In der Einteilung Deutschlands in naturräumliche Haupteinheiten umfasst der Landkreis zum einen mit dem Ober- und Mittelharz Teile des Harzes und zum anderen mit dem Südwestlichen Harzvorland und kleineren Teilen des Eichsfelder Beckens Landschaften des Weser-Leine-Berglandes. Außerdem liegt der westlichste Teil des Südharzer Zechsteingürtels im Kreisgebiet.

Die größten Höhen erreichen die Berge im Landkreis im Harz, so z. B. die höchste Stelle des Höhenzugs Auf dem Acker (865 m), der Große Knollen (687 m) und der Stöberhai (720 m).

Größte Flüsse sind die Söse (mit dem Nebenfluss Markau), die Oder (mit den Nebenflüssen Sieber und Lutter) sowie die Steina, Wieda und Zorge. Außerdem weist der Landkreis Osterode am Harz drei verschiedenen Arten größerer Wasserflächen auf:

Naturschutz[Bearbeiten]

Der gesamte Teil des Harzes im Landkreis Osterode steht als Natur- und Nationalpark Harz unter Schutz. Außerdem gibt es im Landkreis 17 Naturschutzgebiete:

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis Osterode am Harz wurde bei der Einführung der neuen Kreisordnung für die Provinz Hannover am 1. April 1885 aus dem größten Teil des Amtes Osterode, dem Amt Herzberg sowie der Stadt Osterode gebildet.[2] Seit 1939 hieß der Kreis Landkreis Osterode am Harz.

1945 wurden die Gemeinden Bad Sachsa und Tettenborn aus dem Landkreis Grafschaft Hohenstein in den Landkreis Osterode umgegliedert. 1972 kam ein Teil des aufgelösten Landkreises Blankenburg mit Neuhof, Walkenried, Wieda und Zorge zum Landkreis Osterode, außerdem ein Teil des aufgelösten Landkreises Zellerfeld mit Bad Grund, Lerbach, Lonau, Riefensbeek-Kamschlacken und Sieber. Die Details sind im Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Bereich des Harzes beschrieben. Vom Landkreis Gandersheim kamen Badenhausen, Windhausen, Teichhütte und Gittelde hinzu, während Lütgenhausen und Wollershausen an den Landkreis Göttingen abgegeben wurden. 1974 schied Harriehausen aus dem Kreis Osterode aus und wurde nach Bad Gandersheim eingemeindet. 1977 wurde Kalefeld in den Landkreis Northeim umgegliedert.

Bevölkerung und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) jeweils zum 31. Dezember.[3] Bis einschließlich 1970 nach dem jeweiligen Gebietsstand.

Der Landkreis ist seit 1990 von einem starken Bevölkerungsrückgang betroffen. In der flächengrößten Stadt Osterode am Harz wohnte 2009 mit 23.827 Einwohnern fast ein Drittel der Bevölkerung des Landkreises. Die nächstgrößeren Städte sind Herzberg am Harz mit 14.132 Einwohnern und Bad Lauterberg im Harz mit 11.353 Einwohnern.

Jahr Einwohner
2011 76.370
2010 77.378
2009 78.253
2008 79.355
2007 80.300
2006 81.073
2005 81.916
2004 82.706
2003 83.375
2002 83.997
2001 84.750
2000 85.451
Jahr Einwohner
1999 86.192
1998 86.744
1997 87.531
1996 88.209
1995 88.862
1990 89.700
1985 88.323
1980 91.208
1975 94.807
1970 85.786
1961 84.253
1950 91.342
1939 55.011

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Wahlergebnisse und Mandatsverteilung:

Kreistagswahl 2011
Wahlbeteiligung: 56,57 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,36 %
33,47 %
10,44 %
3,86 %
2,57 %
1,99 %
1,95 %
0,36 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,26 %p
-1,64 %p
+5,46 %p
-3,14 %p
+0,12 %p
+0,24 %p
+1,95 %p
-0,73 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,36 19 47,62 20 49,07 21
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,47 14 35,11 15 37,36 16
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 10,44 4 4,98 2 4,48 2
FDP Freie Demokratische Partei 3,86 2 7,00 3 6,48 2
DIE LINKE. Die Linke 2,57 1 2,45 1
BI Wählergruppe „Bürgerinitiative Bad Lauterberg e.V.“ im Kreis Osterode 1,99 1 1,75 1
NPD – Die Volksunion Nationaldemokratische Partei Deutschlands – Die Volksunion 1,95 1
Einzelwahlvorschlag Einzelwahlvorschlag Steffen Blau 0,36 0
FWG Freie Wählergemeinschaft Kreis Osterode 1,09 0 2,62 1
Gesamt 100,0 42 100,0 42 100,0 42
Wahlbeteiligung in % 56,57 54,89 59,00

Landräte[Bearbeiten]

  • 1868–1876 Franz Bollert
  • 1876–1884 Alexander Wilhelm Julius Rasch
  • 1884–1905 Heinrich Rottländer
  • 1905–1916 Gottfried Schwendy
  • 1916–1919 Alfred von Stockmar
  • 1919–1928 Hans Windels
  • 1928–1933 Wilhelm (Willi) Heinz Velthaus (SPD)
  • 1933–1945 Hans von Schönfeldt
  • 1945-1946 Konrat Ziegler (am 17. April 1945 von dem britischen Major Crouch ernannt)
  • 1946-1952 ?
  • 1952-1954 Heinz Müller (FDP)
  • 1954-? Wilhelm Hohmann
  •  ? - 1986
  • 1986-1990 Otto Haberlandt (SPD)
  • 1990-1999 ?
  • 1999–2011 Bernhard Reuter (SPD)
  • 2011- Gero Geißlreiter (kommissarisch)

Nachdem der bisherige Amtsinhaber Reuter zum 1. November 2011 sein neues Amt als Landrat in Göttingen angetreten hat, wird der Landkreis bis auf weiteres ohne Landrat verwaltet.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten]

Die wichtige Ost-West-Strecke Nordhausen–Northeim (Südharzstrecke) wurde 1868/69 von der Preußischen Staatsbahn erbaut. Die Anbindung der Kreisstadt Osterode durch die Bahnstrecke Herzberg–Seesen folgte 1870/71.

Weitere staatliche Zweigbahnen gingen von der Hauptbahn ab:

Ferner kamen als Privat- oder Nebenbahn hinzu:

Die 1931 bis 1994 betriebene Bahnstrecke Herzberg–Siebertal diente nur dem Güterverkehr, zeitweilig auch nichtöffentlichem Arbeiterverkehr.

Das Netz der Personenzugstrecken umfasste 1945 etwa 120 km; davon wurden 58 km stillgelegt:

  • 1945: 357.8 (Ellrich West–)Unterzorge–Zorge 3 km und (Bischofferode–Zwinge–)Zwinge West 1 km
  • 1961: Zwinge West(–Rhumspringe–)Pöhlde–Herzberg 10 km
  • 1962: (Braunlage–)Kaiserweg–Wieda–Walkenried 16 km (Meterspur)
  • 1967: Osterode Nord–Förste(–Kreiensen) 11 km (Spur: 750 mm)
  • 1971: Gittelde–Bad Grund 4 km
  • 1974: Wulften–(Duderstadt–Leinefelde) 2 km
  • 1975: Odertal(–St. Andreasberg DB) 3 km
  • 1984: Bad Lauterberg–Odertal 4 km
  • 2005: Scharzfeld–Bad Lauterberg 4 km

Straße[Bearbeiten]

Durch den Landkreis verläuft die Bundesstraße 27 (Abschnitt Göttingen–Blankenburg (Harz)) über Herzberg und Bad Lauterberg. Quer dazu führt die Bundesstraße 243 entlang dem Harzrand von Seesen über Osterode und Herzberg nach Nordhausen.

Es verläuft keine Autobahn durch den Kreis, wenige Kilometer westlich verläuft die Bundesautobahn 7, deren Anschlussstellen bei Seesen für den Kreis Richtung Norden und in Northeim und Göttingen Richtung Süden Bedeutung haben. Südlich des Kreisgebietes verläuft die Bundesautobahn 38.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regionale Kooperationen[Bearbeiten]

Zur Pflege kultureller Einrichtungen wurde der Landschaftsverband Südniedersachsen als eingetragener Verein gegründet, dem Teile des Landkreises angehören. Ferner gehören Teile des Landkreises zum Regionalverband Harz. Des Weiteren ist der Landkreis Mitglied bei MEKOM Regionalmanagement Osterode am Harz e.V., im Regionalverband Südniedersachsen e.V., in der Südniedersachsenstiftung und der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.

Fusionspläne[Bearbeiten]

Nach längeren Gesprächen über mögliche Fusionen mit einem oder mehreren Nachbarkreisen beschloss der Osteroder Kreistag am 19. Februar 2013 die Aufnahme von Fusionsverhandlungen mit dem Landkreis Göttingen.[4] Von dem Zusammenschluss versprechen sich die Osteroder Kommunalpolitiker eine schnellere Entschuldung des Kreises, auch durch Hilfen des Landes. Außerdem zeichnet sich ab, dass die Einwohnerzahl im Kreis Osterode bis 2030 um ein Viertel schrumpfen wird. Die Kreistage von Osterode (am 11. März 2013) und Göttingen (am 6. März 2013) haben der Aufnahme von Fusionsverhandlungen zugestimmt. Der neue Landkreis Göttingen kann dann am 1. November 2016 entstehen. Ursprünglich war auch der Landkreis Northeim an den Fusionsgesprächen beteiligt. Im Februar 2013 brach Northeim die Verhandlungen allerdings ab. Die Fusion mit Göttingen stößt in Osterode auch auf Kritik. Eine Bürgerinitiative plädiert statt dessen für ein Zusammengehen mit dem Landkreis Goslar.[5]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Grund (Harz) Bad Lauterberg im Harz Bad Sachsa Elbingerode Hattorf am Harz Hattorf am Harz Herzberg Hörden am Harz Osterode am Harz Walkenried Wieda Wulften am Harz Zorge Harz (Landkreis Osterode am Harz) Landkreis Osterode am Harz Niedersachsen Thüringen Landkreis Göttingen Landkreis Northeim Landkreis Goslar Sachsen-AnhaltMunicipalities in OHA.svg
Über dieses Bild

In Klammern die Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2011[6].

Einheitsgemeinden

  1. Bad Grund (Harz) (8957)
  2. Bad Lauterberg im Harz, Stadt (10.919)
  3. Bad Sachsa, Stadt (7619)
  4. Herzberg am Harz, Stadt (13.367)
  5. Osterode am Harz, Stadt, Selbständige Gemeinde (22.868)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Samtgemeindeverwaltung

  1. Elbingerode (486)
  2. Hattorf am Harz * (4175)
  3. Hörden am Harz (1049)
  4. Wulften am Harz (1928)
  1. Walkenried * (2317)
  2. Wieda (1382)
  3. Zorge (1105)

Gemeindefreies Gebiet

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  3. http://www.landkreis-osterode.de/media/custom/103_5702_1.PDF?1292859611
  4. NDR: Kreistag Osterode will Fusion mit Göttingen
  5. Homepage der Bürgerinitiative "Für Osterode"
  6. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Osterode am Harz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien