Landkreis Passau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Passau Deutschlandkarte, Position des Landkreises Passau hervorgehoben48.5613.37Koordinaten: 48° 34′ N, 13° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Verwaltungssitz: Passau
Fläche: 1.530,04 km²
Einwohner: 184.905 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: PA
Kreisschlüssel: 09 2 75
Kreisgliederung: 38 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Domplatz 11
94032 Passau
Webpräsenz: www.landkreis-passau.de
Landrat: Franz Meyer (CSU/Bürgerunion)
Lage des Landkreises Passau in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
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Der Landkreis Passau liegt im bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern. Die kreisfreie Stadt Passau schiebt sich von Osten wie ein Keil in das Kreisgebiet, so dass sich der Landkreis halbkreisförmig um diese Stadt erstreckt. Flächenmäßig liegt er in Bayern auf Platz 3 der Landkreise und bevölkerungsmäßig auf Platz 5.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet fließt von Nordwesten nach Südosten die Donau. Im Osten des Kreises bildet diese die Grenze zu Österreich (Oberösterreich). Die Donau teilt das Kreisgebiet in zwei unterschiedliche Landschaften. Im Norden ziehen sich die Ausläufer des Bayerischen Waldes bis zu Höhen von nahezu 1.000 m hinauf. Am Rande des Bayerischen Waldes fließt die Ilz, ein linker Nebenfluss der Donau, die in Passau mündet. Südlich der Donau dehnt sich eine Hügellandschaft aus, die sich bis zum Rottal erstreckt. Die Rott ist ein linker Nebenfluss des Inns, durchzieht das südliche Kreisgebiet von West nach Ost und mündet bei Neuhaus am Inn. Im Westen des Kreises fließt noch auf einige Kilometer die Vils, bevor diese in Vilshofen in die Donau mündet.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Rottal-Inn, Deggendorf und Freyung-Grafenau. Im Osten und Süden grenzt er an das österreichische Bundesland Oberösterreich.

Geschichte[Bearbeiten]

Landgerichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Landkreises Passau gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Passau und kam 1806 an Bayern. Dann wurden die Landgerichte Passau und Wegscheid errichtet. Bereits 1803 waren die Landgerichte Griesbach im Rottal und Vilshofen errichtet worden. Die Stadt Passau wurde 1809 eine kreisunmittelbare Stadt. Diese gehörte ebenso wie alle Landgerichte zum Unterdonaukreis, der 1838 in Niederbayern umbenannt wurde. Gleichzeitig wurde das Landgericht Passau in die Landgerichte Passau I und Passau II geteilt, vom Landgericht Griesbach das Landgericht Rotthalmünster und vom Landgericht Vilshofen das Landgericht Osterhofen abgetrennt. Veränderungen gab es auch beim Landgericht Wegscheid.

Bezirksämter[Bearbeiten]

Das Bezirksamt Passau wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Passau I (für die links der Donau liegenden Gemeinden) und Passau II (für die rechts der Donau liegenden Gemeinden) neu gebildet.[2] Ebenso wurden die Landgerichte Griesbach im Rottal und Rotthalmünster zum Bezirksamt Griesbach im Rotthal und die Landgerichte Osterhofen und Vilshofen zum Bezirksamt Vilshofen zusammengefasst, während das Bezirksamt Wegscheid dem Landgericht Wegscheid folgte.

Am 4. Juni 1870 trat das Bezirksamt Passau die Gemeinde Sankt Nikola an die Stadt Passau ab.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Passau am 1. Januar 1880 das Bezirksamt Wegscheid bei Abtretung der Gemeinde Eging an das Bezirksamt Vilshofen. Im Jahr 1888 wurde das Bezirksamt Wegscheid durch die Ausgliederung seiner ehemaligen Gemeinden aus dem Bezirksamt Passau wiedererrichtet.

Am 1. Januar 1909 trat das Bezirksamt die Gemeinde Haidenhof an die Stadt Passau ab. Am 1. Juli 1923 kam die Gemeinde Beiderwies hinzu.

Landkreise[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[3] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Griesbach im Rottal, Passau, Vilshofen und Wegscheid.

Landkreis Passau[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 der heutige Landkreis Passau mit Sitz der Kreisverwaltung in Passau errichtet. Dabei wurden ihm der Landkreis Wegscheid, der Landkreis Griesbach im Rottal (bis auf drei Gemeinden) und der östliche Teil des Landkreises Vilshofen zugeteilt. Der westliche Teil des Landkreises Vilshofen (Raum Osterhofen) kam zum vergrößerten Landkreis Deggendorf. Passau blieb eine kreisfreie Stadt, erhielt aber einige Gemeinden des Landkreises Passau und blieb auch Sitz des vergrößerten Landkreises Passau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2008 wuchs der Landkreis Passau um ca. 24.000 Einwohner bzw. um rund 15 %. Seit 2006 ist die Tendenz rückläufig.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2008 2012
Einwohner 88.842 104.735 113.957 160.967 140.038 149.086 162.355 182.041 186.509 189.142 187.965 184.905
Sitzverteilung im Kreistag 2008

Politik[Bearbeiten]

Das Landratsamt am Passauer Domplatz

Landrat des Landkreises Passau ist Franz Meyer (CSU), der nach der Kommunalwahl 2008 den langjährigen Landrat Hanns Dorfner ablöste. Mit 66,7 % der Stimmen siegte er vor Jella Teuchner (SPD), die 12 % der Stimmen auf sich vereinigte, und Marieluise Erhard (Freie Wähler).

Landräte seit 1972[Bearbeiten]

1972–1990 Baptist Kitzlinger (CSU)
1990–2008 Hanns Dorfner (CSU)
seit 2008 Franz Meyer (CSU)

(Baptist Kitzlinger war bereits seit 1970 Landrat des Alt-Landkreises Passau.)

Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 wurde Franz Meyer mit 71,22 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Landkreises zeigt über dem Schildfuß mit bayerischen Rauten links einen roten Wolf und rechts einen roter Panther.[4] Das Wappen symbolisiert den Zusammenschluss der früheren Landkreise Wegscheid, Vilshofen und Griesbach.

Der Wolf erinnert an das alte Hochstift Passau, das heute Zentralgebiet des Landkreises ist. Der Panther steht für das früher zu Vilshofen und Griesbach gehörende Gebiet. Die Rauten stehen für die bayerische Behördenorganisation, die in ganz Bayern gilt.

Religion[Bearbeiten]

Der Landkreis ist katholisch geprägt. Lediglich die Gemeinde Ortenburg ist historisch gesehen evangelisch geprägt. Insgesamt sind 84 % der Bevölkerung römisch-katholisch und 8,1 % evangelisch.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Etwa die Hälfte der rund 48.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern [5] arbeiten in Unternehmen des Sekundären Sektors, also dem verarbeitenden Gewerbes, wie Industrie und Handwerk. Insgesamt sind die wichtigsten Branchen das Dienstleistungsgewerbe, der Maschinen- und Fahrzeugbau, das Baugewerbe, Elektrotechnik, Optik und das Druck- und Ernährungsgewerbe. Auch die Rohstoffgewinnung spielt eine gewisse Rolle: in Neustift bei Ortenburg wird seit mehreren Jahrzehnten Granit abgebaut. Zudem hat die Holzverarbeitung einen wirtschaftlichen Beitrag im Landkreis.

Bildung[Bearbeiten]

Im Landkreis existieren neben 58 Haupt- und Grundschulen mit 12.235 Schülern (Schülerzahlen Stand Schuljahr 2008/09):

  • Gymnasien in Fürstenzell (Maristengymnasium), Pocking, Untergriesbach und Vilshofen mit insgesamt 3.545 Schülern
  • Realschulen in Bad Griesbach, Hauzenberg, Ortenburg, Tittling und Vilshofen mit insgesamt 3.601 Schülern
  • Acht berufliche Schulen mit insgesamt 6.889 Schülern
  • Drei Förderschulen in Hauzenberg, Pocking und Vilshofen mit insgesamt 595 Schülern

Daneben nutzen viele Schüler das Bildungsangebot der angrenzenden kreisfreien Stadt Passau, sowie die weiterführenden Bildungsangebote der benachbarten Landkreise.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Hauptachsen des Verkehrs im Landkreis Passau sind die in Passau zusammenlaufenden Autobahnen und Bundesstraßen. Die wichtigste Verbindung ist die Autobahn A 3 die von Regensburg kommend den Landkreis von Nordwesten nach Südosten durchquert und am Grenzübergang Suben in die österreichische Innkreis Autobahn A 8 nach Linz übergeht. Parallel zu dieser Autobahn verläuft die Bundesstraße 8. In Nord – Süd Richtung durchquert die Bundesstraße 12 den Landkreis. Diese hat im Norden Anschluss an die tschechische Schnellstraße 4 und verbindet in ihrem Südast Passau mit München. Für diesen Ast ist ein Ausbau zur Autobahn A 94 geplant. Neben diesen Straßen verbindet die Bundesstraße 85 Passau mit den größeren Städten des Bayerischen Waldes wie Grafenau, Regen und Cham. Insgesamt sind im Landkreis 34 km Autobahn, 122 km Bundesstraßen, sowie 4229 km weitere Straßen (Stand 31. Dezember 2007).

Eine wichtige Verkehrsachse des Landkreises ist die Haupteisenbahnstrecke Nürnberg – Passau – Linz, die stündlich von Regionalzügen sowie zweistündig von Fernverkehrszügen, sowie Güterzügen befahren wird. An dieser Strecke liegt der Bahnhof in Vilshofen an der Donau als einziger verbliebener im Landkreis. Neben dieser Hauptstrecke existiert noch eine Nebenstrecke in Richtung Rottal, welche im Stundentakt befahren wird. Auf dieser Strecke befinden sich im Landkreisgebiet sieben Haltestellen, sowie der Bahnhof Pocking. Zusätzlich zu diesen beiden noch von Personenverkehr befahrenen Strecken existiert mit der Bahnstrecke Vilshofen–Ortenburg noch eine im Güterverkehr betriebene Strecke. Die Bahnstrecke Passau–Freyung soll ab 2011 im Freizeitverkehr wieder in Betrieb genommen werden. Ähnliche Reaktivierungsbemühungen gibt es für die Bahnstrecke Passau–Hauzenberg. Neben diesen Bahnstrecken gab es noch die Bahnstrecken Kalteneck–Hengersberg und Vilshofen–Aidenbach. Diese sind abgebaut und wurden zu Radwegen umgewandelt.

Alle Bahn- und Busverbindungen innerhalb des Landkreises Passaus sind im Tarif der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau integriert.

Neben mehreren Sportflugplätzen existiert in Vilshofen an der Donau ein Verkehrsflughafen.

Durch den Fall des Eisernen Vorhangs und den Bau des Main-Donau-Kanals wurde die den Landkreis durchziehende Donau zu einem immer bedeutenderen internationalen Wasserweg.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Der Landkreis betreibt mit seiner Tochter der Passau Krankenhaus gGmbH insgesamt vier Krankenhäuser in Rotthalmünster, Vilshofen a.d. Donau, Wegscheid und Bad Füssing. Daneben existiert ein medizinisches Versorgungszentrum in Hauzenberg mit einer Filiale in Fürstenzell. Weitere Einrichtungen sind das geriatrische Rehazentrum in Aidenbach und eine Spezialeinrichtung für Wachkomapatienten in Obernzell.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Landkreis Deggendorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Freyung-Grafenau Passau Witzmannsberg Windorf Wegscheid Vilshofen an der Donau Untergriesbach Tittling Tiefenbach (bei Passau) Thyrnau Tettenweis Sonnen Salzweg Ruhstorf an der Rott Ruderting Rotthalmünster Pocking Ortenburg Obernzell Neukirchen vorm Wald Neuhaus am Inn Neuburg am Inn Malching Kößlarn Kirchham (Landkreis Passau) Hutthurm Hofkirchen (Donau) Hauzenberg Haarbach Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Fürstenstein Eging am See Büchlberg Breitenberg (Niederbayern) Beutelsbach Bad Füssing Aldersbach Aidenbach Aicha vorm Wald ÖsterreichMunicipalities in PA.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2012[6])

Städte

  1. Bad Griesbach i.Rottal (8399)
  2. Hauzenberg (11.630)
  3. Pocking (14.956)
  4. Vilshofen an der Donau (15.926)

Märkte

  1. Aidenbach (2897)
  2. Eging a.See (4127)
  3. Fürstenzell (7721)
  4. Hofkirchen (3562)
  5. Hutthurm (5868)
  6. Kößlarn (1906)
  7. Obernzell (3743)
  8. Ortenburg (6985)
  9. Rotthalmünster (4858)
  10. Ruhstorf a.d.Rott (6943)
  11. Tittling (3951)
  12. Untergriesbach (6094)
  13. Wegscheid (5489)
  14. Windorf (4744)

Gemeinden

  1. Aicha vorm Wald (2405)
  2. Aldersbach (4243)
  3. Bad Füssing (6702)
  4. Beutelsbach (1151)
  5. Breitenberg (2119)
  6. Büchlberg (4096)
  7. Fürstenstein (3292)
  8. Haarbach (2531)
  9. Kirchham (2077)
  10. Malching (1245)
  11. Neuburg a.Inn (4228)
  12. Neuhaus a.Inn (3429)
  13. Neukirchen vorm Wald (2689)
  14. Ruderting (3103)
  15. Salzweg (6456)
  16. Sonnen (1416)
  17. Tettenweis (1668)
  18. Thyrnau (4108)
  19. Tiefenbach (6669)
  20. Witzmannsberg (1479)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Aidenbach
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Aidenbach (Markt) und Beutelsbach
  2. Rotthalmünster
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Malching und Rotthalmünster (Markt)
  3. Tittling
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Tittling (Markt) und Witzmannsberg

Der Landkreis Passau vor der Gebietsreform 1972[Bearbeiten]

Lage in Bayern (vor 1972)

Der Altlandkreis Passau gliederte sich in 39 Gemeinden. Geographisch umschloss er, wie heute, die kreisfreie Stadt Passau, in der auch damals das Landratsamt seinen Sitz hatte. Durch die Stadt Passau und den Landkreis Vilshofen wurde das alte Kreisgebiet in einen kleineren Teil südlich der Donau um den Neuburger Wald und einen größeren Teil nördlich der Donau im Bayerischen Wald gegliedert. Umschlossen wurde der Landkreis von den Landkreisen Griesbach im Rottal, Vilshofen, Grafenau, Wolfstein und Wegscheid (im Uhrzeigersinn). Auf oberösterreichischer Seite grenzte der Landkreis an den Bezirk Schärding.

Wappen[Bearbeiten]

Altes Wappen des Landkreises Passau

Das alte Landkreiswappen wurde 1968 genehmigt. Die Bayerischen Rauten im oberen Teil symbolisierten die Zugehörigkeit zu Bayern. Der Passauer Wolf auf der heraldisch rechten Seite stand für die Stadt Passau und die Zugehörigkeit, vor allem der nördlichen Teile des Landkreises, zum alten Hochstift Passau. Die drei Wellenbalken auf der heraldisch linken Seite standen für die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz, die das Gebiet des alten Landkreises durchfließen.

Gemeinden vor 1972[Bearbeiten]

Name der Gemeinde Einwohner 1933 Einwohner 1962 Heutige Gemeinde
Aicha vorm Wald 1325 1435 Aicha vorm Wald
Altenmarkt 913 1056 Fürstenzell
Bad Höhenstadt 826 1008 Fürstenzell
Büchlberg[7] 1936 2071 Büchlberg
Donauwetzdorf 529 331 Thyrnau
Dorfbach 759 723 Ortenburg
Eglsee 633 589 Ruhstorf an der Rott
Eholfing 287 250 Ruhstorf an der Rott
Engertsham 906 968 Fürstenzell
Fürstenstein 2614 3503 Fürstenstein
Fürstenzell 1787 3146 Fürstenzell
Grubweg 1229 4544 Passau
Hacklberg 2603 4263 Passau
Hals 1251 1664 Passau
Haselbach 781 1001 Tiefenbach
Heining 2504 5232 Passau
Hutthurm 981 1966 Hutthurm
Kellberg 1024 1380 Thyrnau
München 771 1033 Hutthurm
Neuburg am Inn 816 1073 Neuburg am Inn
Neuhaus am Inn 932 1314 Neuhaus am Inn
Neukirchen am Inn 1294 1449 Neuburg am Inn
Neukirchen vorm Wald 1294 1869 Neukirchen vorm Wald
Nirsching 512 522 Büchlberg
Oberdiendorf 390 789 Hauzenberg
Prag 1014 1207 Hutthurm
Rassberg 530 630 Hauzenberg
Ruderting 1001 1554 Ruderting
Salzweg 867 1451 Salzweg
Sandbach 1086 1202 Vilshofen
Straßkirchen 828 961 Salzweg
Sulzbach am Inn 391 563 Ruhstorf an der Rott
Thyrnau 937 1351 Thyrnau
Tiefenbach 1212 1916 Tiefenbach
Tittling 2521 3539 Tittling
Voglarn 456 403 Fürstenzell
Vornbach 644 696 Neuhaus am Inn
Witzmannsberg 1331 1297 Witzmannsberg
Wotzdorf 1262 2003 Hauzenberg

Bereits vor 1972 kam es zu mehreren Änderungen der Gemeindestruktur des Landkreises. 1855 wurde die Gemeinde St. Nikola geteilt. Der östliche Teil kam 1870 zur Stadt Passau, der westliche Teil blieb unter dem Namen Haidenhof bis 1909 eine selbständige Gemeinde und wurde dann ebenfalls nach Passau eingemeindet. 1922 wurde die Gemeinde Ries der Gemeinde Hals angegliedert. 1923 wurde die Gemeinde Beiderwies nach Passau eingemeindet und ist seit dem Teil des Stadtteils Innstadt. Nachdem die Stadt Passau 1932 die Veste Oberhaus gekauft hatte, die zu dieser Zeitpunkt in der Gemeinde Hacklberg lag, wurde der Festungsbereich zusammen mit dem Ortsteil Bschütt 1938 nach Passau eingegliedert.

Landräte bis 1972[Bearbeiten]

ab 1862 Simon Taucher Bezirksamtmann
ab 1872 Michael Fischer Bezirksamtmann
ab 1881 Leopold Zahler Bezirksamtmann
bis 1908 Reinhard Wieland Bezirksamtmann
1908–1920 Georg Hochgraßl Bezirksamtmann
1920–1930 Ludwig Geist Bezirksoberamtmann
1930–1933 Michael Freudenberger Bezirksoberamtmann
1933–1942 Josef Endress Landrat
1942–1945 Dr. Friedrich Zagl Landrat
1945 (Mai / Juni) Dr. Leonhard Reitberger kommissarischer Landrat
1945 (Juli / August) Friedrich von Moreau kommissarischer Landrat
1945–1946 Dr. Robert Prudlo Landrat
1946 (Mai – August) Heinz Wagner Landrat
1946 (August – November) Rudolf Beer Landrat
1946–1964 Hans Karl Landrat
1964 Dr. Dr. Adolf Oswald kommissarischer Landrat
1964–1970 Fritz Gerstl Landrat
1970–1972 Baptist Kitzlinger Landrat (bis 1990 auch Landrat des neuen Landkreises)

Geotope[Bearbeiten]

Im Landkreis befinden sich 41 (Stand September 2013) vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen PA zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 547.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 97.
  4. Anmerkung: Rechts und links sind hier als einfache Beschreibung und nicht im Sinne der Heraldik zu verstehen. (Blasonierung)
  5. http://www.landkreis-passau.de/internet-links/SG35/Sonstiges/Sozialraumanalyse.pdf
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  7. Auf [1] erscheint die Gemeinde Büchlberg unter dem Namen „Leoprechting“, das in dieser Gemeinde liegt. Im Landkreisbuch zum 100-jährigem Bestehens des Landkreises findet sich jedoch kein Hinweis auf eine Umbenennung der Gemeinde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Passau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien