Kreis Posen

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Verwaltungsgliederung der Provinz Posen.

Der Kreis Posen in der preußischen Provinz Posen bestand in der Zeit von 1815 bis 1887.

Landkreis Posen war außerdem während des Zweiten Weltkrieges der Name einer deutschen Verwaltungseinheit im besetzten Polen (1939-45).

Heute gibt es entsprechend den Powiat Poznański.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Kreis Posen[Bearbeiten]

Das Gebiet um die westpolnische Stadt Poznań (Posen) fiel nach dem Wiener Kongress am 15. Mai 1815 an das Königreich Preußen.

Im Zuge der allgemeinen Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat wurde zum 1. Januar 1818 ein Kreis Posen neu festgelegt. Die Stadt Posen war zwar Sitz des Landratsamtes, gehörte aber nicht zum Kreis Posen, sondern bildete einen eigenen Stadtkreis.

Als Teil der Provinz Posen wurde der Kreis Posen am 18. Januar 1871 gleichzeitig Teil des neu gegründeten Deutschen Reichs, wogegen die polnischen Abgeordneten im neuen Reichstag am 1. April 1871 protestierten.

Am 1. Oktober 1887 wurde der Kreis aufgelöst und in die beiden neuen Kreise Posen-West und Posen-Ost aufgeteilt.

Landkreis Posen (1939–1945)[Bearbeiten]

Regierungsbezirke und Kreise im Reichsgau Wartheland

Im Zweiten Weltkrieg bildeten die deutschen Besatzungsbehörden eine Verwaltungseinheit namens Landkreis Posen. Die am 26. Oktober 1939 vollzogene Annexion des Gebietes durch das Deutsche Reich war als einseitiger Akt der Gewalt völkerrechtlich aber unwirksam. Mit dem Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945 endete die deutsche Besetzung.

Landräte[Bearbeiten]

Landräte von 1818 bis 1887[Bearbeiten]

1818–1824: Michael von Neymann
1824–1831: ?
1831–1834: von Zawadzki
1834–1841: von Hohberg
1841–1848: Julius Freiherr von Minutoli
1848–1849: ?
1849–1862: Hans Friedrich Otto von Benekendorff und von Hindenburg
1862–1870: Wocke
1870–1875: Christian Julius von Massenbach (1832–1904)
1875–1887: Emil von Tempelhoff (1840–1908)

Landkommissar von 1939[Bearbeiten]

1939–9999: Hans Gehrels (1904–1998)

Landräte von 1939 bis 1945[Bearbeiten]

1939–1943: Hans Gehrels
1943–1945: Harry Siegmund (1910–2009) (vertretungsweise)

Kommunale Gliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Posen gliederte sich in die Stadtgemeinden Schwersenz und Stenschewo, die Landgemeinden und selbstständigen Gutsbezirke waren anfangs in (kleineren) Woytbezirken (polnisch „wójt“ = deutsch „Vogt“) und später in größeren Polizeidistrikten zusammengefasst.

Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg erhielt nur Schwersenz 1943 die Stadtrechte laut Deutscher Gemeindeordnung von 1935, die übrigen Gemeinden wurden in Amtsbezirken zusammengefasst.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der im Jahre 1887 aufgelöste Kreis Posen war zunächst deckungsgleich mit den beiden neuen Kreisen Posen-West und Posen-Ost. Die beiden Kreise hatten laut Volkszählung von 1890 zusammen 82.141 Einwohner, davon waren 74 % Polen, 25 % Deutsche und 1 % Juden.

Nach Ende der deutschen Herrschaft 1918/19 verließ der Großteil der deutschen Einwohner das Gebiet.

Während des Zweiten Weltkrieges ermordete die deutsche Besatzungsmacht die jüdische Bevölkerung und vertrieb einen großen Teil der polnischen Bevölkerung. Die vorübergehend neu angesiedelten Deutschen flohen gegen Ende der deutschen Besetzung wieder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Posen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien