Landkreis Prignitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Prignitz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Prignitz hervorgehoben53.1111.96Koordinaten: 53° 7′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Perleberg
Fläche: 2.123,31 km²
Einwohner: 78.799 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: PR
Kreisschlüssel: 12 0 70
Kreisgliederung: 26 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Berliner Straße 49
19348 Perleberg
Webpräsenz: www.landkreis-prignitz.de
Landrat: Hans Lange (CDU)
Lage des Landkreises Prignitz in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
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Der Landkreis Prignitz ist ein Landkreis im äußersten Nordwesten des Landes Brandenburg. Er hat seinen Namen nach der historischen Landschaft Prignitz.

Geografie[Bearbeiten]

Aufgrund seiner isolierten Lage innerhalb Brandenburgs ist der Landkreis Prignitz in mehrfacher Hinsicht ein Unikum. Über die Hälfte seiner Kreisgrenze ist gleichzeitig die Außengrenze des Bundeslandes Brandenburg. Er grenzt an nur einen anderen brandenburgischen Landkreis, aber an drei andere Bundesländer: Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Nachbarkreise sind im Norden der mecklenburg-vorpommersche Landkreis Ludwigslust-Parchim, im Osten der brandenburgische Landkreis Ostprignitz-Ruppin, im Süden der sachsen-anhaltische Landkreis Stendal und im Westen der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Prignitz wurde im Zuge der brandenburgischen Kreisreform am 6. Dezember 1993 durch Vereinigung der ehemaligen Kreise Pritzwalk (mit Ausnahme der damaligen Gemeinden Blumenthal, Grabow und Rosenwinkel, die in den Landkreis Ostprignitz-Ruppin eingegliedert wurden) und Perleberg (einschließlich der Gemeinden des heutigen Amtes Lenzen-Elbtalaue, die bis zum 31. Juli 1992 zum Landkreis Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern gehört hatten, mit Ausnahme der Gemeinde Cumlosen, die schon vorher zum Kreis Perleberg gehörte) und den Gemeinden Barenthin, Dannenwalde, Demerthin, Döllen, Granzow, Gumtow, Kolrep, Kunow, Schrepkow, Vehlin, Vehlow und Wutike des Amtes Gumtow des ehemaligen Kreises Kyritz gebildet. Name und Sitz des Landkreis wurde mit dem Prignitz-Gesetz vom 22. April 1993 bestimmt[2].

Von 1818 bis 1952 gehörte das heutige Kreisgebiet zu den Kreisen Ost- und Westprignitz mit Sitz in den Kreisstädten Kyritz und Perleberg.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Der Landkreis Prignitz besitzt die geringste Bevölkerungsdichte aller Landkreise der Bundesrepublik Deutschland. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Prignitz (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993).

Jahr Einwohner
1990 109.435
1991 105.987
1992 104.690
1993 103.740
1994 102.650
1995 101.421
1996 100.422
1997 99.024
1998 98.205
1999 97.076
Jahr Einwohner
2000 95.701
2001 94.015
2002 92.646
2003 91.214
2004 89.792
2005 88.340
2006 87.221
2007 85.705
2008 84.284
2009 83.086
Jahr Einwohner
2010 82.023
2011 79.574
2012 78.799

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2008
Wahlbeteiligung: 47,66 %
 %
30
20
10
0
21,37 %
20,90 %
19,89 %
14,47 %
8,83 %
8,78 %
2,91 %
2,51 %
0,35 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Bauernverband
e FW Pro Prignitz

Am 28. September 2008 wurde der Kreistag, der sich aus 46 Kreistagsverordneten und dem Kreisrat zusammensetzt, neu gewählt. Dabei ergab sich folgendes Ergebnis:[3]

Wahlvorschlag Stimmen Stimmen in % Sitze
CDU 21.253 21,4 10
SPD 20.783 20,9 10
Die Linke 19.781 19,9 9
Wählergruppe Bauernverband 14.395 14,7 7
Freie Wähler Pro Pregnitz 8.779 8,8 4
FDP 8.730 8,8 4
Bündnis 90/Die Grünen 2.891 2,9 1
DVU 2.501 2,5 1
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen 50Plus (BVB/50Plus) 223 0,2 0

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008) Die Wahlbeteiligung lag bei 47,7 %.[4]

Landrat[Bearbeiten]

  • Seit 1993: Hans Lange (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 14. März 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über Silber durch Wellenschnitt geteilt; oben eine goldbewehrte, flugbereite silberne Gans begleitet von acht einen oben offenen Halbkreis bildenden silbernen Perlen, unten ein rotbezungter, schreitender schwarzer Wolf.“[5]

Bedeutung: „Die Schildteilung Rot über Silber zeigt die Farben des Landes Brandenburg. Der Wellenschnitt weist auf die Lage an der Elbe. Die flugbereite Gans erinnert an das Geschlecht der Gans Edlen Herren zu Putlitz, die im 12. Jahrhundert gemeinsam mit dem Bischof von Havelberg in der Prignitz das Christentum und die deutsche Kultur einführten und ländliche Kolonisation betrieben. Ihr Symbol kehrt im Wappen der Stadt Putlitz wieder und stand früher auch für Wittenberge. Der Perlenkranz steht für die Kreisstadt Perleberg, der Wolf für die bisherige Kreisstadt Pritzwalk.“[6]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Prignitz.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist schwarz-weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Kreiswappen belegt.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der wirtschaftliche Charakter der Region wird geprägt durch die landwirtschaftliche Produktion und Verarbeitung, klein- und mittelständische Industrie, Handwerk und Gewerbe in den verschiedensten Bereichen sowie einen breiten Dienstleistungssektor.

Als regionale Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung sind der durch das Land Brandenburg ausgewiesene Regionale Wachstumskern Perleberg-Wittenberge-Karstädt und die Region um Pritzwalk/Falkenhagen zu betrachten.

Insgesamt elf vollständig erschlossene Gewerbegebiete für die gewerbliche Wirtschaft sind im Landkreis Prignitz ausgewiesen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Zur Prignitz hat man Anschluss über die Bundesautobahnen A 24 und A 19 sowie die Bundesstraßen B 189 und B 5, die sich in Perleberg kreuzen, die Bundesstraßen B 103 und B 107, die sich in Pritzwalk kreuzen, sowie über die B 195 und die B 321. Der Busverkehr im gesamten Raum Prignitz wird durch die Verkehrsgesellschaft Prignitz (VGP) durchgeführt. Der Schienenverkehr wird durch die Deutsche Bahn AG, die Ostdeutsche Eisenbahn und die Eisenbahngesellschaft Potsdam geleistet.

Bis etwa 1970 waren die beiden Vorgängerkreise durch ein umfangreiches Netz normal- und schmalspuriger Strecken der Kleinbahnen der Kreise Ost- und Westprignitz erschlossen.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform umfasst der Landkreis noch 26 Gemeinden, darunter sieben Städte.

(Einwohner am 31. Dezember 2012)[8]

Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltMunicipalities in PR.png
Über dieses Bild

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Bad Wilsnack ¹ (2612)
  2. Lenzen (Elbe) ¹ (2293)
  3. Meyenburg ¹ (2203)
  4. Perleberg (12.059)
  5. Pritzwalk (12.164)
  6. Putlitz ¹ (2758)
  7. Wittenberge (17.476)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Groß Pankow (Prignitz) (3991)
  2. Gumtow (3574)
  3. Karstädt (6149)
  4. Plattenburg (3471)

Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

1. Bad Wilsnack/Weisen (6200)

  1. Bad Wilsnack, Stadt * (2612)
  2. Breese (1473)
  3. Legde/Quitzöbel (623)
  4. Rühstädt (487)
  5. Weisen (1005)

2. Lenzen-Elbtalaue (4343)

  1. Cumlosen (787)
  2. Lanz (780)
  3. Lenzen (Elbe), Stadt * (2293)
  4. Lenzerwische (483)

3. Meyenburg (4414)

  1. Gerdshagen (540)
  2. Halenbeck-Rohlsdorf (547)
  3. Kümmernitztal (371)
  4. Marienfließ (753)
  5. Meyenburg, Stadt * (2203)

4. Putlitz-Berge (4958)

  1. Berge (767)
  2. Gülitz-Reetz (465)
  3. Pirow (470)
  4. Putlitz, Stadt * (2758)
  5. Triglitz (498)

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Kreisgebiet wird gelegentlich ostniederdeutsches Platt gesprochen.

Der altpolabische Name Przegnica, beziehungsweise dessen ursprüngliche Form Pregynica, der etwa mit „ungangbares Waldgebiet“ oder „schwer passierbare Gegend“ zu übersetzen wäre, stammt von den slawischen Lutizen, Drevanen und Hevellern und geht auf die Zeit von vor 1100 zurück.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Prignitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gesetz zur Bestimmung von Verwaltungssitz und Namen des Landkreises Prignitz (Prignitz-Gesetz) - PrG) vom 22. April 1993. Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, Teil 1, Nr.8 vom 28. April 1993. S.142.
  3. Ergebnis Kreistag Oberhavel 28. September 2008. Abgerufen am 24. September 2012.
  4. Ergebnis Kreistag Prignitz 28. September 2008. Abgerufen am 3. März 2014.
  5. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  6. [1]
  7. Hauptsatzung des Landkreises Prignitz (PDF; 29 kB), Stand 14. Dezember 2009, abgerufen am 28. Dezember 2011
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)