Landkreis Rosenheim
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern |
| Verwaltungssitz: | Rosenheim |
| Fläche: | 1.439,4 km² |
| Einwohner: |
251.105 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 174 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | RO |
| Kreisschlüssel: | 09 1 87 |
| NUTS: | DE21K |
| Kreisgliederung: | 46 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Wittelsbacherstr. 53 83022 Rosenheim |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Josef Neiderhell (CSU) |
| Lage des Landkreises Rosenheim in Bayern | |
Der Landkreis Rosenheim liegt in Oberbayern und grenzt (im Uhrzeigersinn beginnend im Westen) an die Landkreise Miesbach, München, Ebersberg, Mühldorf am Inn und Traunstein sowie im Süden an das österreichische Bundesland Tirol mit dem Bezirk Kufstein. Mit seinen mehr als 250.000 Einwohnern ist der Landkreis Rosenheim nach dem Landkreis München der nach Einwohnerzahl zweitgrößte Kreis in Bayern. Die Kreisstadt Rosenheim wird ganz vom Landkreis umschlossen, gehört als kreisfreie Stadt selbst aber nicht dazu und ist in den einzelnen Daten des Landkreises deshalb auch nicht enthalten.
Zum Landkreis Rosenheim gehören die Städte Kolbermoor, Bad Aibling und Wasserburg am Inn, sowie 43 weitere Gemeinden.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Der Landkreis Rosenheim liegt im Alpenvorland sowie im bayerischen Teil des Unterinntals. Die vom würmeiszeitlichen Inngletscher hinterlassene Moränenlandschaft weist viele Seen auf. Die im Tegernsee entspringende Mangfall fließt bei Rosenheim in den Inn. Zum Kreisgebiet gehört ein kleiner Teil des Chiemsees (Schafwaschen) und die Chiemseeinseln Frauen- und Herrenchiemsee. Der weitaus größte Teil des Chiemsees, auch der die Inseln umgebende Teil, gehört zum Nachbarlandkreis Traunstein. Im Süden liegen das Mangfallgebirge (der Wendelstein ist mit 1838 m die auffälligste (aber nicht höchste) Erhebung im Landkreis) und die Chiemgauer Alpen. Der höchste Berg ist der Große Traithen mit 1852 m.
Geschichte [Bearbeiten]
Im 1. Jahrhundert befand sich bei Rosenheim eine Brücke über den Inn (lateinisch "Aenus"), der die Grenze zwischen den römischen Provinzen Raetien und Noricum bildete. Diese Brücke lag wahrscheinlich zwischen den beiden Orten Leonhardspfunzen und Langenpfunzen, wobei sich der Namensbestandteil "-pfunzen" von lat. "Pons Aeni" = "Innbrücke" ableiten lässt. Im zwölften Jahrhundert ging das Gebiet in den Besitz der Wittelsbacher über, die alten Stammesherzogtümer wurden durch die landesherrlichen Gerichte und Ämter ersetzt. 1803 wurde das Gericht Aibling errichtet, doch bereits 1807 wieder aufgelöst. Gleichzeitig wurde das Landgericht Rosenheim neu umschrieben. Ferner gab es im Norden des heutigen Landkreises das Landgericht Wasserburg. Alle Landgerichte gehörten ab 1810 zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Neben den Landgerichten gab es im heutigen Kreisgebiet noch Herrschafts- bzw. Patrimonialgerichte und Hofmarken, die erst 1848 aufgelöst wurden. 1838 wurde das Landgericht Aibling wieder errichtet. Ferner entstand das Landgericht Haag. 1853 wurde noch das Landgericht Prien anstelle des 1848 aufgelösten Herrschaftsgerichts errichtet. 1862 bildeten die Landgerichte Rosenheim, Prien und Aibling das Bezirksamt Rosenheim als Verwaltungsbehörde unter einem „Kgl. Bezirksamtmann“. Die Landgerichte Wasserburg und Haag bildeten das Bezirksamt Wasserburg. Im Jahr 1864 erhielt die Gemeinde Rosenheim durch den Bayerischen König Ludwig II. die Stadtrechte. 1870 wurde sie eine kreisunmittelbare Stadt.
1900 wurde für den Raum Aibling ein eigenes Bezirksamt errichtet. Dafür gab das Bezirksamt Rosenheim 22 Gemeinden ab, bekam jedoch vier Gemeinden des Bezirksamtes Traunstein. Die Bezirksämter wurden ab 1939 in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus dem Landkreis Rosenheim, dem Großteil des Landkreises Bad Aibling (die Gemeinde Großhelfendorf im Nordwesten kam zum Landkreis München), dem südlichen Teil des Landkreises Wasserburg am Inn sowie einer Gemeinde des Landkreises Ebersberg (heute Ortsteil von Tuntenhausen) der heutige Landkreis Rosenheim gebildet. Das restliche Gebiet des Landkreises Wasserburg kam an die Landkreise Mühldorf am Inn, Erding und Ebersberg.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 279 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 8.890 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei 2,6 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.[2]
Die bewirtschaftete Fläche dient vor allem der Milchviehhaltung. In Kolbermoor, Wasserburg und Raubling sind größere Industriebetriebe angesiedelt.
Der Chiemgau und das Inntal sind Fremdenverkehrsgegenden; große Kur- und Rehabilitationseinrichtungen befinden sich in Bad Aibling, Bad Feilnbach, Bad Endorf, Prien und Vogtareuth.
Verkehr [Bearbeiten]
Die Stadt Rosenheim ist ein wichtiger Eisenbahnknoten im Voralpenland, der schon 1857 durch die Bayerische Maximiliansbahn mit München über Holzkirchen und Bad Aibling verbunden wurde (Mangfalltalbahn). Sie wurde noch im selben Jahr über Kiefersfelden nach Kufstein in Tirol weitergeführt. Seit 1860 besteht auch die Strecke über Prien, Traunstein und Freilassing nach Salzburg.
Erst 1871 eröffnete die Bayerische Staatsbahn die Direktverbindung von München über Grafing nach Rosenheim und von hier 1876 die Bahn innabwärts über Wasserburg nach Mühldorf. In Wasserburg Bf zweigten seit 1902 die Verbindungsbahn nach Wasserburg Stadt und seit 1905 die Strecke nach Ebersberg ab.
Weitere staatliche Lokalbahnen kamen hinzu: 1878 wurde die auch als Chiemgaubahn bezeichnete Strecke Prien–Aschau eröffnet. 1897 folgte die von der Mangfalltalbahn abzweigende elektrische Lokalbahn Bad Aibling–Feilnbach der AG für E-Werke vorm. O.L. Kummer & Co, Dresden, die 1973 stillgelegt und später abgebaut wurde, nachdem bereits 1972 der elektrische Betrieb aufgegeben worden war. Des Weiteren wurde 1908 die Bahnstrecke Endorf–Obing eröffnet, auf der 1968 der Personen- und 1996 der Güterverkehr eingestellt wurde und die 2006 wieder als Museumsbahn von der privaten Chiemgauer Lokalbahn in Betrieb genommen wurde.
Als letztes wurde 1914 die Bahnstrecke Landl (Oberbay) Abzw–Frasdorf eröffnet, die in Landl von der Hauptstrecke Rosenheim–Salzburg abzweigt. Die Teilstrecke Rohrdorf-Frasdorf wurde 1970 stillgelegt, die Strecke Rosenheim-Rohrdorf dient nur noch dem Güterverkehr.
Fast ausschließlich dem Fremdenverkehr dienen zwei Schmalspurbahnen:
- Die Chiemseebahn, eine 1887 eröffnete, heute noch privat betriebene Zubringerlinie der Firma Ludwig Feßler vom Bahnhof Prien zur Schiffsstation Stock
- Die Zahnradbahn der Wendelsteinbahn GmbH, die seit 1912 von Brannenburg aus den über 1700 m hohen Aussichtsberg erklimmt.
Die „Wachtlbahn“ ist eine sieben Kilometer lange, elektrische Werksbahn, die von Kiefersfelden aus in den Steinbruch des ehemaligen HeidelbergCement-Werkes in Wachtl (Tirol) auch touristische Züge einsetzt.
Das Eisenbahnnetz von über 220 km Ausdehnung wurde durch die Stilllegung einiger Nebenstrecken um 45 km Länge reduziert:
- 1968: Endorf–Amerang–Obing, 12 km
- 1970: Landl–Rohrdorf–Frasdorf, 16 km
- 1973: Bad Aibling–Bad Feilnbach, 12 km
- 1987: Wasserburg Bf–Wasserburg Stadt, 5 km
(siehe aber die Anmerkungen zur Teileinstellung bzw. Freizeitbahn)
Politik [Bearbeiten]
Landräte [Bearbeiten]
- 1948–1978: Georg Knott (CSU)
- 1978–1984: Josef Neiderhell sen. (CSU)
- 1984–2008: Max Gimple (CSU)
- seit Mai 2008: Josef Neiderhell jun. (CSU)
Kreistag [Bearbeiten]
Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:
| 2002 | 2008 | |
|---|---|---|
| CSU | 41 | 33 |
| SPD | 12 | 10 |
| Parteifreie / Überparteiliche Wählergemeinschaften | 6 | 8 |
| GRÜNE | 4 | 8 |
| ödp / Parteifreie Umweltschützer | 3 | 3 |
| REP | 2 | 2 |
| FDP | 1 | 2 |
| BP | 1 | 3 |
| FW | - | 1 |
| Gesamt | 70 | 70 |
Wappen [Bearbeiten]
Das Landkreiswappen zeigt oben die bayerischen weiß-blauen Rauten. Sie wurden vom Wappen des ehemaligen Landkreises Bad Aibling, dem ältesten Herrschaftsgebiet der Wittelsbacher, übernommen. Die beiden Seeblätter auf der linken Seite sind dem Wappen des Inselklosters Frauenchiemsee entnommen, und stehen für den Chiemgau, der den Osten des Landkreises bildet. Der rote Löwe auf der rechten Seite kommt vom Wappen der Stadt Wasserburg. Das Wappen wurde am 14. Mai 1976 in seiner heutigen Form eingeführt.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[3])
Gemeindefreie Gebiete (10,37 km²)
|
|
Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Rosenheim mit allen Gemeindeteilen.
Kirchen und Kapellen [Bearbeiten]
Siehe Liste der Kirchen und Kapellen im Landkreis Rosenheim
Baudenkmäler [Bearbeiten]
Siehe Baudenkmäler im Landkreis Rosenheim
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ Statistik der Bundesagentur für Arbeit, http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Bayern-Nav.html
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende))
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webseite des Landkreises
- Landkreis Rosenheim: Wappengeschichte vom HdBG
- Literatur von Landkreis Rosenheim im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Landkreise: Aichach-Friedberg | Altötting | Amberg-Sulzbach | Ansbach | Aschaffenburg | Augsburg | Bad Kissingen | Bad Tölz-Wolfratshausen | Bamberg | Bayreuth | Berchtesgadener Land | Cham | Coburg | Dachau | Deggendorf | Dillingen a.d.Donau | Dingolfing-Landau | Donau-Ries | Ebersberg | Eichstätt | Erding | Erlangen-Höchstadt | Forchheim | Freising | Freyung-Grafenau | Fürstenfeldbruck | Fürth | Garmisch-Partenkirchen | Günzburg | Haßberge | Hof | Kelheim | Kitzingen | Kronach | Kulmbach | Landsberg am Lech | Landshut | Lichtenfels | Lindau (Bodensee) | Main-Spessart | Miesbach | Miltenberg | Mühldorf a.Inn | München | Neuburg-Schrobenhausen | Neumarkt i.d.OPf. | Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim | Neustadt a.d.Waldnaab | Neu-Ulm | Nürnberger Land | Oberallgäu | Ostallgäu | Passau | Pfaffenhofen a.d.Ilm | Regen | Regensburg | Rhön-Grabfeld | Rosenheim | Roth | Rottal-Inn | Schwandorf | Schweinfurt | Starnberg | Straubing-Bogen | Tirschenreuth | Traunstein | Unterallgäu | Weilheim-Schongau | Weißenburg-Gunzenhausen | Wunsiedel i.Fichtelgebirge | Würzburg
Kreisfreie Städte: Amberg | Ansbach | Aschaffenburg | Augsburg | Bamberg | Bayreuth | Coburg | Erlangen | Fürth | Hof | Ingolstadt | Kaufbeuren | Kempten (Allgäu) | Landshut | Memmingen | München | Nürnberg | Passau | Regensburg | Rosenheim | Schwabach | Schweinfurt | Straubing | Weiden in der Oberpfalz | Würzburg
