Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen |
| Direktionsbezirk: | Dresden |
| Verwaltungssitz: | Pirna |
| Fläche: | 1.653,64 km² |
| Einwohner: |
252.308 (31. Dez. 2010)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 153 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR |
| Kreisschlüssel: | 14 6 28 |
| Kreisgliederung: | 39 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Schloßhof 2/4 01796 Pirna |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Michael Geisler (CDU) |
| Lage des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen | |
Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist ein Landkreis im Süden Sachsens, der sich über das Gebiet südlich von Dresden bis zur tschechischen Grenze erstreckt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt südlich der Landeshauptstadt Dresden. Angrenzende Gebiete sind der tschechische Ústecký kraj im Osten und Süden, der Landkreis Mittelsachsen im Westen, Dresden und der Landkreis Meißen im Norden, sowie im Nordosten der Landkreis Bautzen. Das Kerngebiet des Kreises beinhalt die namensgebenden Regionen Sächsische Schweiz und Osterzgebirge und dessen Vorland, im Nordosten aber auch die Ausläufer des Lausitzer Berglands. Mitten durch den Kreis fließt die Elbe. Die niedrigste Stelle des Kreises befindet sich am Elbufer an der Grenze zu Dresden mit 109 m, die höchste Stelle ist mit 905 m der Kahleberg bei Zinnwald.
Der Westen des Landkreises befindet sich im Osterzgebirge und dessen Vorland, im Einzugsbereich der Roten und Wilden Weißeritz, die sich noch im Landkreis zur Weißeritz vereinen.
Aus den Rumpfflächen der Pultscholle resultierend besteht die Landschaft neben den Tälern überwiegend aus Hochflächen unter agrarischer und forstlicher Nutzung. Nach Süden, zum Kamm des Osterzgebirges nimmt die Höhenlage stetig zu. Markante Landmarken bilden der Landberg bei Pohrsdorf, der Windberg in Freital, der Golberoder Zughübel mit der Babisnauer Pappel, die Berge der Karsdorfer Verwerfung mit dem Wilisch, der Luchberg bei Luchau sowie der Geisingberg.
Bekannte Stehgewässer sind die touristisch genutzte Talsperre Malter sowie die zur Trinkwassergewinnung benötigten Talsperren Lehnmühle und Klingenberg. Bei Lauenstein entstand bis 2006 das Rückhaltebecken Müglitztal. Bedeutende Waldgebiete des im Westen des Kreises sind der Tharandter Wald, die Dippoldiswalder Heide und der Forstbezirk Bärenfels. Der geographische Mittelpunkt Sachsens befindet sich im Tharandter Wald in der Nähe von Kurort Hartha.
Der Osten des Landkreises wird durch die Sächsische Schweiz mit dem Elbtal geprägt. Die Sächsische Schweiz geht weiter östlich in das Lausitzer Bergland und westlich ins Erzgebirge über. Markante Landmarken sind hier der Große Zschirnstein und der Große Winterberg.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurde in Folge der Kreisgebietsreform am 1. August 2008 aus den bei der Kreisreform 1994 geformten Landkreisen Sächsische Schweiz und Weißeritzkreis gebildet. Der Name des neuen Landkreises war bei Regierung und Bevölkerung umstritten. Der seitens des Innenministeriums vorgeschlagene Name „Elbe-Weißeritz-Kreis“ wurde von den Kreisräten mehrheitlich abgelehnt,[2] „Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“ erschien vielen jedoch zu lang.
Als Sitz des Landratsamtes wurde Pirna bestimmt. Dippoldiswalde, die Kreisstadt des Weißeritzkreises, wurde Große Kreisstadt. Damit führen die Städte Pirna, Dippoldiswalde, Freital und Sebnitz den Sonderstatus Große Kreisstadt. In allen Großen Kreisstädten befinden sich Bürgerbüros des Landratsamtes. Das Kfz-Kennzeichen wurde ebenfalls vom Landkreis Sächsische Schweiz übernommen, nachdem die Bemühungen für ein Kennzeichen, das vom Kreisnamen abgeleitet ist, scheiterten.
Am 1. Januar 2011 gemeindete Altenberg die benachbarte Stadt Geising ein, damit entstand die mit 145,81 km² flächengrößte Gemeinde des Landkreises. Seit Januar 2009 wurde das Schloss Sonnenstein in Pirna denkmalgerecht saniert und zum Sitz des Landratsamtes umgebaut. Im Dezember 2011 wurden die Umbaumaßnahmen abgeschlossen, ab dem 19. Dezember 2011 befindet sich der Kreissitz auf dem Sonnenstein.[3]
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Landrat
Bei der sächsischen Kommunalwahl am 8. Juni 2008 konnte sich der bisherige Landrat des ehemaligen Landkreises Sächsische Schweiz, Michael Geisler (CDU) im ersten Wahlgang mit 52,4 % der Stimmen gegen fünf weitere Bewerber durchsetzen und wurde damit erster Landrat des neu gegründeten Kreises[4].
[Bearbeiten] Kreistag
Im neuen Kreistag ist die CDU mit 38 Sitzen die deutlich stärkste Kraft vor der Linken mit 16 Sitzen[5]. SPD und Bündnis90/Die Grünen haben sich zu einer gemeinsamen Fraktion SPD/Grüne zusammengeschlossen.
| Partei | Stimmen (%) | Sitze |
|---|---|---|
| CDU | 43,9 | 38 |
| Die Linke | 18,3 | 16 |
| Freie Wähler | 11,4 | 10 |
| FDP | 7,9 | 7 |
| NPD | 7,5 | 6 |
| SPD | 7,4 | 6 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 3,6 | 3 |
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „Durch eine eingebogene silberne Spitze, worin schräggekreuzt ein schwarzer Hammer und ein schwarzer Schlägel, gespalten; vorn in Grün schrägrechter silberner Wellenbalken; hinten in Gold rot bewehrter und bezungter schwarzer Löwe.“
Die Farben Weiß und Grün weisen dabei auf Sachsen hin, der Meißner Löwe auf die historische Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Meißen. Das weiße Wellenband symbolisiert den Flussreichtum, das Grün den Waldreichtum des Landkreises. Schlägel und Eisen sind ein Verweis auf den traditionsreichen Bergbau und die bis heute prägende Industrialisierung.
Der Wappenentwurf stammt vom Freitaler Wolfgang Burkhardt. Die dreigeteilte Grundform des Wappens ähnelt dem Wappen des alten Weißeritzkreises, dem auch der Meißner Löwe und Schlägel und Eisen entstammen. Das weiß-grüne Wellenband war das Wappen des Altkreises Sächsische Schweiz.
[Bearbeiten] Mitgliedschaften
Der Landkreis ist Mitglied in folgenden Gruppierungen:
- Sächsischer Landkreistag
- Euroregion Elbe/Labe
- Ostsächsische Sparkasse Dresden
- Kommunaler Sozialverband Sachsen
- Kommunaler Arbeitgeberverband Sachsen
[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung
[Bearbeiten] Städte und Gemeinden
Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge besteht seit dem 1. Januar 2012 aus 19 Städten und 20 Gemeinden. Die Stadt mit den meisten Einwohnern im Landkreis ist Freital (39.275 Einwohner) gefolgt von der Kreisstadt Pirna mit 38.705 Einwohnern. Die einwohnerstärkste Gemeinde ist Bannewitz mit 10.703 Einwohnern. (Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2010[6])
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[Bearbeiten] Verwaltungsgemeinschaften
Im Landkreis haben mehrere Gemeinden insgesamt zehn Verwaltungsgemeinschaften gebildet.
- Verwaltungsgemeinschaft Altenberg mit den Mitgliedsgemeinden Altenberg und Hermsdorf/Erzgeb.
- Verwaltungsgemeinschaft Bad Gottleuba-Berggießhübel mit den Mitgliedsgemeinden Bad Gottleuba-Berggießhübel, Bahretal und Liebstadt
- Verwaltungsgemeinschaft Bad Schandau mit den Mitgliedsgemeinden Bad Schandau, Rathmannsdorf und Reinhardtsdorf-Schöna
- Verwaltungsgemeinschaft Dohna-Müglitztal mit den Mitgliedsgemeinden Dohna (VG-Sitz) und Müglitztal
- Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schweiz mit den Mitgliedsgemeinden Gohrisch, Königstein (Sächsische Schweiz), Rathen, Rosenthal-Bielatal und Struppen
- Verwaltungsgemeinschaft Lohmen/Stadt Wehlen mit den Mitgliedsgemeinden Lohmen (VG-Sitz) und Stadt Wehlen
- Verwaltungsgemeinschaft Pirna mit den Mitgliedsgemeinden Dohma und Pirna
- Verwaltungsgemeinschaft Pretzschendorf mit den Mitgliedsgemeinden Hartmannsdorf-Reichenau und Pretzschendorf
- Verwaltungsgemeinschaft Sebnitz mit den Mitgliedsgemeinden Kirnitzschtal und Sebnitz
- Verwaltungsgemeinschaft Tharandt mit den Mitgliedsgemeinden Dorfhain und Tharandt
[Bearbeiten] Gebietsänderungen
- 1. Januar 2011: Geising wird nach Altenberg eingemeindet
- 1. Januar 2012: Porschdorf wird nach Bad Schandau eingemeindet
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft
Das Osterzgebirge war, wie das Mittlere und Westerzgebirge, stark durch den Bergbau geprägt. Vor allem im Döhlener Becken entwickelten sich durch den Abbau von Steinkohle im Zeitalter der Industrialisierung viele Betriebe wie die Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke. In Altenberg wurde Zinnerz abgebaut. Ebenfalls erwähnenswert ist die Uhrenindustrie in Glashütte. Nachdem die großen Kohlevorkommen erschöpft waren, kam es zu einem großen Wachstum in der Schwermetallindustrie. Durch die vielen Emissionen der Fabriken kam es vielerorts zu hohen Schadstoffbelastungen. Die Sächsische Schweiz war im Barock Lieferant des Baumaterials für viele Sandsteinbauten in Dresden und Umgebung. Während der Industrialisierung kam es auch hier zu Ansiedlungen von Fabriken vieler Industriezweige.
Heute ist die Sächsische Schweiz stärker als das Osterzgebirge durch den Tourismus geprägt. Nach der Wende wurden viele Betriebe geschlossen oder verkleinert. Es existieren dennoch Unternehmen wie das Edelstahlwerk in Freital.
[Bearbeiten] Verkehr
Durch den Landkreis verlaufen die Bundesstraßen 170 (Dresden–Altenberg), 171 (Wolkenstein–Schmiedeberg), 172 (Dresden−Schmilka) und 173 (Lichtenfels−Hof–Chemnitz–Dresden) sowie die Bundesautobahn 17 (Dresden–Prag) mit den sechs Anschlussstellen Dresden-Südvorstadt, Dresden-Prohlis, Heidenau i. Sa., Pirna, Bahretal und Bad Gottleuba. Für wenige Kilometer verläuft auch die Bundesautobahn 4 (Erfurt−Görlitz) mit dem Rasthof Dresdner Tor durch das Kreisgebiet.
Der öffentliche Personennahverkehr wird hauptsächlich über die beiden Verkehrsgesellschaften OVPS und RVD abgewickelt. Beide sind Mitglied im Verkehrsverbund Oberelbe.
Im Schienenverkehr bestehen Verbindungen über die Bahnstrecke Dresden–Děčín, die S-Bahn-Strecke Pirna–Coswig, die Bahnstrecke Bautzen–Bad Schandau, die Bahnstrecke Kamenz–Pirna und die Bahnstrecke Dresden–Hof. Mit der Kirnitzschtal-, Müglitztal- und Weißeritztalbahn bestehen auch mehrere in Betrieb befindliche Kleinbahnstrecken. Der Landkreis ist über die Dresdner S-Bahn-Linien S1, S2 und S3 an das S-Bahn-Netz Dresdens angeschlossen. Des Weiteren besteht mit mehreren RegionalExpress-Zügen der DB Regio Südost Verbindung mit dem Schienenfernverkehr.
In Pirna-Pratzschwitz befindet sich ein Flugplatz. Der nächste große Verkehrsflughafen ist der Flughafen Dresden.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Die Ersten lenken ein. In: Sächsische Zeitung, 9. November 2006
- ↑ Pressemitteilung auf der Website des Landkreises
- ↑ Ergebnis der Landratswahl 2008. Abgerufen am 8. Dezember 2008.
- ↑ Ergebnis der Kreistagswahl 2008. Abgerufen am 8. Dezember 2008.
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden
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