Landkreis Saarlouis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Saarlouis Deutschlandkarte, Position des Landkreises Saarlouis hervorgehoben49.366.78Koordinaten: 49° 22′ N, 6° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Saarlouis
Fläche: 459,08 km²
Einwohner: 195.976 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 427 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SLS
Kreisschlüssel: 10 0 44
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Kaiser-Wilhelm-Straße 4–6
66740 Saarlouis
Webpräsenz: www.kreis-saarlouis.de
Landrat: Patrik Lauer (SPD)
Lage des Landkreises Saarlouis im Saarland
Landkreis Saarlouis Saarpfalz-Kreis Landkreis St. Wendel Landkreis Neunkirchen Regionalverband Saarbrücken Landkreis Merzig-Wadern Rheinland-Pfalz Luxemburg FrankreichKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Saarlouis [zaːrˈlʊɪ] ist der bevölkerungsreichste Landkreis des Saarlandes. Er umfasst den Südwesten und die Mitte des Landes.

Geographie[Bearbeiten]

Flüsse[Bearbeiten]

Die wichtigsten Flüsse im Landkreis sind zum einen die Saar, die von Südosten kommend das Kreisgebiet nordwestlich in Richtung Trier durchfließt, und die Prims, die von Nordosten kommend in das Kreisgebiet eintritt und in Dillingen in die Saar mündet.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend sind die Landkreise Merzig-Wadern, St. Wendel und Neunkirchen sowie der Regionalverband Saarbrücken und das französische Département Moselle.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Landkreises Saarlouis gehörte vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert zu mehreren Fürstentümern des Heiligen Römisches Reichs: Die rund um Saarlouis gelegenen Gebiete des Landkreises gehörten überwiegend zum deutschsprachigen Teil des Herzogtums Lothringen. Wallerfangen war die Hauptstadt dieses Deutsches Bellistum genannten Verwaltungsbezirks. Einige rechts der Saar gelegene Gebiete gehörten zu kleineren Herrschaften, die teils Kondominien angehörten, die dem Herzog von Lothringen, dem Grafen von Saarbrücken oder dem Kurfürsten von Trier unterstanden. Auch die Abteien Fraulautern und Wadgassen hatten eigene Herrschaften.

Als 1680 die Stadt Saarlouis gegründet wurde, wurde diese mit einigen umliegenden Orten eine Exklave Frankreichs. Wallerfangen wurde für den Bau der Festung zerstört, weshalb der Sitz des Deutschen Bellistums nach Saargemünd verlegt wurde.

Nach dem Tod des letzten Herzogs 1766 fiel Lothringen an Frankreich. Auch die vorher zu Nassau-Saarbrücken gehörenden Dörfer Überherrn und Friedrichweiler wurden französisch.

Die Französische Revolution erreichte schnell auch die Saar. Saarlouis wurde in Sarre-Libre („freie Saar“) umbenannt und wurde Sitz eines Kantons im Département Moselle. Die Gegend um Lebach bildete einen eigenen Kanton im Département de la Sarre.

Nach der Niederlage Napoleons fiel die Gegend um Saarlouis an Preußen. Der Kreis Saarlouis wurde 1816 von den Preußen gegründet und gehörte über hundert Jahre lang zum Regierungsbezirk Trier der Rheinprovinz (bis 1822 Provinz Großherzogtum Niederrhein). Die damaligen Grenzen des Kreises stimmen größtenteils mit den heutigen überein.

Im 20. Jahrhundert spiegelt der Landkreis die Geschichte des Saarlandes wider: 1920 kam er zum Saargebiet, das vom Völkerbund verwaltet wurde. Nach der Volksabstimmung 1935 wurde das Saarland ins Deutsche Reich eingegliedert. Die Nationalsozialisten nannten Saarlouis Saarlautern, um nicht mehr an die Zeit der französischen Herrschaft zu erinnern. Von 1947 bis 1956 war der Landkreis Saarlouis Teil des französischen Saarprotektorats. Seit 1957 gehört das Saarland zur Bundesrepublik Deutschland.

Anlässlich der Gebiets- und Verwaltungsreform änderte sich kaum etwas an den Grenzen des Landkreises. Lediglich im Nordosten (Lebach und Schmelz) gewann der Landkreis einige Gebiete, vor allem aus dem Norden des Amtes Eppelborn (bisher im Landkreis Ottweiler).[2]

Religion[Bearbeiten]

Der weitaus größte Teil der Bevölkerung ist katholischen Bekenntnisses. In jeder Zivilgemeinde des Landkreises besteht mindestens eine römisch-katholische Gemeinde. Sämtliche Gemeinden gehören zur Diözese Trier, das auf dem Gebiet des Landkreises seit 2004 die Dekanate Dillingen, Saarlouis, und Wadgassen unterhält. Mit dem Dillinger Saardom befindet sich die größte Kirche des Saarlandes im Kreis Saarlouis.

Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehörte seit 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 in Evangelische Kirche der altpreußischen Union umbenannt; APU) und dort seit 1922 zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz, mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. 1947 verselbständigte sich die vormals altpreußische Kirchenprovinz als Evangelische Kirche im Rheinland, der heute die evangelischen Gemeinden im Landkreis zugeordnet sind.

Im Bereich christlicher Gruppierungen finden sich vor allem noch freikirchliche Gemeinden (Dillingen, Lebach, Saarlouis-Steinrausch), die Zeugen Jehovas (Saarlouis-Steinrausch) sowie neuapostolische Gemeinden (Dillingen, Saarwellingen, Wallerfangen etc.).

Die Muslime unterhalten unter anderem in Dillingen eine Moschee.

Das ehedem reiche jüdische Leben wurde durch den nationalsozialistischen Terror zwischen der Annektierung des Saarlandes an Deutschland am 1. März 1935 und dem Ende der Naziherrschaft sukzessive vernichtet. Zuvor bestanden etliche Synagogengemeinden im Kreisgebiet, deren größte die von Saarwellingen mit ihrer Synagoge und ihrem Schulhaus in der Engelgasse und ihrem Friedhof in der Schliefgasse war. Heute leben wieder einige Juden im Landkreis, die der Synagogengemeinde Saar angehören.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

In Gold (Gelb) ein roter Schrägbalken, belegt mit drei silbernen gerupften Adlern (Lothringen, da Saarlouis von 1100 bis 1766 zum Herzogtum Lothringen gehörte), oben eine Lilie (Bestandteil des Stadtwappens von Saarlouis), unten ein achtstrahliger Stern (verkörpert den Ursprung der Stadt Saarlouis, die sternförmig erbaute französische Festung), beide blau; das Schildhaupt ist von Schwarz und Silber (Weiß) geviert (Hohenzollern, da das Gebiet ab 1815 dem von den Hohenzollern regierten Königreich Preußen angehörte).

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung: 52,8 % (- 5,9 %)
 %
40
30
20
10
0
37,4 %
36,3 %
6,6 %
2,2 %
6,2 %
2,5 %
5,0 %
2,2 %
1,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,1 %p
+5,4 %p
-6,4 %p
-5,9 %p
-0,9 %p
± 0,0 %p
+5,0 %p
+2,2 %p
+1,5 %p
Sitzverteilung im Kreistag
2
14
2
14
1
14 14 
Von 33 Sitzen entfallen auf:

Bei den Kreistagswahlen am 25. Mai 2014 ergab sich folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
%
1994
%
1989
%
1984
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,4 14 36,3 15 45,4 19 44,7 20 37,4 36,0 44,6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,3 14 30,9 13 37,1 16 44,4 19 43,4 43,0 42,5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,2 2 7,1 2 5,3 2 4,1 0 7,5 4,9 5,3
FDP Freie Demokratische Partei 2,2 0 8,1 3 3,8 0 2,0 0 3,2 4,1 4,3
Die Linke Die Linke 6,6 2 13,0 5 2,4 0 -
FW/FWG Freie Wählergruppe - - 2,2 0 6,0 2 4,7 0 5,0 2,3 2,5
FWG Freie Wählergruppe 2,5 0 2,5 1
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 2,2 0 - -
AfD Alternative für Deutschland 5,0 1 - -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 1,5 0 - - 0,6
REP Die Republikaner - - - - 3,6 7,2
gesamt 100,0 33 100,0 39 100,0 39 100,0 39 100,0 100,0 100,0
Wahlbeteiligung in % 52,8 58,7 57,8 60,8 75,5 80,3 80,0

[3] [4]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1816–1821: Jakob Christian Schmeltzer (offizieller Titel: Landkommissar)
  • 1821–1849: Joseph Jesse
  • 1849–1851: Johann Saurborn (kommissarisch)
  • 1851–1874: Heinrich Friedrich von Selasinsky
  • 1874–9999: N. Fehres (kommissarisch)
  • 1874–1881: Prosper Devens
  • 1881–9999: Adolph von Galhau (kommissarisch)
  • 1881–1882: Otto Carl Herman von Dewitz (kommissarisch)
  • 1882–1888: Friedrich Heinrich August von Harlem
  • 1888–1890: Ludwig Ignatz Joseph von Renvers
  • 1890–1905: Andreas Helffrich
  • 1905–1918: Hans Freiherr Schütz von Leerodt
  • 1917–1919: Franz Joseph Heinrich Schellen
  • 1919–1920: Alfred von Boch
  • 1920–1923: Julius Anton
  • 1922–1935: Wilhelm Arweiler
  • 1935–1945: Franz Schmitt
  • 1945-1946: Hans Drehsen
  • 1946–1956: Alfons Diwo
  • 1956–1960: Erasmus Schmidt
  • 1960–1985: August Riotte, CDU
  • 1985–2004: Peter Winter, SPD
  • 2004–2011: Monika Bachmann, CDU
  • 2012–0000: Patrik Lauer, SPD

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Wichtigste überregionale Straße im Landkreis ist die Autobahn A 8 (Luxemburg–Saarlouis–Pirmasens) sowie die am Dreieck Saarlouis abzweigende A 620. Der Landkreis Saarlouis ist per Flugzeug direkt zu erreichen über den Flugplatz Saarlouis-Düren sowie mittelbar über die Flughäfen Saarbrücken, Luxemburg und Metz.

Die wichtigste Eisenbahnstrecke ist die Saarstrecke Trier−Saarbrücken.

Umfangreich war auch das Netz der Straßen- und Kleinbahnen im Kreis Saarlouis.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Frankreich Frankreich Regionalverband Saarbrücken Landkreis Neunkirchen Landkreis St. Wendel Landkreis Merzig-Wadern Rehlingen-Siersburg Wallerfangen Überherrn Dillingen/Saar Saarlouis Wadgassen Bous (Saar) Ensdorf (Saar) Schwalbach (Saar) Saarwellingen Nalbach Schmelz (Saar) LebachMunicipalities in SLS.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2013[5])

Städte

  1. Dillingen/Saar (20.183)
  2. Lebach (19.388)
  3. Saarlouis, Kreisstadt (34.354)

Gemeinden

  1. Bous (6983)
  2. Ensdorf (6411)
  3. Nalbach (9162)
  4. Rehlingen-Siersburg (14.343)
  5. Saarwellingen (13.256)
  6. Schmelz (16.264)
  7. Schwalbach (17.165)
  8. Überherrn (11.492)
  9. Wadgassen (17.622)
  10. Wallerfangen (9353)

Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Saarlouis, kleinste Gemeinde ist Ensdorf.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen SLS zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 807f.
  3. [1]
  4. [2]
  5. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Alois Prediger: Geschichte des Landkreises Saarlouis. Band 1: 1815–1848, Saarlouis 1997. Band 2: 1848–1890, Saarlouis 2004.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Saarlouis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien