Landkreis Schwerin (Warthe)

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Verwaltungsgliederung der Provinz Posen.
  • Regierungsbezirk Posen
  • Regierungsbezirk Bromberg
Landkreiswappen auf einem Gedenkstein in Paderborn

Der Landkreis Schwerin (Warthe), früher „Schwerin an der Warthe“, war ein preußischer Landkreis in der Provinz Posen bzw. Grenzmark Posen-Westpreußen, der zwischen 1887 und 1945 bestand. Er umfasste am 1. Januar 1945:

  • die beiden Städte Blesen und Schwerin an der Warthe
  • sowie 41 weitere Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern.
  • und drei Gutsbezirke (Forsten).

21.035 Einwohner lebten 1933 im Landkreis, jeder Zweite war in der Land- und Forstwirtschaft tätig.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1887 entstand der neue Kreis Schwerin an der Warthe in der preußischen Provinz Posen, Regierungsbezirk Posen, aus Teilen des Kreises Birnbaum, nämlich:

  • den Stadtgemeinden Blesen und Schwerin an der Warthe,
  • den Polizeidistrikten Birnbaum - nur die Landgemeinden Freude, Hoffnung, Groß Krebbel, Kaza, Klein Krebbel, Krebbelmühl, Krynitze, Neu Görtzig, Pechlüge, Schneidemühl-Hauland, Striche, Striche-Hauland, Wierzebaum und die Gutsbezirke Neu Görtzig, Striche, Waitze, Waitze Oberförsterei und Wierzebaum - und Schwerin an der Warthe.

Dieser umfasste meist ländliche Gebiete um die Kreisstadt Schwerin an der Warthe.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Wegen des Zerfalls der Provinz Posen wurde am 20. November 1919 der Kreis Schwerin an der Warthe der neuen Regierungsstelle in Schneidemühl (Verwaltungsbezirk Grenzmark Westpreußen-Posen) unterstellt.

Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages wurde am 10. Januar 1920 der östliche Teil des Kreises Schwerin an der Warthe an Polen abgetreten.

Ab 11. Januar 1921 trug der bisherige Verwaltungsbezirk Grenzmark Westpreußen-Posen die Bezeichnung „Grenzmark Posen-Westpreußen“. Am 1. Juli 1922 trat der Kreis Schwerin an der Warthe zur neuen preußischen Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und ab 1. August 1922 zum neu gebildeten Regierungsbezirk Schneidemühl. Später setzte sich die Schreibweise Schwerin (Warthe) durch.

Zum 1. Oktober 1938 wechselte der Kreis Schwerin (Warthe) nach der Auflösung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen zur Provinz Brandenburg – später „Mark Brandenburg“ –, Regierungsbezirk Frankfurt.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee erobert und anschließend unter polnische Verwaltung gestellt. Es gehört heute zu Polen.

Landräte[Bearbeiten]

1887–9999: Kurt von Willich (1860–1903) (kommissarisch)
1887–1891: Hans Ukert (1857–1930)
1891–1898: Kögel
1898–1904: Georg von Brandis (1847–1904) [1]
1904–0000:
1906–1926: Adolf Parthey
1926–1928: Josef Ortner (1831–1951)
1928–1932: Sendler
1932–1933: Nülle (kommissarisch)
1933–1934: Müller (kommissarisch)
1934–1936: Conrad Prange
1936–1945: Otto Karl Niemeyer (* 1891)

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Der Kreis Schwerin an der Warthe gliederte sich in Stadtgemeinden. Die Landgemeinden und selbstständigen Gutsbezirke waren in Polizeidistrikten zusammengefasst.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen. Allerdings war ab 1. Juli 1922 anstelle der Posener die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881 eingeführt worden. Hinsichtlich der Gliederung in die bisherigen Polizeidistrikte hatte es keine Änderung ergeben.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden im Wesentlichen bis 1945 beibehalten. 1937 erhielten jedoch folgende Gemeinden „deutschere“ Namen:

  • Goray: Eibendorf,
  • Kaza: Waldluch,
  • Krinitze: Warthetal,
  • Orlowce: Adlerhorst.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Im Jahr 1925 wurden im Landkreis Schwerin (Warthe) 22.300 Einwohner gezählt, von denen 10.107 Evangelische, 11.957 Katholiken und 121 Juden waren.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Preußische Staatsbahn erschloss den Kreis sehr spät: 1887 berührte die Strecke Meseritz - Birnbaum zunächst nur die Station Wierzebaum >116.k<. Die Kreisstadt erhielt erst 1896 durch die Verbindung Landsberg - Meseritz einen Bahnhof >116.f<, von dem 1906 die Linie nach Wierzebaum abzweigte >116.n<. Schließlich nahm die Deutsche Reichsbahn im Jahr 1935 noch eine Strecke nach Kreuz in Betrieb, um die neue polnische Grenze zu umgehen >116.g<.

Die Zahlen in >< beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Königliches Pädagogium zu Ilfeld (Nordhausen): Jahresbericht über die Königliche Klosterschule zu Ilfeld, 1873, S. 80; (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
  2. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Sechzehnter Band, Leipzig 1933, S. 745.