Landkreis Spree-Neiße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Spree-Neiße Deutschlandkarte, Position des Landkreises Spree-Neiße hervorgehoben51.7514.652777777778Koordinaten: 51° 45′ N, 14° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Forst (Lausitz)
Fläche: 1.647,89 km²
Einwohner: 118.899 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Kreisschlüssel: 12 0 71
Kreisgliederung: 30 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Heinrich-Heine-Straße 1
03149 Forst (Lausitz)
Webpräsenz: www.landkreis-spree-neisse.de
Landrat: Harald Altekrüger (CDU)
Lage des Landkreises Spree-Neiße in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Spree-Neiße (niedersorbisch Wokrejs Sprjewja-Nysa) ist ein Landkreis im Südosten des Landes Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Oder-Spree, im Osten die Republik Polen, im Süden die sächsischen Landkreise Görlitz und Bautzen, im Westen der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und im Nordwesten der Landkreis Dahme-Spreewald. Der Landkreis Spree-Neiße umschließt vollständig die kreisfreie Stadt Cottbus.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Spree-Neiße entstand am 6. Dezember 1993 im Zuge der Kreisreform in Brandenburg aus den ehemaligen Kreisen Cottbus, Guben, Forst und Spremberg. Dabei wurde der Landkreis Guben gegen seinen Willen in diesen Kreis eingegliedert (siehe dazu auch Landkreis Oder-Spree).

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform 2003 musste der Landkreis gegen seinen erklärten Willen die Gemeinden Gallinchen, Groß Gaglow und Kiekebusch (vorher Amt Neuhausen/Spree) zur Eingemeindung an die Stadt Cottbus abtreten. Nach dem Willen der Landesregierung sollten gleichzeitig die restlichen Gemeinden dieses Amtes zur amtsfreien Gemeinde Neuhausen/Spree zusammengeschlossen werden. Aufgrund von Formfehlern wurde dieser Zusammenschluss erst mit Wirkung vom 19. September 2004 wirksam.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Spree-Neiße (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992 Gebietsstand: 6. Dezember 1993). Durch die Gemeindegebietsreform vom 26. Oktober 2003 verlor der Kreis etwa 5300 Einwohner.

Jahr Einwohner
1990 157.358
1991 153.328
1992 150.820
1993 152.241
1994 152.982
1995 153.493
1996 154.856
1997 155.946
1998 155.773
1999 155.247
Jahr Einwohner
2000 153.827
2001 151.100
2002 148.939
2003 141.256
2004 139.464
2005 136.896
2006 135.017
2007 132.798
2008 130.626
2009 128.470
Jahr Einwohner
2010 126.400
2011 121.571
2012 120.178
Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen[2]
Bevölkerungsentwicklung Landkreis Spree-Neiße.pdf
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Bevölkerungsprognosen Landkreis Spree-Neiße.pdf
Prognosen der Bevölkerungsentwicklung
Altersstrukturentwicklung Landkreis Spree-Neiße.pdf
Prognose der Altersstruktur


Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[3][4]
Wahlbeteiligung: 48,8 % (2008: 53,9 %)
 %
30
20
10
0
29,5 %
20,9 %
17,8 %
6,8 %
4,4 %
3,7 %
2,8 %
2,3 %
11,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+5,8 %p
-2,1 %p
-4,0 %p
-2,3 %p
+0,4 %p
+3,7 %p
+2,0 %p
+0,5 %p
+2,8 %p

Landräte[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagsvorsitzende: Monika Schulz-Höpfner (CDU)

Der Kreistag besteht aus 50 Kreistagsabgeordneten und dem Landrat:[5]

  • CDU 15 Sitze
  • SPD 10 Sitze
  • Die Linke 9 Sitze
  • FDP 3 Sitze
  • Klinger Runde 2 Sitze
  • NPD 2 Sitze
  • GUB-SPN 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft Landwirtschaft und Umwelt 1 Sitz
  • Bündnis 90/Die Grünen 1 Sitz
  • Wählergemeinschaft VS 1 Sitz
  • BVB/Freie Wähler 2 Sitze
  • AFD 1 Sitz
  • Bürgerinitiative SPB 1 Sitz
  • WLR-SPN 1 Sitz

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Land Brandenburg zählt der Landkreis Spree-Neiße zu den industriellen Ballungsgebieten. Die Wirtschaftsstruktur ist traditionell durch die Braunkohle- und Energiewirtschaft geprägt. Aber auch die Kunststoff- und Chemieindustrie, die Ernährungswirtschaft, die Metallbearbeitung sowie die Papier-, Bau- und Baustoffindustrie sind als zukunftsfähige Branchen vorhanden. Bedeutende Industrie- und Gewerbegebiete befinden sich in den Städten Spremberg (Regionaler Wachstumskern), Forst (Lausitz), Guben und Welzow.

Der Wirtschaftsstandort Spremberg ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Im Zukunftsatlas, den die Schweizer Prognos AG in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt erstellt, belegte der Landkreis Spree-Neiße 2004 den 424. Platz von 439 untersuchten Regionen. 2007 belegte er den 414. und letzten Platz. In der Untersuchung 2010 erreichte man mit Platz 392 von 412 Regionen eine Verbesserung um 28 Plätze.[6] Weitere drei Jahre später erreichte man Platz 394 von 402 Regionen.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 6. September 1995 genehmigt.

Blasonierung: „Gevierteilt; oben vorn in Silber ein aufrechter roter Krebs, hinten in Rot ein steigender, doppelt geschwänzter, gekrönter silberner Löwe; unten vorn in Blau eine dreiblättrige goldene Krone, hinten in Gold eine aufgerichtete, nach außen gebogene rote Hirschstange mit vier Enden und kleeblattförmiger Rose.“[8]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Spree-Neiße.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist gevierteilt in den Landesfarben Rot - Weiß mit dem mittig aufgelegten Wappen des Landkreises.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform 2004 und der Auflösung von Haidemühl umfasst der Landkreis ab 1. Januar 2006 noch 30 Gemeinden, darunter sieben Städte. Nach der amtlichen Feststellung 2008 sind 18 Gemeinden und vier weitere Ortsteile von ansonsten deutschsprachigen Städten oder Gemeinden offiziell zweisprachig (Deutsch, Niedersorbisch).[9]

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[10]

Städte
¹ amtsangehörige Stadt
² Stadt führt keinen amtlichen sorbischen Namen, aber mit einem zweisprachigen Ortsteil

  1. Döbern ¹ (3351)
  2. Drebkau – Drjowk (5734)
  3. Forst (Lausitz) ² (19.053)
  4. Guben (17.655)
  5. Peitz – Picnjo ¹ (4449)
  6. Spremberg – Grodk (22.431)
  7. Welzow ² (3731)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Kolkwitz – Gołkojce (9274)
  2. Neuhausen/Spree (5083)
  3. Schenkendöbern (3732)


Burg Briesen Dissen-Striesow Döbern Drachhausen Drehnow Drebkau Felixsee Forst Groß Schacksdorf-Simmersdorf Guben Guhrow Heinersbrück Hornow-Wadelsdorf Jämlitz-Klein Düben Jänschwalde Kolkwitz Neiße-Malxetal Neuhausen Peitz Schenkendöbern Schmogrow-Fehrow Spremberg Tauer Teichland Tschernitz Turnow-Preilack Welzow Werben WiesengrundMunicipalities in SPN.png
Über dieses Bild

Ämter und zugehörige Gemeinden
² Gemeinde führt keinen amtlichen sorbischen Namen, aber mit einem zweisprachigen Ortsteil

1. Amt Burg (Spreewald) – Amt Bórkowy (Błota) (9207)

  1. Briesen – Brjazyna (803)
  2. Burg (Spreewald) – Bórkowy (Błota) (4323)
  3. Dissen-Striesow – Dešno-Strjažow (1036)
  4. Guhrow – Góry (531)
  5. Schmogrow-Fehrow – Smogorjow-Prjawoz (825)
  6. Werben – Wjerbno (1689)

2. Amt Döbern-LandAmt Derbno-kraj (11.944) (Amtssitz: Döbern)

  1. Döbern, Stadt (3351)
  2. Felixsee ² (1981)
  3. Groß Schacksdorf-Simmersdorf (1123)
  4. Hornow-Wadelsdorf – Lěšće-Zakrjejc (607)
  5. Jämlitz-Klein Düben (476)
  6. Neiße-Malxetal (1699)
  7. Tschernitz (1288)
  8. Wiesengrund ² (1419)

3. Amt Peitz – Amt Picnjo (11.055)

  1. Drachhausen – Hochoza (829)
  2. Drehnow – Drjenow (546)
  3. Heinersbrück – Móst (608)
  4. Jänschwalde – Janšojce (1570)
  5. Peitz – Picnjo, Stadt (4449)
  6. Tauer – Turjej (728)
  7. Teichland – Gatojce (1175)
  8. Turnow-Preilack – Turnow-Pśiłuk (1150)

Tourismus[Bearbeiten]

Kahn im Spreewald

Der Landkreis Spree-Neiße hat Anteil an den Reisegebieten Spreewald, Niederlausitz und Lausitzer Seenland. Touristischer Hauptort ist der Kurort (Ort mit Heilquellenkurbetrieb) Burg (Spreewald). Die Flüsse Spree und Lausitzer Neiße sind für den Kanutourismus prädestiniert. Drei tätige Braunkohletagebaue prägen ebenfalls das Bild und sind nicht nur für Technikinteressierte beeindruckend. Hervorzuheben ist das dichte Radwegenetz (ca. 1000 km, größtenteils asphaltiert) mit sechs vom ADFC zertifizierten Radfernwegen (Oder-Neiße-Radweg, Spree-Radweg, Tour Brandenburg je vier Sterne, Niederlausitzer Bergbautour, Fürst-Pückler-Weg und Gurkenradweg je drei Sterne).

Partnerkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis Spree-Neiße unterhält Partnerschaften mit folgenden Landkreisen:

Der Landkreis Spree-Neiße pflegt bereits seit 1998 Partnerschaften mit Landkreisen anderer Länder. Hauptzweck der Partnerschaften ist es, den Bürgern des Landkreises durch vielseitige Projekte und persönliche Begegnungen mit den Partnerregionen die Gelegenheit zu geben, andere Kulturen kennen und verstehen zu lernen, Grenzen zwischen Völkern abzubauen und auf diesem Wege ein tolerantes Miteinander zu fördern.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen SPN zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Altkreis Spremberg A bis E 1 bis 999
Y
AA bis EZ 1 bis 99
YA bis YZ
Altkreis Forst H bis L 1 bis 999
X
HA bis HZ 1 bis 99
XA bis XZ
Altkreis Guben M bis R 1 bis 999
Z
MA bis RZ 1 bis 99
ZA bis ZZ
Altkreis Cottbus S bis W 1 bis 999
SC bis WZ 1 bis 99

Im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung sind seit dem 19. März 2013 zudem die Unterscheidungszeichen FOR (Forst), GUB (Guben) und SPB (Spremberg) erhältlich, welche die Kennzeichen der drei Altkreise zwischen 1990 und 1993 widerspiegeln.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Spree-Neiße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr und der Bertelsmann-Stiftung finden sich in den Wikimedia Commons.
  3. http://www.lkspn.de/wahl/kt14/ktj14/
  4. http://www.lkspn.de/_media/gallery/1238672661/1239117150/1239117248.jpg
  5. http://www.lkspn.de/wahl/app/kw2014.html
  6. Prognos: Zukunftsatlas-Regionen 2010
  7. Potsdamer Neueste Nachrichten:„Brandenburgs Randgebiete sacken ab“, 9. November 2013, abgerufen am 12. November 2013
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  9. Amtsblatt für Brandenburg, 19. Jahrgang, Nummer 19 vom 14. Mai 2008, S. 1234–1236
  10. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)