Landkreis Teltow-Fläming

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Teltow-Fläming Deutschlandkarte, Position des Landkreises Teltow-Fläming hervorgehoben52.0713.28Koordinaten: 52° 4′ N, 13° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Luckenwalde
Fläche: 2.092,08 km²
Einwohner: 159.686 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: TF
Kreisschlüssel: 12 0 72
Kreisgliederung: 16 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Nuthefließ 2
14943 Luckenwalde
Webpräsenz: www.teltow-flaeming.de
Landrätin: Kornelia Wehlan (Die Linke)
Lage des Landkreises Teltow-Fläming in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Teltow-Fläming ist ein Landkreis im Land Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis Teltow-Fläming erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 2.092,1 km². Die größte Ausdehnung des Kreisgebietes in Ost-West-Richtung beträgt 61 km, in Nord-Süd-Richtung 70 km. Nachbarkreise des Landkreises sind im Osten der Landkreis Dahme-Spreewald, im Süden der Landkreis Elbe-Elster und im Westen der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Im Südwesten grenzt der sachsen-anhaltische Landkreis Wittenberg und im Norden das Land Berlin an Teltow-Fläming. 46,6 Prozent der Bodenflächen werden landwirtschaftlich genutzt. Entsprechend der Bezeichnung des Landkreises befinden sich die Erhebungen von Teltow und Fläming im Kreisgebiet. Weite Teile des Teltow prägen die nördlichen Teile des Kreises etwa ab Trebbin, während der Süden maßgeblich vom Fläming, hier insbesondere dem Niederen Fläming, gezeichnet ist. Grob getrennt werden beide Landschaftsformen vom Nuthe-Urstromtal, einem vergleichsweise flachem Gebiet im Zentrum des Landkreises. Durch den Landkreis fließen elf Flüsse und Gräben, darunter Nuthe und Freiheitsgraben, sowie zwei Kanäle. Daneben gibt es 23 Seen. Der größte von ihnen ist mit einer Fläche von 283 Hektar der Blankensee. Allerdings sind die meisten dieser Seen zum Baden ungeeignet. Außerdem beherbergt der Landkreis Teltow-Fläming mehrere Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Das kleinste Landschaftsschutzgebiet ist der Pechpfuhl in Ludwigsfelde mit einer Fläche von elf Hektar, das größte Naturschutzgebiet ist Heidehof-Golmberg mit 9864 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Teltow-Fläming wurde am 5. Dezember 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform aus den bisherigen Kreisen Jüterbog, Luckenwalde und Zossen gebildet. Bei der Namensgebung lehnte man sich an vorhandene Landschaftsbezeichnungen an: die eiszeitlich entstandene Teltower Platte im Norden und der Niedere Fläming im Süden. Kreisstadt wurde Luckenwalde.

Die Region weist eine lange und wechselvolle Geschichte auf, die noch heute das Bild vieler Städte und Dörfer prägt. Im Zuge der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung wurden in dem Gebiet, das seit der Völkerwanderungszeit von Slawen bewohnt war, Siedler aus Gebieten westlich von Elbe und Saale sesshaft. Darunter sollen sich auch Flamen (Fläming!) befunden haben. Das heutige Landkreisgebiet lag dabei im Spannungsfeld der Interessen der askanischen Markgrafen von Brandenburg, der wettinischen Markgrafen von Meißen und der Erzbischöfe von Magdeburg, sowie einiger kleinerer Territorialherren. Die Askanier erlangten und sicherten die Herrschaft auf dem Teltow, der 1232 als territoriale Einheit erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Gebiet um Jüterbog und Luckenwalde war zunächst in magdeburgischem Besitz, und die Herrschaft Zossen zählte als böhmisches Lehen im Mittelalter zur Lausitz.

Auf dem Territorium des heutigen Landkreises kam es 1813 zu den Schlachten von Großbeeren (23. August) und Dennewitz (6. September). Die Berlinarmee Napoleons erlitt empfindliche Niederlagen, wodurch die Franzosen aus der Mark verdrängt wurden.

Nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 wurden die Ämter Jüterbog und Dahme sowie die Herrschaft Baruth der preußischen Provinz Brandenburg zugeschlagen. Unter Einbeziehung Luckenwaldes und anderer Territorien wurde 1816 der Landkreis Jüterbog-Luckenwalde gebildet. Jüterbog wurde Kreisstadt und hatte nach 180 Jahren getrennter Entwicklung wieder dieselbe landesherrliche Zuordnung wie Luckenwalde. 1841 wurden Trebbin, Luckenwalde und Jüterbog an die Eisenbahnlinie angeschlossen. Damit ergaben sich günstige Voraussetzungen für die industrielle Entwicklung. Besonders die heutige Kreisstadt Luckenwalde zog Gewinn aus diesem Fortschritt und wurde zunehmend zur einwohnerstärksten Stadt.

Durch Anwachsen der heutigen Bundeshauptstadt Berlin wurden in deren Umland eine Reihe neuer militärischer Versuchs- und Übungsplätze angelegt. Etwa ab 1910 entstand im Bereich Zossen-Wünsdorf-Zehrensdorf ein Truppenübungsplatz. Die später dort errichteten Bunkeranlagen Maybach I und II dienten zwischen 1939 und 1945 der Kriegführung des Oberkommandos des Heeres (OKH). Von 1953 bis 1994 hatte das Oberkommando der sowjetischen/russischen Truppen in Deutschland seinen Sitz in Wünsdorf. Mit der Schaffung der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin musste der Kreis Teltow 1920 einen Großteil von Stadt- und Landgemeinden sowie Gutsbezirke an die Hauptstadt abgeben. Das Verlorengehen des dicht besiedelten und wirtschaftlich starken Nordens führte zu einem schmerzhaften Verlust von Steuereinnahmen.

Im Laufe der 1920er und 1930er Jahre gab es interessante Entwicklungen auf dem Gebiet von Städtebau und Architektur. Dazu zählen die Entstehung von innovativen Wohnsiedlungen und das im Bauhausstil errichtete Stadttheater in Luckenwalde sowie das 1936/1937 in Ludwigsfelde errichtete Daimler-Benz-Flugzeugmotorenwerk. Ab den 50er Jahren wurde die Industriegemeinde zum Synonym für die DDR-Fahrzeugproduktion (u. a. des Lkw W 50). Erst 1965 wurde Ludwigsfelde zur Stadt, hat jedoch heute die größte Einwohnerzahl im Landkreis. 1952 wurden Jüterbog, Luckenwalde und Zossen Kreisstädte von verkleinerten Verwaltungseinheiten. Teile des alten Kreises Teltow wurden Königs Wusterhausen und Potsdam-Land zugeordnet, die Stadt Dahme und umliegende Orte zählten bis 1993 zum Kreis Luckau. Seit der Bildung des Landkreises Teltow-Fläming 1993 ist die Bevölkerungsanzahl stetig gewachsen. Heute leben hier rund 162.000 Einwohner, dabei ist die Bevölkerungsdichte im Norden erheblich größer als im Süden.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Zurzeit umfasst der Landkreis 16 Gemeinden, darunter sieben Städte. 13 der Städte und Gemeinden sind amtsfrei. Untenstehende Tabelle zeigt Städte und Gemeinden des Landkreises mit den jeweiligen Einwohnerzahlen mit Stand vom 31. Dezember 2012.[2]

Am Mellensee Baruth/Mark Blankenfelde-Mahlow Dahme Dahmetal Großbeeren Ihlow (Fläming) Jüterbog Luckenwalde Ludwigsfelde Niederer Fläming Niedergörsdorf Nuthe-Urstromtal Rangsdorf Trebbin Zossen BrandenburgMunicipalities in TF.png
Über dieses Bild

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Baruth/Mark (4182)
  2. Dahme/Mark ¹ (5253)
  3. Jüterbog (12.142)
  4. Luckenwalde (20.154)
  5. Ludwigsfelde (23.852)
  6. Trebbin (9212)
  7. Zossen (17.465)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Am Mellensee (6473)
  2. Blankenfelde-Mahlow (25.655)
  3. Großbeeren (7794)
  4. Niederer Fläming (3214)
  5. Niedergörsdorf (6037)
  6. Nuthe-Urstromtal (6513)
  7. Rangsdorf (10.498)

Amt und zugehörige Gemeinden

  1. Dahme/Mark, Stadt (5253)
  2. Dahmetal (492)
  3. Ihlow (750)

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Im Landkreis Teltow-Fläming leben derzeit 162.383 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2007), davon 80.615 Männer und 81.768 Frauen. Durchschnittlich bevölkern 78 Einwohner einen Quadratkilometer. Die geringste Bevölkerungsdichte hat Stadt Dahme/Mark mit 5678 Menschen; am „engsten“ lebt man in der Stadt Ludwigsfelde. Dort wohnen 23.994 Menschen. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992 Gebietsstand: 6. Dezember 1993).

Jahr Einwohner
1990 150.136
1991 147.388
1992 147.160
1993 145.932
1994 146.785
1995 148.133
1996 150.241
1997 153.244
1998 155.895
1999 158.326
Jahr Einwohner
2000 159.735
2001 160.414
2002 160.708
2003 161.146
2004 161.400
2005 161.902
2006 162.383
2007 162.320
2008 162.073
2009 161.847
Jahr Einwohner
2010 161.386
2011 159.511
2012 159.686

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen[Bearbeiten]

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2008[3][4]
Wahlbeteiligung: 48,4 % (2003: 46,7 %)
 %
30
20
10
0
29,61 %
25,34 %
18,26 %
8,18 %
5,79 %
3,85 %
2,68 %
2,66 %
3,63 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,23 %p
+4,92 %p
-5,08 %p
+0,49 %p
-2,06 %p
+3,85 %p
+0,63 %p
+1,29 %p
-6,29 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 2003: PDS

Landrat[Bearbeiten]

  • 1993–2012: Peer Giesecke (SPD), am 10. Dezember 2012 wegen Korruption abgewählt
  • 11. Dezember 2012–9. September 2013 (geschäftsführend): Kirsten Gurske (parteilos)
  • seit 2013: Kornelia Wehlan (DIE LINKE)

Bei der Stichwahl des neuen Landrates am 14. April 2013 erreichte Kornelia Wehlan (Die Linke) 66,2 % der abgegebenen Stimmen. Der Gegenkandidat Frank Gerhard (SPD) erhielt 33,8 %. Kornelia Wehlan wurde trotzdem noch nicht neue Landrätin. Sie verpasste das Wählerquorum von 15 % aller Stimmberechtigten um 541 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 22,7 %. Im Kreistag wurde Wehlan am 9. September 2013 im zweiten Wahlgang mit 27 von 56 Stimmen gewählt.[5]

Kreistag[Bearbeiten]

Am 28. September 2008 wurde der vierte Kreistag des Landkreises Teltow-Fläming für die Wahlperiode 2008 bis 2014 gewählt. Das Ergebnis wurde am 2. Oktober 2008 durch den Kreiswahlausschuss bestätigt. Der Kreistag setzt sich aus 56 Abgeordneten sowie dem Landrat zusammen. Vorsitzender des Kreistages war von 1993 bis zu seinem Tod im Jahre 2010 der Sozialdemokrat Klaus Bochow. Am 28. Juni 2010 wurde Christoph Schulze, seinerzeit SPD, mittlerweile parteilos[6], zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterinnen sind Maritta Böttcher (LINKE) und Gertrud Klatt (CDU).

Partei/Gruppierung Sitz/e
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 17
Die Linke (LINKE) 14
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 10
Freie Demokratische Partei (FDP) 5
Bauernverband Teltow-Fläming (BV) 3
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE/B90) 2
Plan B 2
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / Freie Wähler 1
Parteilose Teltow-Fläming (PTF) 1
Deutsche Volksunion (DVU) 1
Gesamt 56

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Kreisfinanzen[Bearbeiten]

Der Schuldenstand des Landkreises Teltow-Fläming lag zum 31. Dezember 2012 bei 96.926.219 Euro.[7] Als einer der ersten Landkreise in Deutschland hat der Landkreis Teltow-Fläming für den Bereich der Kreisfinanzen freiwillig eine sog. "Nachhaltigkeitssatzung" eingeführt, über die der Landkreis anstrebt, Schulden abzubauen sowie Haushaltsdefizite zu vermeiden.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Am 21. November 1996 genehmigte das brandenburgische Innenministerium dem Landkreis Teltow-Fläming sein Wappen, für das sich die Abgeordneten des Kreistages des Landkreises Teltow-Fläming am 21. Oktober 1996 entschieden hatten.

Blasonierung: „Gespalten und halb geteilt von Silber, Rot und Silber über einem in vier Reihen von Schwarz und Silber geschachten Schildfuß: vorne ein halber gold-bewehrter roter Adler am Spalt mit goldenem Kleestengel auf dem Flügel, hinten belegt mit einem goldenen Krummstab mit vier roten Edelsteinen am Knauf.“[9]

Der Entwurf des Wappens stammt von dem Mahlower Grafiker Horst Nehls. Es repräsentiert den Landkreis nach außen, sorgt dafür, dass Verwaltungsakte durch ein Siegel mit Wappen beurkundet werden und es dient der Identifikation der Bürger mit der Region. Das Wappen des Landkreises Teltow-Fläming zeigt ein halbgespaltenes und geteiltes Schild. Diese Dreiteilung symbolisiert die für das Kreisgebiet etwa vom 12. bis 15. Jahrhundert maßgeblichen Besitzverhältnisse einer Zeit, in der das Gebiet des heutigen Landkreises im Spannungsfeld der Interessen der Markgrafen von Brandenburg und Meißen, des Erzbischofs von Magdeburg und kleinerer weltlicher und geistlicher Herren lag. Sie nahmen diesen bis dahin von Slawen bewohnten Landstrich in Besitz und forderten die Ansiedlung deutscher und flämischer Kolonisten. Wichtige Wurzeln vieler Dörfer und Städte reichen oftmals gerade in diese Epoche zurück. Die Dreiteilung bringt gleichzeitig die Tatsache zum Ausdruck, dass der heutige Landkreis im Wesentlichen aus drei kleineren ehemaligen Gebietskörperschaften – Jüterbog, Luckenwalde und Zossen – entstanden ist.

Im linken oberen Feld erscheint auf silbernem Grund am Spalt ein – vom Träger des Schildes aus gesehen – nach rechts blickender halber roter Adler. Er trägt auf den Flügeln goldene Kleestengel und eine gleichfarbige Bewehrung. Der rote Adler, der aus dem Landeswappen Brandenburgs bekannt ist und dem Mut, Kraft, Freigiebigkeit und Verjüngungskraft nachgesagt werden, steht für die askanischen Markgrafen von Brandenburg. Sie, die den Adler nachweislich seit etwa 1170 in ihrem Wappen führten, übten ungefähr vom Beginn des 13. Jahrhunderts an die Herrschaft im nördlichen und nordwestlichen Teil des Landkreises (Gemeinden um Ludwigsfelde, Blankenfelde, Mahlow und Rangsdorf) aus. Die Wittelsbacher, Luxemburger und Hohenzollern als Nachfolger der Askanier behielten den roten Adler als Wappentier bei.

Das rechte obere Feld zeigt ein Schild, das von Rot und Silber waagerecht geteilt ist. Darauf befindet sich einen goldener Abtsstab. Dieser Teil steht für die mittelalterlichen Besitzungen des Erzbistums Magdeburg im südlichen und mittleren Teil des heutigen Landkreises, wobei die beiden Farben traditionell für magdeburgische Besitzungen stehen. Der Stab, der auch im Wappen der Stadt Luckenwalde vorkommt, nimmt Bezug auf die über Jahrhunderte eng mit der genannten geistlichen Territorialmacht verbundene Geschichte der Dörfer und Städte.

Auf dem dritten Teil des Wappens ist ein von Schwarz und Silber geschachter Schildfuß zu sehen. Dieser nimmt Bezug auf das Wappen der Familie von Torgow – auch Torgau oder Torgowe, die bis 1478 die Lehnshoheit über die Herrschaft Zossen ausübte. Deren Herrschaftsbereich erstreckte sich über die Burg und 26 Dörfer im mittleren Teil des heutigen Landkreises von einer Linie südlich von Ludwigsfelde und nördlich von Rangsdorf bis wenige Kilometer vor Luckenwalde im Südwesten und dem Motzener See im Osten. 1490 erwarb der brandenburgische Kurfürst Johann Cicero dieses Gebiet, das aber zu diesem Zeitpunkt noch ein Lehen der böhmischen Krone blieb. Mit der Aufnahme dieser drei Symbole in einem gemeinsamen Schild wird das Wappen unverwechselbar, da diese Konstellation nur für den Landkreis Teltow-Fläming zutrifft.

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Teltow-Fläming.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge besteht aus drei Streifen in den Farben Rot – Weiß – Rot im Verhältnis 1:2:1 mit dem Kreiswappen im Mittelstreifen.

Rechtsextremismus[Bearbeiten]

Der Landkreis Teltow-Fläming gilt gemeinhin nicht als Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten im Land Brandenburg. Die Statistik der Opferberatungsstelle „Opferperspektive“ für das Jahr 2006 führt elf gewalttätige Übergriffe mit rechtsextremem Hintergrund aus dem Landkreis auf.[10] Bisher kann nur von einem geringen Organisierungsgrad die Rede sein, jedoch versuchte ein Teil der Rechtsextremisten als so genannte „Freie Kräfte Teltow-Fläming“ („FKTF“) seit Anfang 2005 dies zu ändern. Die FKTF waren ein rund 15 Jugendliche und Heranwachsende umfassender Zusammenschluss von Rechtsradikalen, die vorwiegend aus dem nördlichen Teil des Landkreises stammen und über sehr gute Kontakte zu rechtsradikalen Strukturen in Berlin und dem Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald verfügen.[11] Der Brandenburgische Innenminister Dietmar Woidke hat die Vereinigung am 11. April 2011 verboten.[12]

Am 21. Juni 2008 gründete sich in Königs Wusterhausen der NPD-Kreisverband Dahmeland, der sich für das Gebiet der beiden Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald zuständig erklärt. Momentane lokale Schwerpunkte sind die Großgemeinde Blankenfelde-Mahlow, die Stadt Zossen sowie die Stadt Ludwigsfelde, wo die NPD zur Stadtverordnetenwahl im September 2008 antrat und einen Sitz errang. Auch in Luckenwalde veranstalten Rechtsextreme am 23.Mai 2009 eine Demonstration mit rund 200 Teilnehmern.[13]

Um dem Rechtsextremismus entgegenzuwirken, gibt es seit 1999 im Landkreis Teltow-Fläming den Arbeitskreis „TF gegen Gewalt“. Er entstand auf der Grundlage des aus Landesmitteln geförderten Handlungskonzeptes „Tolerantes Brandenburg“ und soll dazu beitragen, dieses im Landkreis umzusetzen. Das Handlungskonzept gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit war von der Landesregierung im Sommer 1998 beschlossen worden. Der Arbeitskreis will die Öffentlichkeit für diese Themen sensibilisieren und dazu ermutigen, sich allen Erscheinungsformen von Gewalt und Intoleranz entgegenzustellen. Der Arbeitskreis ist im gesamten Landkreis Teltow-Fläming tätig und richtet sich vor allem an die Verantwortungsträger in den Kommunen, an Vereine, Initiativen und Schulen. Ihm gehören Vertreter verschiedener Gremien an, darunter der Weiße Ring e. V., die Evangelische Kirche und die Frauenhäuser Ludwigsfelde und Luckenwalde.

Am 16. Juni 1996 wurde in Mahlow der britische Bauarbeiter Noël Martin von Rechtsextremisten attackiert und ist seitdem querschnittgelähmt. Dieser Angriff stellte für den Ort eine Zäsur dar, da dieser seitdem von Medien und Öffentlichkeit bezüglich Rechtsextremismus besonders kritisch beäugt wird. Dieter Manzke wurde am 10. August 2001 in Dahlewitz von Jugendlichen erschlagen.[14]

Am 20. November 2008 griff während der Verlegung von Stolpersteinen zum Gedenken für die deportierten Juden im Zweiten Weltkrieg in Zossen der Holocaustleugner und Internetcafèbetreiber Rainer Link einen Mitarbeiter der Stadt an.[15] Dieser Vorfall brachte der Stadt Zossen bundesweite Aufmerksamkeit ein.[16][17] Einen Monat später störten Neonazis am 17. Dezember 2008 in Zossen eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus[18] und veranstalteten am Holocaustgedenktag (27. Januar 2009) eine Kundgebung auf dem Zossener Marktplatz.[19] Am 5.Juli 2009 beschmierten Neonazis das Haus eines Aktivisten der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“ mit den Worten „Volksverräter“ und „linke Sau“.[20]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Landkreis Teltow-Fläming gehört zu den erfolgreichsten Regionen in Ostdeutschland. Mehrfach hintereinander kam eine Studie des Magazins Focus Money zu diesem Ergebnis. Dort war Teltow-Fläming zweimal die Nummer eins im Osten und zählt nach wie vor zu den besten Fünf. Andere Studien bezeichnen die Region südlich von Berlin als „deutschen Wachstumsmeister“ oder gar als „Wirtschaftswunderland“. Teltow-Fläming hat in den vergangenen Jahren durch umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur und die Wirtschaft sehr an Profil gewonnen. In den letzten zehn Jahren wurden in Teltow-Fläming im Land Brandenburg die meisten Investitionen der Privatwirtschaft mit dem höchsten Investitionsvolumen getätigt. Sehr stark prägen Biotechnologie-Unternehmen und namhafte Konzerne, wie MTU Aero Engines und Rolls-Royce den Landkreis. Darüber hinaus entstanden viele neue Logistikunternehmen. Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es eine vielfältige Mischung aus Großbetrieben sowie kleinen und mittleren Firmen. Heute zählt der Landkreis zu den wichtigsten Standorten der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, nimmt Spitzenplätze auf den Gebieten der Biotechnologie und des Flugzeugbaus ein. Die Wirtschaftsstandorte Luckenwalde und Ludwigsfelde sind 2 von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

Etwa 46 % der Landkreisfläche werden landwirtschaftlich genutzt. 394 landwirtschaftliche Unternehmen sind registriert. Sie bearbeiten eine Fläche von insgesamt 92.826 Hektar, darunter 77.026 ha Ackerland und 15.267 ha Grünland.

Energiewirtschaft und ländlicher Tourismus gewinnen neben der Lebensmittelproduktion an Bedeutung. Eine moderne Verkehrsinfrastruktur, die gute Anbindung an nationale und internationale Verkehrssysteme durch die Autobahnen A 9, A 10 und A 13, fünf Bundesstraßen, den Personen- und Güterverkehr und die Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel sowie eine investitionsfördernde Verwaltung sorgen dafür, dass neue Arbeitsplätze entstehen und dem Arbeitsmarkt gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen. Im sogenannten „Speckgürtel“ Berlins wächst die Bevölkerungszahl, und die Arbeitslosenquote ist vergleichsweise niedrig. Wirtschaftliche Impulse setzt darüber hinaus die touristische Erschließung des einst landwirtschaftlich geprägten Südkreises. Um die Attraktivität des ländlichen Raumes zu erschließen, plante und baute der Landkreis Teltow-Fläming eine Rad- und Skatebahn von rund 185 Kilometer Länge. Die Flaeming-Skate ist Europas Skate-Region Nummer 1 und in kürzester Zeit zu einem einzigartigen Eldorado für Freizeitsportler aus aller Herren Ländern geworden. Sie stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie Anschubfinanzierung und Wirtschaftsförderung praktisch funktionieren. Dienstleister in der näheren und weiteren Umgebung der Bahn haben seit deren Bestehen Umsatzzuwächse zu verzeichnen, und der gesamte Süden des Landkreises wird durch die Flaeming-Skate aufgewertet. Im Jahr 2005 wurden hier mit großem Erfolg die Europameisterschaften im Speedskating ausgetragen. Um Firmen zu ermutigen, in die Ausbildung ihrer zukünftigen Facharbeiter zu investieren, verleiht der Landkreis alle zwei Jahre, im Wechsel mit dem Innovationspreis, den Ausbildungspreis TF. Zum einen soll den Schulabgängern in ihrer Heimatregion eine Chance gegeben werden, einen Ausbildungsplatz zu finden, zum anderen ist es auf lange Sicht billiger, auszubilden, als Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu suchen und einzuarbeiten. Unterstützt wird die Aktion durch Sponsoren: die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam und die VR-Bank Fläming eG. Mit dem Innovationspreis Teltow-Fläming werden Produktinnovationen und -entwicklungen oder neuartige Dienstleistungen, die zur Marktreife gebracht wurden, gewürdigt. Initiatoren und Organisatoren des Wettbewerbes sind die IHK Potsdam, Regional-Center Teltow-Fläming, und die Kreishandwerkerschaft des Landkreises Teltow-Fläming.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]

Der Landkreis Teltow-Fläming und viele dort ansässige Unternehmen und Institutionen sind Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise. Das Gebiet gehört zu den erfolgreichsten Regionen Ostdeutschlands. Zu diesem Ergebnis kamen unter anderem Studien der Prognos AG und des Magazins Focus Money. Im Ranking aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte nach Wirtschaftskraft und Attraktivität lag der Landkreis Teltow-Fläming in den Jahren 2002, 2003, 2006 und 2007 auf Platz 1 in den neuen Bundesländern. In dem in der Zeitung Die Zeit vom Januar 2004 veröffentlichten Ranking des Bundes, aller deutschen Landkreise, aller kreisfreien Städte und aller Bundesländer nach Steigerung des Bruttoinlandsprodukts in den Jahren 1997 bis 2002 erreichte der Landkreis Teltow-Fläming vor dem Landkreis München und der kreisfreien Stadt Wolfsburg ebenfalls den 1. Platz. Vom Ministerium für Wirtschaft und Ministerium des Innern des Landes Brandenburg erhielt Teltow-Fläming die Goldmedaille als „Wirtschaftsfreundlichste Kommune 2006“. Außerdem darf sich der Landkreis Teltow-Fläming seit 25. Oktober 2008 „Kommune des Jahres“ nennen. Mit dieser Auszeichnung wurden seine Leistungen auf regionalpolitischer Ebene zur Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft gewürdigt. Im bundesweiten Vergleich der Chancengleichheit von Frauen und Männern liegt der Landkreis Teltow-Fläming auf Platz 5. Dies geht aus der Internetseite www.gender-index.de hervor. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Düsseldorfer Hans-Böckler-Stiftung und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Außerdem sind zahlreiche Unternehmen, die im Landkreisgebiet ansässig sind, Träger des Brandenburgischen Ausbildungspreises, der für vorbildliche Arbeit in der Berufsausbildung an Unternehmen verliehen wird. Den Brandenburgischen Ausbildungspreis 2008 hat die Agrargenossenschaft Der Märker aus der Gemeinde Nuthe-Urstromtal erhalten.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Im Landkreis Teltow-Fläming leben mehr als 3000 Ausländer, darunter über 500 Asylbewerber. Damit hat der Kreis mit 1,9 % Ausländern gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 8,4 % einen wesentlich geringeren Ausländeranteil und daher nur geringe Integrationsaufwände. Zur sozialen Integration der ausländischen Mitbürger sollen multikulturelle Projekte wie das Brückenfest, das Esperança-Projekt der GAB in Ludwigsfelde oder das „Straßenfußballturniere für Fairness und Toleranz“ beitragen.

Rund 30 Prozent der Bevölkerung des Landkreises Teltow-Fläming sind Senioren. 40.476 Einwohner des Landkreises sind älter als 60 Jahre, 22.991 davon sind Frauen.[21] Damit liegt der Altersdurchschnitt signifikant über dem Bundesdurchschnitt. Eine Folge ist die ebenfalls weitaus höhere Quote an Behinderten. Im Landkreis leben mehr als 22.000 behinderte und schwerbehinderte Menschen, das entspricht fast 14 Prozent der Bevölkerung (bundesweit sind es 8,5 %). Eine hauptamtliche Behinderten- und Seniorenbeauftragte und mehrere Beratungsstellen, Verbände und Vereine kümmern sich um die Bedürfnisse dieses Personenkreises. Zudem gibt es regelmäßig Möglichkeiten der Begegnung behinderter und nicht behinderter Menschen wie das Behinderten- und Skaterfest, das jährlich zahlreiche Besucher anzieht.

Im Landkreis Teltow-Fläming leben rund 30.000 Kinder und Jugendliche. Ihnen steht ein Netz an Kinder-, Jugend-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen zur Verfügung. Dazu zählen zahlreiche Schulen, Bibliotheken, Kinder- und Jugendclubs wie das „Haus der Generationen“ in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal sowie Musikschulen und Sportclubs.

Partnerkreise[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen TF zugewiesen und seitdem ausgegeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Teltow-Fläming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  3. teltow-flaeming.de
  4. teltow-flaeming.de
  5. http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Kornelia-Wehlan-ist-neue-Landraetin
  6. http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/755336/
  7. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände - Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich - Stand 31. Dezember 2012 - Gemeinschaftsveröffentlichung
  8. Nachhaltigkeitssatzung des Landkreises Teltow-Fläming, abgerufen am 30. August 2014
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. Chronologie der Opferberatungsstelle „Opferperspektive“ mit bekanntgewordenen rechten Übergriffen im Landkreis
  11. Antifa Blickpunkt (PDF; 3,4 MB) des ART-TF
  12. PDF bei www.bravors.brandenburg.de
  13. Alle Jahre. In: Luckenwalder Rundschau, 28. Mai 2009
  14. Arbeitslos, obdachlos, wehrlos. Dieter Manzke wurde in Dahlewitz erschlagen. In: Berliner Zeitung, 24. August 2001
  15. Die Stadt Zossen hat einen Holocaust-Leugner. In: Zossener Rundschau, 28. November 2008
  16. Steine des Anstosses. In: die tageszeitung, 8. Juni 2009
  17. NDR Sendung extra3 vom 4. Dezember 2008
  18. Zossener Rundschau, 19. Dezember 2008
  19. Zossener Rundschau, 28. Januar 2009
  20. maerkischeallgemeine.de Zossener Rundschau vom 8. Juli 2009
  21. Stand vom 31.Dezember 2006