Landkreis Vechta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Vechta Deutschlandkarte, Position des Landkreises Vechta hervorgehoben52.698.22Koordinaten: 52° 41′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Vechta
Fläche: 812,54 km²
Einwohner: 133.462 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: VEC
Kreisschlüssel: 03 4 60
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Ravensberger Straße 20
49377 Vechta
Webpräsenz: www.landkreis-vechta.de
Landrat: Herbert Winkel (CDU)
Lage des Landkreises Vechta in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der Landkreis Vechta ist ein Landkreis im Westen von Niedersachsen. Kreisstadt ist Vechta.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis liegt im Oldenburgischen Münsterland und erstreckt sich über etwa 60 km Nord-Süd und 20 km Ost-West zwischen Bremen und Oldenburg (Oldenburg) einerseits und Osnabrück andererseits.

Der Kreis liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Im Nordosten hat er Anteil am Naturpark Wildeshauser Geest, im Süden am Naturpark Dammer Berge-Dümmer. Die Dammer Berge sind ein bis 146 m hoher Höhenzug. Im Osten bilden große Hochmoore die natürliche Grenze zum Landkreis Diepholz, die teilweise unter Naturschutz gestellt sind; der Westen und die Mitte des Landkreises liegen vergleichsweise tief und sind von einer Vielzahl kleiner Nebenflüsse der Hase durchzogen. Im Nordosten bildet die Hunte die Kreisgrenze; sie nimmt das Oberflächenwasser der Gebiete im Osten des Landkreises auf.

Die Hunte überspannende Stahlskulptur „Goldregen“ an der Ostgrenze des Landkreises Vechta

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Neues Kreishaus in Vechta

Der Kreis grenzt im Nordwesten an den Landkreis Cloppenburg, im Norden an den Landkreis Oldenburg, im Osten an den Landkreis Diepholz und im Süden und Westen an den Landkreis Osnabrück.

Geschichte[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 55,38 % (2006: 56,36 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
64,18 %
20,21 %
5,16 %
4,92 %
4,45 %
0,99 %
0,05 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,54 %p
+3,22 %p
+2,78 %p
+0,39 %p
-1,90 %p
+0,99 %p
+0,05 %p

Im frühen Mittelalter siedelten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Vechta westfälische Sachsen. Der Norden des Gebietes gehörte zum Lerigau, der Süden zum Dersagau.

Im Jahr 1252 ging die Regierungsgewalt in der „Herrschaft Vechta“ von den Grafen von Ravensberg auf den Bischof von Münster über. Bis 1803 war das Gebiet Teil des Hochstifts Münster. Am 18. Juli 1803 wurde das Amt Vechta als „Landvogtei“ in das Herzogtum Oldenburg inkorporiert. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung in den Jahren 1810-1814, in denen Vechta Teil des Kaiserreichs Frankreich wurde, blieb das Gebiet bis 1946 oldenburgisch. Seit der Gründung des Landes im Jahr 1946 ist der Landkreis Vechta dem Land Niedersachsen zugeordnet.

Die meisten Städte und Gemeinden des Landkreises Vechta waren bereits 1252 Teil der Herrschaft Vechta. Die Kirchspiele Emstek und Cappeln wurden 1814 zum Landkreis Cloppenburg geschlagen; das Kirchspiel Twistringen wurde 1817 an das Königreich Hannover abgetreten. 1879 wurde das Amt Vechta um das Gebiet der beiden aufgelösten Ämter Damme und Steinfeld vergrößert.[2] 1939 wurde aus dem Amt Vechta der Landkreis Vechta.

Im Zuge der niedersächsischen Gebietsreform gelangten 1974 die zuvor zum Landkreis Osnabrück gehörenden Gemeinden Vörden, Hörsten und Hinnenkamp zum Landkreis Vechta. Sie wurden Teil der neu gebildeten Gemeinde Neuenkirchen-Vörden.

Bis 1998 residierte die Kreisverwaltung in dem heutigen Niels-Stensen-Haus auf dem ehemaligen Gelände der Burg Vechta. 1998 wurde das neue Kreishaus an der Ravensberger Straße fertiggestellt. Der Gebäudekomplex beruht auf einem Entwurf von Eckhard Gerber (Hannover). Die Außenfassenden sind mit Bockhorner Klinker verblendet. An der Ravensberger Straße befindet sich ein ebenerdiger Durchgang zum Haupteingang. Die zur Parkseite nach Osten geöffnete Anlage umschließt einen begrünte, offenen Innenbezirk mit langgestreckten Wasserbecken. Der Versammlungsbereich ist als Rundbau konzipiert mit Plenarsaal, kleinem Sitzungssaal und Café. Im vorderen Innenhof stehen zehn Holzstelen des Lohner Künstlers Ulrich Fox, die die zehn Städte und Gemeinden des Landkreises symbolisieren sollen. Die Anlage wird in der hinteren Parkzone durch das „Stählerne Tor“ von Horst Linn abgeschlossen.[3]

Religion[Bearbeiten]

Der Landkreis Vechta gehört wie der Landkreis Cloppenburg, der Landkreis Emsland, die ehemaligen Stifte Osnabrück (dieser jedoch nur zu etwa 50 %) und Hildesheim und das Untereichsfeld zu den Regionen in Niedersachsen, die – im Gegensatz zum Großteil des Landes – traditionell von der katholischen Kirche geprägt sind. In Vechta befindet sich der Sitz des Bischöflich Münsterschen Offizialates des Bistums Münster, dessen Offizial im Volksmund auch als Moorpapst tituliert wird.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Landkreis Vechta zählt zu den boomenden Regionen Norddeutschlands. Besonderes Wachstum ist in den Branchen Ernährungsindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Kunststofftechnik und Bauwirtschaft zu verzeichnen. Die Position im Wirtschaftsranking 2011 war Platz 61 von 393 Landkreisen.[4].

Dies wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus. Die Arbeitslosenquote von 4 % gehört zu einer der niedrigsten, die Eigenheimquote von über 80 % zu einer der höchsten in Deutschland.

Zudem ist der Landkreis Vechta mit dem Nachbarkreis Cloppenburg der jüngste der Bundesrepublik bedingt durch die hohen Geburtenraten von 1,8 (Vechta) und 1,9 (Cloppenburg). Als Grund dafür werden die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der konservativen Region sowie die vergleichsweise hohe Zahl russlanddeutscher Aussiedler in der Gegend, die eine tendenziell höhere Geburtenrate aufweisen, genannt.[5]

Der Landkreis Vechta gilt zusammen mit dem Landkreis Cloppenburg als Zentrum der sogenannten Fleischveredelungsindustrie im Oldenburger Münsterland. Das Gebiet weist eine hohe Konzentration von Mastbetrieben für Schweine-, Geflügel- und Rindfleisch auf.

Mitgliedschaft in Institutionen[Bearbeiten]

Der Landkreis Vechta ist Mitglied in der „Oldenburgischen Landschaft“, einer eingetragenen Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Pflege und Förderung kultureller und historischer Belange im ehemaligen Land Oldenburg, sowie im „Verbund Oldenburger Münsterland“, einer Einrichtung zur Förderung des Tourismus in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Kreis Vechta wurde zunächst von der Oldenburgischen Staatsbahn erschlossen.

Von Ahlhorn an der Hauptbahn Oldenburg–Osnabrück führte ab 1885 eine Zweigbahn nach Vechta, die 1888 bis Lohne verlängert wurde. Der Weiterbau bis Neuenkirchen 1899 und Hesepe 1900 fand erst statt, nachdem 1898 die direkte Linie von Delmenhorst nach Vechta eröffnet worden war.

Die Nebenbahn Holdorf–Damme entstand ebenfalls im Jahre 1900. Dort schloss 1914 die Wittlager Kreisbahn AG ihre Linie nach Bohmte an.

Im selben Jahr eröffnete der Bahnverband Vechta-Cloppenburg die Verbindung zur Kreisstadt des Nachbarkreises Cloppenburg.

Die Gemeinde Dinklage hatte schon im Jahre 1904 durch eine eigene Kleinbahn Lohne–Dinklage den Anschluss an die Staatsbahn in Lohne gefunden.

Von den 91 km Strecken mit Personenverkehr wurden innerhalb von zehn Jahren 39 km stillgelegt:

  • 1952: Ahlhorn – Langförden – Vechta-Falkenrott 8 km; Holdorf – Damme 7 km; Vechta – Vestrup – Cloppenburg 11 km
  • 1954: Lohne – Dinklage 8 km
  • 1962: Schwegermoor – Südfelde – Damme 5 km

Die Bahnstrecke Holdorf–Damme wurde bis ungefähr Mitte der 1990er Jahre noch sporadisch vom Dammer Landmaschinenhersteller Grimme für den Transport von Gütern benutzt. Nachdem auch diese Nutzung eingestellt wurde, wurde die Bahnstrecke ab dem Jahr 2000 komplett demontiert. Auf dem ehemaligen Bahndamm verläuft nun ein Radweg.

Die Bahnstrecke Lohne–Dinklage wurde ebenfalls ab dem Jahr 2000 demontiert, ihr kam bis 1999 nur noch die Funktion eines sporadischen genutzten Transportweges für die Waren des Dinklager Tierfutterherstellers und Landhandels HBD zu. Auf dem Gelände des Betriebes erinnern nur noch Reste der Gleisanlage an die ehemalige Bahnstrecke, auf Teilen des alten Bahndammes verläuft nun – wie schon auf der Strecke Holdorf–Damme – ein Radweg.

Die verbliebene Nord-Süd-Strecke wird von der NordWestBahn betrieben.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Die Bahnstrecke Delmenhorts-Hesepe/Bramsche wird von der NordWestBahn befahren und folgende Bahnhöfe im Landkreis Vechta zwischen Bremen und Osnabrück werden bedient (Nord-Süd): Rechterfeld, Goldenstedt, Lutten, Vechta, Lohne, Mühlen, Steinfeld, Holdorf und Neuenkirchen. Anbindung erfolgt in beiden Richtungen jeweils im 60-Minuten-Takt (Täglich zwischen 4 Uhr morgens und 1 Uhr nachts, Betriebspause nur zwischen 1 und 4 Uhr nachts)

Der Busverkehr wurde 2007 von Schulbusverkehr mit Gründung der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta (VGV) auf öffentlichen Personennahverkehr umgestellt. Zwischen einigen Ortschaften verkehren zwar nur an Schultagen Busse, während aber auf allen Linien, die nach Vechta führen, (fast) jeden Tag Busse verkehren (sonn- und feiertags kein Betrieb auf allen Linien). Von Montag bis Samstag verkehrt auch der von der VGV betriebene StadtBus Vechta im 60 Minuten Takt zwischen allen Haltestellen. Der Stadtbus wurde 2008 als Pilotprojekt gestartet und lief bis Ende 2011. Aufgrund der Fahrgastzahlen von mittlerweile 94.000 Beförderungen (im Jahr 2011) erwies sich das System als Erfolg und wird seitdem fortgeführt. Auf Landkreisebene wurde am 31. Oktober 2013 das Bus-Pilotprojekt Moobil+ gestartet. Dieses neugeschaffene Busnetz mit 14 Kleinbussen bedient alle Kommunen im Landkreis Vechta und ist bedarfsorientiert ausgerichtet (d.h. es gibt Haltestellen, die nach festem Linientakt angefahren werden und Bedarfshaltestellen, die auf Bestellung per Telefon oder Internet angefahren werden). Das Projekt wird vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Vechta und den Städten und Gemeindem im Landkreis sowie den lokalen Busunternehmen finanziert. [6]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Einheitsgemeinden

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2012[7].

  1. Bakum (5908)
  2. Damme, Stadt (16.397)
  3. Dinklage, Stadt (12.563)
  4. Goldenstedt (9347)
  5. Holdorf (6534)
  6. Lohne, Stadt (25.105)
  7. Neuenkirchen-Vörden (7879)
  8. Steinfeld (9668)
  9. Vechta, Kreisstadt, selbständige Gemeinde (30.770)
  10. Visbek (9291)
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Bakum Damme (Dümmer) Dinklage Goldenstedt Holdorf (Niedersachsen) Lohne (Oldenburg) Neuenkirchen-Vörden Steinfeld (Oldenburg) Vechta VisbekMunicipalities in VEC.svg
Über dieses Bild

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Geschichte des Landkreises Vechta
  3. Ruth Irmgard Dalinghaus: Kunst und Kultur im Landkreis Vechta. Oldenburgische Landschaft / Landkreis Vechta 2004, S. 58
  4. Zeitschrift Focus 2011
  5. Deutschlandradio:Russen auf dem platten Land
  6. http://www.ov-online.de/aus-dem-landkreis/item/anrufbus-moobil-ab-sofort-im-kreis-unterwegs
  7. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012

Literatur[Bearbeiten]

Joachim Kuropka: Von Kückens bis Krapp. Von Staatsbeamten zu Bürger-Landräten. Amtshauptmänner und Landräte im Landkreis Vechta 1918-2001. Landkreis Vechta 2001. ISBN 3-00-008685-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Vechta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien