Landkreis Vorpommern-Greifswald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Vorpommern-Greifswald Deutschlandkarte, Position des Landkreises Vorpommern-Greifswald hervorgehoben53.7613.89Koordinaten: 53° 46′ N, 13° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Verwaltungssitz: Greifswald
Fläche: 3.927 km²
Einwohner: 238.185 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG, (HGW) Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Kreisschlüssel: 13 0 75
Kreisgliederung: 140 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Feldstraße 85 a
17489 Greifswald
Webpräsenz: www.kreis-vg.de
Landrätin: Barbara Syrbe (Die Linke)
Lage des Landkreises Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern
Polen Königreich Dänemark Schleswig-Holstein Niedersachsen Brandenburg Müritz Stettiner Haff Ostsee Schwerin Hansestadt Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-ParchimKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist ein Landkreis im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Er liegt fast ausschließlich im mittleren und südlichen Teil Vorpommerns, umfasst aber zusätzlich ein kleines mecklenburgisches Gebiet am Galenbecker See und die südlich davon gelegene uckermärkische Stadt Strasburg. Kreisstadt ist die Universitäts- und Hansestadt Greifswald. In Anklam und Pasewalk befinden sich Außenstellen der Kreisverwaltung.

Geografie[Bearbeiten]

Usedomer Strand im Frühling
Naturschutz am Peenetal

Lage[Bearbeiten]

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald grenzt im Nordwesten an den Landkreis Vorpommern-Rügen und von Westen bis Südwesten an den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Im Osten grenzt er an Polen und im Süden an Brandenburg. Die größten Orte sind neben der Kreisstadt Greifswald die Kleinstädte Anklam, Wolgast, Pasewalk, Ueckermünde und Torgelow. Vorpommern-Greifswald ist der nach Fläche drittgrößte Landkreis Deutschlands.

Landschaftsgestalt[Bearbeiten]

Der Landkreis ist geprägt durch seine Küstenlage zwischen Greifswalder Bodden und Stettiner Haff.
Im Norden des Landkreises befinden sich, mit den Boddengewässern (Greifswalder Bodden, Peenestrom, Krumminer Wiek, Achterwasser, Stettiner Haff) viele Küstengebiete, welche primär durch Schilfgürtel geprägt sind. An Ostseeküste der Insel Usedom ist der Küstenstreifen als langer Sandstrand ausgeformt. Die Wasserflächen der vielen kleinen Bodden und Wieke durchziehen weite Bereiche der Landschaft im Hinterland zur Ostsee. Das Festland zwischen Anklam und Greifswald ist sehr stark durch die Landwirtschaft geprägt. Weite Felder und nur kleinere Erhebungen durchziehen die Landschaft, welche von Moränen, Mooren (Peenetalmoor, Ziesebruch, Thurbruch) bestimmt ist. Mit der Insel Usedom befindet sich hier, nach Rügen, die zweitgrößte Insel Deutschlands. Die Insel ist zudem als Naturpark ausgewiesen.

Der Süden des Kreises ist vor allem durch einen hohen Waldbestand geprägt, was auch an den schlechteren Bodenkennwerten liegt. Entlang der Haffküste sowie in vielen anderen Teilen der Region erstrecken sich die für das Landschaftsbild so typischen Alleen. Durch die jahrzehntelange Nutzung weiter Teile der Ueckermünder Heide als Truppenübungsplatz der NVA und später auch der Bundeswehr, haben sich in diesen Gebieten wertvolle Zwergstrauchheiden und Magerrasen entwickelt. In den Randbereichen sind Naturschutzgebiete und Rückzugsräume z. B. für Seeadler entstanden.
Zwischen der Ueckermünder Heide und den Brohmer Bergen liegt die Friedländer Große Wiese, sie stellte einst das ausgedehnteste Kalkflachmoor Norddeutschlands dar. Infolge einer großräumigen Melioration in den 1960er Jahren ist von der einstigen Tier- und Pflanzenwelt jedoch nicht mehr viel geblieben. Besondere Bedeutung haben die Wiesenflächen heute als Rast- und Nahrungsrevier für annähernd 100 Brutvogel-, und 80 Gastvogelarten.[2]

Die Brohmer Berge zeichnen sich durch ausgedehnte Rotbuchen- und Mischwälder aus. In die Täler und Senken des hügeligen Endmoränenzugs sind viele Waldsölle und Moore eingebettet. Sie bieten den Lebensraum für Schwarzstorch, Schreiadler, Kraniche und auch Rotwild.
Am Rande der Brohmer Berge befindet sich der Galenbecker See mit Rückzugsräumen für in Mitteleuropa gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Im südlichsten Landesteil des Kreise, an der Grenze zur Uckermark sind eine Vielzahl von Seen, Söllen und Mooren in die weichwelligen lehmigen Grundmoränenplatten eingelagert. Aufgrund der guten Böden wird in diesen Gebieten vorrangig Landwirtschaft betrieben und der Waldanteil ist hier sehr niedrig. Entlang des Randowtals trifft man eine für Deutschland einzigartige Steppenflora an, welche überwiegend durch kontinentalen Trockenrasen gekennzeichnet ist. Seit 2005 wird der Naturraum durch den Naturpark Am Stettiner Haff geschützt.

Wichtigste Flüsse sind die Peene, die Uecker, die Randow und der Ryck, von denen nur die Peene vollständig schiffbar ist, Uecker und Ryck nur in ihren Mündungsbereichen. Grundmoränen mit verschiedenen Ablagerungen später Stadien der Eiszeit sowie Moore (Peenetalmoor, Friedländer Große Wiese, Ziesebruch, Thurbruch) und Randowbruch prägen die Oberfläche des Kreises.

Geschichte[Bearbeiten]

Greifswald 1552, Zeichnung von Johann Gottlieb Giese
Anklam 1650 als Festungsstadt Schwedisch-Pommerns
Wolgast um 1760
Ansicht von Ueckermünde Anfang des 17. Jh.
Der 1818 gebildete preußische Regierungsbezirk Stralsund war vom Gebietsstand her mit Schwedisch-Pommern ab 1720 identisch.

Der heutige Landkreis Vorpommern-Greifswald umfasst den südlichen Teil Vorpommerns, dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil der vormals preußischen Provinz Pommern sowie kleine Teile der Uckermark und Mecklenburgs.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die ersten Menschen kamen nach der Weichseleiszeit in die Region. Im Tal der Randow bei Wollschow, im Schwingetal südwestlich von Greifswald und an vielen anderen Stellen des Kreises zeugen eine Anzahl von Großsteingräbern und Steinkisten davon, dass Angehörige der neolithischen Trichterbecherkultur, etwa 4000 v. Chr., den Raum besiedelten. Beispielsweise ist das so genannte "Walfischgrab" (Wollschow 34) eine 1929 ausgegrabene Steinkiste. Sie verdankt ihren Namen der Form des Decksteins. In der nur 0,8 x 0,5 m messenden Kammer wurden drei Kinderskelette in Hockerstellung (angezogene Beine) und eine Keramikschale gefunden.

Schalensteine, Hügelgräber und viele aufgedeckte Siedlungen in der Region, die besonders beim Bau der A 20 und der Gasleitungen von Lubmin gefunden wurden, sind Denkmäler aus der Bronzezeit (Germanen).

Mit der Völkerwanderung um 400 bis 600 zogen die germanische Stämme aus dem Gebiet in Richtung Süden und Westen. Vom 6. bis zum 7. Jahrhundert zogen Westslawen in die zum Teil verwaiste Region. Die einzelnen Stämme, wie die Ukrer/Ukranen, Redarier und Zirzipanen gehörten zu den Wenden, die dem Bund der Liutizen zuzurechnen sind. Viele Burgwälle, Siedlungen und Gräberfelder zeugen bis heute von den Wenden. Mit der Zerstörung von Rhetra und der Jaromarsburg auf Arkona 1168 wurde der Untergang der Slawen vorangetrieben. Die Slawen wurden christianisiert und Mönche ließen sich in der Region nieder.

12. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert kamen deutsche Siedler aus Holstein, Niedersachsen und Westfalen in die Region und brachten moderne Ackerbaumethoden mit. In der Folgezeit bildete sich das Handwerk zusammen mit dem Fischfang neben der Haupterwerbsquelle der Landwirtschaft heraus. Die erwirtschafteten Waren wurden auch über die Wege der Hanse verkauft. Die wichtigsten Handelswege der Zeit waren die Seewege über die Ostsee sowie Fluss- und Wegeverbindungen ins Hinterland. Im Süden entwickelten sich Kohlemeiler und Ziegeleien zur Nutzung lokaler Tonvorkommen. Zudem wurde Raseneisenerz aus der Region und Roheisen aus Schweden in den Eisenhütten verarbeitet.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde das Gebiet fast vollständig entvölkert. Erst mit dem Westfälischen Frieden, mit dem das Gebiet an Schweden fiel, wurde die Gegend langsam wieder besiedelt. 1720, mit dem Frieden von Stockholm, fiel das Gebiet südlich der Peene, einschließlich der Insel Usedom an Brandenburg-Preußen. In dieser Zeit wurde die Landwirtschaft weiter kultiviert. Hier entstanden Handwerksbetriebe wie Sägewerke, Köhlereien, Eisenhütten und Werften und die geregelte Forstwirtschaft wurde eingeführt.

Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde die Landwirtschaft weiter kultiviert, es entstanden Molkereien und der Viehbestand wurde aufgestockt, sowie die Fruchtwechselwirtschaft eingeführt. Die Bevölkerung verdoppelte sich in weniger als 100 Jahren. Durch die rege Fabriktätigkeit der Ziegeleien, Eisengießereien und Schneidemühlen fanden immer mehr Menschen den Haupterwerb in der Industrie. Die Landwirtschaft war dabei nur ein Nebenerwerb.

Nach 1945[Bearbeiten]

Nach 1945 wurde die Kollektivierung in Verbindung mit der Industrialisierung der Landwirtschaft vorangetrieben. Der Fischfang wurde ebenfalls industrialisiert und fischverarbeitende Betriebe wurden geschaffen. Die südliche Region wurde durch die Stationierung von Truppen der NVA und der Einrichtung von Truppenübungsplätzen geprägt. Der nördliche Landesteil war überwiegend Landwirtschaftlich geprägt. Hier entstanden Große Betriebe zur Nahrungsmittelerzeugung. Nach der Wiedervereinigung wurde die Region nicht zuletzt in der Landwirtschaft neugeordnet. Heute ist die Region durch eine sehr geringe Siedlungsdichte und einen vielfältigen Naturraum geprägt.

1945 wurde auf Veranlassung der sowjetischen Besatzungsmacht das Land Mecklenburg-Vorpommern gegründet, das 1947 in „Mecklenburg“ umbenannt wurde. Die mittlere Ebene der staatlichen Verwaltung in der DDR wurde 1952 umorganisiert. An die Stelle von Ländern traten DDR-Bezirke. Das Gebiet des „Landes Mecklenburg“ wurde auf die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt.

In den jeweiligen Bezirken Rostock und Neubrandenburg wurden zeitgleich auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Vorpommern-Greifswald die DDR-Kreise Greifswald, Anklam, Wolgast, Strasburg (teilweise), Pasewalk und Ueckermünde sowie ab 1974 der Stadtkreis Greifswald gebildet.

Kreisgebietsreformen[Bearbeiten]

Bei der Kreisgebietsreform 1994 entstanden aus den DDR-Kreisen der Landkreis Ostvorpommern, der Landkreis Uecker-Randow sowie die kreisfreie Hansestadt Greifswald. Zwei Ämter des heutigen Landkreises Vorpommern-Greifswald lagen zudem von 1994 bis 2011 im Landkreis Demmin.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald (Planungsname: Landkreis Südvorpommern) wurde im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011[3] am 4. September 2011 aus der Stadt Greifswald, den Landkreisen Ostvorpommern, Uecker-Randow sowie Teilen des Landkreises Demmin (Ämter Jarmen-Tutow, Peenetal/Loitz) gebildet.

Als Kreisstadt war zunächst auch das zentral gelegene Anklam in Erwägung gezogen worden.[4] Schließlich entschied sich der Landtag aber für die einwohnerreichste Stadt Greifswald.[5]

Bei den Landtags-, Kreistags- und Landratswahlen am 4. September 2011 fiel bei einem Bürgerentscheid über den Namen des Landkreises die Mehrheit auf „Vorpommern-Greifswald“ und damit nicht auf die Alternative „Ostsee-Haffkreis Vorpommern“.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Vorläufiges Ergebnis (%)[7]
 %
40
30
20
10
0
34,6
17,7
13,4
9,8
6,6
4,9
4,0
2,3
6,6
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[8]
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,3
-1,0
-6,3
+0,3
-2,3
+4,9
-2,1
-0,8
+2,4

Der Kreistag des Landkreises Vorpommern-Greifswald besteht aus 69 Abgeordneten. Seit der Wahl vom 25. Mai 2014 setzt er sich wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2011
Sitze
2011
Prozent
2009
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,6 24 28,3 19 33,9
Linke Die Linke 17,7 12 18,7 13 23,0
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,3 9 19,7 14 12,7
KfV Kompetenz für Vorpommern 9,8 7 9,5 7 -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 6,6 5 9,0 6 6,3
AfD Alternative für Deutschland 4,9 3 - - -
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 4,0 3 6,1 4 4,1
FDP Freie Demokratische Partei 2,3 2 3,1 2 6,8
BG Bürgerliste Greifswald 1,9 1 1,1 1 1,9
WG BV-LR Wählergemeinschaft "Bauernverband-Ländlicher Raum" 1,4 1 1,4 1 1,0
Piraten Piratenpartei Deutschland 1,3 1 1,5 1 -
AL Alternative Liste 0,9 1 - - -
Sonst. Sonstige 0,7 - 1,6 1 9,9
Ezb. Einzelbewerber 0,4 - - - 0,3
Gesamt 100 69 100 69 100
Wahlbeteiligung in Prozent 47,7 50,3 47,1

[9] [10] [11]

  • Sonst: Sonstige: 2014: UBL 94 (0,3 %), BBG (0,3 %) und WG B (0,1 %); 2011: Freie Wähler (1,0 %), FWG Jarmen (0,3 %) und UWG (0,3 %); 2009: IfA (3,0 %), BB UER (2,8 %), Freie Wähler (1,4 %), WIP (0,8 %), UWG (0,4 %), WIK (0,4 %), BfP (0,4 %), WGK (0,3 %), WGLR (0,3 %) und UBL 94 (0,1 %).
  • Ezb: Einzelbewerber: 2014: Matthias Bahner (0,2 %) und Martin Schindler (0,2 %); 2009: k.A.
  • Das Ergebnis der Kreistagswahl 2009 wurde umgerechnet auf das Wahlgebiet 2011.

Der Landkreis (Wahlkreisnummer 75) bestand aus 313 Wahlbezirken mit 204.068 Wahlberechtigten. Zur Wahl gingen 97.850 Wähler, die 277.989 gültige Stimmen abgaben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 47.9 % (alle Daten aus 2014, vorläufiges Ergebnis).[12]

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Sitzverteilung im Kreistag Vorpommern-Greifswald 2014

Landrat[Bearbeiten]

Zur Landrätin wurde am 18. September 2011 mit 59,5 % Barbara Syrbe von der Partei Die Linke gewählt, die zuvor bereits seit 2001 als Landrätin des Landkreises Ostvorpommern fungiert hatte und sich in einer Stichwahl gegen die CDU-Bewerberin und amtierende Landesjustizministerin Uta-Maria Kuder durchsetzte.

Kandidat 1. Wahlgang (4. Sept. 2011)[13] Stichwahl (18. Sept. 2011)[14]
Stimmen Anteil[Basis 1] Stimmen Anteil[Basis 2]
Barbara Syrbe (Linke) 37.270 37,1 % 34.370 59,5 %
Uta-Maria Kuder (CDU) 34.701 34,5 % 23.406 40,5 %
Ulf Dembski (SPD) 18.561 18,5 %
Stefan Fassbinder (Grüne) 9.929 9,9 %
Mögliche Stimmen 210.138 100,0 % 210.537 100,0 %
  davon abgegebene Stimmen 105.799 50,3 % 58.391 27,7 %
  davon gültige Stimmen 100.447 48,8 % 57.776 27,4 %
Anmerkungen:
  1. Um gewählt zu werden, benötigt ein Kandidat mehr als die Hälfte aller gültigen Stimmen.
  2. Der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, ist gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Der Landkreis beschloss am 9. Dezember 2013 die Annahme eines Wappens nach einem Ideenwettbewerb,[15] dessen Genehmigung durch das Innenministerium erfolgt ist.[16] Die Übergabe der Wappenurkunde erfolgte in der 12. Woche im März 2014 durch Innenminister Lorenz Caffier an Landrätin Dr. Barbara Syrbe und Kreistagspräsidenten Michael Sack.[17]

Blasonierung: „Von Silber und Gold durch eine schräglinke blaue Leiste geteilt; überdeckt durch einen aufgerichteten, golden bewehrten roten Greif mit aufgeworfenem Schweif.“ [15]

Die Gemeindewappen des Landkreises sind in der Liste der Wappen im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufgeführt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Landkreis zeigt ein starkes Nord-Süd-Gefälle im Bereich der Wirtschaft. Während in den nördlichen Kreisteilen die Stadt Greifswald als Wissenschafts- und Technologiestandort und die Insel Usedom als Tourismuszentrum in Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich stabil dastehen, gibt es in den südlichen Landesteilen neben der Landwirtschaft und ein wenig Tourismus kaum wirtschaftliche Alternativen. Die erneuerbaren Energien, insbesondere die Windkraft, spielen eine immer wichtigere Rolle. Weitere Wirtschaftszweige im Landkreis sind die Holz- und Lebensmittelverarbeitung, die Bauwirtschaft und die metallverarbeitende Industrie. Größter Arbeitgeber im Landkreis ist die Universität Greifswald mit 5029 Beschäftigten.[18] Die Bundeswehr ist mit 2400 Soldaten und 410 zivilen Mitarbeitern in Kasernen und Einrichtungen in Eggesin, Torgelow, Viereck und Wolgast sowie einem Truppenübungsplatz (Jägerbrück) vertreten. Wichtige größere Unternehmen sind:

Tourismus auf der Insel Usedom: Blick von der Ahlbecker Seebrücke über den Strand Richtung Heringsdorf und Bansin mit den Seebrücken

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald ist aus Richtung Hamburg und Berlin über die Bundesautobahnen 20 und 11 erreichbar.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald wird durch mehrere Bundesstraßen erschlossen. Von überregionaler Bedeutung sind die mitten durch das Kreisgebiet führenden Bundesstraßen 109 und 105 von Berlin nach Stralsund. Die Bundesstraßen 104, 105, 109, 110, 111 und 113 erschließen das Kreisgebiet. Des Weiteren beginnen die Bundesstraßen 197 und 199 in Anklam.

Bahn[Bearbeiten]

Durch den Landkreis verlaufen die Eisenbahnstrecken:

Die Eisenbahnstrecken von Stralsund/Greifswald über Züssow nach Usedom (Heringsdorf/Świnoujście (Swinemünde)) und von Peenemünde nach Zinnowitz sind im Besitz der Usedomer Bäderbahn (UBB).

In der Urlaubssaison bietet die Deutsche Bahn verstärkt Fernverkehrszüge aus den Metropolregionen in Richtung Usedom/Rügen an.

Flugplätze[Bearbeiten]

Der Verkehrsflughafen Heringsdorf und die Verkehrslandeplätze Anklam und Peenemünde stellen die Luftverkehrsanbindung dar. Allerdings sind momentan nur wenige und auch nur saisonale Fluglinien zu verzeichnen. Der Flugplatz Pasewalk befindet sich drei Kilometer westlich von Pasewalk (Pasewalk-Franzfelde).

Häfen[Bearbeiten]

Weitaus wichtiger sind die Häfen. Die Ostseehäfen Greifswald-Ladebow, Vierow, Lubmin und Wolgast und der Binnenhafen Anklam sind die Träger der Schifffahrt im Landkreis.

Für Segel- und Motorboote befinden sich im Landkreis verschiedene Sportboothäfen:

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald gehört zu den ältesten Universitäten in Deutschland.
Gebäudekomplex Wendelstein 7-X IPP in Greifswald, links die Versuchshalle

Schulen[Bearbeiten]

Bedeutende Gymnasien im Landkreis sind unter anderem das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Greifswald (gegründet 1561) und das Lilienthal-Gymnasium Anklam (gegründet 1535). Als derzeit einziges staatliches Gymnasium darf das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Greifswald Klassen zur Förderung der Hochbegabung bereits ab Klasse 5 aufnehmen.

Zur Sicherung der Interessen der Schülerinnen und Schüler der Schulen im Kreis wurde am 15. März 2013 der Kreisschülerrat Vorpommern-Greifswald (KSR V-G) gegründet.

Universität[Bearbeiten]

Die Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist eine der ältesten Universitäten Mitteleuropas. Sie zeichnet sich durch gute Studienbedingungen und hohe Rankings in verschiedenen Studienfächern aus. Die Schwerpunkte der Lehre und Forschung liegen in den Bereichen der Physik, Medizin, Rechtswissenschaften, Wirtschaft sowie Kultur- und Geschichtswissenschaften.

Wissenschaft[Bearbeiten]

Um die Universität Greifswald herum haben sich verschiedene Forschungseinrichtungen angesiedelt, wie zum Beispiel das Friedrich-Loeffler-Institut, das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik oder das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie. Zusammen mit der Universitätsmedizin sind sie wichtige Forschungsstandorte und Wirtschaftsfaktoren, die weit über das Land Mecklenburg-Vorpommern hinaus wirken.

Religion[Bearbeiten]

Die evangelischen Kirchgemeinden im Landkreis Vorpommern-Greifswald gehören zum Kirchenkreis Greifswald und zum Kirchenkreis Pasewalk der Pommerschen Evangelischen Kirche.

Die katholischen Kirchgemeinden gehören größtenteils zum Dekanat Vorpommern des Erzbistums Berlins und teilweise zum Dekanat Neubrandenburg des Erzbistums Hamburg.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Ämter und Gemeinden im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Veränderung der Bevölkerung 2000 bis 2010

(Einwohner am 31. Dezember 2013[19])

Amtsfreie Gemeinden

  1. Anklam, Hansestadt (12.797)
  2. Greifswald, Hansestadt und Große kreisangehörige Stadt (56.445)
  3. Heringsdorf (8895)
  4. Pasewalk, Stadt * (10.470)
  5. Strasburg (Uckermark), Stadt (5009)
  6. Ueckermünde, Stadt (8846)

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden und Städten
* Sitz der Amtsverwaltung

  1. Buggenhagen (239)
  2. Krummin (246)
  3. Lassan, Stadt (1524)
  4. Lütow (379)
  5. Sauzin (438)
  6. Wolgast, Stadt * (12.355)
  7. Zemitz (729)
  1. Ahlbeck (667)
  2. Altwarp (490)
  3. Eggesin, Stadt * (4847)
  4. Grambin (404)
  5. Hintersee (332)
  6. Leopoldshagen (703)
  7. Liepgarten (761)
  8. Lübs (374)
  9. Luckow (605)
  10. Meiersberg (416)
  11. Mönkebude (769)
  12. Vogelsang-Warsin (349)
  1. Bargischow (335)
  2. Blesewitz (235)
  3. Boldekow (696)
  4. Bugewitz (285)
  5. Butzow (441)
  6. Ducherow (2656)
  7. Iven (184)
  8. Krien (689)
  9. Krusenfelde (177)
  10. Medow (532)
  11. Neetzow-Liepen (883)
  12. Neu Kosenow (535)
  13. Neuenkirchen (233)
  14. Postlow (337)
  15. Rossin (160)
  16. Sarnow (428)
  17. Spantekow * (1223)
  18. Stolpe (313)
  1. Alt Tellin (394)
  2. Bentzin (831)
  3. Daberkow (344)
  4. Jarmen, Stadt * (3049)
  5. Kruckow (655)
  6. Tutow (1207)
  7. Völschow (487)
  1. Behrenhoff (761)
  2. Dargelin (357)
  3. Dersekow (1065)
  4. Diedrichshagen (508)
  5. Hinrichshagen (825)
  6. Levenhagen (374)
  7. Mesekenhagen (1038)
  8. Neuenkirchen * (2323)
  9. Wackerow (1355)
  10. Weitenhagen (1493)
  1. Bergholz (347)
  2. Blankensee (580)
  3. Boock (577)
  4. Glasow (160)
  5. Grambow (920)
  6. Krackow (674)
  7. Löcknitz * (3166)
  8. Nadrensee (381)
  9. Penkun, Stadt (1874)
  10. Plöwen (308)
  11. Ramin (670)
  12. Rossow (430)
  13. Rothenklempenow (623)
  1. Brünzow (620)
  2. Hanshagen (916)
  3. Katzow (611)
  4. Kemnitz (1101)
  5. Kröslin (1796)
  6. Loissin (784)
  7. Lubmin * (2034)
  8. Neu Boltenhagen (618)
  9. Rubenow (829)
  10. Wusterhusen (1164)
  1. Görmin (889)
  2. Loitz, Stadt * (4413)
  3. Sassen-Trantow (894)
  1. Altwigshagen (433)
  2. Ferdinandshof (2658)
  3. Hammer a. d. Uecker (478)
  4. Heinrichswalde (419)
  5. Rothemühl (305)
  6. Torgelow, Stadt * (8618)
  7. Wilhelmsburg (779)
  1. Brietzig (198)
  2. Fahrenwalde (310)
  3. Groß Luckow (217)
  4. Jatznick (2304)
  5. Koblentz (218)
  6. Krugsdorf (413)
  7. Nieden (173)
  8. Papendorf (234)
  9. Polzow (250)
  10. Rollwitz (947)
  11. Schönwalde (468)
  12. Viereck (1104)
  13. Zerrenthin (463)
  1. Karlshagen (3148)
  2. Mölschow (775)
  3. Peenemünde (243)
  4. Trassenheide (910)
  5. Zinnowitz * (3970)
  1. Benz (998)
  2. Dargen (533)
  3. Garz (245)
  4. Kamminke (277)
  5. Korswandt (592)
  6. Koserow (1696)
  7. Loddin (1006)
  8. Mellenthin (458)
  9. Pudagla (446)
  10. Rankwitz (607)
  11. Stolpe auf Usedom (368)
  12. Ückeritz (999)
  13. Usedom, Stadt * (1803)
  14. Zempin (957)
  15. Zirchow (586)
  1. Bandelin (538)
  2. Gribow (171)
  3. Groß Kiesow (1267)
  4. Groß Polzin (402)
  5. Gützkow, Stadt (2794)
  6. Karlsburg (1272)
  7. Klein Bünzow (763)
  8. Lühmannsdorf (680)
  9. Murchin (822)
  10. Rubkow (673)
  11. Schmatzin (300)
  12. Wrangelsburg (203)
  13. Ziethen (494)
  14. Züssow * (1365)

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 4. September 2011 wurden dem Landkreis die Unterscheidungszeichen OVP (Ostvorpommern) und UER (Uecker-Randow) der beiden Altkreise zugewiesen. Diese behielten ihre Gültigkeit auch im Landkreis Vorpommern-Greifswald, bis dort am 1. Februar 2012 das Kürzel VG eingeführt wurde. Die Hansestadt Greifswald behielt ihr Kürzel HGW und gibt es bis heute aus.

Seit dem 14. März 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen ANK (Anklam), GW (Greifswald, für den damaligen Landkreis), PW (Pasewalk), UEM (Ueckermünde) und WLG (Wolgast) erhältlich. SBG (Strasburg) kam am 10. Juli 2013 hinzu.

Die Unterscheidungszeichen OVP und UER dürfen ebenfalls ausgegeben werden. Die Entscheidung hierüber trifft der Landkreis, der bis jetzt keinen Gebrauch davon gemacht hat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Vorpommern-Greifswald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. IKZM-Oder Berichte 2002
  3. Ergebnis der Abstimmung zum Namen des neuen Landkreises
  4. „Kabinett beschließt Kreisgebietsreform“, Landesportal Mecklenburg-Vorpommern, 10. Februar 2009
  5. „Landtag verabschiedet Verwaltungs- und Kreisgebietsreform. Neue Landkreise und Kreisstädte stehen fest“, Landesportal Mecklenburg-Vorpommern, 7. Juli 2010
  6. Namensvorschläge für die Benennung der neuen Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern
  7. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 26. Mai 2014
  8. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 26. Mai 2014
  9. [1] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  10. [2] Ergebnis der Kreistagswahl 2011
  11. [3] Auf Wahlgebiet 2011 umgerechnetes Ergebnis der Kreistagswahl 2009
  12. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern Wahl der Kreistage der Landkreise sowie Gemeindevertretungen der kreisfreien Städtein Mecklenburg-Vorpommern, Vorläufiges Ergebnis
  13. Landratswahl: Ergebnisse vom 4. September 2011 (PDF; 12 kB)
  14. Landratswahl: Ergebnisse vom 18. September 2011
  15. a b Kreistag des Landkreises Vorpommern-Greifswald: Beschluss der öffentlichen Sitzung des Kreistages vom 9. Dezember 2013
  16. https://kreis-vg.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayEYv8Tq8Sj1Kg1HauCWqBZo5Ol0MjyIduGWsFSq4Pm4OfyGauDYtATn5Sm9Lh0LgvGcu9To9Sm0Nl.HayFbwGJ/Bericht_der_Landraetin_zur_KT-Sitzung_am_17.02.2014.pdf
  17. Peene-Blitz vom 23.März 2014
  18. Mitarbeiterseite Universität Greifswald. Abgerufen am 12. September 2011.
  19. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011)