Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen hervorgehoben49.0310.89Koordinaten: 49° 2′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Verwaltungssitz: Weißenburg i.Bay.
Fläche: 970,83 km²
Einwohner:

92.326 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WUG
Kreisschlüssel: 09 5 77
Kreisgliederung: 27 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Bahnhofstraße 2
91781 Weißenburg
Webpräsenz: www.landkreis-wug.de
Landrat: Gerhard Wägemann (CSU)
Lage des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist der südlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken. Er entstand 1972 durch die Zusammenlegung des Landkreises Gunzenhausen, des Landkreises Weißenburg und der ehemaligen kreisfreien Stadt Weißenburg in Bayern. Nachbarkreise sind im Nordwesten der Landkreis Ansbach, im Norden der Landkreis Roth, im Osten der Landkreis Eichstätt und im Süden der Landkreis Donau-Ries. Der Landkreis hat 92.326 Einwohner in 27 Gemeinden auf einer Gesamtfläche von 970,83 km². Weißenburg-Gunzenhausen gehört zur Planungsregion Westmittelfranken und ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg.[2]

Mit 17.513 Einwohnern ist die Große Kreisstadt Weißenburg in Bayern die größte Stadt des Landkreises und Sitz des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen. Die Städte Weißenburg und Gunzenhausen sind zwei von insgesamt sechs Mittelzentren in der Planungsregion Westmittelfranken, während die Stadt Treuchtlingen ein mögliches Mittelzentrum ist.[3]

Seit 2010 verwendet der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen den Slogan altmühlfranken – der starke Süden“, um für die weitere Entwicklung der Region Impulse zu setzen.[4]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Luftaufnahme des Großen Brombachsees.
Der Gelbe Berg
Der Wülzburger Berg
Der Altmühlzuleiter bei Muhr am See
Zwölf Apostel-Felsen im Altmühltal
Touristen am Hahnenkammsee
Dezembernebel über dem Kleinen Brombachsee

[Bearbeiten] Lage

Das Kreisgebiet des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen umfasst drei Landschaften: Im Süden erstreckt sich die Fränkische Alb mit seinen Teilgebirgen Weißenburger Alb und Hahnenkamm mit bewaldeten Hochflächen, diese geht im mittleren Teil in das Albvorland und dieses schließlich im Norden in das Mittelfränkische Becken über. Der Landkreis liegt im nördlichen Teil des Naturpark Altmühltal, der mit rund 3.000 km² Fläche[5] der drittgrößte Naturpark Deutschlands ist. Weißenburg-Gunzenhausen ist mit insgesamt sechs Steinernen Rinnen der Landkreis mit den meisten Steinernen Rinnen in Deutschland.

[Bearbeiten] Berge und Erhebungen

Die höchste Erhebung des Landkreises und zugleich der zweithöchste ganz Mittelfrankens ist der Dürrenberg bei Heidenheim/Hahnenkamm mit 656 m ü. NN. Die nächstkleineren Berge im Landkreisgebiet sind der Efferaberg (645 m), der Wülzburger Berg (642 m), der Spielberg (635 m), der Laubbichel (634 m), der Hörlesbuck (634 m), der Steinbühl (632 m) und der Gelbe Berg (628 m). Mit 634 m ü. NN ist der Treuchtlinger Stadtteil Auernheim der höchstgelegene Ort Mittelfrankens.[6]

[Bearbeiten] Gewässer

Durch den Landkreis fließt von Nordwesten nach Südosten die Altmühl. An ihr liegen unter anderem die Orte Gunzenhausen, Markt Berolzheim, Treuchtlingen, Solnhofen und Pappenheim.[7] Weitere Flüsse sind die 27,8 km lange Anlauter, die durch Nennslingen fließt, die 19 km lange Rohrach, die durch Polsingen und Heidenheim fließt und die rund 27 km lange Schwäbische Rezat, die durch Ellingen, Weißenburg in Bayern und Pleinfeld fließt.[7] Weitere größere Fließgewässer sind Felchbach (12,7 km), Wurmbach (13,5 km), Banzerbach (9,5 km) und Brombach (11,5 km). Zu den zahlreichen Quellen und Flüssen kommen künstliche Gewässer: Der Altmühlüberleiter (erbaut von 1976-1978), der Altmühlzuleiter (erbaut in den 1970ern) und die Fossa Carolina, die um 793 von Karl dem Großen erbaut wurde.

Die Europäische Hauptwasserscheide führt durch den Landkreis und trennt die Flusssysteme von Rhein (nördlicher Teil des Landkreises) und Donau (südlicher Teil des Landkreises).[7]

Im Zuge der Wasserregulierung des Main-Donau-Kanals und zur Wasserversorgung des wasserarmen Nordbayern, sowie als Naherholungs- und Fremdenverkehrsgebiet, wurde ab den 1970er Jahren folgende Seen des Fränkischen Seenlands auf dem Landkreisgebiet erbaut:[8]

See Erbauung Fläche Speichervermögen Besonderheiten
Großer Brombachsee 1983 - 1999 8, 7 km² 132, 4 Mio. m³ Der Große Brombachsee ist der Hauptsee und größte See des Seenlands.
Altmühlsee 1976 - 1985 2, 5 km² 132, 4 Mio. m³ Mit einer Kronenlänge von 12, 5 km hat der Altmühlsee den größten Staudamm Deutschlands.
Kleiner Brombachsee 1975 - 1985 2, 5 km² 12, 96 Mio. m³ Der Kleiner Brombachsee ist eine Vorsperre des Großen Brombachsees.
Igelsbachsee 1979 - 1985 0, 9 km² 4, 4 Mio. m³ Der Igelsbachsee ist eine Vorsperre des Großen Brombachsees.
Hahnenkammsee Einweihung: 1977 0, 23 km²  ? Der Hahnenkammsee ist der älteste Stausee des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Der See ist bekannt für seine reichen Fischbestände.

[Bearbeiten] Naturschutzgebiete

Der Märzenbecher

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind 12 Gebiete als Naturschutzgebiete angewiesen, die insgesamt eine Gesamtfläche von 526,41 Hektar besitzen.[9] Das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Flachwasser- und Inselzone im Altmühlsee mit der Inselgruppe Vogelinsel wird jährlich von über 200 Vogelarten aufgesucht und ist mit 202 Hektar das größte unter Naturschutz stehende Feuchtgebiet Mittelfrankens. Das Treuchtlinger Schambachtal ist das älteste Naturschutzgebiet Mittelfrankens. Im Märzenbecherwald bei Ettenstatt verwandelt der seltene Märzenbecher, der es in den Wappen der Gemeinde Ettenstatt geschafft hat, im Frühling den Waldboden in einen weißen Teppich.[10] Andere unter Naturschutz stehende Waldgebiete sind der Auwald bei Westheim und der Eichen-Hainbuchenwald Laubenbuch bei Rothenstein. Das Naturschutzgebiet Grafenmühle umfasst zwar auch Trockenwälder, aber das Niedermoor und die flache Uferzone waren die schlaggebenden Gründe für die Ernennung des Gebietes zum Naturschutzgebiet. Auch Magerrasen nahe dem Brombachsee[11] und nördlich von Niederhofen[12] stehen unter Schutz. Daneben gibt es noch das Brombachmoor als letztes noch erhaltenes Gebiete des Brombachtals, der landschaftsprägende Zwölf-Apostel-Felsen, die Buchleite bei Markt Berolzheim sowie die Steinerne Rinne von Wolfsbronn.

[Bearbeiten] Flächennutzung und Ausdehnung

Der Umfang der Landkreisgrenze beträgt rund 172 km.[13] Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Oberhöhberg und der Waldflur Oberholz südlich von Langenaltheim liegt bei rund 40,8 km;[13] die größte West-Ost-Ausdehnung zwischen dem Auwald bei Westheim und Biburg liegt bei rund 42,1 km.[13] Die geografische Mitte des Landkreises befindet sich zwischen Holzingen und Markt Berolzheim, einige 100 m östlich vom Gipfel des Trommetsheimer Berges.[13] Die insgesamt 970,83 km² Landkreisfläche verteilen sich auf[14]

  • 16,23 km² Wohngebiete (1,67 %)
  • 4,19 km² Gewerbegebiete (0,43 %)
  • 21,76 km² sonstige Wohnfläche (2,24 %)
  • 3,53 km² Abbauland (0,36 %)
  • 1,19 km² Grünanlagen (0,12 %)
  • 56,71 km² Verkehrsfläche (5,84 %)
  • 502,8 km² Landwirtschaftsfläche (51,79 %)
  • 325,48 km² Wald (33,52 %)
  • 27,08 km² Wasserfläche (2,79 %)
  • 11,94 km² sonstige Flächen (1,23 %)

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Verwaltungsgeschichte

Das Gebiet des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen kam erst Anfang des 19. Jahrhunderts zu Bayern. 1808 wurden die Landgerichte Weißenburg, Gunzenhausen und Heidenheim errichtet, die zunächst zum Altmühlkreis, ab 1810 zum Oberdonaukreis und ab 1817 zum Rezatkreis gehörten, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde. 1852 wurden aus den ehemaligen Herrschaftsgerichten Ellingen und Pappenheim die gleichnamigen Landgerichte errichtet. Diese bildeten ab 1862 mit dem Landgericht Weißenburg das Bezirksamt Weißenburg. Aus den Landgerichten Gunzenhausen und Heidenheim wurde das Bezirksamt Gunzenhausen gebildet. Die Stadt Weißenburg schied 1863 aus dem Bezirksamt Weißenburg aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. 1880 wurde das Bezirksamt Gunzenhausen um vier Gemeinden des aufgelösten Bezirksamts Heilsbronn vergrößert. 1939 wurden die Bezirksämter in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurden der Landkreis Weißenburg in Bayern (mit Ausnahme einer Gemeinde, die dem Landkreis Roth angegliedert wurde), der Landkreis Gunzenhausen (mit Ausnahme einiger Gemeinden, die an die Landkreise Roth und Ansbach kamen) sowie die bisher kreisfreie Stadt Weißenburg in Bayern zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst „Landkreis Weißenburg“ hieß. 1973 erhielt er dann seinen heutigen Doppelnamen „Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen“.

[Bearbeiten] Besiedlung

Wachposten des Limes bei Gunzenhausen

Im Gebiet des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen finden sich Zeugnisse von Besiedelungen aus fast allen vorgeschichtlichen Epochen von der mittleren Steinzeit bis in die Hallstatt- und die keltische La-Tène-Zeit. Von der Präsenz der Kelten zeugen unter anderem Grabhügel, Viereckschanzen und Abschnittswälle.

Die Römer besiedelten das Land vor rund 2.000 Jahren und bauten viele Villen und Kastelle, wie die Biriciana bei Weißenburg. Das Christentum breitete sich nach Gründung des Bistums Eichstätt unter den Heiligen Walburga, Sola und Wunibald aus. Zu dieser Zeit wurden die meisten Ortschaften im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erstmals urkundlich erwähnt. Karl der Große besuchte mehrere Orte im Landkreisgebiet während des Baus der Fossa Carolina südlich von Treuchtlingen.

[Bearbeiten] Mittelalter, Barock und Napoleonische Zeit

Barockkirche in Stopfenheim

Die Gemeinden des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen waren im Mittelalter durch das Territorialbestreben kirchlicher und weltlicher Würdenträger in verschiedene Herrschaftsgebiete zerstückelt. Der Deutsche Orden, der Bistum Eichstätt, die Herren von Pappenheim, der Schenk von Geyern und die Markgrafen von Ansbach hatten Besitztümer, während Weißenburg eine Freie Reichsstadt war. Diese Mächte und ansässigen Adelsfamilien prägten das Gebiet über viele Jahrhunderte hinweg mit ihren Burgen und Schlössern, von denen auch heute noch einige vollständig, andere als Ruine, erhalten sind.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde fast jedes Dorf zerstört und zwei Drittel der damaligen Bevölkerung des Landkreisgebietes starb. Danach blüten Handel und Handwerk auf, Häuser wurden wieder aufgebaut und Barockbauten kamen hinzu. Während der Napoleonischen Kriege wird die Gegend wiederholt von preußischen, russischen, österreichischen und bayerischen Truppen besetzt. Die Reichsfreie Stadt Weißenburg verlor 1802 seine Reichsfreiheit, kam zuerst an Kurbayern, dann an Preußen und 1806 endgültig an das Königreich Bayern.

[Bearbeiten] NS-Zeit

Wrackteile einer Dampflokomotive, die in Treuchtlingen zerstört wurde

Als eine der ersten Städte im Reichsgebiet tat sich Gunzenhausen mit der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung hervor. Im April 1933 wurde dort das erste Hitler-Denkmal des Deutschen Reiches errichtet. Am 25. März 1934 kam es zum ersten Juden-Pogrom in ganz Bayern. Der Übergriff brachte Gunzenhausen weltweit negativ in die Presse[15]. Einen Tag vor der Reichspogromnacht 1938 kaufte Gunzenhausen der israelitischen Kultusgemeinde die Synagoge ab, so blieb sie auf Intervention des Feuerwehrleiters als städtischer Besitz von einer Brandschatzung verschont. In der Reichspogromnacht wurde auch die jüdische Gemeinde von Altenmuhr gewaltsam aufgelöst. 1940 errichtete man auf dem Gelände des Jüdischen Friedhofs von Pappenheim, der in der Pogromnacht ebenfalls geschändet wurde, drei Baracken und verwendete die restliche Fläche als Spielplatz.

Am 23. Februar 1945 erfolgte gegen 11:00 Uhr ein Luftangriff auf den Bahnhof Treuchtlingen (Operation Clarion). Insgesamt wurden im Bahnhof und der Umgebung fast 600 Menschen getötet und weitere 900 verletzt. Die meisten der Bombenopfer sind in der Gedenkstätte der Kriegsgräberfürsorge auf dem Nagelberg beigesetzt. Bei einem zweiten Angriff am 11. April wurden keine Menschen getötet. Beim alliierten Bombenangriff auf Weißenburg am 23. Februar wurden 22 Menschen getötet; Kriegsende in Weißenburg war am 23. April mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen.

[Bearbeiten] Jüngere Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Landkreisgebiet zur Amerikanischen Besatzungszone. Mehrere 10.000 ausgebombte Städter und Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und Schlesien ließen sich im heutigen Landkreis nieder.

Auf Initiative von Ernst Lechner wurde am 16. Juli 1970 vom Bayerischen Landtag beschlossen, das Fränkische Seenland in Südfranken zu erbauen, um damit die Wasserregulierung des Main-Donau-Kanals zu sichern und die Wasserversorgung des wasserarmen Nordbayern zu bessern.

[Bearbeiten] Gemeindegebietsreform

Wappen des Landkreises Weißenburg in Bayern
Wappen des Landkreises Gunzenhausen

Infolge der Gemeindegebietsreform in Bayern 1972 wurden die ehemals selbstständigen Landkreise Weißenburg in Bayern, Gunzenhausen und die kreisfreie Stadt Weißenburg zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen vereint. Weißenburg verlor seine Kreisfreiheit und wurde zur Großen Kreisstadt.

Der Landkreis Gunzenhausen grenzte im Norden an den Landkreis Ansbach, im Nordosten an den Landkreis Schwabach, im Osten an den Landkreis Weißenburg i.Bay., im Süden an den Landkreis Donauwörth, im Südwesten an den Landkreis Nördlingen und im Westen an die Landkreise Dinkelsbühl und Feuchtwangen. Der Landkreis Weißenburg in Bayern grenzte im Westen an den Landkreis Gunzenhausen, im Norden an den Landkreis Schwabach, im Nordosten an den Landkreis Hilpoltstein, im Südosten an den Landkreis Eichstätt und im Süden an den Landkreis Donauwörth. Vom Landkreis Weißenburg vollständig umschlossen war die kreisfreie Stadt Weißenburg.

Beide Landkreise hatten insgesamt 132 Gemeinden,[16][17] wovon 30 Gemeinden übrigblieben und davon drei heute zum Landkreis Ansbach gehören.Das Kfz-Kennzeichen von Weißenburg WUG blieb und wurde zum Kfz-Kennzeichen des neuen Landkreises.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1999 2005 2008
Anzahl der Einwohner[18] 55.513 57.956 62.157 65.359 64.497 94.193 85.958 88.201 86.381 94.990 94.660 93.009

Im Jahr 2005 lebten im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen 94.660 Personen, davon 46.593 Männer (49,2 %) und 48.067 Frauen (50,8 %). Der Ausländeranteil betrug 2005 6,1 %.[14]

Die Bewohner des Landkreises wohnen in insgesamt 25. 842 Wohngebäuden. Viele dieser Wohngebäuden enthalten einige der insgesamt 41. 776 Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche beträgt 4.260.621 m², was 45, 01 m² Wohnfläche pro Person wäre. Damit liegt die Wohnfläche pro Person in Weißenburg-Gunzenhausen leicht über dem bayerischen Durchschnitt von 42 m² pro Person.[14]

[Bearbeiten] Sehenswertes, Kunst & Kultur

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Das Alte Rathaus von Weißenburg
Archaeopterix-Denkmal in Solnhofen
Ein Jurahaus mit Fachwerk in Bergen
  • Die Fossa Carolina (auch Karlsgraben) war eine Verbindung zwischen Schwäbischer Rezat und Altmühl und damit zwischen den großen Flusssystemen von Rhein/Main und Donau, womit der Karlsgraben in gewisser Weise Vorläufer des Ludwig-Donau-Main-Kanals und des Main-Donau-Kanals ist.[19] Die Fossa Carolina musste die Europäische Wasserscheide überwinden.
  • Der größte See des Fränkischen Seenlands ist der Große Brombachsee, der so groß ist wie der Tegernsee. Hier befindet sich der größte Binnensegelhafen Deutschlands und der größte Trimaran Europas, die MS Brombachsee. Der nahe Altmühlsee, der die Ausmaße des Königssees besitzt, wird vom größten Staudamm Deutschlands angestaut und ist bei Surfern sehr beliebt. An den vielen Seen und Weihern kann man unterschiedliche Wassersportarten, wie Tauchen und Angeln betreiben.
  • Weißenburg-Gunzenhausen ist der Landkreis mit den meisten Steinernen Rinnen in Bayern, z. B. gibt es welche bei Ettenstatt, Gnotzheim und Meinheim. Die Steinerne Rinne von Heidenheim mit etwa 150 m Länge und 0,2 m Höhe und die Steinerne Rinne von Wolfsbronn mit 128 m Länge und 1,5 m Höhe sind die längsten Bayerns.
  • Im Kurort Treuchtlingen befindet sich das einzige Thermalbad des Naturpark Altmühltal, die Altmühltherme.
  • Das Jurahaus ist eine im Altmühltal vorkommende Häuserform, die man häufig in Nennslingen, Bieswang, Burgsalach, Bergen und Langenaltheim sehen kann. Charakteristisch für diese Bauart sind relativ flach geneigte und mit mehreren Schichten dünner Kalkplatten aus Solnhofener Plattenkalk, so genannte Legschieferplatten, gedeckte Dächer.[42]

[Bearbeiten] Museen

Das Apothekenmuseum in Weißenburg

Viele der Museen in den Ortschaften des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen befassen sich mit der Regionsgeschichte. Es gibt unter anderem das Heimat- und Brauereimuseum Pleinfeld, der seit 1984 die Geschichte Pleinfelds zeigt, sowie das erste Brauereimuseum Mittelfrankens enthält.[43] In Weißenburg befinden sich das Römermuseum, einem Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München,[44] das Apothekenmuseum mit einer Apothekeneinrichtung aus dem 19. Jahrhundert und das Reichsstadtmuseum mit dem Haus Kaaden, dass die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei thematisiert. Das Kulturzentrum Ostpreußen hingegen befindet sich im Ostflügel des Ellinger Schlosses. Dort wird die ostpreußische Landeskunde und Kulturgeschichte sowie zeitgenössische Kunst gezeigt.[45] Ebenfalls in Ellingen befindet sich im Pleinfelder Tor das Spielzeug- und Bauernmöbelmuseum.

Im Museum für Vor- und Frühgeschichte Gunzenhausen werden Funde von der Jungsteinzeit bis in das frühe Mittelalter gezeigt; besondere Objekte der Ausstellung sind Grabbeigaben aus dem Gräberfeld von Westheim, sowie römische, hallstattzeitliche und latènezeitliche Funde.[46] Ebenfalls in Gunzenhausen befindet sich im Palais Zocha das Stadtmuseum Gunzenhausen mit dem Themaschwerpunkt Mittelalter. Im Informationszentrum Fränkisches Seenland wird die Entstehung des Fränkischen Seenlands und seine Folgen gezeigt. Im Burgmuseum Pappenheim wird sowohl die Geschichte der Burgruine als auch der Stadt Pappenheim gezeigt. In Pappenheim gibt es noch ein kleines Jagdmuseum.

Viele Fossilienfunde und zwei Archaeopterixe aus den o.g. örtlichen Steinbrüchen kann man im Bürgermeister Müller-Museum in Solnhofen sehen. Das Volkskundemseum in Treuchtlingen zeigt die Geschichte des deutschen Wirtschaftswunders. Das Heimatmuseum Treuchtlingen hingegen ist eine ehemalige Posamenten-Fabrik mit Dauerausstellungen über die Burgruine Treuchtlingen. In Bergen befindet sich eine historisch nachempfundene Schmiede, in dem unter anderem generalüberholte Bohr-, Dreh-, Fräß- und Schmiedemaschinen aus den Jahren 1905 bis 1920 zu sehen sind.

Das Altmühlsee-Informationszentrum befindet sich am Muhrer Bürgerhof, in dem man sich über Technik, Natur und Kultur rund um den Altmühlsee kundig machen kann. Im Bäuerlichen Heimatmuseum in Gundelsheim a. d. Altmühl werden alte landwirtschaftliche Geräte und Maschinen sowie alte Haushaltsgeräte ausgestellt.[47]

[Bearbeiten] Veranstaltungen, Feste und Festivals

Altmühlsee-Halbmarathon 2008 am Zugang zum Altmühlsee

Zu den sportlichen Highlights im Landkreis zählen der Seenlandmarathon und der Altmühlseelauf.

Die Weißenburger Kirchweih ist der Treffpunkt der Weißenburger aus der ganzen Welt. Das erstmals 1455 erwähnte Volksfest ist mit schätzungsweise 70.000 Besuchern das größte Volksfest im südlich Franken.[48] Die Auswanderer nach Amerika feierten im 19. Jahrhundert die Weißenburger Kirchweih in New York City.

Auf der Freilichtbühne des Naturtheaters Bergwaldtheater in Weißenburg finden jährlich von Juni bis August die Sommerfestspiele statt, wo Opern und Theaterstücke gezeigt werden.

Die Lichtmessmärkte mit verkaufsoffenem Sonntag finden in Weißenburg und Gunzenhausen am ersten, in Treuchtlingen am zweiten Februarsonntag statt.

Zu den großen Weihnachtsmärkten der Region zählen der St. Andreas Weihnachtsmarkt am Vorplatz der Stadtkirche in Weißenburg und der Gunzenhäuser Weihnachtsmarkt.

[Bearbeiten] Jüdische Kultur

Im Gebiet des heutigen Landkreises siedelten sich im Mittelalter die ersten Juden an und stellten über Jahre in einigen Orten bis zu ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Es gründeten sich zahlreiche Jüdische Gemeinden, beispielsweise in Altenmuhr, Ellingen, Cronheim, Treuchtlingen, Weimersheim, Dittenheim, Pappenheim, Berolzheim und Heidenheim. All diese Gemeinden wurden in Reichskristallnacht 1938 ausgelöscht. Zum ersten Judenpogrom der NS-Zeit kam es bereits 1934 in Gunzenhausen, was die Stadt weltweit negativ in die Presse brachte. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es drei jüdische Friedhöfe: in Pappenheim, in Treuchtlingen und in Gunzenhausen. Dabei ist der Friedhof in Pappenheim der älteste und größte im Landkreis.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Parteien

  • CSU – Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen
  • DIE LINKE – Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach
  • FDP – Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen
  • FW (Freie Wähler) Weißenburg-Gunzenhausen
  • SPD – Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen
  • Bündnis 90/Die Grünen – Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen
  • ÖDP – Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen

[Bearbeiten] Politische Jugendorganisationen

[Bearbeiten] Landrat

[Bearbeiten] Kreistag

Kreistagswahl 2008
 %
50
40
30
20
10
0
45,0 %
24,9 %
13,8 %
6,6 %
4,6 %
2,8 %
2,4 %

Zusammensetzung des Kreistages (Stand 1. Mai 2008):

  • CSU: 28 Kreisräte
  • SPD: 15 Kreisräte
  • FW: 8 Kreisräte
  • GRÜNE: 4 Kreisräte
  • FDP: 3 Kreisräte
  • LINKE: 1 Kreisrat
  • ÖDP: 1 Kreisrat

[Bearbeiten] Wappen

Wappen Landkreis Weissenburg-Gunzenhausen.svg

Das seit 1976 geführte Wappen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen weist auf die Geschichte des Landkreises hin. Das Stammwappen der Grafen von Truhendingen mit Rot-Gold-Teilung steht für das frühere Oberamt Hohentrüdingen der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach. Der halbe Reichsadler auf goldenem Grund weist auf die Reichsstadt Weißenburg hin. Die silber-blauen Reihen von Eisenhütten beziehen sich auf die Grafen von Pappenheim.[50]

Die Wappenbeschreibung lautet "Über Schildfuß, darin Eisenhutfeh von Silber und Blau, gespalten; vorne dreimal geteilt von Rot und Gold, hinten in Gold ein halber, rot bewehrter schwarzer Adler am Spalt."

Alle Wappen des Landkreises sind unter Liste der Wappen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgeführt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Verkehrsgeschichte

Bahnhof von Treuchtlingen

Die staatliche Ludwigs-Süd-Nord-Bahn eröffnete im heutigen Kreisgebiet 1849 das Teilstück Pleinfeld–GunzenhausenCronheim–Nördlingen ihrer Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg.

Die Stadt Ansbach baute im Jahr 1859 auf eigene Kosten eine Anschlussbahn nach Gunzenhausen, die von den Bayerischen Staatseisenbahnen 1869 nach Treuchtlingen verlängert wurde. Gleichzeitig kam auch die direkte Verbindung von Pleinfeld über Weißenburg nach Treuchtlingen zustande, die 1870 durch das Altmühltal nach Eichstätt und Ingolstadt weitergeführt wurde. Die Strecke von Treuchtlingen in Richtung Donauwörth–Augsburg über die Fränkische Alb konnte erst 1906 in Betrieb genommen werden. Seit 1985 ruht auf der Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen der reguläre Personenverkehr. Sie dient jetzt neben dem noch regelmäßigen Güterverkehr auch einer Museumsbahn.

[Bearbeiten] Schienenverkehr

Durch den Landkreis führen die Hauptstrecken Treuchtlingen-Würzburg, Ingolstadt–Treuchtlingen und Nürnberg–Augsburg, während die Bahnstrecke Gunzenhausen–Pleinfeld eine Nebenstrecke und die Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen eine Museumsbahn ist. Die Stadt Treuchtlingen ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten in Bayern. Mit der Eröffnung der ICE-Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt hat er im Fernverkehr an Bedeutung verloren, bildet jedoch immer noch ein Nadelöhr für den überregionalen Güterverkehr. Alle Bahnhöfe des Landkreises sind unter Bahnhöfe im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgeführt.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Der Landkreis ist neben dem Landkreis Cham einer von zwei bayerischen Landkreisen ohne eigenen Autobahnanschluss. Wichtigste Verkehrsachsen sind daher überwiegend Bundesstraßen sowie Kreisstraßen und Gemeindestraßen.

  • Bundesstraße 2:

Die wichtigste Nord-Süd-Verbindung ist die teilweise vierspurige, teilweise dreispurige Bundesstraße 2, die von Nürnberg bzw. Roth her kommt. Wegen des Autobahnanschlusses Roth an der A6 besteht eine Verbindung des Landkreises auch zur A73 (Bamberg-Feucht) und zur A9 (Berlin-Nürnberg-München). Diese führt an Pleinfeld vorbei, erreicht nach einiger Zeit Ellingen, und übernimmt dann die B13, mit der sie gemeinsam eine Trasse bis zur Abzweigung Weißenburg-Mitte bildet. Südlich Weißenburg führt die B2 am bekannten Kurort Treuchtlingen vorbei. Der südlichste Punkt der B2 im Landkreis bildet der Weiler Büttelbronn, der sich in der Gemeinde Langenaltheim befindet. Von dort aus überschreitet die B2 die fränkisch-schwäbische Grenze und man erreicht nach einiger Zeit dann Donauwörth. Von dort aus kann man weiter nach Augsburg und Richtung Allgäu fahren und hat von Süden her einen Anschluss zu den Bundesautobahnen 8 (Ulm-Augsburg-München) und 96 (Bregenz-Memmingen-München).

  • Bundesstraße 13:

Die Bundesstraße 13, die bei Ansbach die Autobahn 6 kreuzt, erreicht den Landkreis bei Muhr am See. Bei Gunzenhausen kreuzen sich B13 und die Bundesstraße 466 und durchqueren anschließend die Ortschaften Unterasbach, Dornhausen, Theilenhofen und Stopfenheim. Westlich von Ellingen mündet die B13 in die B2 ein, mit der sie eine gemeinsame Trassenführung auf einer dreispurigen Straße eingeht. Diese gemeinsame Trasse endet am Abzweig Weißenburg-Mitte. Die B13 verlässt Weißenburg Richtung Ost-Südost. Nach einer kurzen Serpentinstrecke erreicht man das Bergwaldtheater Weißenburg. Von dort aus geht es durch Buchenwälder Richtung Rothenstein, dem südöstlichen Endpunkt der B13 im Landkreis. Nach ca. 15 km erreicht man die benachbarte Kreisstadt Eichstätt und nach ca. 50 km die oberbayerische Großstadt Ingolstadt. Auch über diese Verbindung besteht Anschluss an die A9 und darüber hinaus auch Richtung Ostbayern.

  • Bundesstraße 466:

Die Bundesstraße 466, die von Schwabach westlich des Brombachsee in den Landkreis kommt, durchläuft Haundorf-Obererlbach und geht weiter Richtung Gunzenhausen. Mit der B13 gibt es eine gemeinsame Trassenführung, um den Ort zu umfahren. Westlich des Knotens Gunzenhausen-West verlässt die B13 die gemeinsame Trassenführung und die B466 wird nun durch Gnotzheim, Ostheim und Westheim Richtung Oettingen im benachbarten Landkreis Donau-Ries geführt. Von Oettingen bzw. Nördlingen aus besteht über die Bundesstraßen 25 und 29 Anschluss an die A7 (Kempten-Ulm-Würzburg) bei der Ausfahrt Aalen-Westhausen. Zudem verbindet die B29 auch Nördlingen mit der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.

  • Geplante Bundesstraße 131n:

Die geplante B131 neu soll im Endausbau die Verbindung zwischen der Autobahn 7 und der Autobahn 9 darstellen und damit dem Landkreis seinen eigenen Autobahnanschluss geben.[51]

  • Kreisstraßen:

Alle 35 Landkreisstraßen sind unter Liste der Kreisstraßen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgeführt.

[Bearbeiten] Luftverkehr

Der Flugplatz Treuchtlingen-Bubenheim

Nächster Verkehrsflughafen ist der Flughafen Nürnberg. Im Landkreis gibt es den Flugplatz Gunzenhausen-Reutberg, den Flugplatz Weißenburg-Wülzburg und den Flugplatz Treuchtlingen-Bubenheim.

[Bearbeiten] Bildung

In allen Gemeinden existieren Grundschulen, teilweise auch Mittelschulen, die zum Teil in Schulverbänden gemeinsam kooperieren. Realschulen befinden sich in Weißenburg[52] und Gunzenhausen,[52] neben dem Werner-von-Siemens-Gymnasium in Weißenburg[52] und dem Simon-Marius-Gymnasium in Gunzenhausen[52] gibt es außerdem die Kooperative Gesamtschule Senefelder-Schule in Treuchtlingen[52] mit Mittel-, Realschul- und Gymnasiumszweig.[53] Daneben gibt es in Gunzenhausen und Weißenburg jeweils auch eine Berufsschule,[52] eine Berufsoberschule[52] sowie eine Fachoberschule.[52] Im Beruflichen Schulzentrum Gunzenhausen sind Berufsschule, Wirtschaftsschule und eine Meisterschule für Schreinerei vereinigt.[54] Eine Landwirtschaftsschule in Gunzenhausen und zwei Berufsfachschulen für Krankenpflege sind ebenfalls vorhanden.[52] In Weißenburg und Gunzenhausen befinden sich mehrere Förderschulen.

Die nächsten staatlichen Hochschulen befinden sich in Nürnberg, Erlangen und Regensburg. Daneben übernehmen vor allem die Volkshochschulen in Gunzenhausen und Weißenburg[55] sowie mehrere Bibliotheken, wie die Stadtbibliothek Weißenburg, den Bildungsauftrag gegenüber der Bevölkerung.

Zu den 65 Kindergärten des Landkreises[14] gehört ein Montessori-Kindergarten in Weimersheim.

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Allgemein

Die meisten Unternehmen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind mittelständisch.[56] Rund die Hälfte der Arbeitsplätze verteilen sich auf das produzierende Gewerbe, die andere Hälfte auf das Dienstleistungssektor.[56] Die bedeutendsten Industriezweige im Landkreis sind die kunststoffverarbeitende Industrie und die Automobilzulieferbrache.[56] Der größte Arbeitgeber des Landkreises ist die Faurecia GmbH. Das Bruttoinlandsprodukt des Landkreises beträgt rund 2,3 Milliarden Euro.[56] Obwohl die Landwirtschaft nur 3% des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, spielt sie eine große Rolle im Landkreis.[56] Der Tourismus ist durch den Naturpark Altmühltal und das Fränkischen Seenland ein immer größer werdender Wirtschaftszweig.

[Bearbeiten] Brauereien

Die Braukunst hat im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eine große und langwährende Tradition. Es gibt viele kleine Brauereien, wie Schneider-Bräu und Sigwart-Brauerei in Weißenburg, Ritter-Bräu in Nennslingen, Felsenbräu Thalmannsfeld in Thalmannsfeld, Brauerei Strauss in Wettelsheim, Fürst Carl Brauerei in Ellingen, Schorsch-Bräu in Gunzenhausen und Wurm-Bier in Bieswang.

[Bearbeiten] Tourismus

Ein Wegweiser der Deutschen Limes-Straße in Ellingen

Durch den Bau der Fränkische Seen in den 1970er Jahren entstand hier ein völlig neues Urlaubs- und Erholungsgebiet. Ein weiteres Erholungsgebiet bietet der Naturpark Altmühltal. Die Städte und Gemeinden im Landkreis profitieren von den ständig wachsenden Besucherzahlen, wobei auf sanften Tourismus gesetzt wird. Der Ort mit den meisten Übernachtungen im Landkreis ist Gunzenhausen. Auch die historischen Altstädte, Burgen und Häuser im Landkreis ziehen Touristen an.

Die Ferienstraße Deutsche Limes-Straße führt aus Richtung Aalen kommend über Gunzenhausen, Weißenburg und Ellingen nach Regensburg, die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee, Deutschlands längste Touristenroute, verläuft entlang der Altmühl auch durch den südlichen und westlichen Teil des Landkreises. Mehrere überregionale Rad- und Wanderwege, so zum Beispiel der Frankenweg, der Altmühltal-Panoramaweg, der Main-Donau-Weg oder der Deutscher Limes-Radweg führen durch den Landkreis.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

[Bearbeiten] Energie

Seit dem Jahr 2001 wird im Landkreis verstärkt an die Produktion von Erneuerbarer Energie (EEG) gedacht. Mit einem EEG-Stromanteil von 38% (Stand: 24.10.2011)[57] liegt der Landkreis weit über dem mittelfränkischen Durchschnitt von 13% und liegt damit auf Platz 9 der bayerischen Landkreise. Rund 44% der erneuerbaren Energie kommt von insgesamt 62 Biogasanlagen im Landkreis; Solarstrom macht rund 37% aus.[58] Bei Degersheim befindet sich der größte Windpark Bayerns mit 9 Windanlagen. 2010 gab es im Landkreis 11 sich im Betrieb befindliche Nähwärmenetze sowie 18 sich in der Bau- oder Planungsphase befindliche Netze.

[Bearbeiten] Gesundheit

Es gibt im Landkreis zwei Kreiskrankenhäuser:

  • Die Kreisklinik Weißenburg, die seit 1985 besteht, hat 350 Beschäftigte und 190 Betten. Jährlich werden 5.000 Operationen durchgeführt.[59] Zuvor existierte in Weißenburg ein städtisches Krankenhaus.
  • Die Kreisklinik Gunzenhausen mit 350 Beschäftigten und 190 Betten. Es werden jährlich ca. 7.000 stationäre Patienten medizinisch versorgt und ca. 4.000 operative Eingriffe in Gunzenhausen vorgenommen.[60]

Beide Krankenhäuser dienen der Grund- und Regelversorgung und gehören seit 2002 zusammen zum selbständigen Kommunalunternehmen Kliniken des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Daneben gibt es noch ein städtisches Krankenhaus in Treuchtlingen, das sogenannte Gesundheitszentrum Treuchtlingen.

[Bearbeiten] Medien

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es im Printmedienbereich drei große Tageszeitungen: Das Weißenburger Tagblatt, der Altmühlbote und der Treuchtlinger Kurier, alle drei Lokalausgaben der Nürnberger Nachrichten.

[Bearbeiten] Städte und Gemeinden

Gunzenhausen Absberg Alesheim Muhr am See Bergen (Mittelfranken) Burgsalach Dittenheim Ettenstatt Haundorf Heidenheim (Mittelfranken) Höttingen Langenaltheim Markt Berolzheim Meinheim Nennslingen Pappenheim Pfofeld Polsingen Solnhofen Theilenhofen Treuchtlingen Weißenburg in Bayern Westheim (Mittelfranken) Raitenbuch Pleinfeld Gnotzheim Ellingen Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Ansbach Landkreis EichstättMunicipalities in WUG.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen Stand: 31. Dezember 2010[61])

Städte

  1. Ellingen (3623)
  2. Gunzenhausen (16.160)
  3. Pappenheim (4030)
  4. Treuchtlingen (12.778)
  5. Weißenburg i.Bay., Große Kreisstadt (17.513)

Märkte

  1. Absberg (1311)
  2. Gnotzheim (862)
  3. Heidenheim (2364)
  4. Markt Berolzheim (1335)
  5. Nennslingen (1360)
  6. Pleinfeld (7289)

Gemeinden

  1. Alesheim (991)
  2. Bergen (1129)
  3. Burgsalach (1163)
  4. Dittenheim (1718)
  5. Ettenstatt (830)
  6. Haundorf (2683)
  7. Höttingen (1172)
  8. Langenaltheim (2334)
  9. Meinheim (851)
  10. Muhr am See (2205)
  11. Pfofeld (1502)
  12. Polsingen (1970)
  13. Raitenbuch (1134)
  14. Solnhofen (1678)
  15. Theilenhofen (1189)
  16. Westheim (1152)

Keine Gemeindefreien Gebiete

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Altmühltal mit Sitz in Meinheim
    und mit den Mitgliedsgemeinden
    Alesheim, Dittenheim, Markt Berolzheim (Markt) und Meinheim
  2. Ellingen
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Ellingen (Stadt), Ettenstatt und Höttingen
  3. Gunzenhausen
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Absberg (Markt), Haundorf, Pfofeld und Theilenhofen
  4. Hahnenkamm mit Sitz in Heidenheim
    und mit den Mitgliedsgemeinden
    Gnotzheim (Markt), Heidenheim (Markt) und Westheim
  5. Nennslingen
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Bergen, Burgsalach, Nennslingen (Markt) und Raitenbuch

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Metropolregion Nürnberg
  3. Internetseite der Planungsregion Westmittelfranken
  4. Altmühlfranken
  5. Angaben über den Naturpark Altmühltal
  6. Auernheim
  7. a b c Flüsse und Seen des Landkreises sowie Verlauf der Europäischen Hauptwasserscheide. Mittelfranken, abgerufen am 13. Februar 2012.
  8. Fränkisches Seenland
  9. Errechnet aus den Angaben der Internetseite des Regierungsbezirkes Mittelfranken
  10. Der Märzenbecherwald
  11. Naturschutzgebiet 52 - Halbinsel im Kleinen Brombachsee, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  12. Naturschutzgebiet 49 -Quellhorizonte und Magerrasen am Albtrauf bei Niederhofen, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  13. a b c d BayernViewer. Bayerisches Vermessungsamt, abgerufen am 17. Dezember 2011.
  14. Werner Falk: Ein früher Hass auf Juden in Nürnberger Nachrichten vom 25. März 2009
  15. Bayerische Verwaltungsgeschichte (Landkreis Weißenburg in Bayern)
  16. Bayerische Verwaltungsgeschichte (Landkreis Gunzenhausen)
  17. Statistik für den Landkreis (PDF) abgerufen 16. Januar 2011
  18. Karlsgraben und Karlsgrabenausstellung
  19. Informationen über die Residenz Ellingen
  20. Beschreibung des Schlosses auf www.hahnenkamm.de
  21. Festung Wülzburg
  22. Muhr und die Räuber von Friedrich Schiller - Eine für unmöglich gehaltene Parallele ist Realität
  23. Burgruine Pappenheim
  24. Die Burg Bechthal auf burgenseite
  25. Therme Weißenburg
  26. Kleinkastell "In der Harlach" in Burgsalach
  27. Der obergermanisch-rätische Limes
  28. Klöster in Bayern: Heidenheim
  29. Denkmalliste Weißenburgs
  30. Beschreibung des Ellinger Tors
  31. Stadtmauerrundgang Weißenburg
  32. Reichsstädtisches (Altes) Rathaus
  33. Marktplatz mit Schweppermannsbrunnen
  34. Sehenswürdigkeiten in Gunzenhausen
  35. "Daran erkenne ich meine Pappenheimer"
  36. Geschichte Solnhofens
  37. Sehenswertes in Solnhofen
  38. Exkursion Solnhofen und Umgebung
  39. Lithografie
  40. Der Märzenbecherwald
  41. Aus der Chronik des Marktes Nennslingen: Das Jura-Wohnhaus
  42. Heimat- u. Brauereimuseum Pleinfeld
  43. Römermuseum Weißenburg auf der offiziellen Webpräsenz der Archäologischen Staatssammlung
  44. Homepage des Kulturzentums Ostpreußen
  45. Museum für Vor- und Frühgeschichte
  46. Offizielle Homepage des Bäuerlichen Heimatmuseums
  47. Aus einer Sonderbeilage der WZ am 17. August 2011
  48. nordbayern.de − Gerhard Wägemann ist neuer Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen (abgerufen am 21. November 2011)
  49. Das Wappen des Landkreises
  50. Bundesstraße 'B 131 neu': Direkte Verbindung von der Autobahn zum Fränkischen Seenland
  51. a b c d e f g h i Die allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen, abgerufen am 16. Februar 2012.
  52. Senefelder-Schule Treuchtlingen
  53. Berufliches Schulzentrum Gunzenhausen
  54. Volkshochschulen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  55. a b c d e Wirtschaftsstandort Landkreis Weißenburg - Gunzenhausen. Abgerufen am 14. Februar 2012.
  56. EnergyMap.info
  57. Aktuelle Situation der Erneuerbaren Energien und der „Energielandwirtschaft“ im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  58. Klinik Weißenburg
  59. Klinik Gunzenhausen
  60. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende)
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