Landkreis Wesermarsch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wesermarsch Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wesermarsch hervorgehoben53.358.39Koordinaten: 53° 21′ N, 8° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Brake (Unterweser)
Fläche: 821,92 km²
Einwohner: 89.126 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BRA
Kreisschlüssel: 03 4 61
Kreisgliederung: 9 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Poggenburger Straße 15
26919 Brake (Unterweser)
Webpräsenz: www.landkreis-wesermarsch.de
Landrat: Thomas Brückmann (Parteilos)
Lage des Landkreises Wesermarsch in Niedersachsen
Landkreis Göttingen Landkreis Holzminden Landkreis Schaumburg Landkreis Goslar Region Hannover Landkreis Hildesheim Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Braunschweig Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Peine Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Helmstedt Wolfsburg Landkreis Gifhorn Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Landkreis Diepholz Freie Hansestadt Bremen Freie Hansestadt Bremen Hamburg Hamburg Königreich der Niederlande Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt Osnabrück Landkreis Osnabrück Delmenhorst Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Landkreis Vechta Landkreis Emsland Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Emden Landkreis Leer Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Wilhelmshaven Mellum Landkreis Aurich Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Aurich Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Osterholz Landkreis Verden Landkreis Stade Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Celle Landkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild

Der im Nordwesten Niedersachsens gelegene Landkreis Wesermarsch grenzt im Westen an die kreisfreie Stadt Oldenburg (Oldb), an die Landkreise Ammerland und Friesland, den Jadebusen und die Innenjade, im Norden an das Wattenmeer zwischen Innenjade und Außenweser, im Osten bildet die Weser die Grenze zu den Landkreisen Cuxhaven und Osterholz sowie zum Land Bremen und im Süden grenzt er an die kreisfreie Stadt Delmenhorst und den Landkreis Oldenburg. Kreisstadt ist Brake, größte Stadt ist Nordenham.

Geografie[Bearbeiten]

Physische Geografie[Bearbeiten]

Die Wesermarsch liegt in der norddeutschen Tiefebene. Die Fläche der Landschaft Wesermarsch deckt sich weitgehend mit der des gleichnamigen Landkreises. Die Landschaft ist allerdings größer als der Landkreis. So befindet sich der Geestrand als Grenze zur Wesermarsch im Westen und im Süden in den Landkreisen Ammerland bzw. Oldenburg, und zur Landschaft Wesermarsch gehören auch Gebiete rechts der Weser, v.a. die historische Landschaft Osterstade. Auch ragt die Wesermarsch im Südosten ein gutes Stück in die Stadt Bremen hinein.

Der vorherrschende Landschaftstyp ist die Marsch, die zu zwei Dritteln unterhalb des mittleren Flutwasserspiegels liegt[2] und vor Überflutung von Deichen geschützt wird, welche den gesamten Landkreis vom Wasser der Weser, der Nordsee und des Jadebusens abgrenzen. Im Westen schließt die Marsch an die Geest an. An der B 211 befindet sich in Loyermoor der „Geest-Abbruch“, der eine Höhendifferenz von gut 30 Metern überbrückt.

Verteilt über den Landkreis sind auch verschiedene Moore, so gilt z. B. das so genannte Schwimmende Moor am Jadebusen im Ortsteil Sehestedt der Gemeinde Jade gelegen, als herausragendes Naturdenkmal der einmaligen Art. Im Südwesten liegen das Rockenmoor und das Grasmoor, in der Mitte des Landkreises das Frieschenmoor und im Westen bei Jade das Kreuzmoor. Der ganze Landkreis ist von umfangreichen Entwässerungssielen und -gräben durchzogen.

Das Huntesperrwerk an der Mündung der Hunte (vorne) in die Weser (hinten)

Die Hunte durchfließt von Oldenburg kommend den Landkreis und mündet bei Elsfleth in die Weser. An der Mündung befindet sich das Huntesperrwerk, welches zum Schutz vor Hochwasser errichtet wurde.

Kulturgeografie[Bearbeiten]

Die oldenburgische Wesermarsch besteht aus den friesisch besiedelten Gebieten Stedingens im Süden und des Stadlandes und Butjadingens im Norden. Mit ihren Marschböden war und ist die Wesermarsch besonders gut geeignet für die Vieh- und Pferdezucht. Früher hat dies die Wesermarsch zu einem der wohlhabendsten Landstriche im ganzen Oldenburger Land gemacht. Dementsprechend haben die reichen Marschbauern auch für eine standesgemäße Ausstattung ihrer Gotteshäuser mit Altaraufsätzen, Kanzeln, Taufsteinen und Orgeln gesorgt.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Landschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Seit circa 6000 v. Chr. wird durch den Wechsel von Überflutungsphasen (Transgression) und Senkungsphasen (Regression) des Meeresspiegels der Küstenverlauf der Nordsee bestimmt. Während die Marsch in den Überflutungsphasen kaum bewohnbar war, konnte sie in den Ruhephasen besiedelt und bewirtschaftet werden. In einer solchen Senkungsphase wurde z.B. die Siedlung an der Hahnenknooper Mühle um 900 v. Chr. angelegt. Das Wasser der Weser und ihrer linken Nebenflüsse konnte sich in der noch nicht eingedeichten Marsch weitflächig verteilen. Erst in einer erneut einsetzenden langsamen Transgressionsphase in den folgenden Jahrhunderten wurde die Flussmarsch häufiger vom Salzwasser überspült, was die Boden- und die Trinkwasserqualität verschlechterte, so dass die Siedlungen nördlich der Hunte aufgegeben werden mussten.[4]

Seit dem 2. Jahrhundert gingen die Bewohner der Wesermarsch dazu über, sich gegen die Fluten des Meeres und der Weser durch Wurten, später auch durch Deiche zu schützen.[5] Radikal verändert wurde die Gestalt der Wesermarsch-Landschaft durch Meereseinbrüche im hohen und späten Mittelalter: Butjadingen wurde zeitweise zu einer Insel, in deren Süden die Heete den sich bildenden Jadebusen mit der Weser verband. Eine zweite Verbindung machte auch aus dem Stadland eine Insel; sie verlief vom Osten des Jadebusens über die Ahne und das Lockfleth zur Weser südlich von Brake. Eine dritte Insel im Weserdelta lag westlich von Ahne bzw. Lockfleth; im Westen wurde sie von der Friesischen Balge, einem Meeresarm, der das heutige Bett der Jade einnahm, im Süden von der Liene begrenzt, einem Strom, der die Jade mit der Weser verband und nördlich von Elsfleth in die Weser mündete (bei Flut) bzw. bei Ebbe von ihr ausging.[6][7]

Ab dem 16. Jahrhundert wurde ein lückenloses Deichband entlang der Weser, der Innenjade und dem Jadebusen gebaut. Die letzte Lücke wurde 1725 beim Schwimmenden Moor am Jadebusen geschlossen. Die zwischen Jade und Weser liegenden Meeresarme wurden so vom Zustrom der Wassermassen von der Nordsee und von der Weser her abgeschnitten. Teils versandeten die Gewässer von selbst, teils wurden sie zu kleinen Entwässerungskanälen zurückgebaut, teils auch zugeschüttet. Auf diese Weise entstand nördlich der Hunte und südlich von Langwarden ein zusammenhängendes Landgebiet zwischen Jade bzw. Jadebusen und Weser.

Politische Geschichte[Bearbeiten]

Der Hartwarder Friese

Bereits in römischen Quellen ist von Chauken die Rede, die das küstennahe Gebiet zwischen Weser und Ems besiedelten. Als Handelsplatz der Chauken in der Wesermarsch ist Tecelia nahe der Huntemündung bekannt. Ab 250 n.Chr. verließen viele Chauken als Reaktion auf einen Meeresspiegelanstieg ihre Wurten in der Wesermarsch. Die frei gewordenen Gebiete wurden ab 400 von Friesen besiedelt.

Westlich der Wesermündung entstand der Gau Rüstringen, dessen östlicher Teil heute den Norden der Wesermarsch bildet. Seit dem 10. Jahrhundert sicherten die Bewohner Rüstringens den fruchtbaren Marschboden durch Erdwälle vor der See. Die im 11. Jahrhundert errichteten Kirchen in Rüstringen zeugen von dem beachtlichen Wohlstand und der bewahrten Freiheit der Friesen. Im Mittelalter bewirkten gewaltige Sturmfluten tiefgreifende Veränderungen des Küstenverlaufes. Der Versuch der Grafen von Oldenburg, die nördliche Wesermarsch unter ihre Gewalt zu bekommen, schlug zunächst fehl. Erst einem verbündeten braunschweigisch-oldenburgischen Heer gelang es 1514 in der Schlacht bei der Hartwarder Landwehr in der Nähe von Rodenkirchen, die Wesermarsch-Friesen zu besiegen.

Über die Geschichte Stedingens im frühen Mittelalter ist nur wenig bekannt. 783 wurde Bischof Willehad mit der Christianisierung der Küstengebiete westlich der Weser beauftragt. 1062 ließ sich der Bremer Erzbischof Adalbert das „unbesiedelte Gebiet“ zwischen „Aldenabrock“ (Oldenburg) und Bremen als Besitz übertragen. Nach 1062 wurde Stedingen nach und nach (wieder) besiedelt. Zunächst gründeten Sachsen aus benachbarten Geestgebieten Siedlungen entlang der Weser oberhalb der Huntemündung und der Ollen. Ab 1106 wurden Holländer nach Stedingen geholt. Die Kolonisatoren erhielten Privilegien, die mit denen in den nördlich gelegenen Siedlungsgebieten der Friesen vergleichbar waren. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam es zu Konflikten mit dem Bremer Erzbischof, die zum Stedingerkrieg führten. In der Schlacht von Altenesch verloren die Stedinger 1234 ihre Freiheit.[8]

Gemeinsam mit dem Hause Oldenburg gehörte die gesamte Wesermarsch von 1667 bis 1773 zu Dänemark. Ab 1774 stand die Wesermarsch unter der Herrschaft des Herzogtums Oldenburg. Die Verwaltungsreform von 1814 beseitigte die gräflichen Vogteien ebenso wie die Kantone aus der französischen Besatzungszeit (1811/1813).[9]

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Seit 1879 war das Gebiet des heutigen Landkreises in die drei oldenburgischen Ämter Brake, Butjadingen und Elsfleth gegliedert. 1933 wurden diese drei Ämter, die Gemeinde Altenesch aus dem Amt Delmenhorst sowie die Gemeinden Jade und Schweiburg aus dem Amt Varel zum neuen Amt Wesermarsch zusammengeschlossen. Gleichzeitig wurde Altenesch mit Berne zur Gemeinde Stedingen zusammengeschlossen. 1937 trat die Stadt Wilhelmshaven die Siedlung Eckwarderhörn an die Gemeinde Burhave ab. 1939 wurde aus dem Amt Wesermarsch der Landkreis Wesermarsch, der 1946 mitsamt dem Land Oldenburg zum neu gegründeten Land Niedersachsen kam. 1948 wurden Berne und Altenesch wieder zwei eigenständige Gemeinden. Altenesch wurde 1972 in Lemwerder umbenannt.[10] 1974 trat der Landkreis Wesermarsch die am Ostufer der Weser gelegene Gemeinde Landwürden an den Landkreis Wesermünde ab.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)[11]

Politik[Bearbeiten]

Wahlbeteiligung: 51,7 % (2006: 52,2 %)
 %
40
30
20
10
0
37,8 %
31,3 %
14,7 %
6,5 %
6,0 %
3,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,6 %p
-2,1 %p
+8,4 %p
-5,0 %p
-0,4 %p
+3,6 %p

Kreistag[Bearbeiten]

Als Ergebnis des nebenstehenden Wahlergebnisses setzt sich der Kreistag wie folgt zusammen:

  • SPD = 16 Sitze
  • CDU = 13 Sitze
  • Grüne = 6 Sitze
  • FDP = 3 Sitze
  • UW = 2 Sitze
  • Linke = 2 Sitze

Landrat[Bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 2013 ist der parteilose bisherige Bürgermeister von Ovelgönne Thomas Brückmann Landrat. Bei der Direktwahl am 22. September 2013 erhielt er 54,10 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 66,73 Prozent. Sein Amtsvorgänger Michael Höhbrink (SPD) hatte sich nicht zur Wiederwahl gestellt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Landkreises wurde am 2. Februar 1953 als Hoheitsabzeichen genehmigt. Es zeigt links auf dem Wappenschild in Gold zwei rote Balken (ehemaliges Herzogtum Oldenburg) und rechts oben in Silber eine grüne mittelalterliche Kogge mit grünen Wimpeln und geblähten Segeln an drei Masten und darunter in Grün einen silbernen Friesenkrieger mit Rundschild und Speer. Eine Statue des Kriegers (Hartwarder Friese) steht im Rodenkirchener Ortsteil Hartwarden. Der Wahlspruch dazu lautet „Lewer dod as Sklav“ („Lieber tot als Sklave“).

Sehenswertes und Kultur[Bearbeiten]

Institutionen[Bearbeiten]

  • Oldenburgische Landschaft, eingetragene Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Pflege und Förderung kultureller und historischer Belange

Museen[Bearbeiten]

Butjadingen

Optischer Telegraf in Brake

Brake

Die Moorseer Mühle

Nordenham

  • Museum Moorseer Mühle – letzte voll funktionsfähige Galerieholländer-Windmühle im Landkreis. Als Besonderheit weist die Mühle noch eine doppelte Windrose auf, die in den alten Oldenburger Landesfarben lackiert ist.
  • Museum Nordenham – stadtgeschichtliche Ausstellung, u. a. mit zwei Versionen des „Bruderkuss“-Bildes von H. Zieger (1910)
  • Historisches Kaufhaus Abbehausen – kein statisches Museum mit reiner Ausstellung, sondern immer noch auch ein echtes Kaufhaus mit über 3.000 Produkten
  • Militärgeschichtliches Museum „Alter Flakleitstand“
Im historischen Gebäudeensemble aus dem Zweiten Weltkrieg wird der Bombenkrieg thematisiert, speziell die Auswirkungen in der Region Unterweser. Weiterhin ist eine der größten privaten militärgeschichtlichen Sammlungen ausgestellt.

Ovelgönne

  • Norddeutsches Handwerkermuseum, zeigt Bereiche des ländlichen Handwerks in einzelnen Werkstätten

Stadland

Lemwerder

  • Flieger-Horst-Museum, thematisiert die Geschichte des Flugzeugbaus in der Gemeinde Lemwerder

Theater[Bearbeiten]

Im großen Saal der Stadthalle Friedeburg in Nordenham werden von verschiedenen Gasttheatern Aufführungen gezeigt, u. a. vom Oldenburgischen Staatstheater.

Nordenham

  • Niederdeutsches Theater „De Plattdüütschen“
  • Theater Fatale
  • Theatergruppe Phiesewarden

Brake

  • Niederdeutsche Bühne Brake

Rodenkirchen

  • Freilichtspektakel Stadland[13]

Zoo[Bearbeiten]

Jaderberg

Regelmäßige Großveranstaltungen[Bearbeiten]

Roonkarker Mart
  • Roonkarker Mart – Jahrmarkt in Stadland-Rodenkirchen, die „fünfte Jahreszeit“ im Landkreis
  • Kajenfest Brake
  • Fischmarkt in Nordenham-Großensiel
  • Kutterregatta in Butjadingen-Fedderwardersiel
  • Ovelgönner Pferdemarkt an jedem 1. Montag in September
  • GEZEITEN – Kunst- und Kulturwoche in Butjadingen
  • Drachenfest in Butjadingen-Tossens
  • Drachen über Lemwerder auf dem Ritzenbütteler Sand
  • Fonsstock-Festival am Weserstrand in Nordenham[14]
  • WaterQuake-Festival im Stadion in Brake[15]
  • Seefahrtsschulfest Elsfleth
Einweihung des Wesertunnels

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Hauptverkehrswege im Landkreis Wesermarsch sind die Bundesstraßen 212 (Nord-Süd-Richtung), die am Anleger der Weserfähre im Ortsteil Blexen der Stadt Nordenham beginnt und im Süden bis zur Kreisgrenze in der Gemeinde Lemwerder führt, die Bundesstraße 211 in Ost-West-Richtung (Anbindung an das regionale Oberzentrum Oldenburg) und die Bundesstraße 437 in Ost-West-Richtung (Anbindung an die Bundesautobahn 29 Richtung Wilhelmshaven). Beim Ortsteil Kleinensiel der Gemeinde Stadland führt der Wesertunnel auf die östliche Weserseite und zur Anbindung an die A 27 (CuxhavenBremen).

Schiene[Bearbeiten]

Obwohl der Kreis seinerzeit zum Großherzogtum Oldenburg gehörte, war es die Preußische Staatsbahn, die 1867 bei Jaderberg mit ihrer Strecke Oldenburg–Wilhelmshaven die erste Eisenbahn in den Kreis brachte.

Die Oldenburgische Staatsbahn folgte erst 1873 mit der Hauptbahn Hude–Brake, die 1875 bis Nordenham und 1905 als Nebenbahn bis Blexen verlängert worden ist.

Von ihr zweigten die Querverbindungen zur Hauptbahn Oldenburg–Wilhelmshaven ab, die 1896 zwischen Brake und Oldenburg (Gummibahn) sowie 1913 zwischen Rodenkirchen und Varel eröffnet wurden.

Die Halbinsel Butjadingen wurde 1908/09 durch eine Kleinbahn Nordenham–Eckwarderhörne erschlossen, die der Amtsverband Butjadingen erbauen ließ und als Butjadinger Bahn betrieb.

Schließlich ergänzte die Deutsche Reichsbahn noch 1922 das Netz durch die Stichbahn Delmenhorst–Lemwerder, die bis 1998 dem Güterverkehr diente.

Bahnhof Nordenham mit der Butjadinger Bahn – historisches Postkartenmotiv (Ausschnitt)

Ab 1956 wurden von den 126 km Gesamtstrecke des Personenverkehrs 80 km stillgelegt:

  • 1956: Nordenham–Burhave–Eckwarderhörne, 30 km
  • 1958: Varel–Diekmannshausen–Rodenkirchen, 17 km
  • 1961: Oldenburg Hbf–Großenmeer–Brake, 19 km
  • 1962: Delmenhorst–Altenesch–Lemwerder, 7 km
  • 1980: Nordenham–Nordenham-Blexen, 7 km

Bis Mitte Dezember 2010 wurde von der Deutschen Bahn AG im Personenverkehr nur noch die 46 km lange Bahnstrecke Hude–Berne–Elsfleth–Brake–Nordenham mit sechs Stationen regelmäßig bedient. Die Strecke ist seit Mitte Dezember 2010 in das Netz der von der Nordwestbahn betriebenen Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen eingebunden. Auf der Strecke zwischen Lemwerder und Delmenhorst verkehrten bis zum Jahresende 2009 in unregelmäßigen Abständen Museumszüge der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn GmbH (DHE).

Wasser[Bearbeiten]

Der Landkreis Wesermarsch liegt am seeschifftiefen Fahrwasser der Weser. Hafenanlagen befinden sich in Nordenham-Blexen, Nordenham, Brake, Elsfleth und Lemwerder. Die Hafenanlagen sind an das Schienennetz angeschlossen.

Hubbrücke über die Hunte bei Huntebrück

Mit dem Wesertunnel bei Stadland-Kleinensiel besteht eine feste Verbindung zum rechten Weserufer und zur A 27.

Im Bereich des Landkreises bestehen die folgenden Fährverbindungen über die Weser:

Die ehemalige Fährverbindung Kleinensiel–Dedesdorf wurde im Zuge der Erbauung des Wesertunnels aufgegeben. Von Eckwarderhörne besteht zeitweise eine Personenfährverbindung nach Wilhelmshaven.

Die Hunte kann im Landkreis Wesermarsch mit Kraftfahrzeugen nur bei Huntebrück überquert werden. Dort befindet sich eine Hubbrücke.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Zwischenahner Meer Bremen Bremerhaven Delmenhorst Landkreis Ammerland Landkreis Cloppenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Osterholz Landkreis Wesermarsch Landkreis Wittmund Oldenburg (Oldenburg) Wilhelmshaven Berne Brake (Unterweser) Butjadingen Elsfleth Jade (Gemeinde) Lemwerder Nordenham Ovelgönne StadlandMunicipalities in BRA.svg
Über dieses Bild

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2012[16].

Einheitsgemeinden:

  1. Berne (6858)
  2. Brake (Unterweser), Stadt (14.983)
  3. Butjadingen (Sitz Burhave) (6187)
  4. Elsfleth, Stadt (9033)
  5. Jade (5798)
  6. Lemwerder (6920)
  7. Nordenham, Stadt, selbständige Gemeinde (26.448)
  8. Ovelgönne (Sitz Oldenbrok-Mittelort) (5437)
  9. Stadland (Sitz Rodenkirchen) (7462)

Bis zur Gebietsreform im Jahr 1974 gehörten auch die Orte der damaligen Gemeinde Landwürden auf der östlichen Weserseite zum Landkreis. Die Gebietsreform trennte damit die jahrhundertealte gemeinsame Zugehörigkeit dieser Gemeinde zum ehemaligen Großherzogtum Oldenburg und nachmaligen Verwaltungsbezirk Oldenburg. Landwürden gehört nun zum Landkreis Cuxhaven.

Vereine, Sonstiges[Bearbeiten]

  • Seit 1978 besteht in Nordenham der Naturschutzverein Nordenham und nördliche Wesermarsch, er ist die Kreisgruppe der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems mit Sitz in Wardenburg.
  • Seit 1985 ist die Kreisgruppe Wesermarsch des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Sitz in der Ökologiestation Iffens (Butjadingen) aktiv.
  • In Brake hat die Kreisgruppe Wesermarsch des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ihren Sitz.
  • Der Schützenbund Wesermarsch ist die Dachorganisation von 20 Schützenvereinen im Landkreis Wesermarsch.
  • Der Rüstringer Heimatbund (RHB) hat seinen Sitz in Nordenham.
  • Storchenpflegestation Wesermarsch, Artenschutz, Naturschutz, Wiesenlebensräume[17]
  • Seit Ende 2004 steht auf dem höchsten Getreidesilo Europas in der Kreisstadt Brake eine Webcam in 90 Metern Höhe. Damit erhält man einen Überblick über die Weser bis nach Bremerhaven.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Dede: Wesermarsch. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1982, ISBN 3-88132-122-5.
  • Ingo Hashagen, Gerd Müller (Texte): Die Wesermarsch im Rückblick auf alte Postkarten. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, ISBN 3-88132113-6.
  • Rudolf Bernhardt: 50 Jahre Landkreis Wesermarsch 1933-1983. Eine zeitkritische Betrachtung. Holzberg, 1986, ISBN 3-87358-270-8.
  • Ingo Hashagen: Als sich noch die Flügel drehten … Die Geschichte der ehemaligen Windmühlen und der einzigen Wassermühle in der Wesermarsch. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1986, ISBN 3-88132-112-8.
  • Wendula Dahle (Hrsg.): Im Land der Moore und Deiche. Ausflüge links und rechts der Weser. Ein Reise- und Lesebuch. Bremen 1998, ISBN 3-86108-466-X (352 S. m. zahlr. Abb.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Wesermarsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Leenert Cornelius: Küstenschutz und Wasserwirtschaft in der Wesermarsch
  3. Kulturportal Nordwest: Kirchen in der oldenburgischen Wesermarsch
  4. Förderverein Bronzezeithaus Hahnenknoop e.V. Bronzezeithaus Hanenknoop. Der Fund der ältesten Siedlung in der Marsch an der deutschen Nordseeküste aus der Zeit um 900 vor Christi Geburt
  5. Geodatenportal Niedersachsen: Wurten und Deiche
  6. Dietrich Hagen: Der Naturraum (PDF; 725 kB). In: Dietrich Hagen / Heinrich Schmidt / Günter König: Oldenburg. Land zwischen Nordsee und Dammer Bergen. Hannover. Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung 1999, S. 30
  7. Ludwig Kohli: Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg sammt der Erbherrschaft Jever, und der beiden Fürstenthümer Lübeck und Birkenfeld. Bremen, Wilhelm Kaiser 1823, S. 59–77
  8. Ulf Neundorfer: Stedingen im Spiegel der Geschichte
  9. Landkreis Wesermarsch: Die Wesermarsch
  10. Gemeinde Lemwerder: Entwicklung von Lemwerder Entwicklung
  11. LSKN-Online
  12. Förderverein Bronzezeithaus Hahnenknoop e.V.: Bronzezeithaus Hahnenknoop
  13. Freilichtspektakel Stadland e.V.: Die Schlacht bei der Hartwarde Landwehr
  14. Fonsstock e. V.: Fonsstock-Festival am Weserstrand
  15. Stadtjugendring Brake: Waterquake open air festival
  16. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012
  17. Storchenpflegestation Wesermarsch: Willkommen in der Storchenstation