Landkreis Wittlage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wittlage
Landkreis Wittlage
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wittlage hervorgehoben
52.3208333333338.3736111111111Koordinaten: 52° 19′ N, 8° 22′ O
Basisdaten (Stand 1972)
Bestandszeitraum: 1885–1972
Bundesland: Niedersachsen
Regierungsbezirk: Osnabrück
Verwaltungssitz: Wittlage (Bad Essen)
Fläche: 314,14 km²
Einwohner: 28.021 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WTL
Kreisgliederung: 31 Gemeinden
Lage des Kreises Wittlage in der Provinz Hannover

Der Landkreis Wittlage war ein Kreis im früheren Regierungsbezirk Osnabrück in Niedersachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung war im Kreishauptort Wittlage (heute Ortsteil von Bad Essen) in der Burg Wittlage, dem früheren Sitz des Amtsvogts. Wichtigste Orte waren Bohmte und Bad Essen. Das Kreisgebiet grenzte im Norden an die Landkreise Diepholz und Vechta, im Osten an den nordrhein-westfälischen Kreis Lübbecke, im Süden an den Landkreis Melle und im Westen an die Landkreise Osnabrück und Bersenbrück.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das südliche Kreisgebiet wird durch das Wiehengebirge geprägt. Die höchste Erhebung befindet sich offiziell mit dem Schwarzen Brink (211 m) in Lintorf. Eine namenlose Ackerfläche nördlich von Büscherheide liegt jedoch 215 m ü. NN. Das nördliche Kreisgebiet ist flach und im Nordwesten durch Moore geprägt. Der größte Teil des Kreises wird über die Hunte nach Norden entwässert.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzte Anfang 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Vechta, Grafschaft Diepholz (beide in Niedersachsen), an den Kreis Lübbecke (in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Melle, Osnabrück und Bersenbrück (alle wiederum in Niedersachsen).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis Wittlage wurde im Jahre 1885 aus dem Amt Wittlage des Königreichs Hannover gebildet.[1] Das Amt Wittlage in der damaligen Form war 1859 aus den beiden Ämtern Hunteburg (heutige Gemeinden Bohmte und Ostercappeln) und Wittlage (heutige Gemeinde Bad Essen) gebildet worden. Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Wittlage mit den Landkreisen Bersenbrück, Melle und Osnabrück zum neuen Landkreis Osnabrück vereinigt. Die Gemeinden im Kreisgebiet wurden in den Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln zusammengefasst.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1885 18.353
1890 18.518
1900 18.090
1905 17.986
1910 18.613
1925 19.221
1933 18.970
Jahr Einwohner
1939 18.828
1946 30.145
1950 30.565
1956 27.619
1961 27.038
1970 28.021

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

  • 1885–1890: Franz Albert Siemens
  • 1890–1900: Paul Telschow
  • 1900–9999: Graf von dem Busche-Ippenburg (vertretungsweise)
  • 1900–1905: Ferdinand Prinz von Schoenaich-Carolath
  • 1905–1911: Hans von Raumer (1870–1965)
  • 1911–1918: Ernst Dugend
  • 1918–1920: Hans Georg Freiherr von Münchausen (kommissarisch)
  • 1920–1925: Adolf Rath
  • 1925–1943: Erich Glaß
  • 1943–1945: Gustav Lemke (vertretungsweise)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft war lange durch die Landwirtschaft geprägt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine gewisse Industrialisierung vor allem in Bohmte und im östlichen Teil des Kreises statt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrstechnisch war das Kreisgebiet ursprünglich gut erschlossen. Erst Ende der 1960er Jahre verschlechterten sich im Vergleich zum Umland die Verkehrsbedingungen durch den Bau der Autobahnen 1 und 30.

Die Bundesstraßen 51, 65 und 218 erschließen das ehemalige Kreisgebiet. Weiterhin führen die Bahnstrecke Bremen–Münster und die Privatbahn Wittlager Kreisbahn durch das Gebiet. Der Mittellandkanal durchquert den Kreis von West nach Ost.

Gemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinden des Landkreises Wittlage waren: (Einwohner am 27. Mai 1970)

  1. Barkhausen (385)
  2. Bohmte (4.252)
  3. Brockhausen (416)
  4. Broxten (700)
  5. Büscherheide (215)
  6. Dahlinghausen (381)
  7. Eielstädt (582)
  8. Bad Essen (2.441)
  9. Haaren (689)
  10. Harpenfeld (515)
  11. Heithöfen (185)
  1. Herringhausen (1.265)
  2. Hitz-Jöstinghausen (565)
  3. Hördinghausen (302)
  4. Hüsede (648)
  5. Linne (444)
  6. Lintorf (945)
  7. Lockhausen (539)
  8. Meyerhöfen (614)
  9. Niewedde (494)
  10. Nordhausen (180)
  1. Ostercappeln (1.915)
  2. Rabber (970)
  3. Schwagstorf (1.587)
  4. Schwege (933)
  5. Stirpe-Ölingen (686)
  6. Vorwalde (933)
  7. Wehrendorf (994)
  8. Welplage (1.679)
  9. Wimmer (822)
  10. Wittlage (745)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WTL zugewiesen. Es wurde bis zum 11. Oktober 1972 ausgegeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Huge: Der Altkreis Wittlage. Bilder aus vergangenen Tagen. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-207-0.
  • Wolfgang Huge: Das Wittlager Land. Sutton Verlag, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86680-295-7.
  • Wolfgang Huge: Das Wittlager Land. Geschichten aus seiner Geschichte. BooksOnDemand, 2010, ISBN 978-3-83912-411-6.
  • Wolfgang Huge: Der Landkreis Wittlage 1933 - 1972. Nationalsozialismus, Nachkriegsjahre und Wirtschaftswunder, BooksOn Demand, 2012, ISBN 978-3-8482-1013-8
  • Roswitha Poppe: Der Landkreis Wittlage. Seine Bau- und Kunstdenkmäler, hrsg. vom Landkreis Wittlage. Bad Essen 1966.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 260.