Landkreis Witzenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Witzenhausen
Landkreis Witzenhausen
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Witzenhausen hervorgehoben
51.3415666666679.8568444444444Koordinaten: 51° 20′ N, 9° 51′ O
Basisdaten (Stand 1973)
Bestandszeitraum: 1821–1973
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Verwaltungssitz: Witzenhausen
Fläche: 425,82 km²
Einwohner: 50.800 (31. Dez. 1972)
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WIZ
Kreisgliederung: 29 Gemeinden
Kreishaus Witzenhausen

Der Landkreis Witzenhausen war bis 1973 ein Landkreis in Hessen. Sein ehemaliges Gebiet bildet heute den nördlichen Teil des Werra-Meißner-Kreises im Nordosten von Hessen und umfasst die Städte Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Hessisch Lichtenau, die Gemeinde Neu-Eichenberg sowie den Gutsbezirk Kaufunger Wald. Sitz des Landkreises war die Stadt Witzenhausen.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzte Ende 1973 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an den Landkreis Göttingen in Niedersachsen, an den Kreis Heiligenstadt im Bezirk Erfurt der DDR sowie an die hessischen Landkreise Eschwege, Melsungen und Kassel.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis Witzenhausen wurde 1821 durch Kurfürstliches Organisationsedikt aus den damaligen Ämtern Allendorf, Lichtenau, Ludwigstein, Großalmerode und Witzenhausen gebildet.

Ein Gebietsaustausch erfolgte im Rahmen des Wanfrieder Abkommens am 17. September 1945:

Zu Beginn der 1970er Jahre änderten sich mehrfach die Außengrenzen des Landkreises:

  • Am 1. Dezember 1970 schied die Gemeinde Wickenrode aus dem Landkreis aus und wurde in die Gemeinde Helsa-Wickenrode im Landkreis Kassel eingegliedert.
  • Am 31. Dezember 1971 schieden die Gemeinden Harmuthsachsen und Hasselbach aus dem Landkreis aus und wurden in die Gemeinde Waldkappel im Landkreis Eschwege eingegliedert.
  • Am 1. August 1972 schied die Gemeinde St. Ottilien aus dem Landkreis aus und wurde in die Gemeinde Helsa im Landkreis Kassel eingegliedert.

Im Rahmen der Gebietsreform wurden die Landkreise Eschwege und Witzenhausen am 1. Januar 1974 zum Werra-Meißner-Kreis zusammengeschlossen.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1871 31.122 [2]
1890 29.256 [3]
1900 31.055 [3]
1910 32.585 [3]
1925 35.228 [3]
1939 37.262 [3]
1950 56.658 [3]
1960 51.900 [3]
1970 53.000 [4]
1972 50.800 [5]

Politik[Bearbeiten]

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Im Wappen war die Burg Ludwigstein abgebildet, die auch in das Wappen des Werra-Meißner-Kreises integriert wurde.

Gemeinden[Bearbeiten]

Stand 1969[Bearbeiten]

Bis zu den ersten Gemeindefusionen im Jahre 1970 bestand der Landkreis Witzenhausen aus 57 Gemeinden, von denen vier das Stadtrecht besaßen:[7]

Ahrenberg
Albshausen
Bad Sooden-Allendorf, Stadt
Berge
Berlepsch-Ellerode
Blickershausen
Dohrenbach
Dudenrode
Eichenberg
Ellershausen
Ellingerode
Epterode
Ermschwerd
Friedrichsbrück
Fürstenhagen
Gertenbach
Großalmerode, Stadt
Harmuthsachsen
Hasselbach
Hausen
Hebenshausen
Hermannrode
Hessisch Lichtenau, Stadt
Hilgershausen
Hollstein
Hopfelde
Hubenrode
Hundelshausen
Kammerbach
Kleinalmerode
Kleinvach
Küchen
Laudenbach
Marzhausen
Neuseesen
Oberrieden
Orferode
Quentel
Reichenbach
Retterode
Rommerode
Roßbach
St. Ottilien
Trubenhausen
Uengsterode
Unterrieden
Velmeden
Walburg
Weiden
Weißenbach
Wendershausen
Werleshausen
Wickenrode
Wickersrode
Witzenhausen, Stadt
Wollstein
Ziegenhagen

Stand 31. Dezember 1973[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 entstand durch den Zusammenschluss mehrerer Gemeinden die neue Gemeinde Neu-Eichenberg. Nach einer Reihe von weiteren Gemeindefusionen bestanden im Landkreis Witzenhausen zum Zeitpunkt seiner Auflösung am 31. Dezember 1973 noch 29 Gemeinden:[7]

Albshausen
Bad Sooden-Allendorf, Stadt
Berlepsch-Ellerode
Blickershausen
Ellingerode
Ermschwerd
Friedrichsbrück
Fürstenhagen
Gertenbach
Großalmerode, Stadt
Hausen
Hessisch Lichtenau, Stadt
Hollstein
Hopfelde
Hubenrode
Kammerbach
Kleinalmerode
Küchen
Laudenbach
Neu-Eichenberg
Quentel
Rommerode
Roßbach
Trubenhausen
Uengsterode
Velmeden
Walburg
Witzenhausen, Stadt
Ziegenhagen

Gleichzeitig mit der Auflösung des Landkreises fanden zum 1. Januar 1974 noch zahlreiche weitere Eingemeindungen statt. Aus dem Altkreis Witzenhausen traten damit letztendlich mit Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Hessisch Lichtenau, Neu-Eichenberg und Witzenhausen fünf Gemeinden in den neuen Werra-Meißner-Kreis ein.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WIZ zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1973 ausgegeben. Seit dem 16. September 2013 ist es im Werra-Meißner-Kreis wieder erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hessischer Heimatbund (Hrsg.): Kreis Witzenhausen. In: Handbuch des Hessischen Heimatbundes. IV, J.A. Koch Buchdruckerei, Marburg a.d. Lahn 1971, S. 229.
  •  Albrecht Eckhardt: Kleine Territorialgeschichte des Kreises Witzenhausen. Teil II. In: Werratalverein Eschwege e.V. (Hrsg.): Das Werraland. Heft 3, Eschwege 1971, S. 38-43.
  • Ernst Baier, Cord Peppler-Lisbach, Volker Sahlfrank: Die Pflanzenwelt des Altkreises Witzenhausen mit Meißner und Kaufunger Wald. 2., ergänzte und verbesserte Auflage. Schriften des Werratalvereins Witzenhausen, Heft 39. Werratalverein (WTV) Witzenhausen, Witzenhausen 2005, ISBN 3-9807194-2-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Witzenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.
  2. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871
  3. a b c d e f g Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMichael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 2. Januar 2015.
  4. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
  6. Eckhart G. Franz und Georg Rösch Die Landräte in 150 Jahren im Kreis Gelnhausen: Thomas Boch in 150 Jahre Kreis Gelnhausen - Heimat-Jahrbuch des Kreises Gelnhausen - Zwischen Vogelsberg und Spessart 1971, Gelnhausen 1970, S. 38
  7. a b Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen