Landkreis Zauch-Belzig
Der Landkreis Zauch-Belzig, auch Zauch-Belzigscher Kreis oder Kreis Zauch-Belzig genannt bestand in Preußen bzw. der SBZ/DDR zwischen 1817 und 1952.
Der Landkreis Zauch-Belzig umfasste am 1. Januar 1945:
- die sechs Städte Beelitz, Belzig, Brück, Niemegk, Treuenbrietzen und Werder (Havel),
- 143 weitere Gemeinden, darunter die Potsdamer Vororte Glindow, Kaputh und Lehnin sowie den Eisenbahnknoten Michendorf mit mehr als 2.000 Einwohnern und
- einen Gutsbezirk (Forst).
Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.
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Verwaltungsgeschichte [Bearbeiten]
Königreich Preußen [Bearbeiten]
Bei der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde mit Wirkung ab 1. April 1817 der Kreis Zauch-Belzig im Regierungsbezirk Potsdam in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“, neu gebildet. Das Kreisgebiet umfasste
- 1. den alten, kurbrandenburgischen Kreis Zauche (auch Zauchischer oder Zauchescher Kreis) und
- 2. das bisher sächsische Amt Belzig, das erst 1815 zu Preußen bzw. Brandenburg gekommen war.
Das Landratsamt war in Belzig.
Norddeutscher Bund/Deutsches Reich [Bearbeiten]
Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.
Am 21. Juli 1875 wurde der Gutsbezirk Gränert aus dem Kreis Zauch-Belzig in den Kreis Jerichow II in der Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Magdeburg, eingegliedert.
Zum 1. April 1926 wurden die Gutsbezirke Plantagenhaus (teilweise), Potsdam-Gut und Tornow aus dem Kreis Zauch-Belzig in den Stadtkreis Potsdam eingegliedert.
Zum 30. September 1929 fand im Kreis Zauch-Belzig entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.
Zum 1. Oktober 1937 wurde die Gemeinde Wilhelmsdorf aus dem Kreis Zauch-Belzig in den Stadtkreis Brandenburg (Havel) eingegliedert.
Am 1. April 1939 traten Teile der Gemeinde Bergholz-Rehbrücke aus dem Landkreis Zauch-Belzig zum Stadtkreis Potsdam.
Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Zauch-Belzig entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.
Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.
Sowjetische Besatzungszone/Deutsche Demokratische Republik [Bearbeiten]
Durch das Gesetz über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 wurde der Landkreis Zauch-Belzig verkleinert. Zwei Gemeinden kamen zum Stadtkreis Brandenburg, eine Gemeinde zum Stadtkreis Potsdam, vier Gemeinden zum Landkreis Osthavelland und eine Gemeinde zum Landkreis Teltow. Eine Gemeinde wechselte zudem die Landeszugehörigkeit und kam zum Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.
Bei der großen Verwaltungsreform im Jahre 1952 wurde der große Landkreis Zauch-Belzig auf die wesentlich kleineren Kreise Belzig (mit Belzig als Kreissitz), Brandenburg an der Havel und Potsdam - letzterer wurde neugebildet - aufgeteilt.
Bundesrepublik Deutschland [Bearbeiten]
Nach der Wende existierte der Landkreis Belzig noch bis zum 5. Dezember 1993.
Kommunalverfassung bis 1945 [Bearbeiten]
Der Kreis Zauch-Belzig gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbständige Gutsbezirke.
Aufgrund der Kreisordnung für die Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlesien und Sachsen vom 13. Dezember 1872 wurden mit Wirkung ab Januar 1874 meist mehrere Landgemeinden und Gutsbezirke umfassende Amtsbezirke eingeführt, um die überwiegend sehr kleinen Gemeindeeinheiten von den wachsenden Verwaltungsaufgaben zu entlasten. 1944 gab es 42 Amtsbezirke. Letzte Änderungen erfuhr die Kreisverfassung in Brandenburg durch die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Beelitz, Belzig, Brück, Niemegk, Treuenbrietzen und Werder (Havel) führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt.
Landräte [Bearbeiten]
| Amtszeit | Name |
|---|---|
| 1816-1828 | Rochus von Rochow (auf Golzow) |
| 1828-1852 | Heinrich Friedrich Levin von Tschirschky und Boegendorff |
| 1852-1861 | Otto Heinrich Levin von Tschirschky und Boegendorff |
| 1861-1897 | Rudolf von Stülpnagel |
| 1898-1918 | Bernhard Hans Levin von Tschirschky und Boegendorff |
| 1919-1921 | Werner Freund |
| 1921-1933 | Edmund Bohne |
| 1933/34 | Hans Christoph von Werder |
| 1935-1939 | Waldemar Vöge |
| 1939-April 1945 | Otto Wegner |
| (12.-20. Mai 1945) | Alfred Beiersdorff (*) |
| (Mai/Juni 1945) | Otto Lange (*) |
| Juni 1945-Oktober 1945 | Friedrich Menz (KPD) |
| Oktober 1945-Mai 1946 | Karl Vogt (KPD/SED) |
| Juni 1946-Dezember 1950 | Richard Sydow (SED) |
| 1951/52 | Antonie „Toni“ Stemmler (SED) |
(*) Als Bürgermeister von Belzig zugleich Interims-Landrat
Ortsnamen [Bearbeiten]
Die Ortsnamen im Kreisgebiet haben überwiegend slawische Wurzeln. Mit wenigen Ausnahmen wurden sie bis heute beibehalten.
1937 wurden die folgenden Gemeinden umbenannt:
- Lotzschke: Lehnsdorf, nach der westlich des Ortes gelegenen "Wüsten Feldmark Lehnsdorf"
- Schwina: Emstal, heute: Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin
- Wendisch Bork: Alt Bork, heute: Ortsteil Alt Bork der Gemeinde Linthe
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts sind aus Feriensiedlungen als jüngste Gemeinden des Kreises die Ortschaften Borkheide (1937) und Borkwalde entstanden.
Literatur [Bearbeiten]
Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, Hermann Cramer, Halle 1872–1889, Band 4, Reprint, (Faksimile), ISBN 978-3-88372-003-6, Potsdam 2011
Weblinks [Bearbeiten]
- http://www.caputh.de/ - Kaputh heute
- Matthias Helle: Nachkriegsjahre in der Provinz - Der brandenburgische Landkreis Zauch-Belzig 1945 bis 1952, Diss. , 2008
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