Landstraße 90

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90 כביש (Landstraße 90) in Israel
Landstraße 90
Basisdaten
Betreiber:
Straßenbeginn: Eilat
(29° 29′ N, 34° 54′ O29.49105134.902975)
Straßenende: Metulla
(33° 17′ N, 35° 34′ O33.27811235.574826)
Gesamtlänge: 480 km

מחוזות (Bezirk):

Die Straße am Toten Meer
Die Straße am Toten Meer
Straßenverlauf bei Qumran
Road 90 near ericho.jpg

Die israelisch-palästinensische Landstraße 90 (hebräisch כביש 90, dt.: Landstraße 90 ) ist ein durchgängig asphaltierter Verkehrsweg, der die Stadt Eilat am Roten Meer entlang des Toten Meeres über das Jordantal mit dem äußersten Norden Israels verbindet.

Bedeutung[Bearbeiten]

Für Israel bildet die etwa 480 Kilometer lange Landstraße 90 die direkte Nord-Süd-Achse des Landes. Im Bereich des Jordantals besaß sie während der Besetzung der Westbank eine besondere militärische Bedeutung, da mit ihrer Hilfe die Grenzsicherung zum benachbarten Königreich Jordanien gewährleistet werden konnte. Von dessen Gebiet drangen bewaffnete Palästinenser-Kombattanten ein, die Attentate und Sabotageakte verübten. Im Jordantal der Westbank hat Israel 400 Quadratkilometer zur geschlossenen militärischen Zone erklärt. Darunter zählen Flächen für militärisches Training der IDF, Minenfelder und Sicherungsflächen mit Schußwaffengebrauch.

Im Jordantal zwischen dem Toten Meer und Nordisrael bildet sie eine der Haupterschließungsrouten für alle Siedlungen im östlichen Teil des Judäischen Berglands, für Anlagen der politisch umstrittenen Wassergewinnung sowie für die Landwirtschaftsbetriebe in der Jordanebene. Die landwirtschaftliche Nutzung stellt einen wichtigen Teil des israelischen Nahrungsgüterexports dar, ist aber auch für die palästinensische Wirtschaft bedeutsam. Im Jordantal des Westbankgebietes leben etwa 53.000 Palästinenser und einige Beduinen-Kommunen.

Seit Mai 2005 ist es Palästinensern mit im Personaldokument nachgewiesenen Aufenthaltsrechten im Jordantal wieder erlaubt, die Landstraße 90 zu benutzen.[1]

Wichtige Ortschaften an der Landstraße 90[Bearbeiten]

von Norden nach Süden:

Verlauf[Bearbeiten]

Die Landstraße 90 führt im Süden Israels ab der Landesgrenze zu Ägypten einige Kilometer am Roten Meer entlang bis Eilat. Von dort geht sie in nördlicher Richtung durch das Aravatal am Rande der Wüstenregion des Negev, wobei entlang ihrer Route einige prähistorische und antike Fundstätten sowie das Jotvata-Reservat liegen. Bei Neve Zohar, wo die Landstraße 31 in Richtung Arad abzweigt, berührt sie erstmals die unmittelbare Umgebung des Toten Meeres, dessen Westufer sie nun parallel folgt. Nördlich von En Gedi passiert sie einen Kontrollpunkt, wonach die Landstraße weiter dem Toten Meer folgt. In diesem Bereich liegt westwärts das Judäische Bergland und am Nordende des Toten Meeres die archäologische Fundstätte Qumran. Der Abschnitt entlang des Toten Meeres wird Dead Sea Highway genannt. Wenige Kilometer nördlich des Toten Meeres geht nach Westen die A1 ab Richtung Jerusalem und Tel Aviv.

In einem weiten Bogen nach Osten führt die Landstraße 90 um Jericho herum. Auf dieser Strecke zweigt die Straße zum Grenzübergang Allenby-Brücke nach Jordanien ab. Weiter im Jordantal aufwärts passiert die Landstraße 90 kleinere landwirtschaftliche Siedlungen. Bei Yafit gibt es einen Abzweig zum nahe gelegenen Jordantal-Denkmal, das an Soldaten der Israelischen Armee erinnert, die seit 1967 bei ihrem Dienst im Jordantal starben. Weiter nördlich davon kreuzt die Landstraße 57, die von Nablus aus dem Judäischen Bergland herab kommt und zu einem geschlossenen Grenzübergang (Damiya-Brücke) am Jordan führt. Nach diesem Kreuzungspunkt führt die Landstraße 90 sehr nah an den stark mäandrierenden Jordanverlauf heran und ist teilweise durch besondere Grenzbauten geschützt. Schließlich verlässt sie an einem Kontrollpunkt nördlich von Mehola das Westjordanland.

An den Kontrollpunkten an der Landstraße 90 werden Fahrzeuge mit israelischen Kennzeichen in der Regel nicht kontrolliert.

Auf der Höhe von Bet Sche'an kreuzt die Landstraße 71 von Afula kommend, die nach Osten zum nördlichen Grenzübergang nach Jordanien führt. Schließlich erreicht die Landstraße 90 den See Genezareth und biegt nach Westen ab, während die Landstraße 92 in östlicher Richtung um den See läuft. Die Landstraße 90 verläuft an seinem westlichen Ufer nach Tiberias, wo auch die von Haifa und Nazareth heranführende Landstraße 77 einmündet. Weiter dem Seeufer in nordöstlicher Richtung folgend durchquert sie eine Tiefebene bei Migdal und verlässt dessen Gebiet an einer Straßengabelung, wo die Landstraße 87 nach Osten zu den Golanhöhen abzweigt. Von diesem Punkt an erstreckt sich die Route wieder in nördliche Richtung, vorbei an einem westlich gerichteten Abzweig der Landstraße 85 nach Akko, bis sie den Abzweig der Landstraße 91 nach Kuneitra und Damaskus erreicht, der ursprünglich von großer militärischer Bedeutung war. Weiter nach Norden am Fuße der zu Israel gehörenden Abhänge des bewaldeten Berglandes im Jabal Amel erreicht die Straße in der Chulaebene die Kleinstadt Kirjat Schmona. Nach diesem Ort zweigt in östliche Richtung die Landstraße 99 ab, auf der man das Hermon-Massiv mit dem einzigen Wintersportareal Israels erreichen kann. Mit ihrem letzten nördlichen Abschnitt erreicht sie nun die stark befestigte Grenzstadt Metulla unmittelbar an der Grenze zum Libanon. Grenzübergänge zwischen Israel und dem Libanon existieren nicht.

Mit ihrem gesamten Verlauf folgt die Landstraße 90 dem Jordangraben, der nördliche Teil der tektonischen Großstruktur des Großen Afrikanischen Grabenbruchs.

Ausgewählte Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Höhlen in der Umgebung von Qumran
"Safari"-Denkmal in Metulla

Literatur[Bearbeiten]

  • Zsuzsa Balla et Aleja: Israel, Israël, Izrael. 1:500 000. Budapest (Cartographia) 1990, ISBN 963-351-510-6
  • Der Große Polyglott. Israel. München (Polyglott) 1990

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: B90 (Israel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. United Nations, Office for the Coordination of Humanitarian Affairs: Restrictions on the movement of people and goods within the West Bank, Chapter 2.3 Closed Areas; 2.3.1 Jordan Valley. East Jerusalem November 2005 (englisch)