Landtag des Saarlandes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landtag des Saarlandes
Logo Parlamentsgebäude
Logo Landtagsgebäude in Saarbrücken
Basisdaten
Sitz: Saarbrücken
Legislaturperiode: 5 Jahre
Erste Sitzung: Oktober 1947
Abgeordnete: 51
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 25. März 2012
Vorsitz: Landtagspräsident
Hans Ley (CDU)
     
Sitzverteilung:
Website
www.landtag-saar.de
Landtag des Saarlandes

Der Landtag des Saarlandes ist das saarländische Landesparlament mit Sitz in Saarbrücken.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet aus dem Deutschen Reich herausgelöst. Zwischen 1920 und 1935 bestand der Landesrat als Volksvertretung und damit als Vorgänger des Landtags des Saarlandes. Während der Zeit des Nationalsozialismus bestand keine Volksvertretung. Nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland französisches Protektorat. Am 23. Mai 1947 wurde eine aus 20 Personen bestehende Verfassungskommission eingesetzt. Diese Kommission stand in der Tradition der Ernannten Landtage der anderen Bundesländer. Am 5. Oktober 1947 wurde eine Verfassunggebende Versammlung gewählt. Diese trat nach der Annahme der Verfassung in die Rolle des ersten Landtags ein.

Der Landtag tagt im 1866 für die Saarbrücker Casino-Gesellschaft erbauten Gebäude in der Franz-Josef-Röder-Straße.

Sitzverteilung seit 1947[Bearbeiten]

Wahldatum Sitze Sitze nach Parteien Liste der Mitglieder
CDU SPD LINKE PIRATEN GRÜNE FDP/DPS CVP/SVP DDU SPS KPS
5. Oktober 1947 50 3 28 17 2 1. Landtag
30. November 1952 50 29 17 4 2. Landtag
18. Dezember 1955 50 14 7 12/13[a 1] 13/12[a 2] 2 2 3. Landtag
4. Dezember 1960 50 19 16 7 6 2 4. Landtag
27. Juni 1965 50 23 21 4 2 5. Landtag
14. Juni 1970 50 27 23 6. Landtag
4. Mai 1975 50 25 22 3 7. Landtag
27. April 1980 51 23 24[a 3] 4 8. Landtag
10. März 1985 51 20 26 5 9. Landtag
28. Januar 1990 51 18 30 3 10. Landtag
16. Oktober 1994 51 21 27 3 11. Landtag
5. September 1999 51 26 25 12. Landtag
5. September 2004 51 27 18 [a 4] 3[a 4] 3 13. Landtag
30. August 2009 51 19[a 5] 13 11 3 5[a 5] 14. Landtag
25. März 2012 51 19 17 9[a 6] 4 2 15. Landtag

Fußnoten

  1. Durch eine Entscheidung der Verfassungskommission vom 19. April 1956 erhielt die DPS 1956 einen der bisherigen CVP-Sitze.
  2. Durch eine Entscheidung der Verfassungskommission vom 19. April 1956 erhielt die DPS 1956 einen der bisherigen CVP-Sitze. Ab 1957 nannte sich die Fraktion CSU (ohne Billigung der CSU in Bayern), 1959 schloss sie sich der CDU an.
  3. 1984 schied SPD-Abgeordneter aus der Fraktion aus.
  4. a b 2007 trat Barbara Spaniol von den Grünen zur Linken über und gehörte dem Landtag in der Folge als fraktionsloses Mitglied an.
  5. a b Im Dezember 2011 trat der bisherige FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Schmitt zur CDU-Fraktion über.
  6. Im April 2012 (noch vor der Konstituierung des neuen Landtages) trat Pia Döring von den Linken zur SPD über.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Landtagswahl 2012
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
35,2
30,6
16,1
7,4
5,0
1,7
1,2
1,2
1,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+0,7
+6,1
-5,2
+7,4
-0,9
-0,3
-8,0
-0,3
+0,4
Hauptartikel: Landtagswahlen im Saarland
Landtagswahlen im Saarland 1947–2012
CDU SPD LINKE[b 1] PIRATEN GRÜNE FDP/DPS[b 2] NPD FAMILIE CVP[b 3] DDU KP SPS[b 4] Sonstige
1947 7,6 % 51,2 % 8,4 % 32,8 %
1952 54,7 % 9,5 % 32,4 % 3,4 %
1955 25,4 % 14,3 %[b 5] 24,2 % 21,8 % 0,9 % 6,8 % 5,8 % 0,8 %
1960 36,6 % 30,0 % 13,6 % 11,4 % 5,0 % 3,4 %
1965 42,7 % 40,7 % 8,3 % 5,2 % 3,1 %
1970 47,8 % 40,8 % 4,4 % 3,4 % 0,9 % 2,7 %
1975 49,1 % 41,8 % 7,4 % 0,7 % 1,0 %
1980 44,0 % 45,4 % 2,9 % 6,9 % 0,8 %
1985 37,3 % 49,2 % 2,5 % 10,0 % 0,7 % 0,3 %
1990 33,4 % 54,4 % 2,6 % 5,6 % 0,2 % 0,2 % 3,4 %
1994 38,6 % 49,4 % 5,5 % 2,1 % 0,5 % 3,9 %
1999 45,5 % 44,4 % 0,8 % 3,2 % 2,6 % 1,0 % 2,5 %
2004 47,5 % 30,8 % 2,3 % 5,6 % 5,2 % 4,0 % 3,0 % 1,6 %
2009 34,5 % 24,5 % 21,3 % 5,9 % 9,2 % 1,5 % 2,0 % 1,1 %
2012 35,2 % 30,6 % 16,1 % 7,4 % 5,0 % 1,2 % 1,2 % 1,7 % 1,5 %

Regierungsparteien fett gedruckt; Parteien außerhalb des Landtags kursiv gedruckt.

Fußnoten

  1. bis 2007 Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS)
  2. Bis 1957 DPS (1951 bis 1955 verboten), danach Teil der FDP
  3. 1959 (Teil-)Fusion mit CDU Saar; Ergebnisse ab 1960 Saarländische Volkspartei (SVP) bzw. SVP/CVP
  4. 1956 Fusion mit DSP zur SPD Saarland
  5. Deutsche Sozialdemokratische Partei (DSP)

Präsidenten[Bearbeiten]

Gesetzgebende Versammlung des Saarlandes[Bearbeiten]

Landtag des Saarlandes[Bearbeiten]

Ausschüsse der 13. Wahlperiode[Bearbeiten]

  • Ausschuss für Bildung, Kultur und Wissenschaft
  • Ausschuss für Eingaben
  • Ausschuss für Europaangelegenheiten sowie für Fragen des Interregionalen Parlamentarierrates
  • Ausschuss für Finanzen und Haushaltsfragen
  • Ausschuss für Fragen des Verfassungsschutzes
  • Ausschuss für Gesundheit und Soziales
  • Ausschuss für Inneres, Datenschutz, Familie, Frauen und Sport
  • Ausschuss für Justiz, Verfassungs- und Rechtsfragen sowie Wahlprüfung
  • Ausschuss für Umwelt
  • Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Grubensicherheit
  • Enquêtekommission "Demografischer Wandel"
  • Interregionaler Parlamentarierrat

Bezahlung[Bearbeiten]

Die Mitglieder des Landtages erhalten eine Abgeordnetenentschädigung. Im Februar 2013 stellte der Landesrechnungshof fest, dass "mehr als 70 Prozent" der Abgeordneten verfassungswidrige Zulagen erhielten, für die keine gesetzliche Grundlage existiere. [1] Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler stehen die saarländischen Abgeordneten mit 3,13€ pro Einwohner auf Rang 14 aller deutschen Parlamente. Nur die Abgeordneten von Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen kosten den Steuerzahler noch mehr.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarbrücker Zeitung: Rechnungshof rügt Ausgaben im Saar-Landtag, Sa./So. 23./24. Februar 2013, S. 1
  2. Saarbrücker Zeitung, Nr. 97, 26. April 2013, S. A2

Weblinks[Bearbeiten]

49.2294444444446.9944444444444Koordinaten: 49° 13′ 46″ N, 6° 59′ 40″ O