Landtagswahl in Bayern 2003

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landtagswahl 2003
(in %)[1]
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
60,7
19,6
7,7
4,0
2,6
2,2
2,0
1,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1998
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+7,8
-9,1
+2,0
+0,3
+0,9
-1,4
+0,2
-0,7

Die Wahlen zum 15. Bayerischen Landtag fanden am 21. September 2003 statt, die Wahlbeteiligung lag bei 57,1 %. Zusammen mit der Wahl wurden zwei Volksentscheide (obligatorische Referenden) zur Änderung der Bayerischen Verfassung abgehalten.

Ausgangspunkt und Ergebnis[Bearbeiten]

Sitzverteilung Landtag Bayern.png

Spitzenkandidat der CSU war der seit 1993 amtierende Ministerpräsident Edmund Stoiber. Für die SPD trat Franz Maget an, der Vorsitzende der Landtagsfraktion.

Bei dieser Wahl gelang es der CSU zum ersten und bislang einzigen Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, die Zweidrittelmehrheit der Mandate zu erreichen. Hingegen fiel die SPD zum ersten Mal auf unter 20 % und damit ein historisches Tief in Bayern.

Als Hauptursachen für diesen Wahlerfolg gelten eine feste Verwurzelung der CSU in annähernd allen bayerischen Bevölkerungsschichten und eine für die Union positive bundespolitische Stimmung, welche auch bei den anderen Landtagswahlen 2003 zu Stimmensteigerungen führte. Daneben hatte die knappe Niederlage Edmund Stoibers als Kanzlerkandidat der CDU/CSU bei der Bundestagswahl ein Jahr zuvor einen Solidarisierungseffekt der Bayern mit ihrem Ministerpräsidenten ausgelöst.

Ergebnis der Landtagswahl vom 21. September 2003[2]
Partei Erst-
stimmen
Zweit-
stimmen
Summe Summe
in Prozent
Sitze
CSU 3.050.456 3.167.408 6.217.864 60,67 % 124 (+1)
SPD 1.031.302 980.963 2.012.265 19,63 % 41 (-26)
GRÜNE 401.290 391.760 793.050 7,74 % 15 (+1)
FW 228.831 182.475 411.306 4,01 %
FDP 138.087 125.644 263.731 2,57 %
REP 120.554 108.910 229.464 2,24 %
ödp 111.458 88.645 200.103 1,95 %
BP 44.572 32.818 77.390 0,76 %
PBC 9.068 15.524 24.592 0,24 %
BüSo 2.814 3.420 6.234 0,06 %
Aufbruch 2.146 4.049 6.195 0,06 %
Freie Franken 1.650 2.610 4.260 0,04 %
Unabhängige Kandidaten 360 986 1.346 0,01 %
BB 175 760 935 0,01 %

Volksentscheide[Bearbeiten]

Zeitgleich zur Landtagswahl wurden in Bayern zwei Volksentscheide zur Änderung der Landesverfassung abgehalten. Die erste Vorlage sah die Aufnahme des Konnexitätsprinzips (Artikel 83) vor. Mit der zweiten Vorlage wurden mehrere Änderungen gesammelt beschlossen, so die Aufnahme von Kinderrechten (Dritter Hauptteil, 1. Abschnitt), die Senkung des passiven Wahlalters von 21 auf 18 Jahre (Artikel 14) und die Angleichung des Artikels 100 zur Würde des Menschen an die Formulierung im Grundgesetz. Beide Vorlagen wurden im Volksentscheid von einer Mehrheit der Abstimmenden angenommen.[3]

Volksentscheide in Bayern 2003
Vorlage Beteiligung (absolut) Beteiligung (in %) “Ja”-Stimmen (absolut) “Ja”-Stimmen (in %) “Nein”-Stimmen (absolut) “Nein”-Stimmen (in %) Ungültige (absolut) Ungültige (in %) Ergebnis
Aufnahme des Konnexitätsprinzips 5.184.828 56,9 % 4.286.928 88,3 % 569.550 11,7 % 328.350 6,3 % erfolgreich
Kinderrechte, Senkung des passiven Wahlalters und Angleichung des Menschenwürde-Artikels 5.185.056 56,9 % 4.175.520 85,1 % 728.885 14,9 % 280.651 5,4 % erfolgreich

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landtagswahlen in Bayern seit 1946. Gesamtstimmen (Erst- und Zweitstimmen) in Bayern Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  2. Statistisches Landesamt – Wahlergebnisse in Bayern 2003
  3. Amtliche Endergebnisse des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung.

Weblinks[Bearbeiten]