Landtagswahl in Niedersachsen 1967

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Gewinne und Verluste
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+7,0
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Sonst.
    
Von 149 Sitzen entfallen auf:

Die Wahl zum 6. Niedersächsischen Landtag fand am 4. Juni 1967 statt.

Ergebnis[Bearbeiten]

Die SPD wurde mit 43,1 Prozent stärkste Kraft vor der CDU mit 41,7 Prozent. Damit konnte die seit 1965 bestehende Große Koalition weiterregieren. Ministerpräsident Georg Diederichs (SPD) blieb im Amt, sein Stellvertreter war Richard Langeheine (CDU), vgl. Kabinett Diederichs IV.

Wahlberechtigte: 4760327

Wähler: 3608656 (Wahlbeteiligung: 75,81 %)

Gültige Stimmen: 3571558

Partei Stimmen Anteil
in %
Direkt-
man-
date
Sitze
SPD 1538776 43,08 58 66
CDU 1491092 41,75 37 63
NPD 249197 6,98 10
FDP 245318 6,87 10
DFU 29273 0,82
UWG 14719 0,41
EFP 2101 0,06
FSU 1082 0,03
Total 3571558 95 149

Der Wahlkampf war nur schwach geführt worden, da mit Blick auf die Große Koalition in Bonn auch das Bündnis in Hannover fortgesetzt werden sollte. Selbst in dem Falle, dass die CDU stärkste Partei geworden wäre, sollte Georg Diederichs (SPD) Ministerpräsident bleiben. Ein politischer Paukenschlag war der erstmalige Landtagseinzug der NPD mit 7 Prozent der Stimmen. Damit war sie sogar leicht stärker als die FDP geworden. Im Winter waren ihr aber in Meinungsumfragen sogar 15 Prozent zugetraut worden. Interne Querelen hatten aber für eine Änderung des Meinungsklimas gesorgt. Dies fiel mitten in ihre kurze Hochphase während derer sie in einige Landtage einziehen konnte, aber 1969 den Einzug in den Bundestag knapp verfehlte.[1] Die SPD blieb nur noch knapp vor der CDU, die erstmals über 40 Prozent der Stimmen erreichte. Sie hatte mit dem Verlust von knapp 2 Prozent die dritte Wahlniederlage seit der Bildung der Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger (CDU) einstecken müssen. Die Große Koalition unter Georg Diederichs (SPD) wurde, wie erwartet, fortgesetzt.[2]

Die Koalition zerbrach noch während der Legislaturperiode, da die CDU nach Mandatsübertritten stärkste Fraktion geworden war und mehr Einfluss auf das Abstimmungsverhalten Niedersachsens im Bundesrat forderte. Im Jahr 1970 wurde daher der Landtag aufgelöst, sodass das erste Mal in der Bundesrepublik vorgezogene Neuwahlen zu einem Landesparlament stattfanden.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Claus A. Fischer (Hrsg.): Wahlhandbuch für die Bundesrepublik Deutschland. Daten zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in der Bundesrepublik Deutschland, in den Ländern und in den Kreisen 1946–1989, 2. Halbband, Paderborn 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46409346.html
  2. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46394373.html
  3. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45439695.html