Landtagswahl in Niedersachsen 1986

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landtagswahl 1986
(in %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,3
42,1
7,1
6,0
0,5
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1982
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,4
+5,6
+0,6
+0,1
+0,1
Sonst.
    
Von 155 Sitzen entfallen auf:

Die Wahl zum 11. Niedersächsischen Landtag fand am 15. Juni 1986 statt.

Ausgangssituation[Bearbeiten]

Bei der Landtagswahl 1982 hatte die CDU unter Ministerpräsident Ernst Albrecht mit 50,7 Prozent der Stimmen ihr bestes Ergebnis in Niedersachsen überhaupt erzielt, wogegen die SPD unter Karl Ravens empfindliche Verluste erlitten hatte.

Da dies bereits Ravens' zweite Niederlage gegen Albrecht war, verzichtete er für 1986 auf eine erneute Spitzenkandidatur.

Im Rahmen der Kandidatenfindung der SPD favorisierte die SPD-Spitze ursprünglich die ehemalige Bundesministerin Anke Fuchs. Nachdem jedoch der ehemalige Juso-Bundesvorsitzende und damalige Hannoveraner Bundestagsabgeordnete Gerhard Schröder seine Kandidatur ankündigte und sich dabei der Unterstützung mehrerer SPD-Kreisverbände versichert hatte, verzichtete Fuchs auf die Spitzenkandidatur.

Innerhalb der SPD gab es einige Auseinandersetzungen über die Koalitionsfrage: Während Kanzlerkandidat Johannes Rau für die im Januar 1987 geplante Bundestagswahl eine Koalition mit den Grünen ausgeschlossen hatte und auf eine eigene Mehrheit der SPD setzte, wollte Schröder eine Rot-Grüne Koalition nicht generell ausschließen.

Die diesbezüglichen Auseinandersetzungen zwischen Rau und Schröder waren eines der Wahlkampfthemen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Wahlberechtigte: 5588597

Wähler: 4320347 (Wahlbeteiligung: 77,31 %)

Gültige Stimmen: 4293146

Partei Stimmen Anteil
in %
Direkt-
man-
date
Sitze
CDU 1903559 44,34 55 69
SPD 1807157 42,09 45 66
GRÜNE 303308 7,06 11
FDP 257873 6,01 9
Patrioten 11284 0,26
DKP 5690 0,13
Die Weissen 3858 0,09
Bürgerpartei 198 0,00
Deutsche Solidarität 38 0,00
JV 17 0,00
Einzelbewerber 164 0,00
Total 4293146 100 155

Die CDU verlor zwar ihre absolute Mehrheit und konnte mit der FDP nur eine knappe Mehrheit bilden. Demgegenüber schaffte es die SPD trotz deutlicher Zugewinne nicht, stärkste Kraft zu werden.

Albrecht wurde daraufhin als Ministerpräsident bestätigt. Schröder legte sein Bundestagsmandat nieder und wechselte als SPD-Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer in die Landespolitik.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Forschungsgruppe Wahlen: Wahl in Niedersachsen. Eine Analyse der Landtagswahl am 15. Juni 1986. Mannheim 1986.
  • Institut für angewandte Sozialwissenschaft (Hg.): Niedersachsen 1990. Landtagswahl am 15. Juni 1986; Analysen und Dokumente, Bad Godesberg 1986.
  • Claus A. Fischer (Hrsg.): Wahlhandbuch für die Bundesrepublik Deutschland. Daten zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in der Bundesrepublik Deutschland, in den Ländern und in den Kreisen 1946–1989., 2. Halbband, Paderborn 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

election.de