Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 1950

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die zweiten Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen fanden am 18. Juni 1950 statt.[1]

Landtagswahl 1950
(in %)
 %
40
30
20
10
0
36,9
32,3
12,1
7,5
5,5
2,0
1,7
1,7
0,3
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1947
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-0,7
+0,3
+6,2
-2,3
-8,5
+2,0
+1,2
+1,7
± 0,0
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g 1947 DKP-DRP
     
Von 215 Sitzen entfallen auf:

Neben den Landtagswahlen stimmten die Bürger auch über eine Landesverfassung ab. Grundlage für diese Volksabstimmung war ein Verfassungsentwurf der CDU und des Zentrums, der mit einer Mehrheit von 110 Stimmen in dritter Lesung am 5. und 6. Juni 1950 im Landtag angenommen wurde.
Um die Beratungen zur Landesverfassung abschließen zu können, wurde die 1947 auf drei Jahre festgelegte Legislaturperiode um ein Vierteljahr verlängert. Dieser Vorgang ist bis heute (Stand 2012) in der Geschichte des Landes einmalig.

Karl Arnold versuchte nach den ersten freien Wahlen 1947 eine Allparteienregierung zu bilden, was aber an der FDP scheiterte, die sich an der Regierung nicht beteiligte. So bildete er eine Regierung aus CDU, SPD, Zentrum und KPD. Die beiden Minister der KPD Heinz Renner und Hugo Paul wurden aber bereits am 5. April 1948 entlassen, nachdem sie sich weigerten, sich von der Politik ihrer Fraktion zu distanzieren.
Karl Arnold wurde am 27. Juli 1950 wieder zum Ministerpräsidenten gewählt. Da bis dahin keine Koalitionsvereinbarung zu Stande gekommen war, berief Arnold am 1. August zunächst ein nur aus CDU-Mitgliedern bestehendes Kabinett.[2] Am 15. September wurde, nachdem die CDU eine Koalition mit dem Zentrum vereinbart hatte, das Kabinett um zwei Zentrums- und drei CDU-Minister erweitert. Die CDU/Zentrum-Koalition hatte nur durch die Überhangmandate der CDU eine Mehrheit von drei Stimmen.

Der Wahlkampf stand ganz im Zeichen der Landesverfassung. Insbesondere war die Verankerung der Konfessionsschule in der Verfassung umstritten. CDU und Zentrum warben für die Annahme der Verfassung, SPD, KPD und FDP gegen die Annahme. Die CDU verzichtete in zwölf Wahlkreisen auf einen Direktkandidaten. Hiervon konnte in fünf Wahlkreisen die FDP profitieren, die diese gewann. Das Zentrum konnte keinen Wahlkreis gewinnen.

Ergebnis der Volksabstimmung[Bearbeiten]

Verfassungsentwurf Stimmen

absolut

JA 3.627.054
NEIN 2.240.674
ungültig 496.555

Am 8. Juli 1950 stimmte auch die britische Militärregierung der Verfassung zu. So konnte diese am 11. Juli 1950 in Kraft treten.[3]

Ergebnis der Landtagswahlen[Bearbeiten]

Wahl vom 18. Juni 1950[4]

Wahlberechtigte: 8.892.305

Wähler: 6.433.003

Wahlbeteiligung: 72,34 %

Gültige Stimmen: 6.201.117

Partei Stimmen
absolut
Anteil
in %
Wahl-
kreisbe-
werber
Direkt-
man-
date
Sitze
CDU 2286644 36,87 138 93 93
SPD 2005312 32,34 150 52 68
FDP 748926 12,08 132 5 26
Zentrum 466497 7,52 149 16
KPD 338862 5,46 150 12
RSF 122878 1,98 87
DRP 107104 1,73 87
DP 106351 1,72 131
SRP 11359 0,18 3
CSAB 107 0,00 1
Einzelbewerber 7077 0,11 5
Total 6201117 1033 150 215

Die CDU erhielt 15 Überhangmandate, die Zahl der Mandate insgesamt erhöhte sich dadurch von 200 auf 215.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Landtagswahlen NRW seit 1950
  2. Protokoll der Landtagssitzung vom 1. August 1950 (PDF; 191 kB)
  3. Landtag NRW - Entsteheungsprozess der Verfassung
  4. Landtag NRW Wahlergebnis 1950