Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2006

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Landtagswahl 2006
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45,60
32,76
8,03
4,64
2,56
1,71
1,58
1,20
1,91
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2001
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  -2
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+0,21
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+2,56
-0,72
-0,96
+0,70
+0,45
   
Von 101 Sitzen entfallen auf:

Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2006 fand am 26. März, gleichzeitig mit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sowie den Kommunalwahlen in Hessen statt. Wahlsieger war die SPD, die fortan mit einer absoluten Mehrheit allein regieren konnte.

Ausgangslage[Bearbeiten]

Seit 1991 regierte in Rheinland-Pfalz eine sozialliberale Koalition aus SPD und FDP, seit 1994 mit Kurt Beck (SPD) als Ministerpräsident.

Wahlkampf[Bearbeiten]

Es standen 14 Parteien und eine Wählervereinigung zur Wahl.

Spitzenkandidaten[Bearbeiten]

Ministerpräsident seit 1994 und Spitzenkandidat der SPD: Kurt Beck

Als Spitzenkandidat der SPD trat Ministerpräsident Kurt Beck an. Der Spitzenkandidat der CDU war Christoph Böhr, der bei einem Sonderparteitag in Bad Kreuznach mit 335 von 434 Stimmen bei 88 Gegenstimmen gewählt wurde.[2] Für die FDP trat der stellvertretende Ministerpräsident Hans-Artur Bauckhage an, die Grünen nominierten ihre Fraktionsvorsitzende Ise Thomas. Für die WASG trat Gründungsmitglied Norbert Kepp an.[3]

Koalitionsaussagen[Bearbeiten]

Die FDP kündigte vor der Wahl an, die sozialliberale Koalition mit der SPD fortsetzen zu wollen.[4] Die SPD schloss − durchaus ungewöhnlich − eine Zusammenarbeit mit den Grünen aus.[5]

Umfragen[Bearbeiten]

Die SPD lag in den Umfragen vor der Wahl mit 35 bis 43 % immer unter dem tatsächlichen Ergebnis von 45,6 %. Die CDU blieb hingegen mit 32,8 % hinter den Umfragewerten (34 bis 43 %) zurück. Den Grünen wurde in sämtlichen Umfragen (Werte zwischen 5 und 8 %) der Wiedereinzug in Landtag prognostiziert, den sie mit 4,6 % allerdings verfehlten. Die Umfragewerte der FDP stimmten mit 8 bis 11 % größtenteils mit dem tatsächlichen Ergebnis überein.[6]

Wahlergebnis[Bearbeiten]

Die Wahl zum 15. Landtag führte zu folgendem Ergebnis (endgültiges Ergebnis):[1][7]

  • Wahlberechtigte: 3.075.577
  • Wähler: 1.791.072
  • Wahlbeteiligung: 58,2 %
  • Gültige Erststimmen: 1.732.408
  • Gültige Zweitstimmen: 1.753.110
Erst-
stimmen
absolut
Anteil
in %
Zweit-
stimmen
absolut
Anteil
in %
Direkt-
mandate
Listen-
mandate
Sitze
gesamt
Differenz
zu 2001
SPD 750.380 43,35 799.377 45,60 33 20 53 +4
CDU 668.637 38,62 574.329 32,76 18 20 38 0
FDP 134.746 7,78 140.865 8,03 10 10 +2
GRÜNE 86.260 4,98 81.411 4,64 -6
WASG 47.379 2,74 44.826 2,56
REP 20.856 1,20 29.919 1,71
FWG 13.760 0,79 27.652 1,58
NPD 21.056 1,20
Tierschutz 1.176 0,07 12.827 0,73
GRAUE 5.727 0,33
PBC 2.172 0,13 4.942 0,28
ödp 5.814 0,34 3.844 0,22
DSP 3.347 0,19
AGFG 1.833 0,10
AUFBRUCH 1.155 0,07

Liste der Mitglieder des Landtages Rheinland-Pfalz (15. Wahlperiode)

Obwohl die CDU keine schweren Verluste erlitt (–2,5 Prozentpunkte) und SPD und FDP mit +0,9 %p bzw. +0,2 %p nur leicht gewannen, erreichte die SPD die absolute Mehrheit und konnte fortan eine Alleinregierung stellen. Die Grünen verfehlten mit 4,6 % bei Verlusten von 0,6 Prozentpunkten den erneuten Einzug in den Landtag. Christoph Böhr, der Spitzenkandidat der CDU, trat aufgrund des schlechten Wahlergebnisses noch am Wahltag zurück.[8] Obwohl die SPD die absolute Mehrheit errungen hatte, bot sie der FDP Gespräche zur Fortführung der Koalition an, die diese aufgrund des eindeutigen Wahlergebnisses aber nicht annahm.[9] Das Kabinett Beck IV, die erste SPD-Alleinregierung in Rheinland-Pfalz, amtierte daraufhin bis zur Landtagswahl 2011.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Wahlergebnisse 2006: Landesergebnis. In: LWL RLP. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  2. Landtagswahlkampf 2006: Rheinland-Pfalz: CDU wählt Böhr zum Spitzenkandidaten. In: RP ONLINE. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  3. Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz – Kontinuität ist Trumpf. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  4. FDP in Rheinland-Pfalz für Fortsetzung der Koalition mit der SPD. In: dradio.de. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  5. Rheinland-Pfalz: König Kurt vermisst die Liberalen. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  6. Sonntagsfrage – Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  7. Landtagswahl 2006 in Rheinland-Pfalz am 26. März 2006. In: Wahlrecht-News. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  8. Rheinland-Pfalz: Böhr tritt nach bitterer Niederlage zurück. In: FAZ.NET. Abgerufen am 14. Juli 2010.
  9. Rheinland-Pfalz: Liberale verlassen Koalition mit der SPD. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 14. Juli 2010.