Landtagswahl in Thüringen 2004

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landtagswahl 2004
(in %) [1][2]
 %
50
40
30
20
10
0
43,0
26,1
14,5
4,5
3,6
2,6
2,0
1,6
2,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1999
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-8,0
+4,8
-4,0
+2,6
+2,5
+2,6
+1,2
+1,4
-3,1
   
Von 88 Sitzen entfallen auf:
Wappen Thüringens

Die Landtagswahl in Thüringen 2004 war die Wahl zum vierten Thüringer Landtag seit der Neugründung des Landes 1990. Sie fand gemeinsam mit der Europawahl 2004 am 13. Juni 2004 statt.

Die CDU unter Dieter Althaus, der erst ein Jahr zuvor von Bernhard Vogel das Amt des Ministerpräsidenten übernommen hatte, konnte ihre absolute Mandatsmehrheit knapp verteidigen.

Ergebnis[Bearbeiten]

Partei Ergebnis Sitze Höchstes
Ergebnis
Niedrigstes
Ergebnis
CDU 43,0 % 45 Landkreis Eichsfeld (66,2 %) Jena (31,7 %)
PDS 26,1 % 28 Suhl (35,7 %) Landkreis Eichsfeld (12,4 %)
SPD 14,5 % 15 Jena (19,2 %) Landkreis Eichsfeld (9,7 %)
GRÜNE 4,5 % - Weimar (12,5 %) Landkreis Altenburger Land (2,5 %)
FDP 3,6 % - Jena (4,4 %) Landkreis Eichsfeld (3,0 %)
Wartburgkreis (3,0 %)
Freie Wähler Thüringen 2,6 % - Wartburgkreis (10,1 %) Erfurt (0,8 %)
Landkreis Eichsfeld (0,8 %)
REP 2,0 % - Weimarer Land (3,2 %) Landkreis Eichsfeld (0,9 %)
NPD 1,6 % - Kyffhäuserkreis (3,0 %) Eisenach (0,8 %)
GRAUE 0,8 % - Gera (1,8 %) Landkreis Hildburghausen (0,4 %)
ODAD 0,4 % - Jena (0,9 %) Landkreis Eichsfeld (0,2 %)
Landkreis Schmalkalden-Meiningen (0,2 %)
VIBT 0,3 % - Kyffhäuserkreis (1,1 %) 8 Kreise mit je 0,2 %
ödp 0,2 % - Landkreis Eichsfeld (1,1 %) 7 Kreise mit je 0,1 %
BSU 0,2 % - Landkreis Hildburghausen (0,5 %) 6 Kreise mit je 0,1 %
KPD 0,2 % - Gera (0,3 %)
Jena (0,3 %)
4 Kreise mit je 0,1 %

Die CDU, die bei der vorangegangenen Landtagswahl 1999 erstmals die absolute Mehrheit im Landtag errungen hatte, verlor vier Sitze und verfügte nun nur noch über zwei Abgeordnete mehr als die Oppositionsparteien (45 von 88 Sitzen). Der größte Gewinner der Wahl war die PDS, die bereits 1999 die zweitstärkste politische Kraft im Land geworden war und ihren Vorsprung gegenüber der SPD nun nochmals ausbauen konnte. Sie erreichte in allen Wahlkreisen Zugewinne und errang fünf der 44 Direktmandate, darunter je zwei in den beiden größten Städten Erfurt und Gera. 1999 waren noch sämtliche Direktmandate an die Kandidaten der CDU gegangen.

Auch Bündnis 90/Die Grünen und FDP, die seit 1994 nicht mehr im Landtag vertreten waren, erreichten in allen Wahlkreisen Zugewinne und konnten ihre jeweilige Stimmenzahl gegenüber 1999, wo beide Parteien nur 1,9 bzw. 1,1 % der Stimmen erhalten hatten, mehr als verdoppeln. Dennoch scheiterten beide erneut an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die DVU, die 1999 noch 3,1 % der Stimmen auf sich vereint und damit viertstärkste politische Kraft des Landes geworden war, trat 2004 nicht mehr an.

Mit Matthias Bärwolff (PDS), einem 18-jährigen Abiturienten, wurde der bis dahin jüngste Abgeordnete in den Landtag gewählt.

Folgen[Bearbeiten]

Der 4. Thüringer Landtag wurde am 8. Juli 2004 durch den 65-jährigen Alterspräsidenten Siegfried Jaschke (CDU) eröffnet. Der Landtag wählte Dieter Althaus erneut zum Ministerpräsidenten, der daraufhin das Kabinett Althaus II ernannte. Neue Präsidentin des Landtags wurde die bisherige Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dagmar Schipanski (CDU).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landtagswahl 2004 in Thüringen - endgültiges Ergebnis. Landesergebnis Thüringer Landesamt für Statistik
  2. Landtagswahlen Freistaat Thüringen Zweitstimmen Wahlen in Deutschland

Weblinks[Bearbeiten]