Landwasser (Albula)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landwasser
Das Landwasser bei Davos-Islen, Richtung SW

Das Landwasser bei Davos-Islen, Richtung SWVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

Daten
Gewässerkennzahl CH: 300
Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Flusssystem RheinVorlage:Infobox Fluss/FLUSSSYSTEM_falsch
Abfluss über Albula → Hinterrhein → Rhein → Nordsee
Beginn in Davos mit Namenswechsel des FlüelabachesVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehltVorlage:Infobox Fluss/QUELLHÖHE_fehlt
Zusammenfluss mit der Alvra bei Alvaneu Bad zur Albula46.6694444444449.6633333333333Koordinaten: 46° 40′ 10″ N, 9° 39′ 48″ O; CH1903: 770223 / 171104
46° 40′ 10″ N, 9° 39′ 48″ O46.6694444444449.6633333333333
Vorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSHÖHE_fehltVorlage:Infobox Fluss/HÖHENUNTERSCHIED_fehlt
Länge 30,5 km,
mit Dischmabach 38 kmdep1Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 294 km²[1]
Abfluss
an der Mündung[2]
MQ
9,45 m³/s
Rechte Nebenflüsse Seewasser (vor 1922), Albertibach
Linke Nebenflüsse Flüelabach, Dischmabach, Sertigbach
Kleinstädte Davos

Das Landwasser ist ein unter diesem Namen 30,5 Kilometer langer Fluss im Flusssystem der Albula (rät. Alvra) im Kanton Graubünden, Schweiz. Er ist eines der Hauptquellgewässer des Alpenrheins. Das Landwassertal ist bekannt durch die Stadt Davos und die ihm auf ganzer Länge folgende Rhätische Bahn.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verlauf

Das Landwasser folgt der Haupttallinie der Landschaft Davos. Der Name gilt ab dem früheren Zusammenfluss von Flüelabach und dem Seewasser, dem nicht mehr vorhandenen Bach, der den Davosersee entwässerte. Obwohl das Seewasser wesentlich kleiner war als der Flüelabach, wurde es auch selbst Landwasser genannt.[3] Heute fliesst der Davosersee, vom Totalpbach und anderen kleineren Bächen gespeist, zwecks Wasserkraftnutzung über Druckstollen zum Kraftwerk Klosters im Prättigau. Ihm wird unterirdisch bei Bedarf zusätzlich Wasser des Flüelabaches zugeleitet. Nur bei sehr hohem Wasserstand kann Seewasser durch ein Überlaufbauwerk auch noch das Landwasser erreichen.

Der wenig unterhalb mündende, etwa 15 Kilometer lange Dischmabach ist beim Zusammenfluss mit dem Landwasser länger und wasserreicher. Damit ist der Dischmabach der Hauptquellfluss des Landwasser-Systems, das so insgesamt rund 38 Kilometer Länge erreicht. Da der weitere Fliessweg bis zum Bodensee an allen Einmündungen der jeweils wasserreichere ist, ist das Landwasser mit dem Dischmabach hydrologisch der Hauptstrang des Alpenrhein-Systems, auch wenn dessen längster Fliessweg der Rein da Medel ist. Das Landwasser übertrifft die Albula an der Mündung nicht nur an Wasserführung (9,45 m³/s gegenüber 5,67 m³/s[2]), sondern auch an Fliesslänge, da die Albula einschliesslich ihres längsten Quellbaches Ava da Ravais-ch bis dahin nur etwa 21 km zurückgelegt hat.

Die grösste Ortschaft am Ufer ist Davos. Auf ihrem Weg durchquert das Landwasser die Zügenschlucht und wird zweimal von spektakulären Eisenbahnbrücken der Rhätischen Bahn überspannt: bei Wiesen mit dem Wiesener Viadukt und dem Landwasserviadukt zwischen Filisur und Alvaneu Bad.

Die wichtigsten Nebentäler treffen spitzwinklig auf das Haupttal des Landwassers; ein Hinweis darauf, dass das obere Landwasser einst in Gegenrichtung floss. Das Tal nahm damals wenig oberhalb der erst später entstandenen Zügenschlucht seinen Anfang und ging in das Tal des heutigen Prättigau über.

[Bearbeiten] Nebenflüsse

[Bearbeiten] Wirtschaftliche Nutzung

Nach den Ableitungen von Zuflüssen im Bereich des Davosersees wird ein weiterer Teil des Landwassers bei Davos-Glaris zwecks Nutzung der Wasserkraft gefasst und über einen Druckstollen zum etwa 10 km entfernten Kraftwerk der Albula-Landwasser Kraftwerke (ALK) in Filisur (65 MW Leistung) geführt. Das abgearbeitete Wasser aus dem Ausgleichsbecken Filisur wird über einen 8.6 km langen Druckstollen dem ALK-Kraftwerk in Tiefencastel (24 MW) zugeführt und dort der Albula zugeleitet.

[Bearbeiten] Sprachliches

Landwasser ist eine alemannische Bezeichnung für den Talfluss, Land bezeichnet dabei den wirtschaftlich nutzbaren Talgrund oder auch das Haupttal im Gegensatz zu den Nebentälern. Ausser dem Davoser Landwasser, das in diesem Artikel abgehandelt wird, ist Landwasser auch amtlich für den Talfluss des bünderischen Malix (auch Rabiosa genannt) sowie den Talfluss der piemontesischen Walsergemeinde Rimella. Dialektal, aber nicht offiziell, werden oder wurden im Kanton Freiburg auch der Jaunbach, im Kanton Bern auch die Saane, die Simme und die Engstligen, in Graubünden auch der Averserrhein, der Valserrhein, die Plessur und die Landquart sowie in den norditalienischen Walsergebieten auch die Sesia, die Sermenza und die Lys Landwasser genannt.[4]

[Bearbeiten] Galerie

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Landwasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lexikon '88: Albula
  2. a b Hydrologischer Atlas der Schweiz 2002, Tafel 5.4 Natürliche Abflüsse 1961-1980 (Ausschnitt)
  3. R. Keller: Niederschlag, Abfluss und Verdunstung im Schweizer Hochgebirge. Zum Lebenswerk von Otto Lütschg-Lötscher in: Erdkunde IV, 1950, S. 54-67, darin Kapitel 3: Die Wasserwirtschaft im Hochgebirge am Beispiel des Hochtales von Davos
  4. Schweizerisches Idiotikon Bd. III Sp. 1297, Artikel Land (Bed. 3); Bd. XVI Sp. 1820, Artikel Land-Wasser
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen