Landwechselwirtschaft

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In Landwechselbau bepflanztes Feld in Mosambik. Die Vegetation wurde oberirdisch abgebrannt und danach kam nur die Hacke zum Einsatz

Landwechselwirtschaft (englisch shifting cultivation, jedoch zumeist undifferenziert als Überbegriff für Wanderfeldbau und Landwechselwirtschaft) ist eine einfache Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft, die in Europa von Beginn des Ackerbaus vor einigen Jahrtausenden bis zum Frühmittelalter vorherrschte. Aufgrund der Erschöpfung der Nährstoffe, der sogenannten Bodenermüdung, können alle Felder nur einige Jahre verwendet werden. In der Folge muss man stets auf neue Felder ausweichen. Erst nach Jahrzehnten lassen sich die verlassenen Felder wieder nutzen.

Landwechsel ist der Grund für viele Rodungen. Außerdem verhindert er oft die Sesshaftigkeit der Bauern und führt zur Lebensweise des Wanderfeldbaus. Er wurde im Mittelalter durch ortsfeste Bodennutzungssysteme wie die Dreifelderwirtschaft und die Einfeldwirtschaft mit Plaggendüngung ersetzt.

In der Regel spricht man von Landwechselwirtschaft im Unterschied zum Wanderfeldbau, wenn die Höfe stationär bleiben, aber die Felder wechseln. Vor allem in tropischen und subtropischen Regionen ist diese Wirtschaftsform noch heute anzutreffen.

Landwechselbau wird weltweit von über 260 Mio. Menschen betrieben.[A 1]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

A. gerundet berechnet aus: Shifting culutivation komplett nach Giardina et al. (2000)[1] abzüglich Wanderfeldbau nach Dixon et al. (2001)[2]
  1. Berechnungsergebnis
  1. Giardina et al. (2000) in Christoph Steiner: Slash and Char as Alternative to Slash and Burn: Soil Charcoal Amendments Maintain Soil Fertility and Establish a Carbon Sink. 1. Auflage, Cuvillier Verlag, Göttingen 2007, ISBN 978-3-86727-444-9. Kapitel 5.3 Introduction. online bei Google-Books
  2. Dixon et al. (2001) in Cheryl Ann Palm, Stephen A. Vosti, Pedro A. Sanchez, Polly J. Ericksen: Slash-and-Burn Agriculture – the search for alternatives. Columbia University Press, New York 2005, ISBN 0-231-13450-9. S. 8. pdf-Version