Langau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Langau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Langau
Wappen von Langau
Langau (Österreich)
Langau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 22,2 km²
Koordinaten: 48° 49′ N, 15° 42′ O48.81666666666715.7450Koordinaten: 48° 49′ 0″ N, 15° 42′ 0″ O
Höhe: 450 m ü. A.
Einwohner: 665 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 30 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2091
Vorwahl: 02912
Gemeindekennziffer: 3 11 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 103
2091 Langau
Website: www.langau.at
Politik
Bürgermeister: Franz Linsbauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10
3
2
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Langau im Bezirk Horn
Altenburg Brunn an der Wild Burgschleinitz-Kühnring Drosendorf-Zissersdorf Eggenburg Gars am Kamp Geras Horn Irnfritz-Messern Japons Langau Meiseldorf Pernegg Röhrenbach Röschitz Rosenburg-Mold Sigmundsherberg St. Bernhard-Frauenhofen Straning-Grafenberg Weitersfeld NiederösterreichLage der Gemeinde Langau im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Langau ist eine Marktgemeinde mit 665 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Langau liegt im Norden des Waldviertels in Niederösterreich an der Grenze zu Tschechien. Die nächsten größeren Orte sind Drosendorf im Nordwesten und Geras im Südwesten. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 22,21 Quadratkilometer. 14,31 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stálky Šafov
Drosendorf-Zissersdorf Nachbargemeinden Hardegg
Geras Weitersfeld

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Postleitzahl[Bearbeiten]

In Langau und Hessendorf findet die Postleitzahl 2091 Verwendung.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung vom 24. März 1981 erhielt die Gemeinde Langau ein Gemeindewappen verliehen. Seine Blasonierung: “In einem durch einen silbernen Wellenbalken von Rot auf Schwarz geteilten Schild, oben zwei aus der Schildesteilung wachsende zueinander gekehrte silberne Hellebarden, unten Schlägel und Eisen in Silber.” Die Gemeindefarben sind Rot-Weiss-Schwarz.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung [2][Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von Langau zwischen 1923 und 2011
1923 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011

989

1.294 1.313 1.183 1.042 892 763 686

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit[Bearbeiten]

Um 1240 erhielt das Kloster Klein-Mariazell von Herzog Friedrich II. die Ortschaft Langenowe (also Langau), jenseits der Donau bei Drosendorf mit Pfarre, Zehnten, Äckern sowie einem Wald bei Witersgelden (heute Weitersfeld) geschenkt.

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde Langau im Jahr 1245. Die Ortschaft hatte damals bereits 83 Häuser und war eine eigene Pfarre mit Pernegg als Mutterpfarre.

Langau war offensichtlich sehr beliebt bei Pfarrern, denn 1398 drängte sich der Weltpriester Michael von Grillenberg gegen den Willen des Abtes von Kleinmariazell in die Pfarre, musste diese aber wieder verlassen. Aber nur ein Jahr später berief sich der Weltpriester Thomas Wagner auf ein Breve von Papst Bonifaz IX. Da dieses aber erschlichen war, musste auch er Langau wieder verlassen und die ungültige Urkunde zurücklassen.

Am 9. April 1427 wurde der Benediktiner Petrus von Leesdorf bei Baden bei Wien aus dem Kloster Kleinmariazell von den Hussiten auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Obwohl sich Langau nach den Hussitenkriegen wieder erholte, schien es im Lehnsbuch von König Ladislaus Postumus mit nur noch 43 Häusern und 34 Namen auf. Und es wurden noch weniger, denn zwischen 1453 und 1600 wütete immer wieder die Pest.

Da das Kloster Kleinmariazell Geld brauchte, um die Türkensteuer zu bezahlen, beschloss man, Langau zu verkaufen. Am 17. Mai 1530 erwarb Johann Mrakesch von Noskau, Freiherr zu Litschau und Herrschaftsbesitzer von Drosendorf die Langauer Pfarre. König Ferdinand I. bestätigte 10. Jänner 1535 den Verkauf.

Langau wurde in den ersten Jahren des 30-jährigen Krieges verwüstet, Kirche und Häuser standen lange Zeit ohne Dächer da, Schutz bot nur das einige Kilometer entfernte Drosendorf an der Thaya.

Der Krieg war beendet, doch die Pest kam 1640 wieder und rottete die Ortsbevölkerung fast völlig aus.

1709 brannte die Kirche ab und zog auch die Umgebung in Mitleidenschaft. In den darauf folgenden Jahren wurde das Gotteshaus wieder aufgebaut. Im Jahr 1712 wurde der erste Kirtag der neu erbauten Kirche gefeiert und Kaiser Karl VI. kam auf seiner Krönungsreise nach Prag durch den Ort. Das Original der Wirtshausrechnung blieb erhalten und liegt im Stift Geras auf.

1868 wurde die Straße von Langau nach Oberhöflein und 1905 die Straße nach Riegersburg angelegt. An dieser Straße wurde 1987 in der Nähe von Langau ein Denkmal zur Erinnerung an die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Schaffa (Šafov) errichtet – wie so viele andere auch entlang der Staatsgrenze.

1878 wurde das erste Schulhaus errichtet. Es ist noch erhalten, dient aber jetzt als Gemeindeamt.

Die Fahrpost von Frain an der Thaya über Schaffa (Šafov), Langau und Geras nach Hötzelsdorf wurde 1880 eröffnet, ein Jahr später bekam Langau seine eigene Poststelle beim Gemeindearzt.

1885 brannten zahlreiche Stadel ab, am 10. Jänner 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1908 begannen die Bauarbeiten für die Nebenbahnlinie Retz–Langau–Drosendorf, die im August 1910 feierlich eröffnet wurde. Am 10. Juni 2001 wurde der planmäßige Personenverkehr eingestellt, es gibt nur noch eine „Nostalgiebahn“ während der warmen Jahreszeit.

Im Jahre 1910 wurde zwischen Langau und Schaffa (Šafov) Braunkohle entdeckt und daraufhin die „Langauer Bergbaugesellschaft“ gegründet. Der Abbau in der „Grube Austria“ begann aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg und erfolgte im „Tagbau“, der Kohletransport zur Bahnverladung wurde mittels einer Seilbahn durchgeführt. Nach der Einstellung des Bergbaubetriebes füllten sich die Gruben mit Wasser und bilden heute das Freizeitzentrum von Langau mit Schießplatz, Campingplatz und natürlich Schwimmbad. Hier werden immer wieder die Niederösterreichischen Wasserschi-Meisterschaften sowie neuerdings auch Triathlonveranstaltungen abgehalten.

Am 29. Juli 1914 mussten die ersten drei Langauer zu den Waffen, im Jahr darauf folgten die Kirchenglocken. Dafür bekam die Bevölkerung Lebensmittelmarken (20 dag Brot / Mehl pro Tag und Person).

Geschichte seit 1919[Bearbeiten]

Ein Großbrand forderte am 4. April 1921 zwei Tote. 1922 wurde an der Straße nach Schaffa (Šafov) das Zollhaus errichtet. In der Nähe des Bahnhofes an der Straße nach Geras wurde 1942 eine Molkerei errichtet, die bis 1971 in Betrieb war.

1948 wurden wieder Glocken für die Kirche angeschafft, nachdem das 1922 angeschaffte Geläute während des Zweiten Weltkrieges eingezogen worden war. Das neue Schulhaus wurde 1952 fertiggestellt.

Am 9. Mai 2006 wurde ein touristischer Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer zwischen Langau und Šafov eröffnet [3] .

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Langau

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Amtsleiter der Marktgemeinde ist Franz Linsbauer, Vizebürgermeisterin Margit Reiß-Wurst. Im Gemeinderat gibt es insgesamt 15 Sitze.
Seit der Gemeinderatswahl am 14. März 2010 gilt folgende Mandatsverteilung:

Partei Sitze
ÖVP 10
UPW 3
SPÖ 2

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 26, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 55. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 296. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 39,97 Prozent.

Regionale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Langau ist Mitglied der Kleinregion Taffa-Thaya-Wild.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft betreibt die Bahnhöfe Langau und Hessendorf an der Lokalbahn Retz–Drosendorf. Seit 2001 werden diese Bahnhöfe nur mehr in den Sommermonaten an Wochenenden von der Nostalgiebahn Reblaus-Express angefahren. Der nächstgelegene Bahnhof der ÖBB mit regulärem Personenverkehr ist Hötzelsdorf-Geras an der Franz-Josefs-Bahn. Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Langau Haltestellen der Linien 1255 (RetzHorn) und 1304 (Horn – Drosendorf).

Straße[Bearbeiten]

Die Thayatal Straße (B30) führt nördlich an Weitersfeld vorbei.

Radwege[Bearbeiten]

Die Kamp-Thaya-March-Radroute führt durch Langau.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Niederösterreichischen Landesregierung vom 23. April 1981.
  2. Quellen: Bevölkerungsentwicklung 1869–2011 der Statistik Austria (PDF; 35 kB) und Historisches Ortslexikon Niederösterreich (PDF; 1,2 MB), Teil 2, S. 56.
  3. Weblink:http://www.noe.gv.at/presse/msg2006/2006-05-09_14-26-51.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien