Langenleuba-Niederhain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenleuba-Niederhain
Langenleuba-Niederhain
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenleuba-Niederhain hervorgehoben
50.95916666666712.595833333333205Koordinaten: 50° 58′ N, 12° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Wieratal
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 39,65 km²
Einwohner: 1874 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04618
Vorwahlen: 034497 u.a.Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 023
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 12
04618 Langenleuba-Niederhain
Webpräsenz: http://www.wieratal.de/
Bürgermeister: Jürgen Schneider (CDU)
Lage der Gemeinde Langenleuba-Niederhain im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
Über dieses Bild

Langenleuba-Niederhain ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wieratal, die die östlichste des Bundeslandes darstellt. Die Einwohnerdichte ist deshalb so gering, weil der überwiegende Teil des größten Waldes des Landkreises, der Leinawald, nahezu die Hälfte der Gemeindefläche ausmacht. Weiterhin verläuft durch den nordöstlichsten Zipfel der Kommune die Bundesstraße 95.

Geografie[Bearbeiten]

Penig liegt 9 km östlich, die Kreisstadt Altenburg 11 km westlich, Frohburg 11 km nördlich und Glauchau 16 km südlich.

Unterhalb des Dorfes Langenleuba-Niederhain wird die durch den Ort fließende Wiera in der Talsperre Schömbach aufgestaut. Das Gewässer fasst 7,71 Mio. m³ und erstreckt sich nordwärts bis Altmörbitz, einem Ortsteil von Kohren-Sahlis in Sachsen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) die Stadt Kohren-Sahlis mit den Ortsteilen Dolsenhain, Altmörbitz, der Kernstadt Kohren-Sahlis und Jahnshain im sächsischen Landkreis Leipzig, die Stadt Penig mit den Ortsteilen Langenleuba-Oberhain und Niedersteinbach im ebenfalls zu Sachsen gehörenden Landkreis Mittelsachsen sowie Jückelberg, Frohnsdorf, Ziegelheim, Nobitz und Windischleuba im Landkreis Altenburger Land.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemeindegliederung

Ortsteile sind Langenleuba-Niederhain,

  • das am 15. Juni 1965 umgemeindete Beiern, welches seit 1. Juli 1950 zu Flemmingen gehörte,
  • die am 1. Juni 1965 eingegliederte Gemeinde Neuenmörbitz mit dem am 1. Juli 1950 angegliederten Ort Schömbach sowie
  • die Gemeinde Lohma mit dem 1923 eingegliederten Ortsteil Zschernichen und die am 1. Juli 1950 angeschlossenen Gemeinden Boderitz und Buscha am 1. Januar 1973

Geschichte[Bearbeiten]

Langenleuba wurde 1290 in einer Urkunde der Vögte von Weida als „Longa luben“ erstmals urkundlich erwähnt. Als Besitzer der Burg sind seit jener Zeit die Burggrafen von Altenburg genannt, die wohl auch als Erbauer anzusehen sind. Ab 1329 besaßen die Markgrafen von Meißen die Lehnshoheit und übergaben die Anlagen im Laufe der Zeit mehreren Adelsfamilien (von Zschadras, von Schauroth und den Herren von Kuntsch). Kuntsch ließ 1707 die Burg abreißen und ein Schloss errichten, das schon im vorigen Jahrhundert verfiel. Jetzt steht es leer.[2][3] Zum Namen der Siedlung könnte deren slawischer Ursprung herangezogen werden, da "luba" bzw. "luwa" - freiübersetzt Borke / Rinde bedeutet und hier zu dieser Zeit Waldlandschaft vorherrschend war.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof begraben wurden 1945 14 jüdische Frauen aus dem Außenlager Penig des KZ Buchenwald bei der Firma Max Gehrt in Penig, die während des Zweiten Weltkrieges bei der Zwangsarbeit für die Junkerswerke umgekommen waren. Ein Mahnmal erinnert an sie.[4]

Kirche[Bearbeiten]

St. Nikolai (Langenleuba-Niederhain)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 2236
  • 1995: 2236
  • 1996: 2201
  • 1997: 2173
  • 1998: 2171
  • 1999: 2153
  • 2000: 2118
  • 2001: 2095
  • 2002: 2091
  • 2003: 2072
  • 2004: 2067
  • 2005: 2071
  • 2006: 2044
  • 2007: 2032
  • 2008: 1989
  • 2009: 1974
  • 2010: 1928
  • 2011: 1894
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • CDU - 7 Sitze (48,7 %)
  • DIE LINKE - 2 Sitze (11,4 %)
  • SPD - 3 Sitze (22,3 %)
  • UWGW - 2 Sitze (17,6 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 54,8 %.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Langenleuba-Niederhain besaß einen Bahnhof an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Altenburg–Langenleuba-Oberhain, das weiter westlich gelegene Boderitz einen Haltepunkt. Zwischen dem Haltepunkt Wiesebach (zu Frohnsdorf) und dem Bahnhof Langenleuba-Niederhain wird das Tal der Wiera durch die 330 Meter lange und 17 Meter hohe Wiesebacher Brücke überspannt. Vor 1945 war die Schlauchfabrik Friedemann im Ort ansässig, das Holzsägewerk Gleitsmann, eine Ziegelei (zum Rittergut gehörend), mehrere Mühlen, Handwerker und Landwirtschaftsbetriebe. Nach 1949 entstand aus der Schlauchfabrik die Verbandsmittelfabrik, das Sägewerk wurde verstaatlicht (die einstigen Eigentümer als Verwalter eingesetzt), die ehemaligen Pächter der Ziegelei wurden Landwirte - später in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Typ I - welche in die Groß-LPG überging. Heute gibt es keinerlei Industrie, wenige Handwerksbetriebe sind noch vorhanden; vorherrschend ist die Groß-Landwirtschaft.

Wiesebacher Brücke

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Oskar Bonde (1825–1898) geboren in Zschernichen, gründete eine Verlagsbuchhandlung und wurde 1862 Sachsen-Altenburgischer Hofbuchhändler.

Kurioses[Bearbeiten]

Die von Karl May erfundene Figur Tante Droll, stammt aus Langenleuba-Niederhain.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thomas Bienert Mittelalterliche Burgen in Thüringen Wartberg Verlag 2000ISBN 3-86134-631-1 S.18
  3. Burg
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S.20, ISBN 3-88864-343-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langenleuba-Niederhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien