Langenlonsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Langenlonsheim
Langenlonsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Langenlonsheim hervorgehoben
49.8947222222227.8980555555556160Koordinaten: 49° 54′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Langenlonsheim
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 11,92 km²
Einwohner: 3728 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 313 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55450
Vorwahl: 06704
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 054
Adresse der Verbandsverwaltung: Naheweinstraße 80
55450 Langenlonsheim
Webpräsenz: www.lalo4u.de
Ortsbürgermeister: Bernhard Wolf (FLL)
Lage der Ortsgemeinde Langenlonsheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Ansicht von Osten, links fließt die Nahe
Zeppelin über Langenlonsheim am 22.Juni 1910

Langenlonsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Die vom Weinbau geprägte Ortsgemeinde ist eine staatlich anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Langenlonsheim liegt zwischen dem südlichen Rand des Hunsrücks und der Nahe. Die Entfernung zur Kreisstadt Bad Kreuznach beträgt sieben Kilometer, nach Bingen am Rhein sind es knapp zehn Kilometer. Am westlichen Rand der Gemeinde fließt der Guldenbach, im Süden die Nahe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden von Langenlonsheim sind von Norden im Uhrzeigersinn: Dorsheim, Laubenheim, Grolsheim, Gensingen, Bretzenheim, Guldental, Windesheim und Waldlaubersheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Siedlungen auf dem Gebiet von Langenlonsheim stammen wohl aus der Römerzeit. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 769.

Bereits während der französischen Herrschaft war Langenlonsheim ab 1798 Sitz einer Mairie mit fünf Gemeinden. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde das Gebiet preußisch, der Ort blieb Sitz einer Bürgermeisterei.

Religionen[Bearbeiten]

In Langenlonsheim gibt es eine evangelische und eine katholische Kirchengemeinde. Früher gab es in Langenlonsheim auch eine bedeutende jüdische Langenlonsheimer Gemeinde.

Der erste Sakralbau in Langenlonsheim war eine Sankt-Nikolaus-Kirche (Bauzeit um 1200), die später als Sankt-Johannes-Kirche (um 1475) erwähnt wird. 1504 im Bayerisch-Pfälzer Erbfolgekrieg und bei dem Brand der Ortschaft im Jahre 1540 wurde die Kirche beschädigt. 1588 erfolgte ein Neubau als evangelische Pfarrkirche. Ein barocker (1777) und neugotischer (1868) Umbau folgte.

Der zweite in Langenlonsheim errichtete Sakralbau war die um 1860 erbaute Synagoge, Hintergasse 30, die am 9/10. November 1938 bei dem Novemberpogrom 1938 demoliert und dessen Ruine 1958 abgetragen wurde.[3]

Der letzte in Langenlonsheim erbaute Sakralbau war die von 1907 bis 1908 erbaute katholische Kirche Johannes der Täufer.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Langenlonsheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 944
1835 1.243
1871 1.433
1905 1.731
1939 2.155
Jahr Einwohner
1950 2.748
1961 3.012
1970 3.544
1987 3.311
2005 3.634

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Langenlonsheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP GRÜNE FLL Gesamt
2009 4 6 2 2 6 20 Sitze
2004 6 6 2 2 4 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt auf einem schwarzen Schild fünf goldene Trauben, drei in der oberen und zwei in der unteren Hälfte. Geteilt wird der Schild durch den goldblauen Balken der Grafen von Sponheim.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das 1877/78 errichtete neo-gotische Verwaltungsgebäude der Bürgermeisterei (Architekt Carl Conradi), rechts
Gasthaus zum Hohenzoller
Die 1868 errichtete neo-gotische evangelische Pfarrkirche (Architekt Carl Conradi), Mitte

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Langenlonsheim

Sport[Bearbeiten]

Im Ort gibt es ein Freibad, einen Fußballplatz und einen Flugplatz. Der Sonderlandeplatz Langenlonsheim bietet Möglichkeiten zum Segelflug, Motorflug und Ballonfahren. Der dort ansässige Verein Aero-Club Rhein-Nahe ist der zweitgrößte Luftsportverein in Rheinland-Pfalz und hat mit Stand 2010 insgesamt 274 Mitglieder. Der Aero-Club Rhein-Nahe ist 2008 durch die Fusion der Vereine Flugsportverein Bad Kreuznach und Aero-Club Bingen-Langenlonsheim entstanden.

2007 fusionierte der Ringerverein Langenlonsheimer SC mit dem Fußballverein aus Laubenheim zum TSV Langenlonsheim/Laubenheim.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einmal jährlich finden das Langenlonsheimer Weinfest und die Kirmes statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Laufe der Jahre ist ein Industriegebiet mit Firmen in verschiedenen Branchen entstanden. Dies umfasst unter anderem die Produktion von Farben und Lacken, Hoch- und Tiefbau, Weinabfüllung und -verarbeitung, Autohäuser, Gärtnereien, Schlossereien, Lagerhallen und Speditionen.

Weinbau[Bearbeiten]

Langenlonsheim ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 187 Hektar bestockter Rebfläche nach Bad Kreuznach, Guldental und Wallhausen größte Weinbaugemeinde der Nahe.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 48 führt direkt durch die Gemeinde; die Bundesautobahn 61 ist ca. fünf Kilometer entfernt. Per Bahn erreicht man Langenlonsheim über die Nahetalbahn, auch führen die Gleise der Hunsrückquerbahn durch den Ort.

Bis zum 1. Dezember 1938 gab es eine Straßenbahnlinie von Bad Kreuznach Kornmarkt bis Langenlonsheim Bahnhof. Die sogenannte „Elektrisch“ fuhr zu Anfangszeiten (1911) bis zu zwanzigmal am Tag. An der ehemaligen Haltestelle Kloningersmühle konnten Reisende vom Hunsrück auf direktem Wege nach Bad Kreuznach fahren. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Straßenbahn dem Bus weichen. Oberleitungen und Schienen wurden abgebaut.

Bildung[Bearbeiten]

Den schulischen Bildungsauftrag leisten die Grundschule Langenlonsheim sowie die Realschule plus im Nahetal Langenlonsheim, wo der Haupt- und Realschulabschluss erlangt werden kann.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schmitt u.a.: Ortsgeschichte Langenlonsheim, Wiesbaden 1991 (hrsg. von der Ortsgemeinde Langenlonsheim).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langenlonsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Friedrich Schmitt u.a.: Ortsgeschichte Langenlonsheim, Wiesbaden 1991 (hrsg. von der Ortsgemeinde Langenlonsheim), S. 357-366.
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat